Auf eine Tasse Tee

Tee1Tee ist nach Wasser das am meisten konsumierte Getränk. Die größte Teeanbaufläche der Erde befindet sich auf chinesischem Gebiet im Süden und Süd-Westen des Landes. Trotz Fukushima setzt Japans Teeindustrie setzt rund 1,3 Milliarden Dollar um. Nur Nuclear-Free-Bio-Tee ist gesund!

Das Teegeschäft boomt – doch die Gewinne haben einen bitteren Beigeschmack: Monokulturen und Chemikalien schädigen das Land und die Leute.

Tee ist beliebt. In Deutschland konsumierten die Verbraucher 2012 pro Kopf ca. 27 Liter pro Jahr. 18 960 t Tee wurden verarbeitet, davon 76,5 % Schwarzer Tee und 23,5 % Grüner Tee. Die Teegießer verwendeten 60 % losen Tee und 40 % in Teebeuteln. Weltweit wurden 2012  insgesamt 4 681 979 t Tee produziert – gut 460 000 t mehr als 2011. Seit 2006 befindet sich der Tee-Konsum in Deutschland auf stetigem Wachstumskurs. Kein Wunder, dass große Konzerne wie Nestlé oder auch Starbucks hier das große Geschäft wittern und nach Kaffee auch den Tee für sich entdecken.

Schwarztee ist und bleibt der „Lieblingstee“ der deutschen Teegenießer und das nicht nur in der Schwarztee-Hochburg Ostfriesland. Drei Tassen Minimum bei jeder gemütlichen Zusammenkunft führen zu einem Konsum von 300 Litern pro Jahr und Kopf. Damit ist Ostfriesland weltweit die „Teetrinkernation“ Nummer eins noch vor Kuwait und Irland. Nu is Teetiet – nicht umsonst nennt man Tee das ostfriesische Nationalgetränk. 

„Das Teegeschäft steht vor einem rasanten Wachstum“, prophezeite Starbucks-Chef Howard Schultz, als er im November 2012 den Zukauf des Teehändlers Teavana für 620 Millionen US-Dollar verkündete. Weltweit habe der Markt ein Volumen von 40 Milliarden Dollar (30,8 Mrd Euro). Die Übernahme ist für das Unternehmen aus Seattle die größte in ihrer Firmengeschichte. Demnach gibt es demnächst nicht nur „Kaffee to go“, sondern auch „Tee to go“.

Nach Wasser, Kakao und Kaffee möchte auch Nestlé mit Tee Gewinne erzielen. Die anvisierte Zielgruppe ist vorwiegend die weibliche Kundschaft. Es gibt auch dazu schon einen Teeautomaten von Nestlé. Es handelt sich um das gleiche Modell wie bei Nespresso: Kapsel rein, fertig zubereiteter Tee raus. Das Gerät gibt es ab 119 Euro zu kaufen. Je Kapsel kommen 0,37 Euro hinzu. (S. Kaffeepads und –kapseln „Kaffeegenuss mit Reue“ – Die Müllmacher!). Die güns­tigere und umwelt­freundlichere Alternative bleibt der Teebeutel. Hoch­wertiger Darjee­ling im Beutel kostet beim Marken­anbieter nur um die 15 Cent pro Tasse. Laut Stiftung Warentest überwiegen die Nachteile. Der Tee kostet viel Geld. Außerdem hinterlassen die Aluminiumkapseln haufen­weise Müll. Auch nicht jeder­manns Geschmack: Der Kunde bindet sich an einen einzigen Anbieter, in diesem Fall Nestlé. Anderer Kapseltee, zum Beispiel von tassimo, passt nicht in die Special.T-Maschine.

Die Welt des Tees

Weltgrößter Tee-Produzent bleibt China mit insgesamt 1 915 000 t. Weltweit größter Tee-Exporteur ist Kenia mit 346 777 t weltweit. Bei den Gesamtimporten Deutschlands ist die VR China mit 11 021 t nach wie vor größter Lieferant. Mit 9974 t Tee belegt Indien Platz zwei gefolgt von Sri Lanka mit 8.221 t.

