Lebensmittelskandale: Alles im Griff? Käse wegen Listerinbefall zurückgerufen !

KäseVon der Rückrufaktion betroffen sind die Käsesorten Weißschimmelkäse, Weichkäse mit Blauschimmel, Weichkäse mit Zutaten und halbfester Schnittkäse mit Weißschimmel. Die Packungen könnten Listerien enthalten, so die Firma aus Tettnang am Bodensee.

Die Bakterien können grippeähnliche Symptome oder Durchfall verursachen und in seltenen Fällen sogar zum Tod führen.

Verkauft wurde der Käse in Filalen von Edeka-Südwest, in Bio-Fachmärkten und Großhändlern im Saarland, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die Abnehmer sind von dem Hersteller angewiesen worden, die betroffenen Produkte aus den Regalen zu nehmen.

EDEKA Handelsgesellschaft Südwest mbH „Unsere Heimat“ teilt auf deren Webseite folgendes mit.

Unsere Heimat, Der Cremige, mit allen Mindesthaltbarkeitsdaten (incl. 18. 04. 2014*)
Unsere Heimat, Bio-Bauernkäse, mit allen Mindesthaltbarkeitsdaten (incl. 18. 04. 2014*)

Bergpracht: Brie (25. 04. 2014)
Bergpracht: Bioland- Camembert (18. 04. 2014)
Bergpracht: Demeter-Camembert (18. 04. 2014), Demeter-Brie (25. 04. 2014), Demeter Bio-Weichkäse mit Blauschimmel (18. 04. 2014)
Tettnanger: Original (25. 04. 2014)
(* in Klammer jeweils das längste betroffene Mindeshaltbarkeitsdatum)

Bereits zurückgerufen wurde diese Woche:
Unsere Heimat, Hofkäse, mit allen Mindeshaltbarkeitsdaten

Es ist nicht auszuschließen, dass einige Packungen Bakterien der Art Listeria monocytogenes enthalten. Dieser Keim kann besonders bei Personen mit geschwächtem Immunsystem und bei kleinen Kindern, Schwangeren und Senioren zu Erkrankungen führen.

Die Artikel wurden in den Märkten von EDEKA Südwest verkauft (d. h., in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, im Süden von Hessen und angrenzenden Teilen Bayerns). Die beanstandeten Artikel wurde umgehend aus dem Verkauf genommen.

Kunden, die die Produkte gekauft haben, können die Ware in jedem Geschäft gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden; selbstverständlich auch ohne Vorlage des Kassenbons.

Kontakt für weitere Verbraucheranfragen: Karl-Georg Gessler / Geschäftsführer – Bergpracht Milchwerk Gmbh & Co KG Eisenbacher Straße 4
88069 Tettnang – Siggenweiler Tel.: 07542 9334-13

Listerien

Die Erkrankung Listeriose ist vermutlich nur wenigen Menschen bekannt, obwohl ihre Erreger, die Listerien, weit verbreitet sind. Allerdings kann nur eine bestimmte Art dieser Bakterien, nämlich Listeria monocytogenes, Menschen krank machen. Listerien sind stäbchenförmige Bakterien und sehr widerstandsfähig. Sie überstehen Tiefgefrieren und Trocknen relativ gut. Dies macht ihn zu einem sogenannten „Nischenkeim“.

Eine nachträgliche Kontamination tierischer, aber auch pflanzlicher Lebensmittel kann durch mangelnde Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln bei der Produktion erfolgen, z. B. durch unzureichende Personalhygiene insbesondere der Hände sowie unsaubere Maschinenteile und Gerätschaften.

Besonders betroffene Lebensmittel sind:

  • an- und aufgeschnittene (Brüh-)Wurst, Wurst- und Fleischpasteten
  • kurz bzw. schnell gereifte Rohwurstsorten (z. B. Zwiebelmettwurst, Teewurst)
  • Rohes Fleisch (Tartar),
  • rohe (unpasteurisierte) Milch und daraus hergestellte Produkte (z. B. Rohmilchkäse)
  • Weichkäse (vorwiegend Käse mit Rotschmierebildung und da vor allem die Rinde durch nachträgliche Kontamination) wie z. B. Romadur und Roquefort
  • Sauermilch-, Schafs- und Ziegenkäse
  • Räucherfisch

Wie ist das Infektionsrisiko einzuschätzen?

Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion durch Listeria monocytogenes, die Listeriose, meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall.

Schwere, manchmal tödlich verlaufende Formen der Listeriose kommen bei bestimmten Risikogruppen vor, z. B. bei älteren oder immungeschwächten Personen und Säuglingen.

