Nestlé – Nach Trinkwasser – nun auch „chinesische Kräutertrunks“

Boykott-ButtonWürden Sie traditionelle chinesische Medizin von Nestlé kaufen?

Trinkwasser ist lebenswichtig. Doch die weltweiten Vorräte sind ungleich verteilt. Die Bereitstellung von Trinkwasser hat sich der Schweizer Konzern Nestlé zur Hauptaufgabe gemacht und kauft schon mal vorsichtshalber alles auf, was nur irgendwie nach einer Wasserquelle aussieht, denn Water makes Money.

Und in Plastikflaschen in verschiedener Preiscolour zu haben, ob für Arme oder Reiche, darüber haben wir nun ausreichend berichtet.

Und in Sachen Babynahrung reicht dem Konzern die Kindermarke Alete Nestlé nicht. Der Schweizer Konzern übernahm für fast zwölf Milliarden Dollar die Babynahrungssparte vom US-Hersteller Pfizer. Nestlé will damit vom Geburtenanstieg in Schwellenländern profitieren, da hat aber gleich Mexiko nein gesagt, nicht mit ihnen.

Macht nichts, dachte sich Nestlé, es gibt den Chinesischen Markt.

Schon Konfuzius lehrte, dass der Körper ein Geschenk der Eltern sei. Und deshalb muss er gepflegt werden. So haben die Chinesen auch viel Gymnastik betrieben, um sich fit zu halten. Die Chinesische Medizin orientiert sich an der Praxis. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung, dass Körper und Seele eng miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen. So ist es in der Chinesischen Medizin immer wichtig, den Menschen als Ganzes zu sehen und nicht nur ein erkranktes Körperteil.

Und da die Nachfrage nach Traditioneller chinesischer Medizin (TCM) sich einer immer steigenden Beliebtheit erfreut, steigt das Schweizer Lebensmittelunternehmen Nestlé gleich mit in die traditionelle Heilkunde ein.

Die Gesundheitssparte des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestlé bestätigte die Kooperation mit dem chinesischen Pharmaunternehmen Chi-Med (Hutchison China Meditech) in Hongkong. Mit dem neuen gemeinsamen Unternehmen Nutrition Science Partners – Nestlé Health Science, das beide Unternehmen je zur Hälfte halten, wollen die Partner Arzneien auf Basis der traditionellen chinesischen Medizin herstellen.

Nestlé hat nun den Zugriff auf eine botanische Bibliothek mit über 50 000 Wirkstoffen aus rund 1200 chinesischen Heilpflanzen.

In einem ersten Schritt wollen die beiden Partner mit dem neuen Unternehmen Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden auf Basis chinesischer Heilkunde vertreiben. In diesem Bereich sei aus schulmedizinischer Sicht die Wirkung der chinesischen Heilkunde bereits weitgehend nachgewiesen. Zum Beispiel ein von Chi-Med entwickeltes Medikament gegen das Reizdarmsyndrom habe in der zweiten Phase klinischer Tests bereits sehr gute Wirksamkeit gezeigt, erklärte eine Nestlé-Sprecherin.

Später plant man auch die Herstellung und den Vertrieb von Arzneimitteln auf TCM-Basis, die bei Stoffwechselstörungen oder neurologischen Krankheiten wie etwa Alzheimer angewandt werden.

Die Chinesische Medizin steht in einer über 2000-jährigen Tradition. Zu den „fünf Säulen“ der chinesischen Medizin zählen Kräutermischungen, Akupunktur, Massagetechniken, Bewegungsübungen wie Qigong und Tajiquan und einer nach „heiß“ und „kalt“ unterteilten Ernährungsweise.

Die TCM findet auch über China hinaus immer mehr Verbreitung. So wenden in vielen Ländern Europas  immer mehr Ärzte Akupunktur und chinesische Massagetechniken zur Behandlung an. Die Forschungsgruppe Akupunktur und Chinesische Medizin (FACM) zählt mit über 2300 Mitgliedern zu den großen Ärzteverbänden in Deutschland.