Tee

http://www.teeverband.de/

Tee wächst in etwa 30 Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas. In den Anbauländern wird der geerntete und weiterverarbeitete Tee hauptsächlich auf Auktionen verkauft.

Die Rohware wird dann nach Deutschland verschifft und anschließend weiter verarbeitet.

Teekanne, OTB, Unilever…

Das größte Unternehmen im Teesektor ist Teekanne GmbH & Co. KG mit Firmensitz in Düsseldorf, das erstmals abgepackte Teemischungen als Markenartikel vermarktete. Zudem ist die Firma weltweit führend in der Produktion von Tee in Teebeuteln. Hier wurde auch der heute weltweit verbreitete Doppelkammerbeutel erfunden. Die Teekanne Gruppe engagiert sich international in sieben Ländern mit Produktionsstätten bzw. Niederlassungen und in vielen Ländern mit Vertriebspartnern. Teekanne macht den Tee seit 1882: von Schwarzem und Grünem Tee über Weißen Tee, Kräuter- und Früchtetee bis hin zu Rotbuschtee.

Ein weiteres Unternehmen zum Thema Tee ist OTG, die Ostfriesische Tee Gesellschaft. Auch hier wird Tee verarbeitet und vertrieben. Die drei bekannten Marken sind Meßmer, Milford und Onno Behrends. Ergänzt wird das durch die auf den gastronomischen Bereich zugeschnittene Meßmer Profiline. Daneben werden auch Handelsmarken für nationale und internationale Partner hergestellt. Seinen Hauptsitz hat das Teeunternehmen in Seevetal bei Hamburg. Allerdings werden nicht nur Kräuter-, Früchte-, Schwarz- und Grüntees vertrieben, sondern auch Cerealien, Riegel und Süßstoffe. Die OTG ist die größte der zwölf Tochtergesellschaften der Laurens Spethmann Holding, die mit Produkten in über vierzig Ländern weltweit ihr Geld verdient. S.www.lsh-ag.de

Unilever ist der weltweit größte Teeproduzent. Lipton, die weltweit größte Teemarke, ist der drittgrößte Markenanbieter im Bereich Schwarz- und Grüntee in Deutschland. Unilever dominiert schon heute mit zwei weiteren Produzenten 85 Prozent des Tee-Marktes weltweit.  Bislang machen im internationalen Teebusiness die multinationalen Konzerne Unilever, Allied Breweries und Cadbury’s das Geschäft. Sie kaufen an den Teebörsen riesige Mengen ein, verpacken und veredeln in Europa und bringen den Tee dann in den Handel. Mit dem etwas seltsamen Effekt, dass in China die Unilever-Marke Lipton höchst beliebt ist. Denn viele Chinesen greifen trotz eigener wertvoller Sorten zum importierten Beuteltee, weil sie sich das teurere inländische Angebot nicht leisten können oder weil sie generell gerne Produkte aus dem Westen kaufen. China ist einer der wichtigsten Märkte von Unilever mit der Teemarke Lipton. (S.auch Kampf der Giganten – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion)

Der Weg von der Fabrik bis zum Konsumenten

Nachdem der Tee gepflückt, verarbeitet und in Kisten verpackt worden ist, wird er in der Regel wöchentlich verkauft. Der weitaus größte Teil wird auf der für das Anbaugebiet zuständigen Teebörse angeboten. Dies gilt auch für die Tees, die in dem jeweiligen Erzeugerland selbst getrunken werden. Mehr Informationen  http://terratee.de

Tee gehört zu den Lebensmitteln, die relativ häufig mit Schadstoffen belastet sind.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt Alarm: In allen Tees können zu große Mengen von PA-Substanzen enthalten sein. Diese sind noch nicht ausreichend erforscht. Man weiß nur eines: Sie können richtig gefährlich für die Gesundheit sein.

