Protest, denn eine weitere genveränderte Maissorte kommt demnächst auf Europas Äcker

MerkEine weitere genveränderte Maissorte wird demnächst auf Europas Äckern wachsen, die Maissorte 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer. 

Wie wir bereits berichteten, verpasste der Deutsche Bundestag am 30. Januar die Chance, ein unmissverständliches Zeichen gegen Agro-Gentechnik zu setzen. Die Abgeordneten lehnten mehrheitlich einen Antrag der Grünen ab, der die Bundesregierung mit einem klaren Mandat für ein Nein zum Gen-Mais 1507 nach Brüssel geschickt hätte.

Am 11. Februar wird im Rat für Allgemeine Angelegenheiten der EU über die Anbauzulassung des Gen-Maises 1507 abgestimmt. Siehe dazu: Bundestag: Gentechnisch veränderte Maislinie 1507 für den Anbau in der EU.

Deutschland wird sich bei der Abstimmung über eine EU-Anbaugenehmigung für den gentechnisch veränderten Mais 1507 enthalten.

Heute kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert an,  dass Deutschland sich bei der Abstimmung auf EU-Ebene enthalten werde. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums ergänzte, dass die Bundesregierung die Zulassung auch bei einer Ablehnung nicht hätte verhindern können. Die EU-Kommission hatte seinen Angaben zufolge mitgeteilt, sie werde den Anbau der Maissorte 1507 von DuPont und Dow Chemical zulassen, da es unter den EU-Staaten keine qualifizierte Mehrheit dagegen gäbe.

In dem Beitrag „Bundestag: Gentechnisch veränderte Maislinie 1507 für den Anbau in der EU“ hatten wir bereits erklärt, dass wenn sich Deutschland und andere EU-Staaten bei der anstehenden Abstimmung enthalten, wie es in der Vergangenheit meist der Fall war, die Zulassung für den Mais des US-Unternehmens Pioneer nicht mehr zu verhindern wäre. Denn es käme im Ministerrat zu einem Patt, woraufhin dann die EU-Kommission die Entscheidung treffen darf – ihr „ja“ gilt als sicher. Mehr zu dem Konzen DuPont können Sie hier entnehmen Die dunkle Geschichte von DuPont – Von Atombombe über Nylonstrümpfe zum Genmais.

Wir, die ‪Netzfrauen,‬ wollen KEINEN Genmais‬.

Greenpeace hat dazu eine Protestmailaktion verfasst, der Sie sich anschließen können: Hier zur Aktion → NEIN zum Anbau von Gen-Mais 1507!

Folgende Facebookseiten eignen sich ebenfalls für einen Protest: https://www.facebook.com/HansPeterFriedrichCSU und https://www.facebook.com/AngelaMerkel?fref=ts

Oder Kontaktformular für die Bundesregierung: https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Service/Kontakt/kontaktform_node.html

Bundesminister Dr. Hans-Peter Friedrich poststelle@bmelv.bund.de                                                  Bundeskanzlerin Merkel: internetpost@bundesregierung.de

Betreff: NEIN zum Anbau von Gen-Mais 1507!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, 
sehr geehrter Herr Bundesminister Dr. Friedrich,

Am 11. Februar wird in Brüssel auf dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten über die Anbauzulassung für den gentechnisch veränderten Mais „1507“ abgestimmt. Dem deutschen Abstimmungsverhalten kommt entscheidende Bedeutung zu. Und doch hat es die Bundesregierung bisher nicht für nötig befunden, ihre Position in der Abstimmung über den kontrovers diskutierten genmanipulierten Mais offenzulegen.

Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung und weite Teile der Politik lehnen die Zulassung von Gen-Pflanzen wie „1507“ entschieden ab:

– In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Greenpeace sprechen sich 88 Prozent der Befragten gegen Gentechnik auf dem Acker und gegen die Zulassung für „1507“ aus.
– Bundeswirtschaftsminister und SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel, und – entsprechend dem Beschluss des Sonderparteitages der SPD – die gesamte SPD ist gegen die Zulassung.
– Die CSU ist gegen Agro-Gentechnik und „1507“; das von ihr geführte Landwirtschaftsministerium, vertreten durch Bundesminister Friedrich, ist skeptisch.
– Der Deutsche Bauernverband hat sich gegen den Anbau von „1507“ ausgesprochen.
– Das EU-Parlament hat die Anbaugenehmigung für „1507“ abgelehnt.
– Im Koalitionsvertrag erkennen die Regierungsparteien „die Vorbehalte des Großteils der Bevölkerung gegenüber der grünen Gentechnik“ an.

Alles andere als ein deutsches „Nein“ in der Abstimmung über die Anbauzulassung für „1507“ käme somit einer Missachtung des dokumentierten Wählerwillens gleich. Die von einem möglichen Anbau ausgehenden ökologischen Risiken würden damit ignoriert; ebenso die gravierenden Fehler, die den zuständigen Behörden und der Europäischen Kommission sowohl in der Sicherheitsbewertung als auch im Zulassungsverfahren von „1507“ unterlaufen sind.

Und doch sieht es im Moment so aus, als könnte die gentechnikfreundliche Stimmung in Teilen der CDU dafür sorgen, dass Deutschland sich in der entscheidenden Abstimmung im besten Fall enthält. Eine Enthaltung jedoch wäre fatal und hätte nahezu sicher die Zulassung von „1507“ durch die Kommission zur Folge.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel, sehr geehrter Herr Minister Dr. Friedrich, es liegt in Ihrer Hand und Verantwortung, am 11. Februar gegen „1507“ zu stimmen und die Anbauzulassung für den Gen-Mais zu verhindern. Bitte teilen Sie mir mit, wie Deutschland über die Anbauzulassung für „1507“ abstimmen wird bzw. abgestimmt hat.

Mit freundlichen Grüßen

Pioneer-Mais 1507 und die EU-Kommission

Zusammen mit SmartStax und einem weiteren Mais mit dem Markennamen Powercore, der kürzlich ebenfalls zugelassen wurde, sind derzeit 49 verschiedene gentechnisch veränderte Pflanzen in der EU für die Verwendung in Futter- und Lebensmitteln zugelassen, fast alle produzieren Insektengifte und/oder seien gegen Spritzmittel resistent gemacht. Siehe auch Die dunkle Geschichte von DuPont – Von Atombombe über Nylonstrümpfe zum Genmais.

Erst Mitte Januar entschied das EU-Parlament gegen Verbraucher und Imker, denn es gibt nicht, wie in einer Empfehlung angedacht, eine Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Honig. Ein „Schlag ins Gesicht der europäischen Verbraucher und Imker“. Siehe: EU-Parlament entscheidet gegen Verbraucher und Imker: Keine Kennzeichnungspflicht für Gentechnik-Honig

 

Netzfrau Doro Schreier

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