Deutschland im Lebensmittel-Preiswahn! Mit weiteren Einsparungen der Industrie könnten zusätzliche Belastungen auf die kleinen Verbraucher zukommen…

Strom

Update vom 07. Januar 2014: In Deutschland stiegen die Lebensmittelpreise im Jahr 2013 durchschnittlich um mehr als 4 %. Vorläufigen Schätzungen zufolge mussten die heimischen Verbraucher für Nahrungsgüter ohne alkoholfreie Getränke im letzten Monat des vergangenen Jahres im Mittel 3,8 % mehr zahlen als im Dezember 2012. Sollte das Statistische Bundesamt (Destatis) den im Vergleich zum November wieder stärkeren Preisauftrieb nächste Woche bestätigen, würde sich für das Gesamtjahr 2013 im Mittel ein Anstieg der Lebensmittelpreise um 4,4 % errechnen.

August 2013: Die Verbraucher in Deutschland müssen nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes derzeit für ihre Nahrungsmittel deutlich mehr bezahlen als vor einem Jahr. Spürbar teurer wurden etwa Butter (plus 30,8 Prozent), Kartoffeln (plus 44,4 Prozent), Äpfel (plus 22,3 Prozent) oder H-Milch (plus 18,2 Prozent).

Schon jetzt arbeitet fast ein Viertel aller Beschäftigten im Niedriglohnbereich, das sind über 8 Millionen. Die Hälfte von ihnen, 4,1 Millionen, verdienen weniger als 7 Euro die Stunde. 4,5 Millionen Menschen leben von Hartz IV – das sind 382 Euro im Monat zuzüglich der Miet- und Heizkosten.

Je größer die Familie und je kleiner die Kinder sind, desto größer ist die Not in vielen Familien.

Strom darf kein Luxusgut werden

Die Energiepreise erhöhten sich binnen Jahresfrist um 2,9 Prozent. Erheblich teurer war dabei – wie schon in den Vormonaten – Strom mit einem Preisplus von 11,9 Prozent.

Noch nie haben so viele Firmen die Befreiung von der Ökostromumlage beantragt wie für das Jahr 2014. Kommen die Unternehmen mit ihren Eingaben durch, könnten die Strompreise für private Haushalte erneut steigen.

Und das werden sie, denn die Öko-Umlage zum Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen steigt auch im kommenden Jahr, und zwar auf 6,24 Cent!!

Ausnahmen von der Zahlung des EEG-Aufschlags: Sie zahlen die derzeit 5,3 Cent je Kilowattstunde nicht oder nur teilweise. Auch im nächsten Jahr werden die befreiten Unternehmen nicht oder nur teilweise die 6,24 Cent zahlen.

Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) könnte die von der Bundesregierung ausgeweitete Befreiung energieintensiver Unternehmen von der EEG-Umlage aus dem Ruder laufen.

Nach 2,7 Milliarden Euro im Jahr 2012 und fast 5 Milliarden im laufenden Jahr können die von der Industrie eingesparten Stromkosten 2014 schon deutlich über die 7 Milliarden Euro Marke steigen.

Das wäre der Fall, wenn die bei der zuständigen Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragten Befreiungen von der Umlage alle genehmigt würden. Die Einsparungen der einen sind die Kosten der anderen: Für die Milliardensummen aufkommen müssen alle nicht-privilegierten Stromverbraucher. Die neuen Zahlen sind Teil einer umfangreichen Analyse der Deutschen Umwelthilfe e. V. zur laufenden Strompreisdiskussion.

Demnach würden 2014 bei einer nationalen Bruttostromerzeugung von insgesamt etwa 600 Terawattstunden (TWh, Milliarden kWh) schon 120 TWh privilegiert. Dabei ist die Befreiung von der Ökostrom-Umlage nur ein Baustein in einem opulenten Privilegierungsgebäude, mit dem die Bundesregierung die energieintensive Industrie angeblich vor Wettbewerbsnachteilen schützen will und das die Stromverbraucher und Steuerzahler weit über 10 Milliarden Euro pro Jahr kostet.

Biogasanlage statt Brot

Ethische Grundsätze besagen, dass Nahrungsmittel in erster Linie als Nahrungsmittel verwendet werden sollten, dann als Tierfutter und erst zum Schluss als Brennstoff z. B. in einer Biogasanlage.

Erst der kalte Winter, dann das Hochwasser, dazu schlechte Ernten in anderen Ländern: Das Wetter lässt die Preise für Nahrungsmittel klettern. Obst, Gemüse oder Fleisch kosten seit Monaten ständig mehr Geld wie oben beschrieben. Auch Brot und Brötchen werden immer teurer, ein Grund vielleicht: Biogasanlage statt Brot.

Die Landwirte haben das gute Wetter der vergangenen Wochen genutzt. Es geht derzeit um Wintergetreide und Raps. Es wird für Ölmühlen, Biogasanlagen und zu guter Letzt für die  Mehlerzeugung verwendet.

Und was wäre, wenn Getreide dazu verwendet würde, wie es sich gehört, als Nahrungsmittel?

Ein Grund, warum das Getreide für die Biogasanlage verwendet wird:

Für Biogasanlagen muss das geerntete Getreide noch nicht reif sein

Einige Landwirte setzen die Mähdrescher schon rund zwei Wochen früher ein. Sie haben das Getreide geerntet, um es an Biogasanlagen zu liefern. Dieses Getreide muss noch nicht reif sein. Es kann auch im Ganzen verwendet werden, denn die Biogasanlagen brauchen ja viel Masse. Bereits größtenteils abgeschlossen werden konnte die Rapsernte. Aus Raps wird vor allem Öl gemacht. Er wird aber auch zur Produktion von Biodiesel gebraucht, der dem normalen Diesel-Kraftstoff beigemischt wird.

Tank statt Teller – weil die Landwirte das Getreide vor dem Verkauf nicht mehr trocknen müssen. Das kostet nämlich Zeit und Geld.

…und für Deutschland im Lebensmittel-Preiswahn!

©Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn Unternehmen die Befreiung von der Ökostromumlage beantragen können, warum nicht auch Städte und Gemeinden? Wär doch mal eien Versuch wert, oder? Ideen dazu?

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