Es gibt keinen Planeten B!

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Regenwald:

Indonesien ist das Land, in dem die Urwaldzerstörung am schnellsten voranschreitet. Seit 1950 sind 74 Millionen Hektar Wald vernichtet worden, eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Besonders dramatisch für den Klimaschutz und die Artenvielfalt unseres Planeten ist die Rodung und Trockenlegung der Torfwälder, da diese rund zehnmal mehr Kohlenstoff speichern als andere Urwälder und viele vom Aussterben bedrohte und endemische Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger oder Java-Nashörner beheimaten. Auf Grund der Urwaldzerstörung ist Indonesien bereits der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen – nach China und den USA.

Neue Beweise überführen Nestlé-Drittlieferanten Sinar Mas

Palmöl ist der Dauerbrenner in den indonesischen Medien. Der indonesische Präsident bedankt sich bei Greenpeace für die Einmischung und schickt eine Task Force ins Feld, die mit den mafiaähnlichen Zuständen in der Palmölindustrie aufräumen soll. In Folge finden mehrere Gespräche mit indonesischen Regierungsvertretern statt, bei denen Greenpeace einen sofortigen Stopp der Regenwaldabholzung fordert.

Aber auch in Malaysia (Borneo) wird Regenwald in großem Stil abgeholzt. Dass dabei Menschen, die letzten Elefanten, Orang Utans und natürlich auch andere Tiere ihr Zuhause verlieren, ist den Profitgeiern egal.

Die Philippinen, der Kamerun, Teile vom Kongo, das Amazonas-Gebiet – in allen Regenwäldern der Erde wird abgeholzt. Für die Holzindustrie, für Palmöl, das in steigendem Maß für Biosprit, aber als Billigstrohstoff immer mehr in der Nahrungsmittel-Industrie eingesetzt wird, wobei die Produzenten im Eiltempo neue Bezeichnungen dafür einführen, weil der Widerstand der KonsumentInnen gegen Palmöl wächst und es so immer schwieriger wird, ob in einem Produkt nun Palmöl ist oder nicht. Eine Kennzeichnungspflicht ist nicht einmal in weiter Sicht vorhanden.

CO2-Emissionen auf Rekordhoch

Die Top-5 der CO2-Emittenten sind China (29%), die Vereinigten Staaten (16%), die Europäische Union (EU27) (11%), Indien (6%) und die Russische Föderation (5%), gefolgt von Japan (4% ). Alleine in China – dem Hauptemittenten von CO2 – haben sich die CO2-Emissionen im letzten Jahr um 9% erhöht. Damit hat China die durchschnittlichen Pro-Kopf-Emissionen der Europäischen Union erreicht und ist auf Überholkurs.

Sand:

Die Öffentlichkeit ist sich der dramatischen Lage nicht bewusst. Die meisten Menschen, leider auch politische Entscheidungsträger, nehmen Sand nicht als bedrohte Ressource wahr, die geschützt werden muss. Weltweit haben die Bedürfnisse der Wirtschaft und insbesondere des Bausektors Vorrang. Zudem werden die zaghaften Vorschriften, die zum Schutz von Stränden und Meeresböden ergriffen werden, oft nicht umgesetzt und sind damit nutzlos. Man kann nicht an jedem Strand Polizisten aufstellen. Und noch dazu unterhält die Sand-Mafia in vielen Ländern Beziehungen zu höchsten Kreisen und kann in aller Ruhe ihren illegalen Geschäften nachgehen wie im Senegal oder in Marokko: Dort baut die Mafia rund 45 Prozent der Sandstrände ab, radikal und profitorientiert – ein ökologisches Fiasko.

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Atommüll:

Erst im April 2013 wurden wir mit der Meldung schockiert, dass in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert acht europäische Staaten Tausende Fässer mit Atommüll in Atlantik und Ärmelkanal versenkten. Vergessen sollte man den Müll nicht – denn er strahlt noch immer.

