Milliarden-Investment… Deutsche Bank besitzt ein Casino in Las Vegas !

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Für den Bau des Gebäudes mit 3000 Zimmern gab das Geldhaus rund vier Milliarden Dollar + 1 Milliarden Schuldenübernahme.

Die Summe von rund fünf Milliarden Dollar fast so hoch wie die gesamten Investitionen der Deutschen Bank 2011 in Anleihen europäischer Krisenstaaten, darunter Griechenland, Italien, Irland, Spanien und Portugal, alle, die in die laufenden Schuldtitel staatlicher Kreditnehmerkreise miteinbezogen werden.

Das Casino der Deutschen Bank ist eines von wenigen, das nicht gewerkschaftlich organisiert ist. – Erinnert an Amazon.

Das Casinohotel Cosmopolitan mit knapp 3000 Zimmern, einer Casino-Fläche von zusammengenommen gut zwei Fußballfeldern, vielen Restaurants, Wellness-Angeboten und Einkaufsmöglichkeiten

Mit dieser Nachricht besuchte ich Las Vegas und ich wollte mich davon überzeugen, wo die Milliarden der Deutschen Bank verzockt wurden. Ja, ich wurde fündig, dank eines netten Angestellten erfuhr ich dann die Story, wie eine Bank tatsächlich in den Besitz eines Spielcasinos kam.

The Cosmopolitan – LAS VEGAS LUXURY FOR LONGER – ist ein Casino-Komplex in Las Vegas im US-Bundesstaat Nevada. Das Casino gehört der Deutschen Bank, die vier Milliarden Dollar in den Komplex investierte. Es gilt als eines der größten, teuersten und ehrgeizigsten Projekte der Stadt und als risikoreiche Investition.

Die 3000 Zimmer sind in den beiden Türmen mit 61 Stockwerken, die Türme scheinen ein Zeichen der Deutschen Bank zu sein, denn das Deutsche-Bank-Hochhaus im Westend von Frankfurt am Main besteht aus zwei Wolkenkratzern, die jeweils 155 Meter hoch sind. Sie werden auch als Soll und Haben, Zwillingstürme oder Deutsche Bank I und II bezeichnet.

Zunächst hatte die Deutsche Bank nur dem Immobilienmogul Ian Bruce Eichner einen Kredit gewähren wollen. Doch diesem ging während der Finanzkrise das Geld aus, das Projekt war noch nicht einmal zur Hälfte fertig. Um keinen völligen Verlust hinnehmen zu müssen, übernahm die Deutsche Bank im September 2008 das Projekt und baute es nach eigenen Vorstellungen zu Ende.

Diese Informationen bekommt man auch unter anderem, wenn man freundliche Taxifahrer in Las Vegas befragt, aber auch freundliche Angestellte im Hotel. Mir wurde ebenfalls berichtet, dass Las Vegas das Zentrum der US-Immobilienkrise ist, nirgendwo sonst werden so viele Häuser zwangsversteigert, verlieren Immobilien so schnell an Wert, gibt es eine so hohe Arbeitslosigkeit. Dieses sieht man auch der Stadt an. Bauarbeiten wurden eingestellt, die Sanierungen der Straßen zwar begonnen, aber wegen Geldmangel wieder eingestellt. Fazit: die Finanzkrise ist sichtbar. Und mittendrin die Deutsche Bank mit ihrem Spielkasino. Da wundert es auch keinen, dass das Casino seit Eröffnung Verluste schreibt.

Bei den Recherchen über das Zockergen der Deutschen Bank erfährt man dann auch folgende Zahlen:

3,9 Milliarden Dollar hat die Deutsche Bank in das Casino gesteckt. Hinzu kam laut Berichte ein Darlehen von rund 1 Milliarde Dollar an Station Casinos, einem Betreiber von Spielcasinos mit mehreren Häusern im Großraum Las Vegas.

Doch seit der Eröffnung schreibt das Casino Verluste. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres musste das „Cosmopolitan“ mehr als hundert Millionen Dollar abschreiben. Unter der Pleite leidet auch die Deutsche Bank. Lt. „Financial Times“ könnte das Finanzinstitut Milliarden-Verluste einfahren und versucht nun das Casino wieder abzustoßen.

Die Summe von rund fünf Milliarden Dollar fast so hoch wie die gesamten Investitionen der Deutschen Bank in Anleihen europäischer Krisenstaaten, darunter Griechenland, Italien, Irland, Spanien und Portugal, alle die in die laufenden Schuldtitel staatlicher Kreditnehmerkreise miteinbezogen werden.

Aus dem Geschäftsbericht 2012 der Deutschen Bank – Kreditrisikoengagements gegenüber ausgewählten Ländern der Eurozone!

„Das erhöhte Risiko für die betroffenen Staaten wird von einer Reihe von Faktoren bestimmt, unter anderem hoher Staatsverschuldung und Budgetdefiziten, eingeschränktem Zugang zu Kapitalmärkten, anstehenden Fälligkeiten, schwachen ökonomischen Rahmendaten beziehungsweise Aussichten (einschließlich niedrigen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts, geringer Wettbewerbsfähigkeit, hoher Arbeitslosigkeit und politischer Unsicherheit). Einige dieser Länder haben Rettungspakete angenommen… Das Nettoengagement erhöhte sich gegenüber dem Jahresende 2011 um 51 Mio € überwiegend durch Anstiege in Italien (höhere Handelspositionen). Dieser Anstieg wurde weitestgehend durch eine Reduktion des Engagements mit Finanzinstitutionen in Portugal und Spanien bei der Postbank und in griechischen Staatsanleihen durch die Teilnahme an der Restrukturierung griechischer Schulden im März 2012 ausgeglichen. Das Kreditengagement in Zypern wird vor dem Hintergrund eines erhöhten Länderrisikos ebenfalls eng überwacht und ist aus Sicht der Risikomanagement-Perspektive auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau von 38 Mio €.