Der BFR testete verschiedene Teesorten auf Gifte. Allen voran Pyrrolizidinalkaloide (PA). In Kräutertee, in Babyfencheltee, in schwarzem, grünem und Roibuschtee wurden die Experten fündig. Biotees sind ebenfalls betroffen.

Beim Fencheltee sind 57 Prozent belastet. Im Babyfencheltee 100 Prozent, wenn auch geringere Konzentrationen. Vereinzelt wurde auch im Pfefferminztee sehr hohe Gehalte gefunden.

Die Konzentration in den Stichproben war so hoch, dass das Institut eine Warnung aussprechen musste. Laut BfR müssen Vielverzehrer demnach mit gesundheitlichen Konsequenzen rechnen. Pyrrolizidinalkaloide sind 400 unterschiedliche Stoffe. Gerade einmal 17 sind den Wissenschaftlern bekannt. Dazu die Warnung durch die BfR:

Gehalte an Pyrrolizidinalkaloiden in Kräutertees und Tees sind zu hoch, veröffentlichte das BfR ( 18/2013, 15.07.2013). Im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Analysenmethode für die Bestimmung von Pyrrolizidi­nalkaloiden in Kräutertee- und Teeproben entwickelt und auf ihre Eignung geprüft. Im Rahmen dieses Projektes wurden 221 verschiedene handelsübliche Kräutertee- und Teeproben sowie Teedrogen aus dem deutschen Einzelhandel auf den Gehalt an 1,2-ungesättigten Pyrrolizidinalkaloiden untersucht.

„… Bei längerfristigem Verzehr überdurchschnittlich hoher Mengen von Produkten mit den derzeit gemessenen mittleren und hohen Gehalten an Pyrrolizidin­alkaloiden könnte aber, wenn sich die ersten Daten bestätigen, ein Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung, insbesondere bei Kindern, Schwangeren und Stillenden, bestehen. Allerdings schwanken die Gehalte einzelner Proben auch innerhalb der gleichen Teesorte erheblich, sodass sichere Aussagen zum gesundheitlichen Risiko bei regelmäßiger Aufnahme belasteter Teeaufgüsse derzeit noch nicht möglich sind. Eltern wird daher vorerst empfohlen, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee anzubieten. Auch Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren. Die ersten erhobenen Daten des Forschungsprojekts müssen, zum Beispiel im Rahmen des Lebensmittel-Monitorings, verifiziert werden.

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die von einer Vielzahl weltweit vorkommender Pflanzenarten zum Schutz vor Fraß­feinden gebildet werden. Das Vorkommen von Pyrro­lizidin­alkaloiden in Pflanzen variiert stark nach Pflanzenart und Teil der Pflanze und wird auch von weiteren Faktoren (z. B. Klima, Bodenbeschaffenheiten) beeinflusst. Auf Grund ihres gesundheits­schädigenden Potenzials sind ins­be­sondere 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Lebens- und Futtermitteln unerwünscht. In hoher Dosierung können sie akut zu Leberschädigungen führen. Im Tierversuch haben sich bestimmte PA als genotoxische Kanzerogene erwiesen….in die Schätzung der Exposition wurden folgende Kräuterteesorten einbezogen: Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee. Zusätzlich untersuchte Teesorten wurden wegen der insgesamt zu geringen Probenzahl bei der Schätzung der Exposition nicht berücksichtigt: Grüner Tee, Roibuschtee, Schwarzer Tee …

Nach Auffassung des BfR sind wegen der genotoxischen und kanzerogenen Wirkung der PA Anstrengungen notwendig, die PA-Gehalte in Kräutertees und Tees so weit wie möglich zu senken, wenn die Daten der nicht repräsentativen Studie typisch für PA-Gehalte in Kräutertees und Tees sein sollten. Dies ist auch erforderlich, weil eine mögliche zusätzliche PA-Exposition durch andere Lebensmittel wie Honig hinzukommen kann. Das BfR hält ausreichende Kontrollen der PA-Gehalte von Kräutertee- und Teechargen vor der Vermarktung und eine Erforschung der Ursache hoher PA Gehalte in entsprechenden Produkten seitens der Wirtschaftsbeteiligten für notwendig. Die Lebensmittelüberwachung sollte Kontrollen hinsichtlich potentieller PA-Gehalte von Kräutertee- und Teeproben durchführen.“  Quelle: BfR  Die Studie finden Sie hier .

