UNWETTERWARNUNG : Nach Orkantief „Christian“ folgt nun „Xaver“ mit schweren Sturmfluten

Der Verlauf von „Xaver“ ist der riesigen Hamburger Sturmflut von 1962 sehr ähnlich. Das Tiefdruckgebiet nimmt dieselbe Bahn wie 1962. Die Windstärke ist auch gleich. 

WetterOrkanböen von bis zu 150 Kilometern pro Stunde, Schnee, Eis und eine gewaltige Sturmflut: Am Donnerstag zieht über Norddeutschland der Orkan „Xaver“ auf. Laut dem Institut für Wetter- und Klimakommunikation soll der Sturm von Donnerstag Mittag bis Freitag Abend wüten. In seiner gesamten Dauer wird der jetzige Sturm also noch größere Wirkung haben, als das Orkantief „Christian“ Ende Oktober.

Mit extremen Orkanböen, gleich mehreren schweren Sturmfluten und wohl auch noch Schnee wird das Tief ab Donnerstag Norddeutschland heimsuchen – wenn die Prognosen stimmen. Schleswig-Holstein soll es demnach am stärksten treffen, aber auch Niedersachsen und Hamburg müssen mit ungewöhnlich heftigem Unwetter rechnen. An der Nordseeküste stellen wir Bewohner uns auf Windgeschwindigkeiten von 160 Kilometern je Stunde und vielleicht noch deutlich mehr ein. Das wäre die Dimension von Vorgänger-Tief „Christian“, das vor gut fünf Wochen über das Land fegte und erhebliche Schäden verursachte. Noch immer sind die Schäden nicht behoben.

Wasserstände von zwei bis zweieinhalb Metern über dem normalen Hochwasser werden für den frühen Nachmittag erwartet, noch einige Dezimeter mehr in der Nacht darauf.

An den sandigen Küsten von Sylt, Amrum und Föhr erwarten Experten stärkere Sandverluste.

Der Mensch und das Klima – Klimawandel: Das ignorierte Problem

Ausnahmezustand in Hamburg  und Schleswig-Holstein. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 162 Kilometern pro Stunde fegte Orkantief „Christian“ vor fünf Wochen über Deutschland und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Der komplette Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Schleswig-Holstein musste eingestellt werden.

Stärkster Nordseeorkan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Der stärkste Orkan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wird hier im Norden gemeldet.  Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnte vor einer Sturmflut für das Elbegebiet und die nordfriesische Küste. In Deutschland, Holland und England starben mindestens sieben Menschen:

Das Tief Christian hatte auf Sylt mit Böen bis 183 km/h den bisher stärksten Nordseeorkan Anatol aus dem Dezember 1999 erreicht. An anderen Stationen der Nordsee wurden sogar stärkere Böen als damals gemessen.

EXIF_IMGDie Bäume kippten damals wie Streichhölzer um. Was erwartet uns bei „Xaver“?

Steht das Wetter nun vollends Kopf oder ist alles halb so wild? Klimaexperten warnen: Der Klimawandel hat längst begonnen, unser Land zu verändern. Konkret bedeutet das: mehr Regen und weniger Schnee im Winter, mehr Hochwasser, mehr Stürme. Und mehr Sommertage über 25 Grad.

Im vergangenen Jahr fiel jedes zweite Extremwetter-Phänomen heftiger aus als in den Jahren zuvor.

Rund die Hälfte der Extremwetter-Phänomene im vergangenen Jahr sind einer Studie zufolge durch den Klimawandel verstärkt worden. In einer im September im Fachmagazin „Bulletin of the American Meteorological Society“ veröffentlichten Studie heißt es, unter anderem eine extreme Dürrephase im Osten der USA und in Ostafrika, die Trockenheit im südeuropäischen Winter sowie heftige Regenfälle in Australien seien wegen des Klimawandels noch extremer ausgefallen.

Der Klimawandel – und um nichts anderes handelt es sich – kommt nun auch bei uns an.

Merken werden wir das über kurz oder lang alle im eigenen Portemonnaie, weil Versicherungen die Prämien erhöhen, Lebensmittel teurer werden und der Staat Geld für kaputtgefrorene Straßen, abgesoffene Gleisbetten und höhere Deiche benötigt.

Noch spielen sich die Klimakatastrophen in fernen – meist bitterarmen Ländern ab. Doch die Einschläge kommen näher und häufen sich. Das lässt sich statistisch auf Dauer nicht wegmitteln.

