Über den Mund direkt ins Blut – Bisphenol A

BPABei Tierversuchen erreichte die Konzentration von Bisphenol A im Blut einen fast um das Hundertfache erhöhten Wert, wenn der Stoff über die Mundschleimhäute und nicht über den Verdauungstrakt absorbiert wurde, wie französische Forscher in einem am Mittwoch in der Fachzeitschrift „Environmental Health Perspectives“ veröffentlichten Aufsatz berichteten.

Vorgenommen wurden die Versuche an Hunden.

Mit Hunden wird auch die Aufnahme von Medikamenten über den Mund getestet, weil die Mundschleimhäute der Tiere ähnlich beschaffen sind wie die des Menschen. Die Versuche zeigen, dass Bisphenol A über die unter der Zunge liegenden stark durchbluteten Schleimhäute ins Blut gelangt.

Hormonverändernd, nervenschädigend, krebserregend

Bisphenol A gilt als hormonverändernd, nervenschädigend und krebserregend. Die Chemikalie kommt in der Innenbeschichtung von Konservendosen und in Plastikflaschen und -verpackungen aus Polycarbonat vor, aber auch auf Kassenbons und Fahrkarten.

Studien zufolge können schon kleinste Mengen des Stoffes auch über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen und Schäden anrichten. In Babyfläschchen ist der Stoff bereits EU-weit verboten. In Frankreich ist die Chemikalie ab Anfang 2015 in allen Lebensmittelverpackungen verboten, in jenen für Kleinkinder unter drei Jahren bereits seit Anfang 2013.

Die Meinung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und anderen Behörden, die kein Risiko durch Bisphenol A sehen, lautet: Ein Verbot von BPA würde unweigerlich dazu führen, dass die Hersteller von Verpackungen und Bedarfsgegenständen (Produkte für den Lebensmittelkontakt) auf andere Stoffe ausweichen müssten, deren Toxizität weniger gut bekannt ist. Das würde bedeuten, dass ein gut charakterisiertes Risiko durch ein deutlich schlechter einschätzbares Risiko ersetzt würde.

Die Position der EFSA
Die EFSA sieht keine Gefährdung des Menschen, weil beim Menschen BPA schneller abgebaut wird als bei Nagetieren.
Keine der vielen unabhängigen Studien, die mehrheitlich gesundheitsrelevante Effekte im Niedrigdosisbereich ergeben, wurde bisher von Seiten der EFSA anerkannt.
Aus den letzten Risikobewertungen ergibt sich für die EFSA eine tolerierbare tägliche Aufnahmemenge von 50 μg/kg Körpergewicht. In ihrer Abschätzung kommt die EFSA zum Schluss, dass die Exposition über die Nahrung weit unter der tolerierbaren täglichen Aufnahmemenge bleibt und ausreichend Sicherheit für alle KonsumentInnen, inklusive Säuglinge und Föten gewährleistet ist.
Die EFSA stützt sich bei ihrer Risikobewertung auf zwei amerikanische Studien, die von der amerikanischen Kunststoffindustrie finanziert wurden. Diese zeigten auch keine Effekte im Niedrigdosisbereich.

Kritische Stimmen – brisante Theorien
Weltweite mediale Aufmerksamkeit erlangte der Wissenschaftler Frederick vom Saal (Universität von Missouri, USA) nicht allein auf Grund seiner bemerkenswerten Forschungsergebnisse, sondern auch durch seine scharfe Kritik an namhaften Chemiekonzernen, die er beschuldigt, Studienergebnisse gezielt zu manipulieren.
Um dies zu beweisen, prüfte vom Saal insgesamt 163 Niedrigdosis-Studien, die bis November 2006 veröffentlicht worden waren. Dabei stellte er fest, dass 138 der 152 öffentlich finanzierten Studien auf Schäden hinweisen, während sämtliche elf industriell gesponserten Studien keine Hinweise auf Schäden fanden. Er zeigt auf, wie sich mit subtilen Tricks die Resultate von Untersuchungen in gewünschte Richtungen lenken lassen und polarisiert mit Aussagen wie: „Das Resultat einer Studie hängt offenbar davon ab, wer sie bezahlt.“

„Alles, was in einem Polycarbonatbehälter aufbewahrt wird, enthält Bisphenol A. Hundertprozentig! Das steht fest, es ist ein indirekter Nahrungsmittelzusatz. Jedes Nahrungsmittel, das in einem Bisphenol A enthaltenden Gefäß aufbewahrt wird, das wir letztlich essen, sollte zumindest Bisphenol A als Inhaltsstoff ausweisen. Denn was für einen Unterschied macht es, ob der Lebensmittelhersteller oder der Verpackungshersteller Bisphenol A befügt? Der Lebensmittelhersteller ist gesetzlich verpflichtet anzugeben, welche Zutaten ein bestimmtes Nahrungsmittel enthält. Warum ist der Verpackungshersteller nicht auch verpflichtet, die Inhaltsstoffe der Nahrungsmittelverpackung anzugeben? Zur Verpackungsindustrie in den USA gehören zufällig die größten Chemiekonzerne der Welt: General Electric, Dow Chemical, Shell Oil for many years, Bayer AG, Mitsubishi. Das sind sehr, sehr mächtige Konzerne, die massiven Einfluss auf Politiker haben.“
Frederick vom Saal (Zitat aus Plastic Planet)

Das deutsche Umweltbundesamt geht davon aus, dass der derzeit gültige Höchstwert der EFSA um das 2000fache zu hoch angesetzt ist. Gesundheitsrelevante Effekte im Niedrigdosisbereich würden laut der deutschen Behörde im europäischem Risikomanagement von BPA außer Acht gelassen.

