Vergiftetes Südamerika – Soja-Anbau für Europa.

MonsantoNur wenigen Menschen ist bewusst, dass sich ein unsichtbares Band der Zerstörung von den europäischen Massentieranlagen bis in die Wälder Südamerikas zieht. Dort vernichten riesige Sojaplantagen die einheimische Fauna und Flora und beschleunigen so den Klimawandel. Soja, das zur Fütterung von Hühnern, Rindern und Schweinen in Europa benötigt wird, wächst in Südamerika mittlerweile auf einer Fläche von über elf Millionen Hektar — und die Nachfrage wächst rasant.

Um Platz für den Soja-Anbau zu schaffen, werden Tausende Menschen von ihrem Land verjagt und verlieren die Grundlage eigener Nahrungsmittelproduktion. Indigene Völker werden vertrieben und riesige Wälder gerodet.

Ein Großteil der Soja ist gentechnisch verändert und führt zu einem enormen Anstieg des Pestizideinsatzes — das Ergebnis ist die Vergiftung ländlicher Gemeinden, Brunnen und der Umwelt.

Erst kürzlich berichteten wir, dass der überhöhte Einsatz glyphosathaltiger Spritzmittel negative Auswirkungen auf die Umwelt, die Landwirte und die Bevölkerung in den Anbaugebieten hat. Eine hohe Konzentration von Spritzmittelrückständen kann auch gesundheitliche Schäden beim Verzehr von Lebens- und Futtermitteln auslösen. Siehe Wir sind entsetzt!! Hohe Rückstände von Glyphosat in argentinischem Soja entdeckt

Europas kleinbäuerliche Landwirtschaft, von der Mensch UND Natur profitieren können, wird immer weiter von den großen Agrarmultis zurückgedrängt. Siehe Pestizide – “Mord auf Raten” ! Die Macht der Agrarlobby!

Diese Dokumentation erforscht die Auswirkungen des Soja-Anbaus in Südamerika. Und zeigt den Menschen in Südamerika und Europa Alternativen zum zerstörerischen Teufelskreis auf.

Video in Spanischer bzw. Englischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

“Alle Flüsse, alle Wasservorkommen sind tot. Dort, wo früher Wälder wuchsen, gibt es heute nur noch Soja-Plantagen. Alles ist vergiftet, was überwiegend auf den massiven Einsatz von Agrochemikalien zurückzuführen ist. Zugleich wurden die indigenen Gemeinschaften, die seit jeher in den Atlantischen Regenwäldern gelebt haben, vertrieben. Besonders betroffen sind die Guarani’I m’gba’”
Elias Diaz Pena, Sobrevivencia, Paraguay.

Und wie immer hat das Übel einen Namen: Monsanto! Aber auch Cargill und andere Multis sind dabei.

FleischJährlich produziert Europa rund 40 Millionen Tonnen Fleisch. Das Futter für die Tiere kommt oft aus Südamerika, zum Beispiel aus Paraguay. Einige wenige Unternehmer verdienen dort an dem Export sehr gut, die Mehrheit der Bevölkerung leidet darunter. Denn die Sojapflanzen werden mit extrem giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht. Eine wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik von Asunción belegt, dass in Dörfern in der Nähe von Sojafeldern auffällig oft Kinder mit Missbildungen geboren werden. Siehe Nie wieder Fleisch? Über die verheerenden Auswirkungen…

Film: Vergiftetes Land – die Folgen des  Sojaanbaus in Südamerika – Zusammenfassung 

Soja-Anbau und die Abholzung tropischer Wälder

Soja3In den vergangen 15 Jahren hat sich die Soja-Produktion Südamerikas mehr als verdoppelt. Brasilien als weltweit zweitgrößter Exporteur baut die Hälfte seiner Soja im zentralen und südlichen Teil des Landes an – einst natürlicher Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere. Über 16 Prozent der ursprünglichen Wälder in der Amazonas-Region und 60 Prozent des Gebietes der Cerrado-Savannen sind unwiederbringlich zerstört. Nachdem die Abholzung im Jahr 2007 leicht zurückgegangen ist, heizen die steigenden Futtermittelpreise den Raubbau erneut an – allein zwischen August 2007 und August 2008 fielen 770 000 Hektar Wald den Soja-Plantagen zum Opfer. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2020 weitere 9,6 Millionen Hektar der Cerrados und 40 Prozent des Regenwaldes im Amazonasgebiet vernichtet werden könnten.

Gentechnisch veränderte Soja

Die meisten europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher wissen nicht, dass der Großteil der importierten Soja gentechnisch verändert ist. Der Grund: die fehlende Kennzeichnungspflicht für Produkte von Tieren, die mit Gentech-Pflanzen gefüttert wurden.

