Procter & Gamble – Pampers, Lenor, Febreze, Braun, Dash u.v.m. – die Konsumenten und Tierversuche

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Procter & Gamble, kurz P&G, ist einer der größten Markenhersteller weltweit.

Immer noch sterben (u. a. hinter den Mauern von P&G) jährlich Millionen Mäuse und Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Nagetiere, ebenso Katzen, Hunde, Pferde oder Affen in grausamen Tierversuchen.

Mit vielen Marken ist P&G Marktführer. Das Unternehmen bietet Produkte aus den Bereichen: Schönheit, Hygiene und Babypflege, Gesundheit, Tiernahrung, Haushalt und Snacks.

Wussten Sie, dass für viele der Produkte von P&G immer noch grausame Tierversuche gemacht werden?

Nach Adidas, Red Bull, Ikea und Nespresso reiht sich Procter & Gamble in die Liste derer, denen seit 2006 anlässlich der Marken Gala das Goldene Brandeisen vergeben wird.

Auch hier: Man kennt sich! 

Das Goldene Brandeisen für außergewöhnliche Markenführung geht in diesem Jahr an Procter & Gamble. Die Jury zeichnet den Konsumgüterkonzern für die Marke Pampers aus. 

Vorjahressieger Adidas präsentierte die Laudatio. Pampers-Brand-Manager Jean-Gabriel Duveau dankte ihm mit den Einstiegsworten: „Herr Schindler, wissen Sie, was Adidas und Pampers unterscheidet? Adidas ist das erste Kleidungsstück aller deutschen Fußball-Nationalspieler. Pampers ist das erste Kleidungsstück aller Deutschen.“

Die Jury hob die Kampagne „Pampers für Unicef“ hervor, bei der pro verkaufter Windelpackung eine Impfdosis gegen Tetanus gespendet wird. Mit weltweit über 100 Millionen Impfungen konnte Tetanus dank Pampers in zehn Ländern – darunter Ghana, Myanmar und Uganda – besiegt werden, so die Jury.

Erwähnt hat die Jury nicht, dass der Konzern in der Kritik steht, weil die bei Pampers-Windeln seit März 2010 in den USA eingesetzte Dry Max-Technologie für dünnere Windeln bei Babys angeblich Ausschläge und Verätzungen auslöst. Einige Eltern in den USA hatten geklagt. P&G wies die Behauptungen als falsch zurück.

Wegen der Möglichkeit der Verunreinigung der Hundefuttermarke Natura mit Salmonellen hatte P&G im Frühsommer mehrfach Produkte zurückgenommen. Ja, auch Tierfutter verkauft P&G.

Auch Sie haben sicherlich Produkte von Procter & Gamble z. B. im Badezimmer. Doch wer ist P&G?

Procter & Gamble – die 175jährige Firmengeschichte

Kaiserin Sissi erblickt 1837 das Licht der Welt. Queen Victoria wird gekrönt. Und über’m Großen Teich wird eine Firma gegründet: Der Engländer William Procter und der Ire James Gamble schließen sich zur „The Procter & Gamble Company“ zusammen. Ihr erstes Erzeugnis ist die Seife ‚Ivory’.

Doch damit gaben sich die beiden Chefs nicht zufrieden. Sie setzten von Anfang an auf Neuentwicklungen. Mit Erfolg. Viele Produkte erleichtern den Alltag und machen die Firma zur Nummer 1.

Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung unter anderem durch Entwicklungen im Konsumgütermarkt einen Namen gemacht und immer wieder neue Wege im Marketing beschritten. Besonderes Kennzeichen ist das ausschließlich an den einzelnen Marken orientierte Marketing, während das Unternehmen selbst meist völlig im Hintergrund bleibt. Procter & Gamble gilt daher auch als Pionier bzw. Vater des Markenmanagements. Die konsequente Nutzung der Fernsehwerbung sowie besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts der Radiowerbung geht ebenfalls auf P&G zurück. Unter anderem basiert auch der Begriff Seifenoper auf der Kommunikationsstrategie von P&G, ab den 1930er-Jahren Radioshows zu sponsern bzw. selbst zu produzieren. Mit über 15 000 Folgen war die von 1937 bis 2009 laufende Springfield Story die am längsten laufende P&G-Produktion.

