Freihandelsabkommen – Alle unter einer Decke mit Monsanto und Co.

TTIP

Die Anzahl der EU-Freihandelsabkommen nimmt rapide zu. Diese Abkommen haben weitreichende Auswirkungen auf die Bevölkerung in der EU und den Partnerstaaten. Parlament und Zivilgesellschaft kommen mit der Analyse und Bewertung kaum hinterher, was der Kommission und der Unternehmenslobby bei der Ausgestaltung der Abkommen zu viel Spielraum gibt.

Nach immer neuen Lebensmittelskandalen in Deutschland droht uns jetzt auch noch eine Überflutung mit genmanipulierten, unfruchtbar machenden “Köstlichkeiten” aus den USA.

Denn die Obama-Administration will über ein Freihandelsabkommen mit der EU den US-Konzernen erst den europäischen Wirtschaftsraum und dann die gesamte Weltwirtschaft für den Vertrieb ihrer genmanipulierten Organismen, aller daraus hergestellten Nahrungsmittel und sonstiger fragwürdiger US-Produkte erschließen und nicht nur das.

In diesen Wochen verhandeln die USA und die EU hinter verschlossenen Türen über ein transatlantisches Freihandelsabkommen, das 2015 in Kraft treten soll. Die Geheimverhandlungen bedrohen massiv die Rechte der Bürger in Europa. Das geplante Regelwerk ist in erster Linie ein Angriff auf den Verbraucherschutz – auch in Deutschland.

Die Geheimverhandlungen bedrohen massiv die Rechte der Bürger in Europa, meinen die Autoren einer Dokumentation, die am Donnerstagabend auf 3Sat lief.

Die Reportage können Sie hier in der Mediathek ansehen: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=42403 Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass es ein MUSS für jeden Bürger, für jede Bürgerin ist.

In einem gemeinsamen Statement am 13. Februar 2013 erklärten José Manuel Barroso, der Präsident der EU-Kommission, Herman van Rompuy, der Präsident des Europa-Rates, und US-Präsident Obama: “Bei diesen Verhandlungen werden die USA und die EU die Gelegenheit haben, nicht nur Handel und Investitionen über den Atlantik auszuweiten, sondern auch zur Entwicklung globaler Regeln beizutragen, die das internationale Handelssystem stärken können.”

In einer aus diesem Anlass gehaltenen Rede fügte Kommissionspräsident Barroso hinzu: “Ein zukünftiger Deal zwischen den beiden wichtigsten Wirtschaftsblöcken der Welt wird das Zusammenspiel grundlegend verändern. Gemeinsam werden wir die größte Freihandelszone der Welt bilden. Deshalb werden diese Verhandlungen nicht nur einen neuen Standard für unseren künftigen bilateralen Handel, unsere wechselseitigen Investitionen und die dazu notwendigen Regularien setzen, sondern auch zur Entwicklung von Regeln für den globalen Handel beitragen.”

Bereits am 25.November 2013 berichteten wir, dass Lori Wallach, die Direktorin von Global Trade Watch, einer Unterorganisation von Public Cititizen, die den Welthandel überwacht, erklärte, dass die Gespräche zwischen den USA und der EU darauf abzielten, “eine ganze Reihe zu unser aller Wohl notwendiger Vorschriften zum Schutz der Unverfälschtheit der Nahrung, der Gesundheit und der Umwelt zu beseitigen, die von internationalen Konzernen als “Handelshemmnisse” betrachtet werden. (Zur Erläuterung dieser Aussage) fügte sie hinzu:

“Europäische Konzerne haben die US-Vorschriften zur Regulierung des Finanzsystems und die strengeren Test- und Zulassungsbestimmungen für Arzneimittel und medizinisches Gerät im Visier. US-Konzerne wollen die schärferen europäischen Vorschriften zum Umgang mit Chemikalien, zur Unverfälschtheit von Nahrungsmitteln und zur Deklarierungspflicht für genmanipulierte Nahrungsbestandteile beseitigen.”