In Deutschland enthält hauptsächlich Kreuzkraut den Schadstoff PA. Das Unkraut wächst wild und verbreitet sich rasant. Rinder und Pferde starben bereits, nachdem sie die Pflanzen gefressen hatten.

Einsatz von Giften, Monokulturen, schlechte Arbeitsbedingungen.

Monokulturen sind anfälliger für Schädlingsbefall und erfordern im konventionellen Anbau einen verstärkten Einsatz von Pestiziden. Nach Untersuchungen von „Öko-Test“ gibt es seit einigen Jahren zwar weniger Überschreitungen von gesetzlichen Grenzwerten, zugenommen haben allerdings Mehrfachbelastungen. 2012 konnten in grünen Tees bis zu 14 verschiedene Pestizide nachgewiesen werden. Ganz ähnlich waren die Ergebnisse des letzten Tests von schwarzem Tee. Besonders problematisch sind im Übrigen aromatisierte Tees, da unverständlicherweise viel höhere Pestizidmengen gesetzlich zulässig sind als in nicht aromatisierten Tees. Pestizide konnte „Öko-Test“ in Tees aus Bio-Anbau zwar (fast) nicht nachweisen, aber schlechte Arbeitsbedingungen können auch hier ein Problem sein. Selbst der Verein Transfair, der das bekannte Fairtrade-Siegel vergibt, stellt fest, dass sich bislang nur wenige Plantagen – sowohl bio als auch konventionell – haben zertifizieren lassen.

Bio-Tee ist unter anderem wegen des Verbots von chemisch-synthetischen Pestiziden besser für die Umwelt, aber auch für die Plantagenarbeiter, die oft ungeschützt Pestiziden ausgesetzt sind.

Rote Karte für günen Tee

Mit den zarten grünen Blättern lassen sich Milliarden machen: Jedes Jahr setzt Japans Teeindustrie rund 1,3 Milliarden Dollar um. Für wenige Gramm einer Teesorte zahlen Kenner weltweit sogar mehr als 50 US-Dollar, so begehrt sind sie. 40 Prozent der Anbaugebiete Japans liegen in der Shizuoka Präfektur.

Grüner Tee gilt als gesund und belebend. Aber kann man Grüntee – der meist aus Ostasien kommt – nach der Atomkatastrophe von Fukushima noch trinken? Diese Frage wird oft von unseren LeserInnen gestellt. Dazu später mehr.  Wir haben festgestellt: Es gibt ganz andere Probleme.

Tee geht durch viele Hände, bevor er in der Tasse dampft. Das gilt besonders für den grünen. Denn der kommt häufig aus China, einem Land, in dem der Teeanbau – anders als in Indien oder Kenia – traditionell eher kleinteilig ist. Wenn tausend Landwirte an eine Sammelstelle liefern, kann kaum zurückverfolgt werden, wer geschlampt hat, wenn mit dem Tee etwas nicht stimmt. Zu hohe Pestizidmengen auf einem Feld? In der Mischung geht’s unter! Erfassung der Warenlieferung per Computer? Systematische Pestizidanalysen? Fehlanzeige! Teils arbeitet man noch so, wie wir es in Deutschland aus den 1950er- und 1960er-Jahren kennen. Das alles erzählt im Öko-Test der Mitarbeiter eines großen Deutschen Tee-Importeurs, der seinen Namen aber nicht in ÖKO-TEST lesen will. Denn in der Branche ist man vorsichtig und zurückhaltend geworden. Besonders wenn es um Pestizidrückstände geht. Die Idealvorstellung des anonymen Importeurs: Es sollen gar keine Pestizidrückstände im Tee sein.

