Keine Nahrung in den Müll! Viel zu viele Nahrungsmittel werden weggeworfen

Möhren In Europa werden jährlich pro Person rund 280 bis 300 Kilogramm Nahrungsmittel weggeworfen oder gehen entlang der Wertschöpfungskette verloren.

Die Hälfte aller Lebensmittel landet auf dem Müll und dies bei 805 Millionen hungernden Menschen. Einer von sieben Menschen weltweit muss jeden Abend hungrig schlafen gehen.

Jährlich werden vier Milliarden Tonnen Lebensmittel produziert. Bis zu 50 Prozent davon landen laut einer Studie auf dem Müll. Während die einen hungern, ist anderen die Nahrung nicht perfekt genug.

Wir haben uns so sehr an die vollen Regale im Supermarkt gewöhnt, dass es uns oftmals nichts ausmacht, einzelne Lebensmittel wegzuwerfen. Vielleicht könnte man sagen, dass wir Lebensmittel nicht mehr richtig wertschätzen.

Falsche landwirtschaftliche Methoden, mangelhafte Lagerungs- und Transportbedingungen sowie übermäßiger Konsum: das sind nach einer britischen Studie die Hauptgründe dafür, dass jedes Jahr weltweit zwischen 30 und 50 % der produzierten vier Milliarden Tonnen Lebensmittel verloren gehen. Der Studie zufolge sei es eine Tragödie, dass für die Produktion von Lebensmitteln, die als Abfall endeten, im großen Umfang Ressourcen wie Land, Energie, Dünger und Wasser genutzt würden.

Beim Verlust von Lebensmitteln spielt die wirtschaftliche Entwicklung eine entscheidende Rolle. So verlagere sich das Problem der Verschwendung und des Verlustes von Lebensmitteln mit zunehmendem Wohlstand einer Gesellschaft weg vom den Primärproduzenten weiter auf die Endverbraucher.

In Entwicklungsländern wie z. B. Afrika entstehen die größten Verluste von Lebensmitteln auf Grund mangelhafter landwirtschaftlicher Produktionsmethoden und Lagermöglichketen. In den Industriestaaten seien hingegen falsche Konsumgewohnheiten sowie zu hohe Produktanforderungen hauptverantwortlich für die Verschwendung. So würden Supermärkte die Konsumenten vielfach zu übermäßigem Einkauf veranlassen. Zudem halten vor allem Obst- und Gemüse mit optischen Mängeln vielfach nicht die geforderten Produktstandards ein und würden daher erst gar nicht in die Supermärkte gelangen.

Mit Verweis auf eine Bevölkerungszunahme auf rund 9,5 Mrd. Menschen bis zum Jahr 2075 empfehlen die britischen Wissenschaftler dringend, Initiativen zu ergreifen, die dabei helfen, eine übermäßige Verschwendung von Lebensmitteln zu verhindern und die Nahrungsmittelproduktion anzukurbeln.

Vom achtsamen Umgang mit Lebensmitteln.
„Taste the Waste“ enthüllt eine Realität mit Lebensmitteln, die angesichts knapp 1 Milliarde Hungernder weltweit betroffen macht. In der Schweiz landen gemäß Schätzungen der UNO über die gesamte Produktions- und Verbrauchskette jährlich 250 000 Tonnen Lebensmittel im Abfall. In Deutschland bis zu 20 Millionen Tonnen, eine Verschwendung unvorstellbarer Größenordnung.

Biogasanlage statt Brot

Ethische Grundsätze besagen, dass Nahrungsmittel in erster Linie als Nahrungsmittel verwendet werden sollten, dann als Tierfutter und erst zum Schluss als Brennstoff, z. B. in einer Biogasanlage.

Die Landwirte haben das gute Wetter der vergangenen Wochen genutzt. Es geht derzeit um Wintergetreide und Raps. Es wird für Ölmühlen, Biogasanlagen und zu guter Letzt für die Mehlerzeugung verwendet.

Tank statt Teller – weil die Landwirte das Getreide vor dem Verkauf nicht mehr trocknen müssen. Das kostet nämlich Zeit und Geld.

Spekulation mit Nahrungsmittel

Nahrungsmittel sind zum Essen da? Von wegen – seit einiger Zeit werden Grundnahrungsmittel wie Weizen, Soja, Mais & Co. innerhalb des Rohstoffsegmentes als eigene Anlageklasse gehandelt.
Getreide wird in hohen Volumina gehandelt, da es einen extrem großen Teil der Rohstoffgruppe der Lebensmittel darstellt. Getreide bezeichnet alle nicht verarbeiteten Lebensmittel wie Weizen, Reis, alle Arten von Bohnen und Hirse.
Die signifikanten Einflussfaktoren auf Getreidepreisbewegungen sind das Klima, die Menge des produzierten Getreides und das Bevölkerungswachstum. Der Getreidekonsum in wachsenden Wirtschaften wie China und, etwas geringer, Indien hat zu einer riesigen Nachfrage nach Lebensmitteln, besonders Getreide, geführt. Wenn die Wirtschaften dieser beiden Länder wachsen, wird auch der Getreidekonsum steigen. Mit dem Anstieg der Weltbevölkerung müssen sich Regierungen und Nationen mit dem Problem der adäquaten Lebensmittelproduktion beschäftigen.
Wird die Nachfrage nach Getreide jedes Jahr ansteigen und es immer schwieriger machen, das Angebot zu erweitern. Getreidebauern konkurrieren nun mit Industrien um Ressourcen wie Wasser, Strom und sogar Land. Dieser Druck auf die Getreideproduktionsmöglichkeiten der Bauern lässt den Preis nicht nur ansteigen, nein, sie führen unweigerlich zu HUNGER in der Welt.

Jedes Jahr landen weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Und nach einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen richtet diese massive Verschwendung auch riesige Umweltschäden an.

Der Report „Food Wastage Footprint: Impacts on Natural Resources“ trägt zusammen, welche Konsequenzen die Überproduktion für das Klima, die Bodennutzung, das Wasser und die Artenvielfalt hat. Die Produktion von Lebensmitteln, die später nicht verzehrt werden, verbraucht jährlich etwa 250 Kubikkilometer Wasser. Es ist ein Kreislauf, den niemanden zu stoppen scheint.

Die Lebensmittelverschwendung, die Spekulationen mit Nahrungsmittel und der “ Tank statt Teller“ ist moralisch nicht vertretbar, wenn      70 Millionen Menschen gleichzeitig Hunger leiden.

Netzfrau Doro Schreier

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