Das Unternehmen erwirtschaftete mit etwa 127 000 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2009/2010 einen Nettogewinn von 12,7 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 78,9 Milliarden US-Dollar, die Umsatzrendite betrug 13,9 %.
Die erste Niederlassung von Procter & Gamble im deutschsprachigen Raum wurde 1953 im schweizerischen Luzern gegründet, der Vertrieb erfolgte jedoch vorerst weiterhin durch einen Großhändler. 1956 entstand in Genf die Zentrale für die Regionen Afrika sowie Naher und Ferner Osten, sie wurde 1974 zur Schweizer Firmenzentrale und ist seit der Reorganisation 1999 auch die Europazentrale von Procter & Gamble.
1960 wurde in Frankfurt am Main eine erste deutsche Niederlassung eröffnet. Die schnell wachsende deutsche Hauptverwaltung wurde 1970 nach Schwalbach am Taunus verlegt, sie war von 1985 bis zur Reorganisation 1999 europaweit für die Bereiche Papierhygieneprodukte und Fruchtsaftgetränke zuständig.
In Wien befindet sich seit 1967 die Österreich-Zentrale.
Neben der Vertriebszentrale für den Raum Deutschland, Österreich und Schweiz ist in Schwalbach am Taunus die Forschung & Entwicklung für alle Papierhygieneprodukte angesiedelt. Durch die Akquisitionen von Wella (in Darmstadt) und Gillette (zu der auch Braun gehört mit Sitz in Kronberg im Taunus) kamen in den letzten Jahren weitere Entwicklungszentren im Frankfurter Raum hinzu.
Die erste Produktionsstätte in Deutschland wurde 1963 in Worms eröffnet, produziert wurden Waschmittel und Weichspüler für den eigenen Markt sowie den Export. Nach der Markteinführung von Pampers entstand 1976 in Euskirchen das erste Werk für Papierwindeln. In der Folgezeit entstanden zahlreiche weitere Produktionsstätten in Deutschland.
Heute produziert und vertreibt Procter & Gamble in den Werken Berlin, Crailsheim, Darmstadt, Euskirchen, Groß-Gerau, Hünfeld, Weiterstadt, Köln, Worms, Marktheidenfeld, Kronberg, Altfeld, Leipzig, Rothenkirchen (Steinberg) und Walldürn.
In der 175jährigen Firmengeschichte wurden unzählige Firmen und ihre Marken aufgekauft und wieder abgestoßen, derzeit produziert Procter und Gamble folgende Marken:

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• Always (Damenhygieneprodukte)
• Alldays (Slipeinlage)
• Avril Lavigne (Parfüm)
• Ariel (Waschmittel)
• blend-a-dent (Zahnhygiene)
• blend-a-med (Zahnhygiene)
• Blendax (Zahnhygiene)
• Braun (Elektrogeräte)
• Plenty (Küchenrolle)
• Charmin (Toilettenpapier, in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit Mai 2009 Zewa Soft Samtstark bzw. Zewa Moll Deluxe)
• Crest (Zahnhygiene)
• Dolce & Gabbana (Parfüm & Cosmetics)
• Dash (Waschmittel)
• Fairy (bzw. Dawn) (Spülmittel)
• Febreze (Textilerfrischer)
• Downy (Weichspüler)
• Duracell (Batterien)
• Gain (Waschmittel)
• Gillette (Nassrasierer)
• Gucci (Parfüm & Cosmetics)
• Head & Shoulders (Haarpflege)
• Herbal Essences (Haarpflege)
• Hugo Boss (Parfüm & Cosmetics)
• Iams (Tiernahrung)
• Lacoste (Parfüm & Cosmetics)
• Lenor (Weichspüler)
• Luvs (Windeln)
• MaxFactor (Kosmetik)
• Meister Proper (Waschmittel, Haushaltsreiniger)
• Mexx (Parfüm)
• Oil of Olaz (Kosmetik)
• Oral-B (Zahnhygiene)
• Pampers (Windeln und Feuchttücher)
• Pantene (Haarpflege)
• Puma (Parfüm)
• Rochas (Luxusgüterhersteller)
• Swiffer (Bodenreinigungssystem, Staubwedel)
• Tampax (Tampons)
• Tide (Waschmittel)
• Wella (Haarpflege)
• Wick (Erkältungsprodukte)

Immer wieder gerät Procter & Gamble in die Kritik. Wenn gleich daraufhin manchmal auch eine Kursänderung erfolgt, streitet die Firma z. B. bis heute gesundheitsschädigende Wirkung ihrer Produkte ab, wie das ja auch andere Weltkonzerne (Monsanto, Bayer, etc.) tun.