Strahlenbelastung?

Ein ganz neues Ostasien-Problem besteht seit dem Atomunglück in Fukushima: Wie sieht es mit der Radioaktivität aus? Noch 2011 stammte Japan-Tee fast ausnahmslos aus den Ernten vor Fukushima. Jetzt erst gehen die Vorräte langsam, aber sicher zur Neige – und der Tee der Ernte 2011 kommt in die Regale.  Bei Tee Gschwendner, der neuerdings Japan-Tees der neuen Ernte im Sortiment hat, setzt man nach eigenen Angaben auf intensive zusätzliche Analysen, selbst wenn die Tees aus Gegenden im Süden Japans kommen, weitab von Fukushima. (Dem Franchiseunternehmen sind rund 125 Fachgeschäfte in Deutschland unter dem Namen „TeeGschwendner“ angeschlossen; Quelle: Wikipedia) . Da fragen wir uns, was macht Tee aus Japan hier in Deutschland? Aber leider hatte dazu auch Öko-Test keine Antwort. Der ganze Bericht „Öko-Test“: Rote Karte für grünen Tee, aber vorab, Sie werden keine Ergebnisse zu radioaktiv belasteten Tees finden, man hat sich eher auf die Pestizide beschränkt und diese sind ebenfalls in den aus Japan stammenden Teesorten.

Grüner Tee belastet mit radioaktivem Cäsium-137

Im Juni 2011 wurde bekannt, dass das größte und wichtigste Teeanbaugebiet Japans in der Präfektur Shizuoka teilweise stark radioaktiv kontaminiert ist. In der rund 400 Kilometer von Fukushima entfernten Region wird über 40 Prozent des japanischen Tees geerntet. Shizuoka hat für Japan und weltweit Grün-Tee-Genießer in etwa denselben Stellenwert wie die Champagne für Frankreich und globale Champagner-Konsumenten.

Doch laut offizieller Stellungnahmen sind Proben von getrockneten Teeblättern dieser Region mit radioaktivem Cäsium über dem erlaubten Grenzwert belastet. Japans Regierung stoppte bereits zuvor den Verkauf von Grünem Tee aus einigen Anbaugebieten in den näher an Fukushima gelegenen Provinzen Ibaraki und Chiba sowie Kanagawa und Tochigi, weil dort gleichfalls der geerntete und verarbeitete Tee über dem erlaubten Limit belastet war. Der offizielle Grenzwert für die radioaktive Cäsium-Belastung von Lebensmitteln liegt in Japan bei 500 Becquerel Cäsium je Kilogramm Lebensmittel. Doch auch 500 Becquerel sind im Grunde viel zu viel.

Damit nicht die gesamte Tee-Ernte der betroffenen Gebiete für die nächsten Jahrzehnte zum Sondermüll werden und die finanziellen Verluste in Grenzen gehalten werden, drängt die lokale Regierung der Region Shizuoka seit Juni 2011 auf Änderung der radioaktiven Grenzwerte für Tee. Das Argument: Grüner Tee sei ein Trockenprodukt und werde mit anderen, frischen Lebensmitteln, die Wasser enthalten und deshalb schwerer sind, wie zum Beispiel Fleisch oder Gemüse, in einen Topf geworfen. Die Konzentration der radioaktiven Isotope im Tee sollte deshalb nicht bei trockenen und deshalb leichteren Teeblättern gemessen werden, sondern bei frisch geernteten Blättern, die noch viel Wasser enthielten und deshalb schwerer sind. Damit würde die radioaktive Belastung der Grün-Tee-Blätter automatisch unter dem offiziellen Grenzwert fallen, so etwas nennen wir Augenwischerei oder Betrug am Verbraucher!