In Österreich wurde im Herbst 2011 das BPA-Verbot in Babyschnullern und -fläschchen erlassen. Die Durchsetzung des BPA-Verbots in Babyschnullern erfüllt ganz klar das von GLOBAL 2000 geforderte Vorsorgeprinzip bei Kleinkindern. Die Chemikalie muss aus dem direkten Umfeld von Kindern so weit wie möglich verbannt werden. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Österreich ist damit eines der ersten Länder nach Dänemark, Frankreich und Schweden, die ein ähnliches Verbot durchgesetzt haben. Bleibt zu hoffen, dass die gesamte EU dem positiven Beispiel folgt und BPA aus allen kindernahen Produkten verschwindet.

Es bleibt zu wünschen, dass andere europäische Länder diesem Beispiel folgen.

Bisphenol A (BPA) ist eine hormonell wirksame Chemikalie. BPA ähnelt in der Wirkung dem weiblichen Hormon Östrogen und beeinflusst das Hormonsystem von Menschen und Tieren.

BPA ist allgegenwärtig
BPA gelangt bei der Produktion in die Umwelt und wird vor allem ständig aus Kunststoff-Gebrauchsartikeln freigesetzt. Es wurde in der Luft, in Staub, in Oberflächengewässern und auch im Meerwasser nachgewiesen. Selbst in frischem Treibhausobst und in Trinkwasser aus Kunststofftanks konnte BPA gefunden werden.

Jeder Mensch hat Plastik im Blut
Obwohl Bisphenol A nicht natürlich vorkommt, ist diese Chemikalie fast überall nachzuweisen, auch im menschlichen Körper: im Urin, Blut, Fruchtwasser, Follikelflüssigkeit, Gebärmuttergewebe und im Blut der Nabelschnur. Eine repräsentative Studie (über 2500 TeilnehmerInnen) wies für 92,6 % der US-Bevölkerung BPA im Urin nach. Die Konzentrationen reichen dabei von 0,4 bis 149 Mikrogramm pro Liter (μg/l) (Calafat et al 2007).

Woher kommt Bisphenol A?
Seit 1953 wird Bisphenol A zur Herstellung des Kunststoffs Polycarbonat eingesetzt. Bisphenol A ist heute eine der meistproduzierten Industriechemikalien. 1,15 Million Tonnen im Jahr verbrauchen davon alleine Betriebe in Europa. Die Verwendung von BPA steigt in der EU jährlich um 8 Prozent. Für die Polycarbonaterzeugung werden etwa 65 Prozent der weltweiten Produktion von Bisphenol A verwendet. Weitere 30 Prozent gehen in die Herstellung von Epoxidharzen (Lacke, Beschichtungen, Kleber).

Woran erkennt man, ob ein Kunststoff Bisphenol A enthält?
Polycarbonat ist ein klarer, relativ stabiler und bruchfester Kunststoff, der bis 145°C temperaturbeständig und gegenüber vielen Säuren und Ölen widerstandsfähig ist. Viele (transparente) Haushaltsgeräteteile, Schüsseln für Lebensmittel, hitzebeständige Flaschen wie Babyflaschen und mikrowellengeeignete Kunststoffprodukte sowie CD-Hüllen und Lebensmittelverpackungen bestehen aus Polycarbonat. Auf dem Gegenstand oder der Verpackung kann die Abkürzung „PC“ für Polycarbonat eingeprägt oder aufgedruckt sein. Der Aufdruck ist aber keine Pflicht: Bisphenol A muss nicht gekennzeichnet werden. Die Ziffer 7 als Recyclingcode (Bezeichnung für „andere“ als die mit den Ziffern von 1 bis 6 angegebenen Kunststoffe) gibt einen Hinweis, dass auch Polycarbonat im Produkt enthalten sein kann.
Bisphenol A ist ebenfalls der Ausgangsstoff für Epoxidharze, die u. a. in Klebern, Oberflächenbeschichtungen, Nagellack, Innenbschichtungen von Getränke- und Konservendosen eingesetzt werden.

Darüber hinaus wird ein weiterer, mengenmäßig kleinerer Teil der BPA-Produktion für Flammschutzmittel, ungesättigte Polyesterharze, Polyacrylate, Polyetherimide und Polysulphonharze sowie andere Anwendungen wie Bremsflüssigkeiten als Hilfsmittel für den Pestizideinsatz und als Entwickler auf Thermopapier verwendet.