Ein Team aus drei Wissenschaftlern hat jetzt die Folgen des Klimawandels „errechnet“. Dabei gingen sie davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren rund 50 Milliarden Tonnen Methangas aus dem schmelzenden Packeis entweichen werden.

Die Folgekosten daraus beziffern die Forscher mit rund 60 000 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Die globale Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr betrug 70 000 Milliarden Dollar.

Weiter gehen die Forscher davon aus, dass rund 80 Prozent der Folgen wie Dürre oder Überschwemmungen wirtschaftlich schwache Länder in Südamerika, Asien und Afrika treffen werden.

Der Mensch und Klimawandel

Der Mensch war über viele Jahrtausende nicht Mitgestalter des Klimas, sondern von ihm abhängig. Die Ausbreitung von menschlichen Siedlungen war von Anbeginn an Temperatur- und Niederschlagsbedingungen geknüpft, die es erlauben, Landwirtschaft zu betreiben. Der zentrale Alpenraum war etwa seit der frühen Jungsteinzeit (4500 v. Chr.) für den Menschen als Dauersiedlungsgebiet interessant. Doch die Besiedlung war stark an Wärmeperioden geknüpft, unterbrochen von kälteren Zeiten. In der Warmzeit bis 3500 v. Chr. stieg die Waldgrenze in den Alpen sogar so hoch, wie es bis heute nie mehr erreicht wurde.

Ob Eingriffe des Menschen schon damals die Baumgrenze verschoben haben, ist noch Gegenstand der Diskussion: In der Bronzezeit (1700 v. Chr.) deutet verstärkte Siedlungstätigkeit jedenfalls darauf hin.

Heutzutage ist das Verhältnis zwischen Mensch und Klima anders: Die Menschheit lebt nicht nur mit den Klimaveränderungen, sondern ist gleichzeitig eine Ursache für diese. Rund zwei Drittel der Erwärmung der bodennahen Luft im 20. Jahrhundert sind auf menschliches Tun zurückzuführen.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ist der Faktor Mensch in den Beobachtungen nicht eindeutig nachweisbar. In die aktuellen Klimamodelle fließen Messungen von Temperatur und Niederschlag seit fast 260 Jahren ein. Das Klima der Zeit davor lässt sich aus Indikatoren wie fossilen Pollen und Organismen, Baumringen oder Gletscherständen ableiten. Erst ab 1950 muss man die Auswirkungen des menschlichen Tuns in Klimamodelle einbeziehen, um zu erklären, warum das Klima heute so ist, wie es eben ist.

Klimakatastrophe?

Anfangs führten Rußpartikel der Industrialisierung zu einer Abkühlung, da weniger wärmende Sonnenstrahlen bis zur Erde durchkamen. Mit den Luftreinhaltungsgesetzen änderte sich das: Vom Menschen verursachte Treibhausgase verhindern nun, dass die Erde durch Abstrahlung abkühlt. Egal mit welchen Daten man den Computer speist, simulieren die Modelle bis 2050 ähnliche Entwicklungen. Es wird mehr heiße Tage und weniger kalte Nächte geben. Was auch medizinische Konsequenzen hat, denn unser Körper braucht kühle Nächte zur Regeneration.

Gletscher

Gletscher kommen und gehen. Je nach der herrschenden Temperatur sind mehr oder weniger große Teile der Welt mit Eis bedeckt. So war es z. B. im Hochmittelalter um einiges wärmer als in der Gegenwart, die Gletscher waren kleiner. Heute schrumpft die Eisfläche erneut, was viele Konsequenzen hat: Im Sommer fließt viel mehr Wasser in Gletscherbächen ab; das Abschmelzen von alpinem Eis destabilisiert ganze Hänge; und das Wasser trägt zur Erhöhung des Meeresspiegels bei.

Das Volumen der Gletscher (abseits der grönländischen und antarktischen Eisschilde) scheint im Vergleich zum Volumen der Meere winzig klein zu sein zu. Dennoch ist ihr Einfluss auf den Meeresspiegel nicht vernachlässigbar. Im Gegenteil: Eine Gruppe um den Innsbrucker Gletscherforscher Ben Marzeion hat nun herausgefunden, dass das Abschmelzen der Gletscher wahrscheinlich der wichtigste Faktor dabei war, dass der Meeresspiegel im 20. Jahrhundert um 20 Zentimeter gestiegen ist – wichtiger sogar als die thermische Ausdehnung des wärmeren Wassers.