Die Atomkraftwerksunfälle von Tschernobyl am 26. April 1986, das Verschweigen desselben zuerst durch die russische Regierung und dann durch die europäischen Regierungen – auch, damit der 1. Maifeiertag dadurch ‚nicht gestört werde – sowie der Gau in Fukushima, der am 11. März 2011 seinen Ausgang nahm und von den japanischen Betreibern und der Regierung bis heute heruntergespielt wird, sind uns allen noch in schrecklicher Erinnerung.

Darüber hinaus gibt es sehr häufig Zwischenfälle in allen Kernkraftwerken auf der Welt, die aber stets als ‚ohne Auswirkungen auf Menschen und Umwelt’ dargestellt werden.

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Plastik:

Salatgurken in Folie, Tomaten in Kunststoffschalen und selbst Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Brot – alles ist mit Plastik umhüllt. Der Stoff gilt als stabil, leicht und macht Lebensmittel länger haltbar. Doch wie gefährlich sind die Verpackungen für unsere Gesundheit?

Allerdings enthalten die Plastikverpackungen Chemikalien, die verdampfen oder abgerieben werden und so aus der Verpackung entweichen und auf Lebensmittel übergehen können. In Plastik verpackte Wurst- oder Käseprodukte können Weichmacher und Bisphenol A (BPA) enthalten und unsere Gesundheit gefährden. „Jeder Mensch, der hier in Deutschland lebt, ist tatsächlich mit diesen Stoffen belastet“, sagt auch Marike Kolossa vom Bundesumweltamt.

Bisphenol A (BPA) ist eine der am häufigsten produzierten Industriechemikalien weltweit. BPA ist ein Grundstoff zur Herstellung von Kunststoffen und in vielen Plastikprodukten und Verpackungsstoffen, aber auch in Kunststoff-Zahnfüllungen oder Quittungsbelegen, enthalten.

BPA wird in Materialien verwendet, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen – dadurch kann sich BPA aus der Plastikverpackung herauslösen und über die Nahrungsaufnahme, über die Haut oder durch Einatmen in den menschlichen Körper gelangen.

In den Meeren tickt eine Zeitbombe: Auch in der Nord- und Ostsee wächst Plastikmüll zu einer riesigen Menge an. Über die Nahrungskette gelangen winzige Partikel bis in den menschlichen Körper.

Im Pazifik ist die Problematik bereits so weit vorangeschritten, dass sich am Ende eines Meeresstromes eine Plastikinsel gebildet hat, die ungefähr die Größe von Großbritannien einnimmt. Moderne Designer überlegen hierbei bereits, wie sich die Insel nicht entfernen, aber als Wohnraum für den Menschen nutzen ließe, wenn man darauf bauen könnte. Nun ist es aber nicht nur der Fall, dass das Plastik im Müll schwimmt, was viele Menschen angesichts der Müllmengen an Küsten nicht einmal stören würde, aber die Flora und Fauna leiden in einem Maße darunter, dass ein regelrechtes Massensterben durch den Müll ausgelöst wird.

Pflanzenschutzmittel:

Der vermehrte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verhindert zwar, dass Pflanzen Opfer von Fraßfeinden, Pilzen und anderen Schädlingen werden, diese gelangen aber auch in den Boden. Durch Niederschläge – speziell wie bei den eben halb Europa heimsuchenden Hochwässern, gelangen diese Partikel auch ins Grundwasser und von dort sehr oft in die Trinkwasser-Reserven.

Insekten und Amphibien sind die direkten Opfer, aber auch Menschen, die dieses kontaminierte Wasser zu sich nehmen, könnten gesundheitliche Schäden davontragen.

Behübschte, bunte Broschüren unserer Gesundheitsbehörden kalmieren (=beruhigen) naturgemäß:

Aus einer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz:

Kapitel Rückstände von Pflanzenschutzmitteln

Frage: Gibt es Allergien auf Pflanzenschutzmittel?