Earth Open Source (eine britische Organisation zum Schutz der Nahrung), warnte:

“Der geplante Freihandelsdeal zwischen den USA und der EU würde EU-Vorschriften zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt aushebeln und den Export von genmanipuliertem Saatgut und aus genmanipulierten Grundstoffen hergestellten Nahrungsmitteln nach Europa ermöglichen.” Die Forschungsdirektorin Claire Robinson gab zu bedenken: “Wenn das Handelsabkommen durchgeht, wird es nach den Regeln der Welthandelsorganisation / WTO der EU untersagt sein, die Verwendung genmanipulierter Organismen stärker zu regulieren als die USA.” Das sollte aufhorchen lassen, denn in den USA sind in vielen Fällen bei der Beimengung genmanipulierter Organismen in Nahrungsmittel weder Sicherheitstests noch eine besondere Kennzeichnung vorgeschrieben. Siehe dazu: Der Freihandelsdeal zwischen den USA und der EU soll die Basis für eine neue globale Wirtschaftsordnung schaffen

Wir, die Netzfrauen, möchten noch einmal darauf hinweisen- dass TTIP nur dazu dient, Verbotenes zu legalisieren! Dazu haben wir für Sie bereits viele Informationen auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.

Wichtig sind die Verflechtungen mit Monsanto, Nestlé – sogar die Europäische Kommission und die EFSA. Das Freihandelsabkommen wurde von der EU übrigens, da bestimmte Branchen davon profitieren, gefordert. Sogar Martin Schulz, der EU-Parlamentspräsident, machte sich 2012 auf den Weg zu Obama und bat um das Freihandelsabkommen! Vielleicht wäre es mal an der Zeit aufzuwachen und laut zu schreien, dass wir das Zeug nicht haben wollen!
Nur Petitionen zu unterschreiben reicht nicht – die Frage stellt sich eh – wem werden die Petitionen überreicht? Einem EU-Minister, der von den Konzernen gesponsert wird?
Gehen Sie am 24.Mai alle auf die Straße, denn dann findet wieder der weltweite Protest gegen Monsanto statt. Diesmal mit einer Erweiterung, keiner will TTIP, nicht mal die amerikanischen Bürger.

Eine Zusammenfassung der Verflechtungen

Chefverhandler der US-Regierung für den Bereich Landwirtschaft ist Islam Siddiqui, der von 2001 bis 2008 als registrierter Lobbyist den Branchenverband CropLife America vertrat, in dem auch Monsanto Mitglied ist.

Dr. Siddiqui

Dr. Siddiqui war bisher Vize-Präsident des Pestizid-Herstellerverbandes CropLife America im Bereich Wissenschaft und Registrierungsangelegenheiten. Er war dort verantwortlich für die behördlichen und internationalen Handelsangelegenheiten für Pflanzenschutzmittel. Davor hatte er dort das Amt des Vize-Präsidenten für Agrar-Biotechnologie und Handel inne.

Im Zeitraum von 2004 bis 2009 war er beim US Handelsdepartement als Berater des U.S. Wirtschaftsministers. Er war zuständig für Fragen im Bereich internationaler Handelsangelegenheiten für die Sektoren: Chemikalien, Arzneimittel und Gesundheitsprodukte.

In der nachfolgenden Abbildung können Sie die Konzerne entnehmen, die in dem Branchenverband CropLife America registriert sind:

Freihandel

FDA – U S Food and Drug Administration

Ihre Aufgabe ist der Schutz der öffentlichen Gesundheit in den USA. Die FDA kontrolliert die Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln der Human- und Tiermedizin, biologischen Produkten, Medizinprodukten, Lebensmitteln und strahlenemittierenden Geräten. Dies gilt für in den USA hergestellte wie auch für importierte Produkte.

Michael R. Taylor ist ein US-amerikanischer Regierungsbeamter und der stellvertretende Kommissar für Lebensmittel in der Bundesbehörde FDA. Taylor studierte Politikwissenschaften am Davidson College und absolvierte nach seinem B. A. das Jura-Programm der University of Virginia. Nach seiner Zulassung als Anwalt begann Taylor 1976 bei der FDA als Assistent des Kommissars zu arbeiten.1981 wechselte er zur Kanzlei King & Spalding, zu deren Kunden Monsanto gehörte, und baute den Geschäftsbereich Lebensmittelrecht und Pharmazierecht auf.

1991 verließ Taylor die Kanzlei und kehrte zur FDA zurück. Zu den Entscheidungen in seiner Amtszeit gehört, dass Milch von BGH-behandelten Kühen nicht gekennzeichnet werden muss. 1996 ging Taylor zurück in die Privatwirtschaft und war für Monsanto als Vizepräsident für Public Policy tätig. In den Dokumentarfilmen The Future of Food und Monsanto, mit Gift und Genen ist Taylor ein Beispiel für den Drehtür-Effekt, da der Jurist jahrzehntelang zwischen Industrie und Aufsichtsbehörden hin- und her wechselte. Quelle: Wikipedia Dazu auch: Wir sind empört ! Monsanto und Syngenta gewinnen Welternährungspreis 2013 mit Gift und Genen!