Die Hälfte des alpinen Eises verschwindet. Die Forscher haben das mithilfe eines Modells herausgefunden, in dem sie alle rund 200 000 Gletscher dieser Erde berücksichtigten. Freilich gibt es nur von einem Bruchteil davon – nämlich von rund 500 – exakte Werte für die Massenbilanzen in der Vergangenheit. Diese reichten aber aus, um das Rechenmodell so genau zu kalibrieren, damit es die Entwicklung im 20. Jahrhundert nachzeichnete.

Das Ergebnis:

Die abgeschmolzene Wassermenge hat den durchschnittlichen Meeresspiegel im vergangenen Jahrhundert um rund elf Zentimeter steigen lassen. Für das Jahr 2100 ergeben die Simulationsrechnungen (mit unterschiedlichen Annahmen über die künftigen Temperaturen) eine abschmelzende Wassermenge, die den Meeresspiegel um weitere 15 bis 22 Zentimeter anheben könnte. Im Vergleich zu den möglichen Meeresspiegeländerungen durch grönländische und antarktische Eismassen ist das zwar wenig – von dort her droht langfristig ein Anstieg um mehrere Meter) – doch für viele Megacitys dieser Welt in Küstenregionen, für Holland oder für Venedig machen auch 20 Zentimeter schon sehr viel aus.

Ein erschreckendes Teilergebnis: Im Jahr 2040 könnte in den Alpen rund die Hälfte des derzeitigen Eisvolumens verloren gegangen sein.

In Grönland schmilzt jährlich etwa fünfmal so viel Eis ab wie noch in den 1990er-Jahren, ein „Alarmsignal“

Im Inlandeis Grönlands und der Antarktis sind enorme Mengen an Wasser gebunden, doch im Zuge der fortschreitenden globalen Erwärmung nehmen diese Eisschilde immer mehr ab. Das tatsächliche Ausmaß des Abschmelzens wurde nun im Zuge einer groß angelegten, in der neuen Ausgabe der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichten Studie mit der bisher höchsten Genauigkeit analysiert.

Seit 1992 gingen demnach 4000 Milliarden Tonnen an Eis verloren, was den Meeresspiegel um 1,1 Zentimeter steigen ließ. Vor allem die Beschleunigung des Prozesses macht den Wissenschaftlern Sorgen.

Klimawandel: Das ignorierte Problem

Während der UN-Klimakonferenz in Doha 2012 standen die Verhandlungen dort, wo sie sich seit Jahren befinden: Es herrschte absoluter Stillstand. Die Interessen der Staaten liegen unverändert weit auseinander: Schwellenländer wie Indien oder Brasilien beschuldigen die Industriestaaten, ihre Anstrengungen nicht zu verstärken. Diese wehren sich und rufen die anderen Länder auf mitzuziehen. Außer der EU will sich niemand auf verpflichtende CO2-Reduktionsziele einlassen – aus Angst, das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Dazu kommt, dass die boomende Erschließung von Schiefergas und -öl den Zeitdruck bei der Suche nach alternativen Energieträgern nimmt.

Dieser Stillstand der globalen Klimapolitik stand in krassem Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die rund um die Konferenz veröffentlicht wurden. Diese sprechen eine klare Sprache: Die Folgen des Klimawandels sind beobachtbar und sie sind stärker als bisher erwartet.

Der Ausstoß von Treibhausgasen steigt weiter – im Vorjahr um drei Prozent. Die CO2-Konzentration liegt aktuell bei 390,9ppm (Milligramm pro Kilogramm Luft) – vor Beginn der industriellen Revolution waren es 280ppm. Gestiegen sind auch die Mengen anderer Klimagase: Die Lachgaskonzentration ist um ein Fünftel höher, die von Methan hat sich sogar mehr als verdoppelt.

Seit dem letzten Bericht des UN-Weltklimarates IPCC sind nun schon sechs Jahre vergangen – die nächste Ausgabe ist für die Jahre 2013 und 2014 angekündigt. Seither hat sich das Wissen in vielen Bereichen stark erweitert. So weiß man heute, dass der Meeresspiegel nicht gleichmäßig steigt, sondern dass die Steigerung in den Tropen stärker ausfällt als in höheren Breitengraden.