Ist in PET-Flaschen Bisphenol A enthalten?
Forscher der Universität Frankfurt haben in einer Studie (März 2009) auch in Mineralwasser, das in PET-Flaschen abgefüllt war, hormonell wirksame Substanzen wie Bisphenol A nachgewiesen, es lassen sich daraus aber keine Rückschlüsse auf die PET-Flaschen als Verursacher ziehen. Es wird davon ausgegangen, dass Bisphenol A und andere Chemikalien bereits vorher (durch andere Kunststoffbehälter) ins Wasser gelangen. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu dem Schluss: In PET-Flaschen ist kein Bisphenol A enthalten. Der Ursache des Eintrags östrogenartiger Substanzen solle allerdings nachgegangen werden.

Wie wirkt Bisphenol A auf unseren Körper?

Bisphenol A wirkt auf unser Hormonsystem. Stoffe mit hormonartigen Wirkungen werden als „endokrin wirksame Substanzen“ (endocrine disrupting chemicals, EDC) bezeichnet. Das endokrine (hormonelle) System reguliert viele Körperfunktionen, dazu gehören unser Stoffwechsel, Immunsystem, Verhalten und Wachstum sowie die Organentwicklung während der Schwangerschaft und in der Kindheit. Die Störung des Hormonsystems durch EDCs wurde mit verfrühter Geschlechtsreife bei Mädchen, Übergewicht bei Erwachsenen und Jugendlichen, Diabetes Typ 2 (früher als Altersdiabetes bezeichnet), einer Zunahme an Prostata- und Brustkrebsfällen, sowie mit der Abnahme der Spermienzahl und Fehlbildungen der Sexualorgane in Verbindung gebracht.

Wie gefährlich ist die Bisphenol-A-Dosis, die wir täglich zu uns nehmen?

Ob und ab welcher Dosis BPA die menschliche Gesundheit gefährdet, wird von verschiedenen Behörden und Wissenschaftlern so kontrovers diskutiert wie bei kaum einer anderen Chemikalie. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und mit ihr die Mehrheit der europäischen Länder sehen kein Risiko, dagegen schließen die USA, Kanada und die nordischen Länder ein Risiko nicht aus. Viele profilierte Wissenschafter weisen auf ein Risiko hin, dabei auch auf die besondere Eigenschaft von hormonell wirksamen Substanzen, die bereits in ganz geringen Dosen ihre größte Wirkung zeigen.

Wissenschaftliche Studien zu Bisphenol A zeigen bedenkliche Ergebnisse

In über 40 Untersuchungen verschiedener universitärer und behördlicher Arbeitsgruppen wurde an Nagetieren nachgewiesen, das BPA schädigend auf die Entwicklung des Gehirns und anderer Gewebe wirkt. Effekte auf das Hormonsystem wurden hierbei bereits bei geringeren Konzentrationen gezeigt, als beim Menschen häufig gemessen werden. Neueste kritische Studien zeigen, dass bei BPA-Dosiswerten, die angeblich sicher sind, auch bei Affen Störungen in der Entwicklung des Gehirns zeigen, die das Gedächtnis, das Lernen und das Verhalten verändern. Diese Ergebnisse sind auch auf den Menschen übertragbar.

Noch weiter gehende Konsequenzen ergeben sich aus umfangreichen epidemiologischen Untersuchungen der BPA-Konzentrationen im menschlichen Körper (gemessen mit Hilfe der Uringehalte). Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettleibigkeit. Die Ergebnisse legen auch die Frage nahe, ob das verstärkte Auftreten von Diabetes Typ 2 bei Kindern mit dem verstärkten Einsatz von BPA zusammenhängt. Die neuen Ergebnisse bestätigen Befürchtungen von Toxikologen, die für Embryonen, für Säuglinge und Kleinkinder sehr wohl Gesundheitsgefahren annehmen und bereits seit Jahren dringenden Handlungsbedarf sehen.

Eine Studie an der Universität von Cincinnati (publiziert im September 2008) zeigt bei Versuchen mit menschlichem Fettgewebe, dass BPA in den Zellen das Hormon Adiponectin unterdrückt. Dieses Hormon schützt den Organismus vor dem metabolischen Syndrom, den vier Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Diabetes, Übergewicht, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerten.

Neue Daten (2009) bestätigen frühere Studien: Jeder nimmt täglich viel größere Mengen Bisphenol A zu sich als angenommen. „Die Chemikalie muss damit aus weit mehr Quellen auf den Menschen übergehen als bislang gedacht, sagt Frederick vom Saal, Co-Autor der Studie. Für die Untersuchung an der University of Missouri-Columbia fütterten die Forscher fünf weiblichen Affen eine Bisphenol-A-Dosis von 400 Mikrogramm pro Kilo Körpergewicht. Diese Menge liegt ein 400-Faches über der von der U.S. Food and Drug Administration (FDA) geschätzten Tagesration eines Menschen und ein Achtfaches über dem Wert, der als unbedenklich gilt. Dennoch war der Bisphenol-A-Gehalt im Blut der Tiere nach 24 Stunden niedriger als der Durchschnittslevel, den Bürger von Industrienationen üblicherweise vorweisen. „Die Ergebnisse zeigen, dass der Durchschnittsmensch einer täglichen Dosis BPA ausgesetzt ist, die deutlich über der geschätzten sicheren Tagesdosis liegt“, so Frederick vom Saal. (zitiert aus: Focus online, 11.6.2009)

Alle bisher veröffentlichten Studien fanden bei Kindern die höchsten Belastungen, also bei dem Anteil der Bevölkerung, der gegenüber BPA und seinen Folgeschäden am empfindlichsten reagiert. Die vorhandenen Untersuchungen während der kritischen Entwicklungsphasen von Föten im Mutterleib weisen darauf hin, dass diese Chemikalie während der Phasen vor und nach der Geburt besonders schädlich ist und sogar Auswirkungen auf Folgegenerationen hat.