Es wäre naiv anzunehmen, dass die europäische Kommission sich nicht mit der FDA austauscht. Denn die Welt ist heute eben ein „globales Dorf“.

Karel de Gucht

EU-Handelskommissar Karel De Gucht – Seit Februar 2010 ist er Kommissar für Handel und führt die Gespräche als Chefunterhändler rund um das Freihandelsabkommen mit den USA. De Gucht vertritt nachdrücklich den Standpunkt, dass dieses Abkommen ein Wachstumsmotor sei, der neue Arbeitsplätze schaffe. Außerdem wird De Gucht berechtigterweise mangelnde Transparenz der Verhandlungen vorgeworfen.

So hielt er eine Rede auf der Versammlung der NATO in Brüssel am 21. Februar 2011.

Schulter an Schulter: Die europäische Sicht der Transatlantischen Beziehung und das Land der WTO – Original:

Shoulder to shoulder: the European View of the Transatlantic Relationship and the State of the WTO:  DOC  PDF

Aus der Rede: „Das ist die Mission des Transatlantic Economic Council, kurz der „TEC” . Der TEC wurde im Jahr 2007 eingerichtet – von Präsident Bush und unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft – die Arbeit, die transatlantische wirtschaftliche Konvergenz zu führen und fördern. Der transatlantischen Partnerschaft sollte ein neuer Impuls gegeben werden und es gab eine Menge Hoffnung für eine sinnvolle Modernisierung der EU-US-Wirtschaftsbeziehungen. Ich denke, es ist fair zu sagen, dass der TEC nicht seine Erwartungen erfüllte. Der stellvertretende nationale Sicherheitsberater Mike Froman (nähere Information sehen sie als nächstes) und ich haben als die neu ernannten Co-Vorsitzenden des TWR (2010) beschlossen, die Arbeit des TEC neu zu positionieren:

Zuerst unsere EU-2020-Strategie und ihre Agenda, insbesondere die neue Export-Initiative, sie alle zielen auf die Schaffung von Wachstum und Beschäftigung durch die Verhinderung von Barrieren und die Schaffung neuer Möglichkeiten für Unternehmen: Wir wollten: die TEC näher an das Herz unserer Wirtschaftspolitik-Agenda bringen.

Zweitens wollten wir die TEC als einen kontinuierlichen Prozess verwenden und nicht als eine jährlich einmalige Veranstaltung.

Und drittens, um die regulatorische Arbeit des TEC auf wirtschaftlich relevante Fragen von beiderseitigem Interesse zu konzentrieren, um eine Reihe von Fragen bei der EU-US-Zusammenarbeit erreichbar zu machen. Wir wollten die Ergebnisse in einem angemessenen Zeithorizont und in einer strategisch engagierten Diskussion über ausgewählten globale wirtschaftliche Fragen erreichen (…) Wir haben auch konkrete Maßnahmen vereinbart, um unsere Volkswirtschaften durch die Erleichterung des Handels und zur Förderung der Zusammenarbeit in bestimmten Sektoren wie Chemie, Rohstoffe und in der IKT-Branche näher zusammen zu bringen. Wir sind entschlossen, auf diesen ersten Erfolg aufzubauen und weiter zu gehen.”

Was bedeutet das für uns? Sehen wir es mal so: Dieser De Groot scheint alles im Sinne der Wirtschaft zu erledigen wollen.

Übrigens, der Herr De Gucht hat keine „weiße Weste”! Dazu etwas aus Wikipedia:

Im November 2008, als De Gucht Minister der belgischen Bundesregierung war, wurde er des Insiderhandels in einem Fall von drohender Insolvenz und folgender Verstaatlichung und Verkauf der Fortis Bank beschuldigt.

Am 3. Oktober 2008 verkauften seine Ehefrau Mireille Schreurs und der Schwager ihre Anteile bei der Fortis Bank nach einer Krisensitzung der Regierung zur Auseinandersetzung mit der prekären Lage der Bank, Stunden bevor öffentlich bekannt gemacht wurde, dass der Niederländische Zweig der Bank verstaatlicht und die teilweise verstaatlicheten Luxemburgischen und Belgischen Teile der Bank an BNP Paribas verkauft würden.