Auch die Prognosemodelle haben Fortschritte gemacht, sie ermöglichen genauere Aussagen, auch über regionale Veränderungen. Die Erwärmung wird demnach in allen Teilen der Erde weitergehen – ohne zusätzliche CO2-senkende Maßnahmen kann in den Augen der meisten Klimaforscher die Erwärmung nicht bei zwei Grad begrenzt werden. Die Zahl der Hitzetage wird steigen, jene von Frosttagen sinken.

Trockener wird es laut den Modellen in Südeuropa, Afrika und großen Teilen Nordamerikas, feuchter wird die Witterung hingegen in Nordeuropa, Sibirien und in Monsungebieten. Das hat Auswirkungen auf die Wasserführung von Flüssen und auf die landwirtschaftlichen Erträge.

Auf dem Klimagipfel in Doha verhandelten 194 Nationen über Maßnahmen gegen den Klimawandel. Wenn weiter CO2 produziert wird wie bisher, werden sich die Lebensbedingungen auf der Erde radikal ändern. UN-Klimagipfel in Doha – Klimaschutz? Nicht bei mir!

Aber auch in diesem Jahr ist der Warschauer Klimagipfel knapp dem Scheitern entgangen. Am Ende einigten sich die Staaten auf ein mäßiges Ergebnis. Damit sind immerhin die Weichen für ein globales Abkommen mit allen Staaten im Jahr 2015 gestellt.  Es ist gelungen, einen Mechanismus für besonders massiv unter dem Klimawandel leidende Staaten zu initiieren, der in den nächsten drei Jahren im Detail ausgestaltet werden soll. Die Zivilgesellschaft machte teilweise von außen, teilweise von innen Druck.

Verantwortlich für das schwache Ergebnis von Warschau sind im Wesentlichen fünf Länder: Australien, Japan, China, Indien und Gastgeber Polen. Es rächt sich jetzt auch, dass die alte Bundesregierung eine mutige EU-Klimapolitik in den vergangenen beiden Jahren ausgebremst hat.

Klimawandel betrifft uns alle!

Überflutungen, Starkstürme, Hitzewellen und Dürren bedrohen die Gesundheit von Menschen in Entwicklungsländern und hier in Deutschland.

Der Klimawandel betrifft uns in einer sehr realen Weise. Erhöhte Häufigkeit von Dürren, Überschwemmungen und Waldbrände sind nur einige der Auswirkungen. Maßnahmen müssen ergriffen werden, bevor es zu spät ist.

Die Arche Noah musste gebaut werden, bevor es zu regnen begann. Von den fossilen Energien müssen wir uns entwöhnen, bevor sie zu Ende gehen.

Maßnahmen:

  • Ausbau einer nachhaltigen und dezentralen Energieversorgung. Keine neuen Kohlekraftwerke!
  • Einsatz der Bundesregierung für ein CO2-Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2020 auf EU-Ebene.
  • Investitionskosten gerecht verteilen. Klimaschädliche Subventionen für die Industrie abbauen.
  • Sicherheit, Verbindlichkeit und Langfristigkeit der weiteren Planungen in einem deutschen Klimaschutzgesetz festhalten.

Eine konsequente Antwort auf den Klimawandel ist gesellschaftspolitisch notwendig und wird sich wirtschaftlich auszahlen, wenn klare, langfristige und verbindliche politische Rahmenbedingungen gesetzt werden.

Was passiert, ist schnell erklärt.

Die Lufthülle unseres Planeten lässt das einfallende Sonnenlicht hinein und sorgt gleichzeitig dafür, dass ein Großteil der vom Erdboden abgestrahlten Wärme drin bleibt. Das ist der Treibhauseffekt.

Seit den 1970er-Jahren nimmt der Treibhauseffekt zu. Immer mehr Treibhausgase in der Atmosphäre sorgen für eine immer stärkere atmosphärische Gegenstrahlung: Immer mehr Wärme wird von der Atmosphäre auf die Erde zurückgeworfen.

Die Folge: Die globale Durchschnittstemperatur steigt

Seit den 1990er-Jahren spricht auch die Politik über den Klimaschutz. Ein erster Höhepunkt war das Abkommen von Kyoto, das 1997 beschlossen wurde und 2005 in Kraft trat. Es sollte den Ausstoß von Treibhausgasen begrenzen, wurde aber vom stärksten CO2-Produzenten, den USA, nie ratifiziert. Doch auch der Rest der Welt versagte: Dem Kyoto-Protokoll zum Trotz ist der globale Ausstoß von CO2 nicht gesunken, sondern gestiegen. Und er steigt weiter.