Polystyrol (PS), Polyurethan (PU), Polyethylen (PE), Polyethylenenterephthalat (PET),.

UNBEDINGT VERMEIDEN: Polyvinylchlorid (PVC) und Polycarbonat (PC)

Folgend beantwortet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die Fragen, die ihm zu Bisphenol A am häufigsten gestellt werden.

Was ist Bisphenol A?

Bei Bisphenol A handelt es sich um die Industriechemikalie 2,2-Bis(4-hydroxyphenyl)propan, die vor allem als Ausgangssubstanz für die Herstellung von Polycarbonat-Kunststoffen und Kunstharzen verwendet wird.

Wo kommt Bisphenol A vor?

Die Substanz kann in Gegenständen aus Polycarbonat enthalten sein, auch in solchen, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Beispiele dafür sind Trinkflaschen (früher auch Babyfläschchen) oder Geschirrteile. Bisphenol A kann auch in der Innenbeschichtung von Getränke- und Konservendosen enthalten sein. Außerdem wird es als Farbbildner in sogenannten Thermopapieren für Thermodrucker und -faxgeräte eingesetzt.

Wie wirkt Bisphenol A?

Die Substanz hat eine geringe akute Giftigkeit. Sie gehört aber zu einer Gruppe von Substanzen, die hormonähnlich (u. a. östrogenartig) wirken können. Diese Substanzen werden wissenschaftlich als „endokrine Disruptoren“ bezeichnet. Solche Substanzen können prinzipiell auf alle hormonabhängigen Prozesse einwirken, insbesondere auf die Entwicklung von Organismen. Bisher sind aber keine gesundheitsschädlichen Wirkungen von Bisphenol A für Menschen nachgewiesen worden. Im menschlichen Körper wird die Substanz schnell in ein Stoffwechselprodukt umgewandelt, das keine östrogene Wirkung mehr hat und über die Nieren ausgeschieden wird.

Um die Wirkungen von Bisphenol A zu erfassen, wurden Mehrgenerationsstudien an Mäusen und Ratten durchgeführt, denen Bisphenol A über einen großen Dosisbereich gegeben wurde. Auf Grund der Daten aus diesen Studien ist das gesundheitliche Risiko von Bisphenol A auf europäischer Ebene bewertet und ein sicherer Grenzwert (TDI) von 0.05 Milligramm/kg Körpergewicht festgelegt worden. Der TDI-Wert („tolerable daily intake“) bezeichnet die Menge an Bisphenol A, die pro Kilogramm Körpergewicht jeden Tag ein Leben lang aufgenommen werden kann, ohne einem Gesundheitsrisiko ausgesetzt zu sein.

Derzeit wird weltweit über die Wirkung der Substanz im Niedrigdosisbereich unterhalb des TDI diskutiert und geforscht. Die hormonähnliche Wirkung von Bisphenol A im Niedrigdosisbereich ist wissenschaftlich bisher nicht ausreichend belegt. In einigen tierexperimentellen Studien wurden Effekte auf den Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel, das Immun- und Nervensystem sowie auf die Entwicklung der Brustdrüsen beschrieben.

Wie bewertet das BfR die Niedrigdosis-Annahme, wonach schon geringe Mengen eines Stoffes als gefährlich anzusehen sind?

Die sogenannten Niedrigdosiseffekte sind unter Toxikologen umstritten und befinden sich noch in einer kontroversen Diskussion. Generell gilt „die Dosis macht das Gift“, d. h. bei geringerer Dosierung sollten die Effekte abnehmen. Aus Sicht des BfR wurden bisher keine gesundheitsschädlichen Niedrigdosiseffekte von Bisphenol A verlässlich identifiziert, die die bestehenden Bewertungen in Frage stellen würden; Die laufenden Arbeiten hierzu werden aber kontinuierlich und kritisch verfolgt und ausgewertet.

Neue Studiendesigns, die weitere toxikologische Endpunkte einbeziehen, könnten helfen, die mögliche Relevanz der Niedrigdosiseffekte zu überprüfen. Da es sich um viele toxikologische Endpunkte handelt, deren Übertragbarkeit auf den Menschen im Allgemeinen unklar ist, besteht hierzu großer Forschungsbedarf. Daher werden international derzeit viele Studien zu Niedrigdosiseffekten durchgeführt.

Falls sich Effekte im Niedrigdosisbereich, die bisher nicht in den zur Bewertung herangezogenen Studien geprüft wurden, als relevant für den Menschen herausstellen sollten, würde das nicht nur Auswirkungen auf die Bewertung von Bisphenol A, sondern vermutlich für viele weitere Substanzen in Lebensmitteln sowie Kunststoffe und andere Materialien haben, für die hormonähnliche Wirkungen nachgewiesen wurden.