Infos zu Lebensmittel aus Japan

Die Verbraucherzentrale NRW schreibt dazu: „Für Lebensmittel aus Japan gelten seit dem 1. November 2012 teilweise gelockerte Importbeschränkungen. Für Lebensmittel aus der Region Fukushima bleiben die bisherigen Vorschriften, u. a. vor der Ausfuhr Untersuchung auf radioaktive Belastung, jedoch bis Ende März 2014 bestehen. Ebenso für Tee und Pilze aus der Region Shizuoka sowie Pilze aus den Präfekturen Yamanashi, Nagano, Niigate und Aomori. Bei 9 weiteren Präfekturen soll die Vorschrift, Proben zu nehmen und zu analysieren, auf bestimmte Lebensmittel begrenzt, die in einer Liste von Erzeugnissen zusammengefasst sind. Weiterhin müssen spezielle Begleitpapiere für die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan die Herkunft dokumentieren. Warenuntersuchungen und Analysen werden auf 5 Prozent der importierten Lebensmittel gesenkt. Zuvor waren teilweise 10 Prozent vorgeschrieben. Es gelten die im Vergleich zur EU niedrigeren Grenzwerte aus Japan. Die Entscheidung, die Importbeschränkungen zu lockern, fiel nach der Überprüfung der vorliegenden Daten japanischer Behörden, die nach Angaben der EU-Kommission mehr als 26 000 Lebensmittel und Futtermittel untersucht haben. Nach Deutschland eingeführte Ware aus Japan überprüfen die zuständigen Länderbehörden und der Zoll. Die Ergebnisse der Analysen werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit an die Europäische Kommission weitergeleitet.“ (Mehr Informationen zu den Grenzwerten und Lebensmittel aus Japan finden Sie unter  Fukushima Radionuklide in Grönland Kabeljau Eine Abfall-Insel treibt auf die USA zu)

Eine Liste mit Analyseergebnissen für Lebensmittel aus Japan hält das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf seiner Internetseite zum Download bereit: Strahlenbelastung in Lebensmitteln aus Japan – und trotz allem, wie uns nun aus Fukushima bekannt ist, fand eine Lockerung der Untersuchungen statt.

Dem grünen Tee werden viele Wirkungen nachgesagt: Er soll zum Abnehmen gut sein, dem Herz-Kreislauf-System helfen und sogar Krebs vorbeugen. Bedenken solle man auch, dass die Rahmenbedingungen der Studien nicht immer übertragbar sind: So stammen viele Studien zu grünem Tee aus dem asiatischen Raum, wo grundsätzlich eine andere Lebensweise herrscht. Werden hier positive Effekte festgestellt, kann dies neben dem Tee auch andere Gründe haben, etwa eine andere Ernährung. Und da anscheinend immer noch grüner Tee aus Japan importiert wird gilt: Nur Nuclear-Free-Bio-Tee ist gesund!

Früchtetee: Wenig Frucht, viel Aroma

In den Supermarktregalen gibt es ein meterlanges Angebot verschiedenster Sorten. Allen gemeinsam sind die vielen bunten, frischen Früchte, die auf den Verpackungen abgebildet sind: Erdbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren oder Rhabarber.

Markt-NDR hat sich diese und andere Tees genauer angesehen und Erstaunliches festgestellt: In vielen Tees sind die abgebildeten Früchte, wenn überhaupt, nur in winzigen Spuren enthalten. Stattdessen finden sich diverse andere Zutaten wie Hibiskus, Apfel und Hagebutte, die allesamt nicht abgebildet sind. Meistens aber sind die Früchte auf den Bildern sogar nur als billiges Aroma enthalten. In einer Sorte waren zusätzlich noch Zitronensäure und Rote Beete für eine kräftige Farbe zugefügt.

Ein Beispiel für Verbrauchertäuschung: Bereits 2012 kritisierte Foodwatch, dass was Teekanne mit seinem aromatisierten Früchtetee “Landlust Mirabelle & Birne” veranstaltet, ist wahrlich kaum zu glauben.