Was wir bisher an Folgen des Klimawandels erlebt haben – Überschwemmungen, Waldbrände, Trockenheit – ist wenig im Vergleich zu dem, was die Welt noch erwarten dürfte.

Die meisten Staaten der Welt haben sich das „2-Grad-Ziel“ auf die Fahnen geschrieben. Denn wenn der Klimawandel beherrschbar bleiben soll, muss die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 2 Grad begrenzt werden.

2 Grad sind viel. Etwa 0,7 Grad haben wir schon geschafft, den größten Teil davon allein seit den 1970er-Jahren; In dieser Zeit hat sich die von starker Trockenheit betroffene Landfläche verdoppelt.

Bereits heute sind nach UN-Angaben etwa 90 Prozent der Naturkatastrophen wie Stürme, Überschwemmungen oder Dürre klimabedingt.

Die, die es als erstes und am schlimmsten trifft und die die wenigste Schuld am Klimawandel tragen, sind die Ärmsten der Welt.

In den letzten 15 Jahren stieg der Meeresspiegel um 3,4 Millimeter pro Jahr. Klingt nicht viel? Bis zum Jahr 2100 erwarten Klimaforscher einen Anstieg um mehr als einen Meter.

Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter bedroht zahlreiche Inseln und Küstenregionen. Bereits jetzt sind im Gangesdelta von Bangladesch viele Millionen Menschen ständig von Hochwasser bedroht.

Ein Anstieg des Meeresspiegels um einen Meter würde voraussichtlich ein Fünftel der Fläche von Bangladesch verschlucken.

Für New York wurde berechnet, dass bei einem ein Meter höheren Meeresspiegel statistisch gesehen alle drei Jahre eine „Jahrhundertflut“ auftreten würde.

Aber auch der grönländische Eisschild. „Man weiß, dass die Luft pro Kilometer weiter nach unten im Schnitt 6,5 Grad wärmer wird. Wenn diese Eismasse zu stark schrumpft, wird sie komplett abschmelzen.

Die Zeit wird langsam knapp. Auch die UN-Klimakonferenzen Ende 2010 in Mexiko, 2011 in Südafrika, 2012 in Doha, 2013 in Warschau und Rio+20 brachten keine relevanten Ergebnisse.

Dabei ist klar, was getan werden muss: Der CO2-Ausstoß muss drastisch heruntergefahren werden. Es kann und darf nicht weitergehen wie bisher.

Weltbank warnt vor Vier-Grad-Katastrophe und Ernährungskatastrophen

Die Weltbank hat sogar vor dramatischen Folgen einer weiteren Erderwärmung gewarnt. Im Moment steuere die Welt auf eine Situation zu, in der die globale Durchschnittstemperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um vier Grad steigen wird.

Arme Länder werden schon heute regelmäßig von Hungersnöten heimgesucht. Jetzt warnt die Weltbank davor, dass der Klimawandel die Lage dramatisch verschärfen wird – und ruft zur Vorbereitung auf Notlagen auf.

Wir wissen, was wir tun müssten, um den Klimawandel zu begrenzen – doch wir tun es nicht

Beim Wetter überschlagen sich die Superlative: Hitzewellen, Trockenheit, Überschwemmungen und Hurrikans wüten auf der Erde. Die WMO: World Meteorological Organization Homepage bestätigt: Der Klimawandel ist längst Realität und die Wetterextreme nehmen zu!

Das Jahr 2012 war von überdurchschnittlich hohen Temperaturen und extremen Wetterereignissen geprägt. Der Mix aus Hitzewellen und Trockenheit hat zahlreiche Waldbrände auf der Nordhalbkugel ausgelöst.

Hitze und Trockenheit kommen vor allem über die Nordhalbkugel herein. Der Frühling bescherte Teilen Europas und der USA Rekordtemperaturen: Für die Deutschen war es 2012 zum Beispiel der drittheißeste und dritttrockenste März seit Messbeginn.

Die USA litten besonders unter Trockenheit. Höhepunkt war der September, als eine mittlere bis außergewöhnliche Trockenheit knapp zwei Drittel des Landes überzog. Rund 164 Millionen Amerikaner waren über das Jahr hinweg betroffen.

In der Landwirtschaft entstand ein Schaden in Milliardenhöhe. Unter starker Trockenheit litten auch Teile Chinas und Brasiliens.