Welche Grenzwerte gelten in Deutschland bzw. in der EU?

In Deutschland und in der EU gelten die Grenzwerte der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.

Darin ist geregelt, wie hoch die Menge an Bisphenol A sein darf, die aus einer Verpackung in das Lebensmittel übergehen darf. Dieser „Spezifische Migrationswert (SML)“ beträgt für Bisphenol A 0,6 Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel(simulanz). Der SML beruht auf einer täglichen Aufnahmemenge von 0,01 Milligramm Bisphenol A pro kg Körpergewicht, die ein Leben lang ohne Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann. Der Wert wurde 2002 vom wissenschaftlichen Ausschuss für Lebensmittel (Scientific Committee on Food, SCF) abgeleitet.

In der EU-Verordnung ist im Rahmen des vorsorgenden Verbraucherschutzes auch festgelegt, dass Bisphenol A nicht zur Herstellung von Säuglingsflaschen aus Polycarbonat eingesetzt werden darf.

Zu welchen Bewertungsergebnissen kommt die EFSA mit Blick auf Bisphenol A?

Jeden Monat wird eine Fülle von neuen Daten zu Bisphenol A publiziert. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erfasst und bewertet diese Daten regelmäßig.

Die EFSA hatte erstmalig 2006 eine gesundheitliche Bewertung von Bisphenol A vorgenommen und einen TDI-Wert von 0,05 Milligramm (mg) pro Kilogramm Körpergewicht als sicher für den Verbraucher festgelegt. Im Jahr 2010 überprüfte die EFSA diese gesundheitliche Bewertung und bestätigte den TDI-Wert, indem sie neuere experimentelle Studien aus den Jahren 2006 bis 2010 zusätzlich bewertete. Die EFSA kam zu dem Ergebnis, dass diese Daten keine Veränderung des TDI erforderlich machen. Allerdings wies die EFSA in ihrem Gutachten darauf hin, dass für die Bewertung zu Bisphenol A neue Daten mit bisher unklarer Relevanz für die menschliche Gesundheit vorliegen. Es handelt sich hierbei um Studien zur Beeinflussung des Immunsystems, zu biochemischen Veränderungen im zentralen Nervensystem und zur Frage, inwieweit Bisphenol A zur Sensibilisierung gegenüber der Brustkrebsentstehung beitragen könnte. Diese Effekte wurden in wissenschaftlichen Studien im Niedrigdosisbereich von Bisphenol-A (unterhalb des TDI) beschrieben, wobei die Relevanz der Studienergebnisse für den Menschen zurzeit unklar ist und weltweit diskutiert wird.

Derzeit erarbeitet die EFSA eine Neubewertung von Bisphenol A, die bis November 2013 abgeschlossen sein soll (http://www.efsa.europa.eu/de/press/news/130326.htm). Diese Bewertung wird vor allem auch neue Erkenntnisse über die möglichen Wirkungen von Bisphenol A im Niedrigdosisbereich (unterhalb des TDI) berücksichtigen. Ebenso werden aktuelle Daten zur Aufnahme der Substanz über die Nahrung und aus anderen Quellen in die Bewertung einfließen. Auch Experten des BfR beteiligen sich an der Bewertung dieser Niedrigdosiseffekte auf europäischer Ebene.

Nehmen Säuglinge und Kleinkinder gesundheitsgefährdende Mengen an Bisphenol A auf?

Für die tägliche Aufnahme von Bisphenol A durch Säuglinge wurde von einem Expertengremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2010) ein oberer Wert („Worst case-Annahmen“) von 0,005 Milligramm Bisphenol A/kg Körpergewicht für den Konsum von Dosen-Milchnahrung aus Polycarbonatflaschen berechnet. Für Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren hat das Umweltbundesamt (2009) eine mittlere tägliche Bisphenol A-Aufnahme von 0,00006 Milligramm/kg Körpergewicht ermittelt. Beide Angaben liegen sehr deutlich unter dem von der EFSA abgeleiteten TDI-Wert von 0,05 Milligramm/kg Körpergewicht.

Warum hat die EU-Kommission Bisphenol A in Babyfläschchen verboten?

Auf Grund der kontrovers diskutierten Fragen zur Wirkung von Bisphenol A im Niedrigdosenbereich haben die EU-Mitgliedsstaaten Dänemark und Frankreich im Jahr 2010 die Substanz in Babyflaschen verboten. Das Verbot wurde ausschließlich aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes erlassen. Um eine einheitliche Rechtslage in der EU zu schaffen, hat die Europäische Kommission daraufhin die Verwendung von Bisphenol A bei der Herstellung von Babyflaschen und das Inverkehrbringen von Babyflaschen, die mit Bisphenol A hergestellt wurden, in den EU-Mitgliedsstaaten untersagt. Das Verbot gilt seit März bzw. Juni 2011. Sobald die wissenschaftliche Datenlage zu möglichen gesundheitsschädlichen Wirkungen von Bisphenol A mit größerer Sicherheit geklärt worden ist, soll das Verbot auf EU-Ebene erneut diskutiert werden.