Bruttoposition, darin enthaltene nicht gezogene Kreditlinien und Nettoengagement gegenüber ausgewählten europäischen Ländern – Sitzland-Perspektive der Deutschen Bank

Nettoengagement 2011 waren es 51.80 Mio € und

                                   2012 waren es 46.481 Mio €

Bruttoposition 2011 waren es 93.251 Mio € und

                             2012 waren es 88.133 Mio €

Zahlen im Detail (Griechenland, Italien, Irland, Spanien und Portugal): http://bit.ly/15ORmZC

Der Verlust 2012 im Zockerparadies Las Vegas betrug nach Angaben vom 1 April 2013

$106,5 Million, gegen über $ 96 900 000 Nettoverlust im Jahr 2011 lt. der www.casinocitytimes.com.

Das Hotel erzeugt 124 180 000 $ in Casino Einnahmen im vergangenen Jahr, einen leichten Anstieg gegenüber $ 107 380 000 im Jahr 2011, nur mal so zur Info.

Nun fragt man sich, wie die Arbeitsbedingungen dort sind, auch hört man hier manchmal kritische Aussagen von den Mitarbeitern der Deutschen Bank.

Erst vor einem Monat blockierten demonstrierende Arbeiter, etwa 1500 Menschen, den Verkehr auf dem Las Vegas-Strip. Die in Las Vegas größte und mächtigste Gewerkschaft kämpft seit zwei Jahren in Vertragsgesprächen mit dem Casino der Deutschen Bank wegen der Löhne, Gesundheitsversorgung und Sicherheit des Arbeitsplatzes. Diese Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Die Demonstration endet mit der Verhaftung von fast 100 Demonstranten.

Kurz bevor ihre Hände mit einem Kabelbinder zusammen gebunden waren, rief eine Demonstrantin:

„Schicken Sie dem Management eine Nachricht, Sie müssen den Arbeitnehmern hier einen Vertrag geben, es betrifft uns alle.“ Ein weiterer Demonstrant hatte ein Foto von sich mit der Aufschrift.

„Keine Gerechtigkeit, kein Frieden.“

Cosmopolitan Sprecherin Amy fügte hinzu, dass die Gewerkschaft mit dem Casino-Management verhandeln würde und nicht mit der Deutschen Bank direkt, man würde weiterhin mit den Arbeitern verhandeln, um „eine faire Vereinbarung zu finden.“

Faire Vereinbarungen?!? Anfang dieses Jahres hatte der 54 000 Mitglieder starke Verband zwei eintägige Streikposten außerhalb des Casinos an einer belebten Ecke im Herzen des touristischen Korridors abgestellt.

Denn das Casino der Deutschen Bank ist eines von wenigen, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Außerdem sind die Angestellten besorgt, dass die Deutsche Bank alle Forderungen abwürgen wird, weil sie das Casino verkaufen wollen und daher nicht durch einen Tarifvertrag belastet werden wollen. Diese Angst ist durchaus berechtigt, wenn man die Skandale der Deutschen Bank allein in der letzten Zeit sieht. http://www.csmonitor.com/USA/2013/0321/Las-Vegas-union-protest-98-arrests-in-casino-demo

Sogar die Finanzaufsicht Bafin scheint der Deutschen Bank zu missstrauen und nun darf aktuell Los Angeles die Deutsche Bank verklagen

So soll die Deutsche Bank Häuser absichtlich verfallen lassen und Mieter gezielt vertrieben haben. Das behauptet die Stadt Los Angeles und will das größte deutsche Geldinstitut deshalb zur Verantwortung ziehen. Ein Gericht hat die Klage jetzt zugelassen – es geht um Hunderte Millionen Dollar.

Der Rechtsstreit mit den Kirch-Erben, der Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze, windige Immobiliengeschäfte in den USA und und und… und nebenbei bemerkt:

Jain und Fitschen verdienen je 4,8 Millionen Euro!

Bis 2015 will die Deutsche Bank jährlich 4,5 Milliarden Euro sparen.

..ob das durch den Verkauf des Casino im Zockerparadies gelingen wird, wohl kaum, wenn man die Situation in Las Vegas sieht und außerdem ist der Jobabbau ist in vollem Gange.

Wie schrieb ein Demonstrant in Las Vegas auf seinem Foto: „Keine Gerechtigkeit, kein Frieden.“

Das Schöne an der Börse sei, lobte einst Altmeister André Kostolany, dass sich dort tausend Prozent gewinnen, aber nur hundert Prozent verlieren ließen. Genauso funktioniert das auch in den Kasinos dieser Welt, dort verschwindet aber das Geld zumindest mit Glamour.

© Copyright 2013 Doro Schreier, Netzfrauen

Quelle:

http://www.ft.com/intl/cms/s/0/c1b08fc2-f7d9-11e0-a419-00144feab49a.html#axzz2TwkEOrjH

https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2012/gb/lagebericht/risikobericht/kreditrisiko/engagementsgegenueberausgewaehltenlaenderndereurozone.html

http://www.casinocitytimes.com/article/cosmopolitan-posts-$106-5-million-loss-in-2012-61996

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