In „naturbelassen“ sollte auch nur Natur drin sein – Der Etikettenschwindel der Nahrungsmittel-Industrie

Wir haben schon oft darüber berichtet, welche giftigen Hilfsmittel beim Anbau unserer Lebensmittel doch gleich bis auf unseren eigenen häuslichen Teller durchgereicht werden – OHNE dass wir darüber informiert werden. Bio-Produkte kann sich nicht jeder leisten, weshalb so mancher wenigstens darauf achtet, naturbelassene Lebensmittel in seinen Einkaufskorb zu legen. Doch tut man damit sich selbst und seiner Familie tatsächlich etwas Gutes?

Große Worte – Schmutzige kleine Geheimnisse

Was die Etiketten Dir nicht sagen: Viele Lebensmittel, die als „natürlich“ bezeichnet werden, sind mit toxischen Pestiziden, Antibiotika, Wachstumshormonen und gentechnisch veränderten Bestandteilen gewachsen.

Giftige Pestizide

Viele der Lebensmittel, die als „natürlich“ (oder naturbelassen) vermarktet werden, werden mit Hilfe von giftigen Pestiziden angebaut. Obwohl zur Bekämpfung von Schädlingen an Pflanzen hergestellt, verbleiben die Rückstände der Schädlingsbekämpfungsmittel auf oder in der Nahrung, die wir essen. Einige Lieblingsspeisen Ihrer Familie, wie Äpfel, Tomaten, Gurken und Trauben enthalten giftige Rückstände von Pestiziden. [Mehr dazu in unserem Artikel „Das tägliche Gift Pestizide – “Mord auf Raten” – doch Brüssel erkennt die neue Studie nicht an!“]

Gesundheitsprobleme wie Krebs, Unfruchtbarkeit, Asthma und Geburtsfehler wurden mit einer Belastung durch Pestizide in Zusammenhang gebracht. Schwangere Frauen, Kinder und ältere Menschen sind besonders anfällig für die Folgen von Schädlingsbekämpfungsmitteln.

Zudem verfehlen giftige Pestizide häufig die beabsichtigten Ziele. Naheliegende Flüsse werden oft durch diese Mittel kontaminiert – was zu einer Verschmutzung der Trinkwasser-Versorgung führt – und schaden der Tierwelt, wie z.B. den Honigbienen. [Wie wir schon in unserem Artikel „Millionen Bienen vergiftet – Pestizide als Ursache“ berichteten.]

Antibiotika

Viel „natürliches” Fleisch wird mit Hilfe von Antibiotika gewonnen, während wir uns darauf verlassen, unsere Familien gesund zu ernähren. In den letzten Jahren sind 80% der in den Vereinigten Staaten verkauften Antibiotika an Hühner, Schweine, Kühe und andere Tiere verfüttert worden – unabhängig davon, ob diese Tiere krank waren oder nicht. Der Einsatz von Antibiotika zur Förderung des Wachstums der Tiere reduziert die Wirksamkeit dieser lebensrettenden Medikamente (bei uns Menschen), indem sie widerstandsfähigere Bakterien erzeugt.

In einigen Fällen nutzen Landwirte Antibiotika zur Behandlung kranker Tiere. In den meisten Fällen werden Antibiotika jedoch von Stallbetreibern verwendet, die versuchen, Infektionen, die durch enge und unhygienische Lebensbedingungen entstehen, zu verhindern. Diese Praxis hat zur Entwicklung von Superbakterien geführt – zu Antibiotika-resistenten Bakterien, die schwer zu behandeln sind.

[Mehr zum Thema Antibiotika in der Schlachttierhaltung finden Sie in unserem Artikel „Demnächst XXL Hähnchen bei Wiesenhof und McDonald’s?“]

Künstliche Hormone

Einige Bauern benutzen künstliche Hormone, um ihre Tiere größer und schneller wachsen zu lassen und um die Produktivität zu erhöhen. Trotz Verboten in anderen Ländern, setzen einige amerikanische Fleischerzeuger und Milchbauern weiterhin auf Hormone, die zahlreiche gesundheitliche Risiken in sich bergen. Zum Beispiel kann rBST, ein rekombinantes Rinderwachstums-Hormon, welches entwickelt wurde, damit Kühe mehr Milch geben, mit Dickdarm- und Brustkrebs bei Erwachsenen und mit einer frühen Pubertät bei Kindern in Verbindung gebracht werden. Bis zu 20 zusätzliche künstliche Hormone werden derzeit in der Tierproduktion eingesetzt. [Siehe: Unsere Wunschvorstellung von glücklichen Kühen]

Gentechnisch veränderte Zutaten

Viele Lebensmittel, die als „naturbelassen“ ausgezeichnet sind, beinhalten Bestandteile von Pflanzen, die gentechnisch verändert wurden. Gentechnik ist jener Prozess, der die DNA einer Pflanze verändert, um einen neuen Organismus zu erzeugen, welcher in der Natur ansonsten nicht vorkommt. Nutzpflanzen wie Mais und Sojabohnen – die Bausteine ​​der hergestellten Lebensmittel – sind gentechnisch verändert, um großen Dosierungen von Herbiziden (Unkrautvernichtungsmittel) und giftigen Pestiziden standhalten zu können, die Luft und Wasser verschmutzen. [Mehr dazu im Netzfrauen-Artikel „10 Studien beweisen: GVO schaden der Gesundheit“]

Wir übersetzten und ergänzten für Sie diesen Artikel: http://www.onlyorganic.org/get-facts/agricultures-dirty-little-secrets/

Bleiben Sie bitte sensibel beim Einkauf, achten Sie auf die Produktionsform Ihrer Lebensmittel – und geben Sie nicht auf. Wir tun es auch nicht und werden Sie weiter auf dem Laufenden halten.

Netzfrau Andrea Carls

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