Da die Verwendung von Bisphenol A auf europäischer Ebene geregelt ist, ist die EU-Kommission die zuständige Behörde, die Einschränkungen für die Verwendung des Stoffes festlegen kann.

Gibt es Alternativen zu Babyflaschen aus Bisphenol A?

Es gibt verschiedene Kunststoffalternativen zu Polycarbonat, z. B. werden Babyflaschen aus Polypropylen und Polyethersulfon angeboten, die als „BPA-frei“ beworben werden. BPA steht für Bisphenol A.  Allerdings gehen aus Polypropylen deutlich mehr Substanzen in Lebensmittel über als aus Polycarbonat. Im Gegensatz zum intensiv untersuchten Bisphenol A sind die toxikologischen Eigenschaften dieser Substanzen weniger gut erforscht.

Eltern, die grundsätzlich auf Trinkflaschen aus Kunststoff verzichten möchten, haben die Möglichkeit, auf Glasflaschen auszuweichen. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings die Bruch- und Verletzungsgefahr.

Kann Bisphenol A auch in Babysaugern aus Latex oder Silikon enthalten sein?

Für die Herstellung dieser Materialien ist kein Bisphenol notwendig. Der Stoff kann aber im Kunststoffschild des Schnullers enthalten sein. Ein Übergang von Stoffen aus dem Kunststoffschild in den Sauger ist nach bisherigem Kenntnisstand unter normalen Anwendungsbedingungen nicht zu erwarten.

Das BfR hat 2009 in eigenen Laboranalysen 18 Beruhigungssauger verschiedener Hersteller und Marken aus Latex und Silikon auf Bisphenol A untersucht. Ziel war es zu ermitteln, wie viel Bisphenol A beim Gebrauch von den Saugern abgegeben wird. Lediglich in einem Sauger wurde eine Freisetzung von Bisphenol A in Höhe von 0,0002 Milligramm pro Sauger und Stunde bestimmt. Dieser Wert ist als gesundheitlich unbedenklich anzusehen. Alle anderen 17 Sauger gaben kein Bisphenol A ab. Diese Untersuchungsergebnisse stimmen mit Ergebnissen der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und verschiedener Überwachungslaboratorien überein.

Warum enthalten Innenbeschichtungen von Konserven- und Getränkedosen Bisphenol A?

Bisphenol A kommt als Verunreinigung aus dem Herstellungsprozess in Epoxylacken (Epoxidharzen) vor, die auch zur Innenbeschichtung von Lebensmittel- und Getränkedosen verwendet werden. Eine solche Beschichtung ist notwendig, um zu verhindern, dass das Blech korrodiert und sich Metalle lösen, die eine Kontamination des Lebensmittels sowie Verfärbungen und geschmackliche Beeinträchtigungen hervorrufen würden.

Bisphenol A-freie Beschichtungssysteme stehen für diese Anwendung bisher nur sehr begrenzt zur Verfügung und bedürfen zum Teil noch der gesundheitlichen Bewertung.

Woran können Verbraucher erkennen, ob Innenbeschichtungen von Konserven- und Getränkedosen Bisphenol A enthalten?

Eine Kennzeichnungspflicht für Dosen, die mit Epoxidharzen beschichtet sind, gibt es nicht.

Warum kann Bisphenol A in Kassenbons, Fahrkarten oder Parktickets enthalten sein?

Eine weitere Quelle von Bisphenol A stellt sogenanntes Thermopapier dar. Thermopapier wird bei Thermodrucksystemen verwendet, die in Registrierkassen, Fahrkartenschaltern, Parkticketautomaten oder Druckern für Quittungen und Bankauszüge eingebaut sind. Dort wird der Stoff als Farbbildner verwendet.

Wie hoch ist der Gehalt an Bisphenol A in diesen Thermopapieren?

Nach Untersuchungen verschiedener Laboratorien enthalten Thermopapiere zwischen 0,5 und 3,2 Prozent Bisphenol A, das nicht fest im Material gebunden ist und daher leicht herausgelöst werden kann.

Die französische Regierung will ein europaweites Verbot des Giftstoffes Bisphenol A in Kassenbons durchsetzen. Frankreichs Umweltministerin Delphine Batho kündigte am Dienstag in Paris an, dass sie einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission unterbreiten werde. Zuvor hatte die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit, Umwelt und Arbeitsschutz (Anses) vor allem Schwangere und Kassiererinnen vor der Chemikalie gewarnt, die als hormonverändernd, nerven­schädigend und krebserregend gilt.

Bisphenol A kommt auf Kassenbons oder Fahrkarten, aber auch in der Innenbe­schichtung von Konservendosen oder in Plastikflaschen und -verpackungen aus Polycarbonat vor. Studien zufolge können schon kleinste Mengen des Stoffes über einfachen Hautkontakt in den Organismus gelangen und Schäden anrichten. Auf Grund der massiven Kritik an dem Giftstoff in den vergangenen Jahren – in Babyfläschchen ist der Stoff bereits EU-weit verboten – haben in Deutschland viele Supermarkt-Ketten die Chemikalie in ihren Kassenbons bereits ersetzt.