Man kann es auch so sagen: Rund 2000 Jahre altes Wissen wandert in die Hände des Schweizer Weltkonzerns.

Und weil „der Gesundheitskonzern“ Nestlé  herausgefunden hat, dass die Deutschen immer noch zu wenige seiner hervor­ragenden Produkte essen, entwickelte Axel Springer für Nestlé „GOOD, das Magazin für Zukunftsfragen“ GOOD – Das Magazin für Zukunftsfragen – Nestlé Deutschland

Auf 68 Seiten zeigt „GOOD – das Magazin für Zukunftsfragen“ die Herausforderungen auf, vor denen die Lebensmittelwirtschaft, unsere Gesellschaft und jeder Einzelne in Bezug auf das Thema Ernährung stehen. Das Magazin richtet sich an Entscheider aus Politik und Wirtschaft und gewann gleich Gold, beim International Corporate Media Award 2012.

Nach dem „flüssigem Gold“ nun auch „chinesische Kräutertrunks“.

Vielleicht bekommen wir irgendwann noch Sauerstoff per Flasche mit dem Aufkleber Nestlé frei Haus geliefert – nichts ist unmöglich.

© Copyright 2013 Netzfrau Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. liebe Doro Schreier,
    will nicht beckmessern und weiß, dass sich in der hitze des schreibgefechts fehlerteuferl einschleichen. hier ein kleiner lektorier-versuch, abgesehen von fehlenden beistrichen:

    1) Nestlé- Nach dem “flüssigem Gold”
    besser: Nestlé – nach dem „flüssigen Gold“….
    2) das Schweitzer Konzerne Nestlé
    besser: der Schweizer Konzern Nestlé
    3) traditionelle chinesische Medizin
    besser: Traditionelle Chinesische Medizin (konsequent groß, weil TCM)
    4) denn Water makes Money.
    besser: water makes money (auch im dt. satz klein geschrieben)
    5) Und in Plastikflaschen in verschiedenen Preiscolour zuhaben, ob für Arme oder Reiche, darüber haben wir nun ausreichend berichtet.
    ???den satz verstehe ich nicht !!
    6) wichtig, den Menschen als Ganzen zu sehen
    besser: ….den Menschen als ganzen (Menschen) zu sehen bzw.: den Menschen im Ganzen zu sehen.

    ich mag ja das rotzige schreiben, aber auch das kommt kompetenter rüber, wenn’s lektoriert ist.
    vielleicht hilfz ein bissi….
    ;-)
    lieGrü
    dh

  2. Als Schweizerin kann ich getrost sagen, dass es vielen von uns auch Mühe macht, wenn so grosse Konzerne hier ansässig sind, aber Steuervorteile geniessen bis zum Abwinken und Riesen-Abschreibungen auf neue Gebäude machen können, /dass wir gewisse Mineralwasser auch nur in Restaurants aus Wasserflaschen bekommen usf.
    In Sachen Wirtschaftsfragen hänge ich eher der Pendeltheorie an, die besagt, dass „man“ die grossen Kapitalumwälzer immer weniger schätzt; sprich: sie werden verschwinden. Dann wird es eine Zeit der kleinen Märkte geben, die später wieder zu grossen Gebilden heranzuwachsen.

    Was mich aber als MS Betroffene erfreut ist, wenn alternative Therapien immer mehr verbreitet werden und es den Pharmariesen etwas heiss wird. Vor 5 Jahren kostete eine Interferontherapie (Pharmazeutisch) ca. 21`000.- SFr. pro Jahr. Alle Schweizer Schulmediziner verschreiben sie. Heute sind wir bei ca. 60`000.- jährlichen kosten, die aber von einer Gesellschaft vollumfänglich getragen werden. Hier stimmt doch etwas nicht!
    Wenn Nestle (überigens ein Süddeutscher Name) hier einen Gegenpol zu schaffen vermag, ist das nicht nur schlecht. Gerne darfst du unter http://www.doris-reiseblog.ch nachlesen was ich für Erfahrungen mit der alternativen Therapie eines deutschen Arztes erlebe.
    Herzliche Grüsse

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