Tierschützer und Tierrechtler kritisieren das Unternehmen auf Grund von Tierversuchen, die regelmäßig in Auftrag gegeben oder selbst durchgeführt worden sein sollen. Angeprangert werden insbesondere Tierexperimente, die das Unternehmen 2002 für seine Tierfuttersparte habe durchführen lassen. Zur Aktion: http://www.deutschlandtestets.de/
Für die Herstellung der Hygieneartikel wie Tempo-Taschentücher oder Charmin-Toilettenpapier (beides 2007 veräußert an SCA) hatte Procter & Gamble mit dem brasilianischen Hersteller Aracruz zusammengearbeitet, der wegen der gewaltsamen Vertreibung von Indianern sowie der großflächigen Regenwald-Rodung in der Kritik steht. Auf Druck von vor allem Umweltschutzorganisationen wie Robin Wood wurde die Zusammenarbeit mit Aracruz eingestellt.

Im April 2011 wurde Procter & Gamble von der Europäischen Kommission zu einer Geldstrafe von 211,2 Millionen Euro verurteilt. Grund ist die Errichtung eines Kartells zu Preisabsprachen bei Vollwaschmitteln in den Jahren 2002 bis 2005. Mit am Kartell beteiligt waren Unilever und Henkel. Während Unilever 104 Millionen Euro zahlen musste, wurde Henkel als Melder des Kartells von der Strafe befreit.
Die Basis der Unternehmensstruktur von P&G bilden folgende Organisationseinheiten:
GBU (Global Business Unit) – Verantwortlich für die Entwicklung neuer Produkte und langfristige Markenstrategien. Fokussiert auf die Maximierung der Aktienrendite.
MDO (Market Development Organisation) – Umsetzung der GBU-Strategien mittels lokalen Marktverständnisses.
GBS (Global Business Service) – Service-Funktionen, wie Systembetreuung oder Buchhaltung. Zum Teil an Drittfirmen, wie IBM oder HP ausgelagert.
CF (Corporate Function) – Funktionen wie Steuer- oder Rechtsabteilung.

Das Unternehmen besteht aus folgenden Divisionen:
Beauty GBU (Schönheitspflege, Parfümprodukte)
Health and Well-Being GBU (Gesundheitspflege, Hygieneprodukte, Snacks)
Household Care GBU (Textil- und Haushaltspflege, Babypflege)
Global Operations (MDOs, GBS und andere Funktionen)

Im Mai 2013 wurde Direktor Robert „Bob“ McDonald abgelöst, der nun nach insgesamt 33 Jahren das Unternehmen verlässt. Über die Hintergründe des ungewöhnlichen Wechsels schwieg sich Procter & Gamble aus. „Ich wünsche Bob alles Gute“, sagte Lafley, der schon von 2000 bis 2009 an der Spitze des Branchenführers stand und nun in sein altes Unternehmen zurückkehrt.

McDonald hatte in seiner Amtszeit ein Sparprogramm angestoßen, nachdem der Konzern in der Wirtschaftskrise an Schlagkraft verloren hatte. Tausende Jobs fielen dabei weg. Zuletzt profitierte das Unternehmen von den Einsparungen: Der Gewinn stieg. Die Geschäftsprognose hielt der neue alte Chef aufrecht.
Nachhaltigkeits-Überprüfungen ergeben für z. B. Febreze:

Dieses Produkt hat keine nachhaltigen Produktsiegel oder Eigenschaften.

Corporate Critic
Procter & Gamble Company erhält bei Corporate Critic einen Ethicscore von 0,5 aus maximal 15 Punkten und wird damit als sehr schwach bewertet. Der Ethicscore ergibt sich aus einer Bewertung von 15 Kriterien in den Bereichen Umwelt, Personen, Tiere, Politik und Produktnachhaltigkeit.

So kann wohl abschließend gesagt werden, dass aus der ‚Ivory’-Seife ein weltumspannender Konzern wurde, der sich zwar brüstet, das Leben zu erleichtern (Wasch- und Reinigungsmittel) bzw. alles zu liefern, was der Mensch zur Körperhygiene bzw. Schönheitspflege benötigt, die Haustiere der Menschen mit gesunder Nahrung zu versorgen, wer als mündiger und kritischer Konsument allerdings ein wenig an der Oberfläche kratzt, wird vom obersten Glanz des Menschenfreundes schnell auf die echte Oberfläche des Konzerns kommen: Profitmaximierung und Shareholder-Befriedigung.

Wollen wir das unterstützen?
Der Slogan von 1837 sollte uns zum Nachdenken anregen:
You need only one soap.
(Du brauchst nur eine Seife)

© Copyright 2013 Netzfrau Lisa Natterer

Kampf der Giganten – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion

W e r b u n g? Nein, die beeinflusst mich nicht. Wetten, dass doch?

 

 

 

 




 

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