Fördert Bisphenol A die Adipositas bei Kindern und Jugendlichen?

Mittwoch, 19. September 2012

New York – Die Chemikalie Bisphenol A, die wegen ihrer potenziell gesundheitsschädlichen Wirkung im letzten Jahr in Babyflaschen verboten wurde, könnte bei Kindern und Jugendlichen die Entwicklung einer Adipositas fördern. Dieser Verdacht ergibt sich aus den Ergebnissen einer Querschnittsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2012; 308: 1113-1121).

Bisphenol A ist bekanntlich in Kunststoffen und Epoxidharzbeschichtungen vieler Lebensmittelverpackungen und Konserven enthalten. Exponiert sind keineswegs nur Säuglinge und Kleinkinder, sondern Menschen jedes Alters. Bisphenol A ist deshalb im Urin der meisten Menschen nachweisbar, wenn auch nur in kleinsten Mengen. Die könnten jedoch ausreichen, um Gesundheitsstörungen zu verursachen. Denn Bisphenol A hat eine hormonartige Wirkung. Das „künstliche“ Östrogen steht im Verdacht, als endokriner Disruptor verschiedene Gesundheitsstörungen zu verursachen, ohne dass sich dies bisher schlüssig beweisen lässt.

Die Debatte um die möglichen Gesundheitsrisiken hat die US-Statistikbehörde veranlasst, Bisphenol A im Harn von Teilnehmern der National Health and Nutrition Examination Surveys (NHANES), einer repräsentativen Stichprobe der US-Bevölkerung, zu bestimmen. Der Pädiater Leonardo Trasande von der NYU School of Medicine in New York City hat die Messergebnisse von 2828 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 19 Jahren mit dem Körpergewicht in Beziehung gesetzt. Er ist dabei auf eine signifikante Assoziation gestoßen. Kinder und Jugendliche mit der niedrigsten Exposition waren weniger als halb so häufig adipös als Kinder und Jugendliche mit der höchsten Belastung: 10,3 versus 22,3 Prozent im untersten gegenüber dem obersten Quartil.

Die Assoziation blieb vorhanden, wenn verschiedene andere mögliche Auslöser der Adipositas, die in NHANES abgefragt oder gemessen wurden, berücksichtigt wurden. Interessanterweise war die Assoziation auf Kinder und Jugendliche europäischer Herkunft beschränkt. Statistisch ist das Ergebnis eindeutig.

Ob es allerdings auf eine echte Schadwirkung von Bisphenol A hinweist, kann die Querschnittsstudie nicht klären. Der wichtigste Einwand betrifft die Zufuhr von Bisphenol A über die Nahrung. Eine erhöhte Exposition könnte allein darauf zurückzuführen sein, dass fettleibige Kinder und Jugendliche mehr Nahrung zu sich nehmen als normalgewichtige und sich vermutlich häufiger von Fertiggerichten (aus Konserven oder Plastikverpackungen) ernähren.

Trasande kann diese reverse Kausalität nicht ausschließen, obwohl er die Kalorienzufuhr in seine Berechnungen einfließen ließ. Der Pädiater verweist allerdings auf experimentelle Studien, in denen ein Einfluss von Bisphenol A auf den Energie- und Fettstoffwechsel erkennbar war. © rme/aerzteblatt.de

Bisphenol A mögliches Risiko für Herzerkrankung

Mittwoch, 29. Februar 2012

Exeter – Gesunde Menschen mit einer erhöhten Bisphenol-A-Urinkonzentration entwickeln häufiger eine Herzerkrankung als Personen mit niedrigen Urinkonzentrationen der Chemikalie. Diese Entdeckungen machten Forscher um David Melzer von der Peninsula Medical School bei ihren Studienteilnehmern, die sie über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachteten. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Circulation (doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.111.069153).

Bisphenol A (BPA) ist eine umstrittene, in der Kunststoffindustrie weit verbreitete Chemikalie, die zur Herstellung von Polycarbonat benötigt wird. Sie ist eine der meistverwendeten Chemikalien weltweit. Die Exposition erfolgt zum Beispiel über die Verpackungen von Nahrungsmitteln und Getränken. Der Stoff kommt außerdem in Konservendosen und Plastikgeschirr vor. Die Wissenschaftler verwendeten in ihrer Studie Daten der European Prospective Investigation of Cancer (EPIC) Studie.

Sie verglichen die Urin-Bisphenol A-Konzentrationen von 758 initial gesunden Probanden, die während der Studiendauer eine koronare Herzerkrankung bekamen mit den Konzentrationen von 861 Probanden, die während des Studienzeitraums keinerlei kardiovaskuläre Erkrankungen aufwiesen. Die Studienteilnehmer waren zwischen 40 und 74 Jahren alt und wiesen bis zum Studienbeginn keinen Diabetes Mellitus oder Schlaganfall auf.

Es zeigte sich, dass bei den Studienteilnehmern, bei denen sich während des Studienzeitraums eine kardiovaskuläre Erkrankung entwickelte, die Urin-Bisphenol-A-Konzentrationen bereits zu Beginn der Studie erhöht waren.