Antwort: Nein. Bislang, so stellt das Bundesinstitut für Risikobewertung fest, ist kein Fall bekannt, bei dem durch Pflanzenschutzmittelrückstände auf Lebensmitteln eine Allergie ausgelöst wurde.

 Frage: Wie lassen sich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln am besten entfernen?

Antwort: Waschen mit kaltem Wasser reduziert die Rückstände.

Die österreichische Agentur für Lebensmittelsicherheit, Ages, stellt gleich fest, dass bei uns sowieso alles ganz sicher ist:

„Die gesetzlichen Grenzwerte werden so bemessen, dass selbst bei lebenslanger, täglicher Aufnahme des Stoffes kein erkennbares Risiko besteht. Denn bei der Sicherheit von Lebensmitteln werden keine Kompromisse eingegangen – egal ob es sich um biologische Lebensmittel handelt oder um konventionell produzierte.“

Bei Bedarf können ja die Grenzwerte nach oben korrigiert werden!

Wasserquelle

Wasser:

Knappheit wirkt preistreibend – das gilt auch für Wasser. Das zieht profitgierige Unternehmen an und sorgt für Konflikte.

Das Fazit, untermauert durch Berichte und Beispiele aus allen Erdteilen: Die global organisierte Privatisierung und Ausbeutung von Wasservorräten zerstören Natur und die bäuerliche Landwirtschaft, sie nehmen Millionen Menschen die Möglichkeit zur Autonomie, sie machen aus Kleinbauern, Indigenen und bislang intakten Gemeinden Wasserflüchtlinge. Das Wort Water Grabbing (Wasserraub) in Anlehnung an Land Grabbing ist dafür ein einprägsamer Begriff geworden.

‚Bottled water‘ – Europa und die BRD beteiligt am Wasserraubgeschäft

Mit der Verpfändung vieler Quellen an Private wie Nestlé und Danone, die größten Profiteure im Bereich des ‚bottled water‘, wird zusätzlich das ohnehin schon lebenswichtige Gut dieser Region den Völkern entrissen und werden die Kosten für die Durstigen in die Höhe getrieben. Amman ist gepflastert mit Riesen-Plakatwänden, in denen Nestlé für seine Flaschen wirbt mit ‚hygienisch, sauber, gesund. mineralienreich‘. 1998 – einem Jahr mit großer Wasserknappheit – übernahm Nestlé Libanons größten Mineralwasservertreiber Sohat, 1999 die Jordanische traditionsreiche Marke Ghadeer, Mineralwasser aus der Al Husseiniyeh Quelle bester Qualität – bevor Nestle kam. Seit dem Irak-Krieg stieg der Bedarf an Flaschenwasser im Irak vor allem von der amerikanischen Armee enorm an und so verdient Nestlé am Verkauf von beidem: ‚Ghadeer‘, dem ursprünglichen Produkt und Nestlés ‚Pure Life‘, das weniger Mineralien aufweist als das Ursprungswasser und mit Zusätzen ‚angereichert‘ ist, aber als besonders ‚gesund‘ angeboten wird.

Die Flaschenwasserindustrie hat sich zu einer gewaltigen Macht auf dem Weltmarkt entwickelt mit über 60 Billionen $ Umsatz jeweils pro Jahr und mit einer Steigerungserwartung von 80 Billionen $ im kommenden Jahrzehnt. Diese Industrieunternehmen verkaufen über 150 Billionen Liter Wasser weltweit, die großen Soft-Drink-Firmen Coca-Cola und Pepsi-Cola vertreiben mehr Wasser als ihre originären Sprudelprodukte. 2.7 Millionen Tonnen Plastik werden produziert und damit Millionen Barrel Öl verbraucht – und es ist kein Ende abzusehen, denn der Konsum von Flaschenwasser wird zunehmen, auch weil ‚Kranwasser‘ in diesen Ländern immer weniger sauber und dauerhaft geliefert werden kann. Nestlés Flaschenwasser-Produkte: Arrowhead, Deer Park, Perrier, Poland Spring, Pure Life, San Pellegrino, Vittel.