Der Hersteller fabuliert auf der Verpackung von einem “kleinen Ausflug aufs Land” und “vertrauten Früchten, die noch in Ruhe heranreifen können” – für Geschmack “wie aus dem eigenen Garten”. Das soll offenbar den stolzen Preis von mehr als 4 Euro je 100 Gramm rechtfertigen.

Doch genau genommen ist das Produkt nichts als schnöde Industrieware aus billigen Standard-Zutaten. Hauptzutaten sind – wie bei den allermeisten aromatisierten Früchtetees – Äpfel, Hibiskus und Hagebutte. Und der Geschmack kommt nicht etwa von den namensgebenden Mirabellen und Birnen, die goldgelb auf der Verpackung prangen, sondern aus nicht näher definierten “natürlichen Aromen”. Doch damit nicht genug.

Die Krönung ist: Die beim Bundeslandwirtschaftsministerium angesiedelte Deutsche Lebensmittelbuchkommission erlaubt diesen Schwindel auch noch! Denn gemäß “Leitsatz für aromatisierte teeähnliche Erzeugnisse” darf der Früchtetee “Landlust Mirabelle & Birne” heißen und mit großflächigen Abbildungen werben, auch wenn nicht einmal Mirabellen drin sind. Das nennt man dann wohl staatlich garantierte Verbrauchertäuschung!

Markt NDR konfrontierten die Hersteller mit den Zusammensetzungen der Tees. Teekanne räumte ein: „Erdbeeren und Rhabarber können in getrockneter Form (…) bei Weitem nicht genügend Aroma entfalten, um das bekannte Geschmackserlebnis der Früchte zu erzielen. Vor diesem Hintergrund verwenden wir Aroma, um den vollmundigen Geschmack nach Erdbeeren und Rhabarber zu ermöglichen“. Vorteil für die Hersteller ist sicherlich der günstigere Wareneinsatz. Der Preis der Teesorten ist dagegen erstaunlich: Die meisten der Tees kosten pro Packung 2,80 Euro oder mehr. Verboten ist der Einsatz des Aromas nicht. Die Produkte müssen lediglich vorne auf der Verpackung als „Aromatisierter Früchtetee“ oder ähnlich deklariert werden.

Die Teeernte ist nur in der Werbung der Teefirmen romantisch. Auf den Plantagen arbeiten die Pflücker schwer und regelmäßig wird Gift gespritzt. Und wenn es wie in Ostfriesland, dem Land der Teetrinker, heißt  „Teetied“, dann hat der Tee, ob lose oder in Teebeuteln, einen langen Weg hinter sich (s. obige Grafik).

Der Lebensmittelkonzern Unilever erntet für seinen Lipton-Tee auch in Kenia. Er ist nach dem Staat der zweitgrößte Arbeitgeber im Land. Die Teepflanzen werden regelmäßig gestutzt, anschließend werden sie mit Gift behandelt. Schon zwei Wochen später wird wieder geerntet.

In Kenia hat der Filmemacher Donatien Lemaître in seinem Beitrag: „Der faire Handel auf dem Prüfstand“ u. a Plantagen in Kenia besucht. Seine Recherchen ergaben, dass das Konzept auf Grund seines Erfolgs auch von den PR-Experten internationaler Konzerne aufgegriffen wird, die damit zulasten der Kleinproduzenten ihren Namen „grünwaschen“ – und das ist sicher nicht im Sinne der Erfinder des Fair-Trade-Gütesiegels.

Die  Dokumentation zeigt eine von Unilever betriebene Teeplantage. Donatien Lemaitre stieß auf eine seltsam abgeschottete Welt.