Die Wissenschaftler erklärten, dass die Studie den Zusammenhang zwischen einer verstärkten Exposition gegenüber Bisphenol A und dem Entwickeln von kardiovaskulären Erkrankungen zwar erhärtet, es sei aber nach wie vor unklar, ob allein Bisphenol A für die kardiovaskulären Erkrankungen verantwortlich sei.

Die Forscher schlossen, ihre Studienergebnisse wiesen darauf hin, dass erhöhte Bisphenol A-Expositionen möglicherweise ein ähnlich erhöhtes Risiko für das Entwickeln einer kardiovaskulären Erkrankung bedeuten wie Rauchen, hoher Blutdruck oder hohe Cholesterinkonzentrationen. © rme/aerzteblatt.de

Die schwedische Umweltministerin Ek fordert nun ein Verbot von Bisphenol A in allen Produkten, Frankreich und Dänemark haben bereits Bisphenol A aus Lebensmittelverpackungen verbannt.

Kalifornien ist den 11 Staaten beigetreten, die ein Gesetz zum Verbot von Bisphenol A (BPA) aus Babyflaschen unterzeichneten.

Und was macht die EU? Sie fordert künftig höhere Giftwerte in deutschem Spielzeug.

Die Lobbyarbeit der Spielwarenhersteller in Brüssel hat große Erfolge erzielt. Die EU-Kommission wird die Grenzwerte für Schadstoffe in Spielwaren wieder lockern. So dürfen beispielsweise bei Spielzeugen statt bisher nur 90 Milligramm ab 20. Juli 2013 bis zu 160 Milligramm Blei freigesetzt werden. Für den krebserregenden Stoff Benzoapyren wird der Grenzwert auf 100 Milligramm pro Kilogramm angehoben. Das entspricht in etwa dem hundertfachen Wert, der im Weichmacher-Öl zur Herstellung von Autoreifen eingesetzt werden darf. Durch die Lockerung der Grenzwerte bei Spielzeugen sind in Zukunft bis zu 22-fach höhere Schadstoffbelastungen möglich.

Bisphenol A ist unter anderem auch in Plastikbehältern enthalten, vor allem aber in der Innenbeschichtung von Konserven- und Getränkedosen. Seit Jahren steht die Substanz in der Kritik. Einige Studien liefern Hinweise darauf, dass bereits kleine Mengen des Stoffes, der über einfachen Hautkontakt und die Lebensmittel in den Organismus gelangen kann, Schaden anrichten können. Die Chemikalie wirkt ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und steht im Verdacht, die Fortpflanzung und Gehirnentwicklung zu beeinflussen. Forscher fanden zudem Indizien dafür, dass sie die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern irreversibel schädigen kann.

Die Konzentration von Bisphenol A – das krebserregend ist – erreicht einen fast um das Hundertfache erhöhten Wert, wenn der Stoff über den Mund und nicht über die Verdauung aufgenommen wird.

Die schwedische Umweltministerin Ek will ein Verbot von Bisphenol A in allen Produkten durchsetzen. Wir schließen uns dem an und fordern: Deutschland sollte sich den progressiven Ländern anschließen!

© Netzfrau Lisa Natterer

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Hört auf unsere Kinder krank zu machen!

 

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. selber schuld wer…
    1. Kinder in diese Welt setzt.
    2. Ihenn keinen Muttermilch sondern artfremde Kuhmilch zu saufen gibt.
    3. sich nicht dessen bewusst ist wie viele Gifte gerade in Kunststoffen wie Plastik oder Fertigpizzas vorhanden sind.
    4. Die Liste wäre noch ewig fortzusetzen mit Dingen wie „microwellenverändertem Lebensmitteln“, Teflonbeschichteten Pfannen, künstlichen und naturidentischen Aromastoffen, zuckerfreien Naschereien (Aspartam = Biologischer Kampfstoff mit ca. 100 nachgewiesenen, teilweise tötlichen Nebenwirkungen) and so on…
    Aber dies würde hier schlicht den Rahmen sprengen.

  2. Danke für die tolle Zusammenstellung von Erkenntnissen über Bisphenol-A.
    Wollen wir hoffen, dass die Giftprodukte aus dem Markt verschwinden, sei es dass dabei Chemieriesen, die von BPA abhängig sind zusammenbrechen. Sie haben es nicht anders verdient.

  3. Ich denke mal in die ach so tolle Tupperware, brauche ich nicht aber eine ganze Nation begehrt sie.Richtig wir sollten schon hinschauen wo ist den was drinnen, aber bei derProduktmenge ein Angebot das niemand in dieser grossen Vielfalt braucht oft nicht nachvollziehbar.Aber das genau ist ja gewollt wir muessen nur noch zugreifen, sollten wir glauben ein Bio Apfel sei besser, ja teurer ist er ansonsten ist er genauso gewachsen wie jeder andere.Alles ist gespritzt, jeder weiss es besser und wir alle stehen vor den Regalen und wissen nicht mehr wie und was.Kann man seine tolle Zeit nicht anderweitig nutzen o,doch ganz gewiss wir sollten es anpacken.Nehmen wir nicht alles hin, nehmen wir ni ht alles stillschweigend an.

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