Im November 2013 wurde De Gucht wegen Steuerhinterziehung angeklagt. De Gucht sieht in den Gewinnen aus einem Aktienverkauf im Jahre 1996 ein steuerfreies Geschäft, da die Spekulationsfrist vor dem Verkauf abgelaufen war.

Michael Froman

US-Handelsbeauftragter Michael Froman

wurde als 11. US-Handelsbeauftragten (USTR) am 21. Juni 2013 vereidigt. Wie alle USTR ist er Präsident Obamas Hauptberater, Unterhändler und Sprecher in internationalen Handels-und Investitionsfragen.

Botschafter Froman führt das Büro des US-Handelsbeauftragten. Seine Aufgabe ist es, die globalen Märkte für US-Waren und Dienstleistungen zu öffnen, Amerikas Rechte in dem Welthandelssystem durchzusetzen und die Entwicklung durch Handel zu fördern. Die wichtigsten Initiativen unter seiner Führung sind laufende Verhandlungen der Trans Pacific Partnership. Die Vereinbarung in der Region Asien-Pazifik, die transatlantische Handels-und Investitionspartnerschaft mit der Europäischen Union; Aushandlung von Abkommen über Dienstleistungen, Informationstechnologie und Handelserleichterungen bei der Welthandelsorganisation und die Überwachung und Durchsetzung der US-Handelsrechte auch durch die Interagency Trade and Enforcement Center (ITEC). Und er war ein wichtiger Partner des EU- Handelskommissars De Groot, wie Sie der Beschreibung von De Groot entnehmen konnten. Siehe auch: USA/EU – TTIP – Stand der Verhandlungen – und die vielen weitreichenden Verflechtungen in der Politik

Bevor er USTR wurde, war Botschafter Froman im Weißen Haus als Assistent des Präsidenten und des stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberaters für internationale Wirtschaftsangelegenheiten, wo er für die Koordinierung der Politik in Bezug auf internationalen Handel, Finanzen, Energiesicherheit, Klimawandel, Entwicklung und Demokratie verantwortlich war.

Vor seinem Eintritt in die Obama-Administration diente Botschafter Froman in einer Reihe von Positionen bei Citigroup und als Senior Fellow am Council of Foreign Relations und Resident Fellow des German Marshall Fund. Fromans vollständige Biografie können Sie hier lesen.

Der German Marshall Fund of the United States (GMF) ist eine unabhängige US-amerikanische Stiftung, die sich der Förderung der transatlantischen Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet. Dazu aus Wikipedia:

Der internationalen Bedeutung, die dem GMF auf beiden Seiten des Atlantik inzwischen zukommt, entsprechen die sieben europäischen Büros in Berlin, Bratislava, Paris, Brüssel, Belgrad, Ankara, und Bukarest, die von der Stiftung neben dem Hauptquartier des GMF in Washington, D.C., USA, unterhalten werden. Den Vorsitz teilen sich Guido Goldman und Marc Leland.

Ziel der Stiftung ist es, die Verständigung zwischen Europäern und US-Amerikanern zu vertiefen, die Zusammenarbeit zu unterstützen und den Austausch von praktischen Erfahrungen zu fördern. Die Förderung von Individuen und von Institutionen wird entsprechend folgenden Richtlinien vergeben:

Claudia Roth mit Cem Özdemir

  • Die Projekte müssen Aspekte thematisieren, die sowohl für europäische Länder als auch für die USA von Bedeutung sind. Sie müssen Menschen oder Institutionen auf beiden Seiten des Atlantiks einbinden.
  • Der GMF ist insbesondere daran interessiert, Führungskräfte zu fördern, die sich auf dem Gebiet der transatlantischen Beziehungen engagieren.
  • Die Projekte müssen auf den Transfer von Erfahrungen und Innovationen hin angelegt sein; sie sollten idealerweise Praktiker und Politiker involvieren.

Und wen förderte diese Stiftung? Cem Özdemir, seit November 2008 Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Erinnern Sie sich noch an das Video, in dem Pelzig in „Neues aus der Anstalt“ die Verflechtung von Goldman Sachs, Trilaterale Kommission, Weltbank, Atlantik-Brücke, Council of Foreign Relations und EZB erklärte? [Siehe: Atlantik Brücke und “Group of Thirty”, Mario Draghis verschwiegene Freunde]

