Equal Pay Day – welch ein Hohn!

GEDSC DIGITAL CAMERAHeute ist der Equal Pay Day in Österreich. Er wird auch Tag der  „roten Handtasche“ genannt.

Sie versorgen den Haushalt, kümmern sich um Kinder, Kranke und Alte und bekommen dafür kein Geld. Sie haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, und wenn sie eine Stelle bekommen, verdienen sie trotz gleicher Qualifikation immer noch weniger als Männer.

In vielen Ländern sind Frauen noch immer vielfach benachteiligt.

Der Aktionstag soll darauf aufmerksam machen und Möglichkeiten aufzeigen, wie dieser Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern angeglichen werden kann.

Zur genaueren Vorstellung: Laut Hans-Böckler-Stiftung verdient eine Elektroingenieurin im Monat 265 € weniger als ihr männlicher Kollege und ein Betriebwirtin wird sogar um 880 € „betrogen“.
Männer haben zwar insgesamt ein etwas höheres Risiko, arbeitslos zu werden, verbleiben allerdings durchschnittlich kürzer als Frauen in der Arbeitslosigkeit. Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen bei den arbeitslosen Frauen ist höher als bei den Männern.
Im Hinblick auf die Armutsbekämpfung ist das Problem, dass Frauen die Beendigung der Arbeitslosigkeit noch deutlich seltener als Männern durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gelingt.

In den letzten Jahrzehnten ist die Erwerbsbeteiligung von Frauen zwar gestiegen, diese Erhöhung ist jedoch in erster Linie auf eine starke Ausweitung von geringfügiger und Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen.

In Deutschland ist der nächste am 21. März 2014.

Der 30. September ist der Tag, ab dem die Salzburgerinnen, statistisch gesehen, gratis arbeiten – Männer verdienen nämlich 34 Prozent mehr als ihre Kolleginnen. Salzburg liegt damit in Österreich an dritter Stelle.

http://www.equalpayday.de/

http://www.equalpayday.de/

Bei Frauen in Salzburg stehen im Durchschnitt 11 250 Euro pro Jahr weniger auf dem Gehaltszettel – das sind umgerechnet 93 Tage unbezahlte Arbeit bis zum Jahresende. Das Bundesland liegt damit an dritter Stelle: Nur in Vorarlberg und Oberösterreich ist die Gehaltsschere noch größer. In Wien ist die Schere im Einkommen am geringsten.

Teilzeitarbeit sei kein Argument, warum Salzburg im Vergleich schlecht abschneide: „Bei der Berechnung werden nur ganzjährig vollbeschäftigte Frauen und Männer verglichen“, sagt die Frauenreferentin der AK Salzburg, Stephanie Posch.

In Oberösterreich war es letztes Jahr der 6. Oktober, ab dem Frauen sozusagen umsonst arbeiteten. Der Unterschied lag bei 23,7 Prozent weniger Gehalt als Männer – rechnet man Teilzeit- und atypisch Beschäftigte hinzu, waren es sogar 40 Prozent. Damit lag Österreich im EU-Vergleich nunmehr an vorletzter Stelle. Weiter klaffte die Schere nur noch in Tschechien auseinander.

2013 gibt Oberösterreich an, bei ganzjähriger Vollbeschäftigung bekommen Frauen durchschnittlich 27,4 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

2011 erreichten Frauen „schon“ 60% des Männer-Gehaltes.

Die „Einkommensschere“ zwischen den Einkommen von Männern und Frauen bleibt weiterhin beträchtlich – daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass sie im Jahr 2010 neuerlich leicht zugegangen ist. Während der durchschnittliche Jahresbruttobezug von Männern 2009 um 31,8 Prozent über dem von Frauen lag, verdienten die Männer 2012 „nur“ mehr 31,1 Prozent mehr. Das geht aus der am Mittwoch veröffentlichen Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria hervor.

Wie groß ist die Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern?
Je nachdem, welche Faktoren berücksichtigt werden, gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Vergleicht man die mittleren Brutto-Jahreseinkommen der unselbstständig Erwerbstätigen (inklusive öffentlicher Dienst, Vollzeit- und Teilzeitkräfte), beträgt die Differenz laut Statistik Austria knapp 40 Prozent. Der Unterschied ist so groß, weil in Österreich 44 Prozent aller Frauen Teilzeit arbeiten.

Wie groß ist der Einkommensunterschied der Vollzeitbeschäftigten?
Hier klafft laut Statistik Austria immer noch eine Lücke von 19,1 Prozent. Im öffentlichen Dienst allein beträgt die Differenz 15,7 Prozent.

Wie groß ist der Einkommensunterschied in der Privatwirtschaft?
Das EU-Statistikamt Eurostat vergleicht beim Gender Pay Gap Brutto-Stundenlöhne von Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft (Betriebe ab zehn Mitarbeitern). Demnach beträgt die Differenz 25,5 Prozent. Im EU-Schnitt liegt sie bei 16,4 Prozent. Guido Strunk, der sich an der Wirtschaftsuni-Wien seit Jahren mit Geschlechter-spezifischen Gehaltsunterschieden befasst, sagt: „Der Gender Pay Gap misst Chancengleichheit. Da ist der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen um 25,5 Prozent geringer. Das ist eine Tatsache.“

Was sind die Gründe für unterschiedliche Bezahlung?
Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Branchen als Männer (z. B. Handel, traditionelle Dienstleistungsberufe wie Frisörin) und sind in Spitzenfunktionen unterrepräsentiert. Nachteile ergeben sich durch Karenzzeiten nach der Geburt eines Kindes. Doch selbst wenn solche Faktoren und etwa noch die Ausbildung berücksichtigt werden, bleibt laut Statistik Austria eine Lücke von 18,1 Prozent, die durch derlei Umstände nicht erklärbar ist. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) sind 13,5 Prozent nicht nachvollziehbar. Das WIFO bereinigt neben der Branche um: Berufserfahrung, Position im Betrieb oder auch Unternehmensgröße. Frauen arbeiten laut WIFO-Expertin Christine Zulehner vor allem in kleineren Betrieben, was sich auf das Gehalt auswirke: „Große Unternehmen zahlen prinzipiell besser.“

2718 Euro brutto im Monat einschließlich Sonderzahlungen: So viel verdient der durchschnittliche männliche Beschäftigte in Österreich. Bei den Frauen sind es nur 1840 Euro. Doch es gibt auch starke Unterschiede abhängig von Bundesland und Alter.

Österreich ist mit der gleichen Bezahlung von Männern und Frauen also immer noch Schlusslicht in Europa. Vielleicht tun Frauen gut daran, am Sonntag daran zu denken, wem sie das verdanken.

Netzfrau Lisa Natterer

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