„12 500 Menschen leben dort und arbeiten im Akkord. Es gibt mit Omo-Werbung bemalte Häuser, Supermärkte mit lauter Unilever-Produkten, aber auch eigene Krankenhäuser und Schulen, die den weitgehend rechtlosen Saisonarbeitern nicht zur Verfügung stehen. Es gibt Klagen über Vergewaltigungen durch Aufseher, die aber von Unilever offenbar nicht ernst genug genommen werden. „Wenn du dich wehrst, schicken sie dich in Ecken, wo wenig Tee ist“, sagt eine Arbeiterin. Auf dem Unilever-Produkt Lipton-Tee prangt das Siegel der US-Initiative „Rainforest Alliance“, die auf den Erhalt des Ökosystems Wert legt. Und so führt der Plantagenmanager das Filmteam stolz durch den alten Baumbestand, in dem fröhlich die Affen turnen. Denen scheint es hier besser zu gehen als den Arbeiterinnen.“

Auch Nestlé hat gemeinsam mit der „Rainforest Alliance“ ein Programm entwickelt. Das AAA-Programm ist für Verbraucher intransparent. Es ist ein Versprechen, in Zukunft Basisforderungen an eine faire Kaffeeproduktion zu erfüllen, mehr aber nicht. (Sh. Kaffeepads und –kapseln „Kaffeegenuss mit Reue“ – Die Müllmacher!)

Gift im Tee – Belastung durch Pestizide über Grenzwerten

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Dieses Pestizid wird im Teeanbau verwendet und beinhaltet Glyphosat. Das Unkrautvernichtungsmittel steht unter Verdacht, das Erbgut von Tieren und Menschen zu schädigen. Zum Einsatz kommen auch Fungizide und Insektizide.

In 45% der Stadtbevölkerung Europas befindet sich Glyphosat, das meist benutzte Unkrautvernichtungsmittel weltweit. Markenname “Roundup” von Monsanto.  Weiterlesen →

Eine neue Studie beweist es: Genetisch veränderte Nahrungsmittel wie Soja und Mais können für eine Anzahl glutenbedingter Krankheiten wie beispielsweise Darmkrankheiten verantwortlich sein, die bereits 18 Millionen Amerikaner plagen. Weiterlesen → 

Unter welchen Bedingungen wird der Tee angebaut, den wir im Supermarkt kaufen können? Das wollte NDR Autor Michael Höft herausfinden. Sein Film dokumentiert den massiven Gifteinsatz auf Teeplantagen in Afrika und die ärmlichen Verhältnisse, unter denen die Arbeiter auch bei großen Produzenten leben. Die Recherche war schwierig. Die großen Teefirmen lehnten Interviews ab, nur ein Hersteller aus Ostfriesland öffnete seine Werkstore. Und auch auf den riesigen Teeplantagen in Kenia fand der Journalist nur mit Mühe Gesprächspartner.

Die Recherchetour beginnt im Supermarkt und endet in Kenia. Das Land ist inzwischen einer der größten Tee-Produzenten der Welt. In riesigen Monokulturen werden hier Teepflanzen für große Lebensmittelkonzerne wie Unilever und Finlays angebaut. Das NDR Team entdeckt schnell, dass der massive Chemieeinsatz auf den Plantagen an der Tagesordnung ist. Was sagen Teeproduzenten wie Meßmer oder Lipton dazu? Und wie viel Gift steckt später im Tee, den wir im Supermarkt kaufen? Antworten sucht die Reportage. Ein MUSS für jeden Teetrinker, denn auch der Ostfriesentee scheint mit Pestiziden belastet zu sein.

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Tee ist trendy und Teegenuss wird immer häufiger auch außerhalb der heimischen vier Wände in Hotels, Bars und Teelounges zelebriert. Kommst du auf eine Kapsel Tee vorbei? Nestlé freut sich und Starbucks lockt schon mit „Tee to go“.

Tee ist das beliebteste Getränk der Welt. Früher ein Luxusprodukt, ist er heute in jedem Discounter günstig zu haben. Tee hat ein positives Image. Ist angeblich gesund und macht fit. Bis man entdeckte, dass sich viel Geld mit Tee verdienen läßt.

Und von wegen gesund: Immer wieder finden Experten Giftstoffe in Tees, wie wir in diesem Artikel feststellen müssen. 

Netzfrau Doro Schreier

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