Council of Foreign Relations. Präsident des CFR ist seit 2003 Richard Nathan Haass, Vizepräsident ist Richard E. Salomon. Weiterhin sitzen im Board of Directors der ehemalige US-Außenminister Colin Powell und die allesamt im Investmentbanking und Private Equity („Heuschrecken“) agierenden Penny Pritzker, Peter George Peterson (Blackstone Group), Stephen Friedman (Ex-CEO Goldman Sachs & FED) und David M. Rubenstein (Carlyle Group).Zu den ehemaligen Vorständen des CFR gehören neben Paul Warburg und Otto Hermann Kahn der CIA-Direktor Allen Dulles, der Gründer der deutschen Atlantik-Brücke e. V., des American Council on Germany und Präsident der Weltbank John J. McCloy, das Gehirn der US-amerikanischen Außenpolitik Zbigniew Brzeziński, der US-Präsident George H. W. Bush, die US-Außenminister Henry Kissinger und Dick Cheney, der Unternehmer George Soros und viele weitere Persönlichkeiten vornehmlich aus Politik, Finanzwirtschaft und Elite-Universitätskreisen mit höchstem Einfluss. Quelle Wikipedia.

Christian Schmidt

Agrarminister Christian Schmidt

Christian Schmidt kommt aus dem Verteidigungsministerium und hat sogar Verbindungen zur Nato und zu den USA. Seit 2006 ist er der amtierende Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft.

Zu den Mitgliedern der »Atlantik-Brücke« zählen heute über 500 führende Persönlichkeiten aus Bank- und Finanzwesen, Wirtschaft, Politik, Medien und Wissenschaft. Mitglieder der »Atlantik-Brücke« waren maßgeblich an der Schwarzgeldaffäre Ende der 90er Jahre beteiligt und wurden rechtskräftig zu mitunter mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Langjähriger Vorsitzender der »Atlantik-Brücke« war das Vorstandsmitglied des Rüstungskonzerns EADS Thomas Enders.

»Atlantik-Brücke«, eine Lobbyorganisation von Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Medien.
Die 1952 gegründete Atlantik-Brücke e. V. gilt als eine der effektivsten und konservativsten Pressuregroups in Deutschland. Die Mitgliedschaft in diesem mit namhaften Personen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft besetzten Verein kann nur durch Nominierung und Kooptation (Empfehlung) durch den Vorstand erreicht werden. Die Arbeitsweise ist durch Verschwiegenheit und mangelnde Transparenz gekennzeichnet trotz unmittelbarer Nähe von Politik zur Wirtschaft. Diese nicht-offizielle, nicht-demokratisch legitimierte Struktur trägt dazu bei, dass Schranken zwischen Wirtschaft und Politik verschwinden und selbsternannte Eliten zunehmend wieder an Gewicht gewinnen.

Die Sponsoren kommen vornehmlich aus dem Finanz- und Kreditwesen, der Stahlindustrie, der Rüstungsindustrie sowie der Automobilindustrie. Zudem wird die Finanzierung durch öffentliche Gelder über das Auswärtige Amt gesichert. Preisträger der »Atlantik-Brücke« sind z. B. George H.W. Bush, Condoleeza Rice, Angela Merkel und Jürgen Großmann.

Christian Schmidt und Christian Lindner

Der neue Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ist, wie schon erwähnt, seit 2006 der Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft. Hierbei handelt es sich um einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein mit Sitz in Berlin. Sie ist der deutsche Zweig der Atlantic Treaty Association und sieht ihre Aufgabe darin, über die Politik der NATO zu informieren und zu werben, so steht es in Wikipedia.

Lindner

Im Vorstand der Deutschen Atlantischen Gesellschaft ist Christian Lindner, Vorsitzender der FDP und der Landtagsfraktion der FDP in Nordrhein-Westfalen. Noch ein bekanntes Gesicht erscheint unter den aufgeführten Vorständen: Werner Sonne, Hauptstadtkorrespondent des ARD-Morgenmagazins und Moderator politischer Schwerpunktsendungen (bis Juni 2012).

Nennen möchten wir in diesem Zusammenhang: James L. Jones (Membership suspended during his term as National Security Advisor)! NSA. Im Februar 2009 trat James L. Jones von seinem Amt als Vorsitzender des Atlantic Council zurück, um im Kabinett von Präsident Obama als Nationaler Sicherheitsberater zu dienen. Auch Susan Rice verließ den Council und wurde US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen.

Wie war das doch gleich mit der Überwachung durch die NSA? Keiner hat es angeblich gewusst, aber alle kennen sich. Siehe dazu: Microsoft & Skype dürfen munter weiter Daten und Gesprächsinhalte an die NSA leiten- Online -Seminar – Wie werden wir überwacht !