Auch der deutsche Energieriese RWE ist weltweit hoch im Kurs des Wassergeschäfts zusammen mit der englischen Thames Water, mit weltweiten Käufen von Anteilen an der Wassernutzung gegen Investitionen in Wasser-Infrastruktur. Das lukrative Geschäft reicht von Osteuropa, Italien, Spanien, der Türkei bis nach Neuseeland, Malaysia, Indonesien und Lateinamerika. Selbst ‚Berlin Wasser‘ hält Wasseranteile in Albanien und China. Wasser ist keine Ware, sondern lebensnotwendiges Gut, das nicht dem Missbrauch politischer Macht, dem Markt und der Profitgier überlassen werden darf.

In Südspanien, Almería , fallen im Jahr nur 145 Millimeter Regen pro Quadratmeter, auf Murcia das Doppelte, das Gros davon über die Wintermonate. Diese Provinzen sind auf Zuspeisungen durch Flüsse und Talsperren angewiesen.

Gleichzeitig verbrauchen die extensive Gemüseproduktion im „Plastikmeer“ an Gewächshäusern und Massentourismus immer mehr Wasser. „Der Verbrauch für die Landwirtschaft ist enorm, auf sie entfallen fast 80 Prozent des Nutzwassers“, sagt Santiago Martín Barajas, Wasserexperte der Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción im Gespräch mit dem ÖkoStandard. Er fordert drastische Maßnahmen, wie „die Reduktion der Anbauflächen von aktuell 3,7 Millionen Hektar auf drei Millionen“. Für den Binnenbedarf und den Export wäre dies absolut ausreichend.

„Almería und Murcia wären ohne Bewässerung Wüstengebiete“, sagt Julio Barea von Greenpeace: „Unsere strategische Reserve, das Grundwasser wird durch die Landwirtschaft erheblich gesenkt“, sagt der studierte Doktor der Geologie: „Rund 500 000 illegale Brunnen existieren landesweit. Wir gefährden unsere Zukunft massiv.“ Selbst das, was durch technische Fortschritte eingespart werden konnte, fließe in den Ausbau der Intensivkulturen: „In der letzten Dekade sind 100 000 Hektar zu bewässernde Ackerflächen hinzugekommen.“

Fracking

bedeutet einen harten Eingriff in die Natur: Um Gas zu fördern, werden bei Bohrungen Millionen Liter Chemiebrühe in den tiefen Untergrund gepresst. Wissenschaftler haben das Risiko für Deutschland untersucht – und geben grünes Licht. Unter strengen Auflagen.

Ölgewinnung:

Unfälle auf Bohrinseln sind keine Seltenheit – Tanker, die oft Rostkutter sind, zerschellen, lösen ungeahnte Umweltkatastrophen aus, wie wir alle von entsetzlichen Bildern erfahren mussten.

Ja, das ist noch lange nicht alles, ich weiß. Aber wer braucht – für heute jedenfalls – noch mehr?

Lasst uns beginnen, nachhaltig zu denken. Wir Netzfrauen werden dazu beitragen, aufzuzeigen, was nicht in Ordnung ist und auch daran erinnern, dass wir nicht länger den Versprechungen von wem auch immer glauben schenken dürfen.

Weil WIR schon erkannt haben, dass wir keinen Planeten B haben.

© Copyright 2013 Lisa Natterer, Netzfrauen

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Genau, einen Planeten B gibt es nicht und sollte er gefunden werden dann wird er für den kleinen ungeliebten Menschen nicht offen sein den nur die Reichen und Schoenen, sind dann nur unter sich und denken alles rochtig zu machen, aber auch den wuerden sie dahin wirtschaften da bin ich mir soetwas von sicher.

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