Für Schwangere stellt L. monocytogenes ein besonderes Risiko dar, da es bei dem ungeborenem Kind durch eine Infektion zu Totgeburt, Frühgeburt und Neugeborenenlisteriose bzw. zu Hirn- und Hirnhautentzündung sowie Sepsis (Blutvergiftung) kommen kann. Diese Krankheitsformen verlaufen in etwa 30% der Fälle tödlich. Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Das Bundesinstitut für Risikoberwertung warnt vor der Krankheit: „Mit einigen hundert Erkrankten pro Jahr gehört die Listeriose zu den selteneren Lebensmittelinfektionen des Menschen. Die Infektion ist für die Betroffenen aber mit einem vergleichsweise schweren gesundheitlichen Schaden verbunden.“

Bereits 2013 wurden mehrmals Mal Rückrufe von Lebensmitteln, die mit Listerien verseucht waren, durchgeführt, so u. a. Reibekäse aus Deutschlands größter Molkerei , Deutsche Milchkontor GmbH (DMK). Betroffen waren verschiedene Reibekäse im 200-g-Beutel, die bei Edeka, Real, Kaiser’s Tengelmann, Kaufland, Lidl und Netto verkauft werden.

Fleisch1Pferdefleisch in der Lasagne, Pferdefleisch in Ravioli, Pferdefleisch in Tortellini. Pferdefleisch und kein Ende in Sicht: Wie das Jahr 2013 anfing, so endet es – mit einem Pferdefleischskandal, nur diesmal aus einer „Fabrik für Antikörper“.

Als würde die Pharma-Lobby nicht schon genug Profit machen, nein, nun landeten Pferde, die in der Pharmaindustrie zur Herstellung von Medikamenten genutzt wurden, als Lebensmittel auf den Teller der Verbraucher. Siehe dazu: Pferdefleisch: Direkt aus dem Versuchslabor im Galopp auf den Teller- Impfstoffhersteller, Nestlé und Bertelsmann …

Im November 2013 ermittelte die Staatsanwaltschaft Oldenburg schon wieder wegen Gammelfleisch!

Seit 2011 wurden die Fleischhändler, Metzgereien und weiterverarbeitenden Lebensmittelfirmen mit Rindfleisch aus den Niederlanden beliefert, dem möglicherweise Pferdefleisch beigemischt worden war. Aber nicht nur Pferdefleisch statt Rind, sondern auch Schaffleisch, 57 Tonnen wurden bei Spanghero gefunden. Von ihr stammte auch das Pferdefleisch, das über Umwege in die Coop-Lasagne gelangte. Das Skandal-Fleisch wurde unter anderem zu Würsten verarbeitet. Siehe: “Silicon Valley der Agrarindustrie” – wieder Gammelfleisch – die EU-Kommission entscheidet zugunsten Schlachtereien und Zwischenhändler

Und die  EU-Kommission? Wie schon so oft, sie unternimmt nichts, oder nur geringfügig etwas. Wirklich präzise Verbraucherinformationen wären zu teuer für Schlachtereien und Zwischenhändler, findet die Kommission. Da fragen wir uns doch, wann entscheidet die EU-Kommission endlich für uns und nicht zum Vorteil für die Lobbyisten?

Netzfrau Doro Schreier

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  1. Listerien befinden sich in der Silage und vermehren sich solange das Siliergut noch nicht sauer genug ist und sofern Sauerstoff über die Schnittkante bei geöffnetem Silierballen oder über die Schnittkante in den Silos eintritt.
    Eine Alternative ist die Blattdesinfektion vor dem Schnitt des Grünfutters. Die Technik und Schulung haben wir (Umweltbund e.V.) bezüglich dieser Problematik natürlich den Molkereien angeboten. Aber wie man sieht können die es ja besser
    Viel mehr Probleme haben jedoch die Tiere, die sich mit diesen Erregern und anderen Pilzen und Bakterien infizieren. Da man beim Milchvieh nicht so zimperlich ist, fällt das vor allem Pferdehaltern und Schäfern auf. Bakterien und Fusariengifte werden bei Weidehaltung instinktiv gemieden, bei einer Fütterung mit siliertem Heu haben die Tiere leider keine Wahl.
    Dennoch wird diese Konservierungsmethode von den Agrarberatern der Länder hoch gelobt. In Österreich hat man zumind. Regional bereits vor Jahren umgestellt auf Heumilchprodukte.
    Für Heumilch darf keine Silage verwendet werden.
    Leider haben nicht mal die Biobauern von diesem Vorbild gelernt. Auch hier sind „Agrar-Berater“ in erster Linie daran interessiert mit dubiosen Mittelchen Kasse zu machen.
    Mit Hilfe einer alkalischen Blattdüngung könnte das Problem behoben werden. Listerien und andere pathogene Erreger würden vor dem Trocknen abgetötet. Während der Trockenzeit auf dem Feld können diese sich daher auch nicht auf dem Erntegut vermehren und die Nährstoffe darin abbauen.
    Die alkalische Blattdüngung hat jedoch einen entscheidenden Nachteil. Sie ist zu preisgünstig!
    Der Aufwand für alkalisches Gesteinsmehl geht gegen Null, denn man setzt die Mineralien Calcium und Magnesium sowieso als Futterergänzung dem Grundfutter zu.

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