Im Jahr des 60-jährigen Bestehens der Bundesrepublik Deutschland und des 20. Jahrestages des Berliner Mauerfalls verlieh die Atlantik-Brücke zum zehnten Mal ihre höchste Auszeichnung, den Eric-M.-Warburg-Preis, benannt nach ihrem Gründer. Er wurde der deutschen Bundeskanzlerin,
Dr. Angela Merkel, in einem Festakt in der Library of Congress überreicht. Die amerikanische Hauptstadt war als Ort ausgewählt worden, um im Gedenkjahr 2009 noch einmal daran zu erinnern, dass die Amerikaner es waren, die 1949 Deutschland die Chance gaben, wieder in den Kreis der Völkerfamilie aufgenommen und zu einem Partner der USA zu werden.(…)

Heusgen betonte das enge und freundschaftliche Verhältnis zwischen Frau Merkel und dem damaligen Präsidenten George W. Bush.

„Das Verhältnis zu den Vereinigten Staaten sei in der Bush-Administration noch getrübt gewesen. Dennoch habe es keine Alternative zu guten Beziehungen zu den USA gegeben. Heusgen betonte das enge und freundschaftliche Verhältnis zwischen Frau Merkel und dem damaligen Präsidenten George W. Bush, welches sie aber nicht davon abgehalten habe, Menschenrechtsfragen offen anzusprechen. Auch im Hinblick auf die Beziehungen zu Russland betonte er das gute persönliche Verhältnis zu Ministerpräsident Vladimir Putin und das noch bessere Verhältnis zu Präsident Dmitrij Medwedew.”

screenshot

screenshot.atlantik-bruecke.org

Nun wieder zu unserem neuen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, wie schon erwähnt, ist er seit 2006 der Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und sieht seine Aufgabe darin, über die Politik der NATO zu informieren und dafür zu werben. Er ist ein wichtiger Pfeiler der Atlantik Brücke.

Siehe dazu: Christian Schmidt – vom Verteidigungsministerium zum Landwirtschaftsminister – Ein Pfeiler der Atlantik – Brücke

Europäische Kommission

In Brüssel hat sich Monsanto bereits tief in den EU-Strukturen festgesetzt. Das Unternehmen entsendet gemeinsam mit anderen Industrie-Vertretern hochrangige Mitarbeiter in die EU-Gremien und erstellt die wissenschaftlichen Studien für neue Getreide-Sorten gleich selbst. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die EU gerne Gesetze wörtlich so beschließt, wie die Lobbyisten sie ihnen vorlegen. So unterhalten US-Konzerne im Internet-Bereich eine eigene Stiftung, die ihnen den Zugang zu Abgeordneten sicherstellt.

In dieser Stiftung sind faktisch Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien: Die Mitglieder kommen allesamt aus der Politik, Business, Nicht-Regierungs-Organisationen, Verbänden, Instituten und anderen privaten oder öffentlichen Einrichtungen.  Da gibt es auch zum Beispiel: SITZUNG DES AUSSCHUSSES FÜR BÜRGERLICHE FREIHEITEN, JUSTIZ UND INNERES (LIBE).

Eu2

eu

Bei der EIF zahlen Unternehmen jährlich für die Mitgliedschaft einen Beitrag in Höhe von 10 000 Euro.

Als Gegenleistung erhalten sie einen exklusiven Zugang zu EU-Abgeordneten. Das ist ganz einfach: Das Geld kommt von den Konzernen und die Abgeordneten sind gleich selbst Mitglieder der Stiftung.

Die Stiftung wird von US-Internet-Giganten finanziert, aber wie Sie dem zweiten Schaubild entnehmen können, sind auch die ARD und die BBC vertreten. Wie immer: Man kennt sich.

Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit

Wenn wir uns die EFSA näher anschauen, dann müssen wir uns fragen, wie unabhängig die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit ist.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ist im Bereich der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit der Grundpfeiler der Risikobewertung der Europäischen Union (EU). In enger Zusammenarbeit mit nationalen Behörden und offenem Austausch mit betroffenen Interessengruppen stellt die EFSA  wissenschaftliche Beratung zur Verfügung.

Die EFSA ist nach eigenen Angaben eine unabhängige europäische Behörde, die aus dem EU-Haushalt finanziert wird, aber nach eigenen Angaben unabhängig von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten arbeitet.

Die Lobbyverflechtungen in der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen kein Ende. Der Report “Unhappy Meal” der CEO weist dies für 122 der 209 EFSA-Experten nach.