Westafrika und die Sahelzone sowie Pakistan, Argentinien und Südchina waren dagegen von Überschwemmungen betroffen. Besonders kalt wurde es im Winter mit bis zu Minus 50 Grad Celsius im Osten Russlands. Mit 19 Stürmen war die Hurrikan-Saison im Atlantik zum dritten Mal in Folge überdurchschnittlich intensiv. Besonders heftig war Hurrikan Sandy, der über der Karibik und dem Osten der USA wütete.

Die WMO warnt, die Ausdehnung des arktischen Eises habe 2012 einen neuen Minusrekord erreicht. Bereits Mitte September hatte die Eisdecke der Arktis ihr kleinstes Ausmaß seit Beginn der Satellitenaufzeichnung.

Mit 3,41 Millionen Quadratkilometern seien das 18 Prozent weniger gewesen als beim vergangenen Negativrekord im Jahr 2007.

Klimawandel nur ein Modewort?

Immer weitere Studien warnen vor dem Klimawandel.

So sorgte auch ein neuer Klimareport aus den Vereinigten Staaten für neuen Diskussionsstoff: Ein vom US-Handelsministerium beauftragtes 60-köpfiges Expertengremium hat ein Gutachten vorgelegt, sie warnen vor drastischer Erderwärmung

Hitzewellen, Wirbelstürme, Hochwasser.

Der US-Klimareport prophezeit der Welt mehr extremes Wetter und steigende Temperaturen. Obama fordert nun strengere Kohlendioxid-Grenzen, doch einige Forscher meinen: Beim Klimawandel bleibt nur noch eines – Schadensbegrenzung.

Doch die Welt pustet munter weiter CO2 in die Atmosphäre

Besonders China, Indien und die USA heizen dem Klima weiter kräftig ein.

Präsident Barack Obama will den Ausstoß von Treibhausgasen in den USA deutlich reduzieren. Er legte einen umfassenden Plan zur Bekämpfung des Klimawandels vor. Ein zentraler Punkt soll dabei die Reduzierung der Luftverpestung durch bestehende und künftige Kohlekraftwerke sein, die den Klimakiller Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Als größte Volkswirtschaft der Welt und zweitgrößter Luftverschmutzer hätten die USA auch international eine Pflicht, die Führerschaft beim Klimaschutz zu übernehmen, so Obama.

Schon in seiner Wahlkampagne 2008 versprach er die grüne Wende. Zu Beginn seiner Amtszeit 2009, als die amerikanische Wirtschaft in die große Rezession tauchte, erklärte er, er wolle die USA nicht nur wieder zur führenden ökonomischen, sondern gleichzeitig zur ökologischen Supermacht machen. Es sollten nicht nur neue Jobs entstehen, sondern grüne Jobs sollten es werden. Angekündigt hat US-Präsident Obama schon oft eine neue Initiative zum Klimawandel. Geblieben sind hohle Worte. Doch die Bilanz ist bisher mager. Der Plan für den nationalen Emissionshandel Cap and Trade – zugegebenermaßen ein Projekt einiger einsamer Kongressmitglieder und Senatoren, für das sich der Präsident nie wirklich mit seinem ganzen politischen Gewicht eingesetzt hat – landete in der Schublade und wird dort wohl bleiben. Auch nach der jüngsten Rede.

2012 war das Jahr der Wetterextreme –  und 2013?

Erst war es viel zu lange viel zu kalt, dann zu nass. Dann kam das Hochwasser, unter dem die Regionen Elbe und Donau noch aktuell schwer leiden. Und jetzt die Hitze und Trockenheit! Von allem etwas könnte man meinen und zur Tagesordnung übergehen, obwohl die Regionen Elbe und Donau noch aktuell schwer unter dem Hochwasser leiden.

Zumal sich Extreme statistisch ausgleichen und 2013 womöglich als ganz normales Klimajahr in die Geschichte eingeht. Wenn da nicht die hohen Kosten wären, die allen auf Dauer schmerzen werden.

Es lohnt sich daher, um jedes Grad, ja, jedes Zehntel Grad vermiedene Temperaturerhöhung zu kämpfen.

„Jeder Regierungschef, der in seinem Amtseid geschworen hat, Schaden von seinem Volk abzuwenden, ist jetzt zu einer ernsthaften Klimapolitik verpflichtet. Es geht nicht zuletzt um unzählige Menschenleben. “ Christoph Bals

Hoffen wir, dass „Xaver“ keine Spur der Verwüstung hinterlässt.

© Netzfrau Doro Schreier

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