RoundupBei der in Südamerika angepflanzten Gentech-Soja handelt es sich fast ausschließlich um RoundupReady-Soja von Monsanto. Diese ist gentechnisch so verändert, dass sie die Behandlung mit dem Breitbandherbizid Roundup (Wirkstoff Glyphosat) übersteht. Mittlerweile hat sich eine Vielzahl herbizidresistenter Unkräuter entwickelt. Dadurch müssen immer größere Mengen Roundup sowie weitere Herbizide wie 2,4-D oder Atrazin versprüht werden. Inzwischen ist Glyphosat eine der Hauptquellen der Umweltverschmutzung. Es vergiftet Trinkwasservorräte, bedroht die menschliche Gesundheit und trägt zum Verlust der Artenvielfalt bei.

Menschen, die in der Nähe von Soja-Plantagen leben, berichten von schweren gesundheitlichen Problemen: von Kopfschmerzen, Hautkrankheiten, Schädigungen des Magens, von Fehlgeburten und Missbildungen.

Bereits in 45% der Stadtbevölkerung Europas befindet sich Glyphosat, das meist benutzte Unkrautvernichtungsmittel weltweit. Markenname “Roundup” von Monsanto. Woher kommt das Glyphosat? Das Auffallendste an der Studie  ist, dass die Personengruppen in jeder Stadt, ca. zehn, im Vorfeld der Untersuchungen nicht manipuliert wurden oder sie Glyphosat benutzt hätten. Deshalb wird auch die Präsenz desselben in der täglichen Ernährung untersucht. In Deutschland hat man “Reste von Glysophat in Gerste bis zu 23 mg pro Kilo gefunden”. Eine andere Möglichkeit wäre die Aufnahme von Glyphosat über den Verzehr von Fleisch. Deutschland importiert GMO–Soja aus Brasilien, Argentinien und Paraguay, um Schweine und Rinder zu ernähren. 2,2 Millionen Hektar mit GMO–Soja werden jedes Jahr in diesen drei Ländern geerntet, um die deutsche Nachfrage zu befriedigen. Siehe Wir sind geschockt! In 45% der Stadtbevölkerung Europas befindet sich Glyphosat! “Roundup” von Monsanto.

Paraguay – Monsanto, Syngenta, Basf – Die Gier nach Futter

Die EU-Kommission hat den gentechnisch veränderten Mais MIR 162 des Schweizer Syngenta-Konzerns zum Import und zur Verarbeitung in Futter- und Lebensmitteln Ende 2012 zugelassen. Auch NK 603 Mais von Monsanto hat eine gültige Zulassung nach derzeitigem EU-Recht.

Drei neue Sorten von gentechnisch verändertem Saatgut wurden vom Landwirtschaftsministerium in Paraguay zugelassen. Die vom Gesundheitsministerium benötigte Unbedenklichkeitsbescheinigung wurde bereits ausgestellt und übergeben. Siehe Paraguay – Monsanto, Syngenta, Basf – Die Gier nach Futter

Die aktuellsten News zu Monsanto 2014: Von „dem Sieg über Monsanto in Argentinien“ bis zu „Monsanto darf Landwirte verklagen, deren Felder versehentlich mit Monsanto-Produkten kontaminiert werden“. Doch leider überwiegen die negativen Nachrichten und Monsanto – ein Ende nicht in Sicht.

Wer ist Monsanto?

Monsanto9Das 1901 in Saint Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen “Monsanto Chemical Works” war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde.

In der Vergangenheit machte “Monsanto” mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter anderem unter dem Handelsnamen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.

Heute ist “Monsanto” weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind “Monsanto”-Patente. Und über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von “Monsanto”. Aber noch nie hat ein agroindustrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt. Siehe Monsanto mit Gift und Genen – Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben

„Früher hatten wir Wasser im Überfluss, üppige Ernten und riesige Bäume. Doch heute ist das alles zerstört.“ Getulio De Oliveira, Stammesoberhaupt der Guarani Kaiowa, El Dorado, Brasilien.

Am 24. Mai 2014 heißt es weltweit  wieder – March against Monsanto!

Netzfrau Doro Schreier

Argentinische Anti-Monsanto-Aktivistin Sofía Gatica brutal angegriffen,!!! geschlagen und mit Steinen beworfen

Unfassbar: Nicht nur Smartstax – 49 verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU zugelassen

Wir sind empört! Umstrittener Gen-Mais Smartstax kommt nach Europa!- jetzt ist es amtlich!

USA/EU – TTIP – Stand der Verhandlungen – und die vielen weitreichenden Verflechtungen in der Politik

Alles nur gelogen! Monsanto gibt Deutschland nicht auf !

Essen wir uns demnächst auch zu Tode?

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