Ziel des Berichts: Darstellung der neuen Strategien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der EFSA-Mitglieder von Wirtschaftsinteressen. Hauptaussage: Interessenkonflikte der Ausschussmitglieder sind noch immer vorhanden.

Grundproblem: Nach Streit um die Abhängigkeit der EFSA-Mitglieder von der Wirtschaft führte die EFSA eine Prüfung zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Mitglieder ein. Dieses Ziel sei laut des Autors nicht erreicht worden: 122 von 209  Wissenschaftlern haben noch immer direkte oder indirekte Bindungen zur Wirtschaft (2013). Alle Ausschussvorsitzenden (außer zwei) und 14 von 21 Vizepräsidenten haben Interessenskonflikte.

Das International Life Sciences Institute (ILSI) ist eine einflussreiche Lobbyorganisation im Lebensmittelbereich.
Finanziert wird sie weitgehend durch Unternehmen der Lebensmittel-, Chemie- und Gentechnikindustrie wie Coca-Cola, Nestlé und Monsanto. Sie ist wegen ihrer Industrienähe und der Verflechtungen mit staatlichen Aufsichtsbehörden in die Kritik geraten.

Beispiel: ILSI Health and Environmental Sciences Institute  – Sponsoring

Die HESI besteht aus derzeit 55 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten, Europa und Japan. Diese Unternehmen vertreten, die Chemie-, Petrochemie-, Petrochemie-, Pharma-, Biotechnologie-und Konsumgüterindustrie.

In der nachfolgenden Abbildung können Sie sehen, aus welchen Firmen die beteiligten Wissenschaftler kommen:

EFSA

http://www.hesiglobal.org/i4a/pages/index.cfm?pageid=3281

Alle Ausschussteilnehmer greifen in die Programmauswahl, Planung, Ausführung und anschließende Analyse und Kommunikation der Ergebnisse.

Von der Forschung zur Anwendung:

  • Öffentlicher Dienst : Fachhochschul-, Regierungen, Stiftung, Forschung Krankenhaus und Non-Profit-Forschungsinstitut Wissenschaftler (“öffentlicher Sektor”) können in HESI-Projekte kostenlos teilnehmen.
  • Privater Sektor : Die aus der Industrie teilnehmenden Wissenschaftler müssen den HESI-Sponsorings-Anforderungen und -Gebühren entsprechen.
  • Wissenschaftliche Programme der HESI, die derzeit engagierten Wissenschaftlern aus fast 150 verschiedenen Universitäten, Forschungsinstituten und Krankenhäusern, Behörden, Stiftungen können Sie der aktuellen Liste der öffentlichen Teilnehmer ersehen: hier .

Hier gibt es auch ein Komitee für die RISIKOBEWERTUNG IM 21. JAHRHUNDERT. Und es wird Sie sicher, nach allem, was Sie bislang gelesen haben, nicht wundern, dass natürlich hier auch u. a. BASF, Dow Chemical Company, Dow AgroSciences, Dow Corning Corporation, DuPont European Commission,  ExxonMobil und Monsanto Company an Bord sind. Und wer ist noch dabei? Genau: Die Europäische Kommission! Dazu eine PDF auf Englisch, die sich mit den Tätigkeiten und Leistungen 2012-2013 beschäftigt.

In den USA sagt man auch: ”How the Government is in Bed with Monsanto…”  wir können hier die europäische Kommission nennen, denn allein mit der Deutschen Regierung sollten wir uns nicht aufhalten. Letztendlich ist es ja die Europäische Kommission, die entscheidet. Oder sollen wir am Ende doch die These aufstellen, dass die USA entscheiden wird, was letztendlich in dem Freihandelsabkommen aufgenommen wird?

Fakt ist: Der US-Handelsbeauftragte Michael Froman und der EU-Handelskommissar Karel De Gucht führen die Verhandlungen über das Freihandelsabkommen und arbeiten bereits seit 2010 zusammen.

Und Sie brauchen sich nur zu merken: Man kennt sich.

Wir fordern Demokratie und Transparenz! Kein Freihandelsabkommen mit den USA und Schluss mit den Geheimverhandlungen!

Wir werden Sie weiterhin über den Stand des Freihandelsabkommen unterrichten.

Netzfrau Doro Schreier

10. bis 14.03.2014 Nächste Verhandlungsrunde – Petition: Kein Transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen EU und USA

Freihandelsabkommen – in der Kürze liegt die Würze

Freihandelsabkommen als Schlupfloch für Fracking?

