Die 11-jährige Nada wehrt sich gegen Zwangsehe – Deutsche Übersetzung

Nada-Video»Zwangsheirat ist Vergewaltigung auf Lebensdauer.«

Wehre dich, lehne dich auf und nimm dir dein Recht!

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Mädchen von der Zwangsehe bedroht!

In einem kurzen Handy-Video hat ein Mädchen aus dem Jemen auf die Praxis der Zwangsehen aufmerksam gemacht.

Wir bedanken uns bei Conny Kahle für die deutsche Übersetzung.

Hallo, Allahs Gnade und Segen über euch. Hallo an alle.

Ich muss Mukhtar Al-Sharafi und Amal danken.

Ich danke allen Journalisten und euch allen auch.

Es ist wahr. Ich bin von zu Hause weggelaufen.

Ich kann nicht länger mit ihnen leben. Genug. Ich möchte fort und bei meinem Onkel leben.

Was ist mit der kindlichen Unschuld? Was haben die Kinder falsch gemacht? Warum verheiratet ihr sie einfach so?

Ich habe es geschafft, mein Problem zu lösen, aber einige unschuldige Kinder können das nicht. Sie könnten sterben, Selbstmord begehen oder tun, was immer ihnen in den Sinn kommt.

Es sind nur Kinder! Was wissen sie schon? Sie hatten keine Zeit zu studieren oder sonst etwas.

Es ist nicht unsere Schuld. Ich bin nicht die Einzige. Es kann jedem Kind passieren.

Es gibt viele Fälle wie diesen.

Manche Kinder haben beschlossen, sich ins Meer zu stürzen. Sie sind jetzt tot. Das ist doch nicht normal für unschuldige Kinder.

Es ist wahr, dass ich zu meinem Onkel geflohen bin, aber er war nicht zu Hause.

Also rief ich Abd Al-Jabbar an, herzukommen und mich zu holen.

Abd Al-Jabbar schickte mir eine Frau, mit der ich zurück nach Al-Hudaydah reisen sollte.

Als mein Onkel von alledem erfuhr, kam er sofort zu mir.

Ich habe bei der Polizei Anzeige erstattet. Gegen meine eigene Mutter! Ich sagte ihnen, dass ich 11 Jahre alt bin und dass sie mich verheiraten will.

Ich würde kein Leben haben, keine Ausbildung. Haben sie denn gar kein Erbarmen?

Was für eine Erziehung ist denn das?

Mit dem Tod bin ich besser dran! Ich würde lieber sterben.

Ich lebe lieber mein Leben bei meinem Onkel als mit diesen Leuten.

Sie haben gedroht, mich zu töten, wenn ich zu meinem Onkel gehe.

Was für Leute bedrohen ihr Kind mit so was?

Würde es euch glücklich machen, mich gegen meinen Willen zu verheiraten?

Macht nur und verheiratet mich. Dann bring ich mich selber um.

Ich werde nicht zu ihnen zurückkehren. Sie haben unsere Träume getötet. Sie haben alles in uns getötet. Nichts ist geblieben. Das ist keine Erziehung, das ist kriminell, einfach nur kriminell.

Meine Tante war 14 Jahre alt. Sie hielt es ein Jahr mit ihrem Ehemann aus.

Dann übergoss sie sich mit Benzin und zündete sich an. Sie starb.

Er betrank sich und schlug sie mit Metallketten.

Würde es euch glücklich machen, mich zu verheiraten?

Mutter, Familie, glaubt mir, wenn ich sage: Ich bin fertig mit euch. Ihr habt meine Träume zerstört.

Weltweit sind mehr als 60 Millionen Mädchen von der Zwangsehe bedroht, vor allem in den islamisch geprägten Ländern. Viele werden schon als Baby einem Cousin versprochen.

Mitten unter uns – Zwangsheirat in Deutschland

Der Paragraph 237 StGB beschrieb ursprünglich den Straftatbestand der „Entführung gegen den Willen der Entführten“. Die Begriffe Eltern und Unzucht wurden zum 1. April 1970 aus dem Gesetzestext entfernt, am 5. Juli 1997 wurde der Paragraph ganz gestrichen. Am 1. Juli 2011 wurde der Paragraph mit neuem Inhalt reaktiviert, diesmal unter dem neuen Begriff Zwangsheirat.

Ein kleiner Paragraph, der seit dem 01. Juli 2011 die Zwangsheirat in Deutschland behandelt und unter mehrjährige Haftstrafe stellt. Experten sind sich einig, dass Zwangsehen in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern der EU sehr viel häufiger vorkommen, als bisher angenommen. Allerdings liegen derzeit keine repräsentativen Zahlen zur Häufigkeit von Zwangverheiratungen vor. Zu vermuten ist jedoch, dass die Dunkelziffer hoch ist.

Schweiz: Schärfere Maßnahmen gegen Zwangsheirat

Der Bundesrat hat das Bundesgesetz über Maßnahmen gegen Zwangsheiraten am 1. Juli 2013 in Kraft gesetzt.

Zwangsehen gibt es auch in Österreich

Obwohl Zwangsheirat eine Straftat ist, für die bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft drohen (§ 106/1/3 StGB), schätzen Expert/innen, dass in Österreich jährlich um die 200 Mädchen und junge Frauen von Zwangsheirat betroffen sind. Meist sind es Mädchen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die bereits in zweiter oder dritter Generation hier leben.

Zwangsheirat ist keine private Angelegenheit. Sie geht uns alle an. Sie findet mitten unter uns in Deutschland und in den Herkunftsländern der MigrantInnen statt. 

Sie werden bedroht, unter Druck gesetzt und dann gegen ihren Willen verheiratet – an den Cousin oder an einen wildfremden Mann, den die Eltern ausgesucht haben. Tausende Frauen in Deutschland werden Opfer von Zwangsheirat! Und fast immer sind es junge Musliminnen, wie eine Studie aus 2011 zeigt. 

– Allein im Jahr 2008 wurden in Deutschland 3443 Fälle von Zwangsverheiratungen registriert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich viel höher

– 30 Prozent der Opfer waren minderjährige Mädchen, das jüngste, das sich bei einer Beratungsstelle meldete, war erst 9 Jahre alt

– 83 Prozent der Betroffenen stammten aus muslimischen Familien, 9,5 Prozent waren kurdische Jesiden, 3,4 Prozent Christen, 1,3 Prozent Hindus

– 44 Prozent der zwangsverheirateten Mädchen verließen die Schule ohne Abschluss

– Fast jedes 4. Opfer (23 Prozent) stammte aus der Türkei

– Knapp die Hälfte besaß die deutsche Staatsbürgerschaft, ein Drittel wurde bereits hier geboren

Ganz egal, ob Zwangsverheiratungen letztlich familiär, kulturell, religiös oder sozial begründet sind – keine Begründung ist mit dem Menschenbild unseres Grundgesetzes zu vereinbaren.

© Netzfrau Doro Schreier

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Schuld ist die Beibehaltung der eigenen Kultur der Imigranten. In Deutschland ist eine Zwangsehe seit dem MIttelalter, vielleicht mit Außnahme hoher Adelshäuser, abgeschaft. Ergo: Imigranten die deutsche Kultur näherbringen um die eigene zu vergessen führt zur Vermeidung dieses Problems.

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