Grüne leaken geheimes ‪TTIP-Mandat

Demnächst XXL Hähnchen bei Wiesenhof und McDonald’s?

Agent Orange: Durch das Freihandelsabkommen auch bald in Europa?

Die „Heute Show“ ist zurück- Abhöraffäre, das Freihandelsabkommen und Obamas Versuche, Vertrauen zurückzugewinnen.

Pelzig zum Freihandelsabkommen TTIP – Proteste gegen Investorenschutz im EU-Kanada Handelsabkommen

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ein äußerst lesenswerter Artikel, der hoffentlich vielen die Augen öffnen wird. Sobald Politik im Spiel ist, ist auch Korruption im Spiel. Die Korruption wird dann extrem, wenn nicht gewählte Politiker das Sagen haben wie die im Hinterzimmer der Macht ernannte EU-Kommission. Die verkaufen unser Haus, alles, was wir besitzen, und uns selbst an die Banker, wenn wir ihnen nicht langsam den Stuhl vor die Türe setzen. Diese Diebe auch noch zu unterstützen mit einer EU-Wahl ist sicherlich das Verkehrteste, was man tun kann. Die Mafia wählt man nicht, man schmeißt sie raus, wenn man den Mumm dazu hat.

    Die EU diente vom ersten TAg ausschließlich dazu, die Nationalstaaten kaputtzumachen, uns in nicht dagewesenen Größenordnungen zu beklauen, zu verschulden, weiter zu versklaven und sogar abzuschaffen oder krank zu machen. Ein Schlüssel dazu ist Tod, Leid und Krankheit bringende GMO-Nahrungsmittel-Giftmüll von Monsanto und Co.

    Wir haben nur eine Wahl: Wir müssen selbst aktiv werden, uns endlich unabhängig von den Massenmedien, die noch schlimmer lügen als die Politik, informieren und handeln, und zwar sehr massiv handeln und sehr schnell, bevor es zu spät. Unterschreiben Sie deshalb unbedingt noch heute die Petitionen gegen TTIP/TAFTA, falls Sie es noch nicht getan haben, und fordern Sie andere auf, dies ebenfalls zu tun.
    http://stopesm.blogspot.com/2013/11/jetzt-petition-gegen-ttiptafta-zeichnen.html

    Es geht um die Wurst, schon wieder, muss man leider sagen.

    Noch ist es Zeit das Steuer rumzureißen, noch gehören uns große Teile unserer Firma mit Namen „Bundesrepublik“ und große Teile unseres Privatvermögens – aber bald nicht mehr, wenn wir diese Albtraumpolitiker weitermachen lassen wie bisher. Wir sind nicht ganz unschuldig.
    http://stopesm.blogspot.de/2014/03/wir-sind-es-doch-selbst-schuld-towanda.html#.Uy0-4laMs_3

    Leider ist das Freihandelsabkommen und auch der GMO-Giftmüll nur die alleroberste Spitze des Eisbergs. Der Betrug ist so etwas von gigantisch, es macht sich kaum einer eine Vorstellung davon, wenn man sich nicht unabhängig informiert und Tatsachen auch als solche erkennen und auch ANNEHMEN kann, leugnen und nicht wahrhaben wollen bringt einfach nichts.

    Fast alles ist gelogen, es beginnt mit dem Geldsystem, der Euro-Rettungs-Lüge, der Klima-Rettungs-Lüge usw. usf.,es ist ein Fass ohne Boden, und es geht immer nur um eines: eine kleine Bande von Oligarchen will ihre Macht und ihr Vermögen nicht nur behalten, sie wollen die Weltherrschaft, koste es, was es wolle. Sie wollen eine Eine-Regierung und die Neue Weltordnung mit ihnen als Könige im Hintergrund.
    Dazu ist ihnen jedes Mittel recht, und die Politik und die Massenmedien unterstützen sie bei ihrem Wahnsinn nach allen Kräften.

    Sie werden einen Krieg vom Zaun brechen, soviel ist sicher, wenn wir es nicht verhindern.

    Machen Sie sich auf das Schlimmste gefasst. Wir werden von Kriminellen regiert, insbesondere in Brüssel, und von demselben Kaliber werden wir jeden Tag „informiert“ in den Tageslügen und dem Lügenjournal und zig anderen Formaten.

  2. Diese Realitätsbeobachtung der „absolut perfekte(n) Welt“, die „genau die ist, in der wir leben“, erscheint mir notwendiger denn je. Obwohl, oder besser: Gerade weil Frühling ist.

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