S.O.S – Massentiersterben in Kolumbien

kolumbien5Salvemos a los animales del Municipio de Paz de Ariporo en el Casanare, Colombia

Hilferuf aus Kolumbien an die Netzfrauen: Eine Dürre verursacht den Tod von Tausenden von Tieren.

Unsere Bundesregierung empfiehlt den Konzernen zurzeit Kolumbien als aufstrebendes Land. Vom Massentiersterben berichten sie nicht.

Und so lautet die Beschreibung für ein Land, das für das begehrte Wachstum interessant ist:

„Im Andenstaat Kolumbien herrscht derzeit Aufbruchstimmung. Das Land gehört nach Ansicht von Wirtschaftsexperten weltweit zu den Märkten mit dem größten Entwicklungspotential. Die sich seit Jahren stetig verbessernde Sicherheitslage, stabile [Bruttoinlandsprodukt] BIP-Wachstumsraten von über 4%, eine kaufkräftige Mittelschicht, der Rohstoffreichtum sowie ein großer Nachholbedarf im Infrastrukturbereich, der durch verschiedene Großprojekte behoben werden soll, bieten langfristige Perspektiven. Die besten Geschäftschancen haben derzeit die Sparten Baumaschinen, Öl- und Bergbauausrüstungen, Kfz, Medizintechnik, Elektrotechnik, Umwelttechnologien, pharmazeutische und chemische Produkte sowie Konsumgüter.“

Und wer berichtet über das Massentiersterben in Kolumbien? Niemand. Wir hätten es nie erfahren, wenn Tobias aus Kolumbien uns Netzfrauen nicht um Hilfe gebeten hätte. Übrigens hat sich Tobias uns Netzfrauen angeschlossen. Zusammen wollen wir nun erreichen, dass auch die Tiere, von denen viele bereits verendet sind, eine Stimme erhalten.

Kolumbien ist eines der wasserreichsten Länder der Erde. Es verfügt über die zwei größten Süßwasserreserven der Welt: die Anden und das Amazonasgebiet. Aber paradoxerweise haben Millionen von Kolumbianern keinen Zugang zu Trinkwasser oder leiden Durst. An dieser Situation ist an erster Stelle die soziale Ungleichheit schuld, danach die Entwaldung und Zerstörung der Ökosysteme, die schlechte Handhabung der Wassereinzugsgebiete, die schlechte Nutzung des Wassers und die Verschmutzung der Gewässer. Tobias schreibt uns, dass wegen Wassermangel über 10 000 Wasserschweine, Ameisenbären, Gürteltiere, Wasserschildkröten (darunter die vom Aussterben bedrohte Galapagos-Schildkröte), Barbillas (kleine Krokodile) u. v. m. qualvoll verendeten.

Wir berichteten schon oft über Massentiersterben: Fische, Austern, Vögel, Bienen, Schafe, Delfine, Wale, Haie, Schildkröten, Seekühe, Quallen, Seesterne, Rinder, Geflügel, Wildschweine… Allein die Liste des in den Monaten Oktober und November 2013 aufgeführten  Massensterbens von Tieren ist schon beängstigend.

Viele Länder tauchen in der Liste auf, jedoch nicht Kolumbien. Wo sind also die verendeten Tiere geblieben? Auch dazu hat uns Tobias eine Antwort mitgeteilt und kann diese auch belegen. Damit niemand von diesem Massensterben der Tiere erfährt, wurden letzte Woche die verendeten Tiere mithilfe des Militärs verscharrt. Einfach so. Schrecklich, oder?

Tobias nannte uns drei Gründe, die für diese Umweltkatastrophe in Frage kommen:

1. Natürlicher Grund – eine länger anhaltende Trockenperiode in Kolumbien

2. Übermäßige Rinderzucht – die Rinder fressen alles kahl

3. Hauptgrund – die Erdölgesellschaften ziehen bei der Förderung alles Wasser ab

1. Die anhaltende Trockenperiode wurde bereits auf den Klimawandel zurückgeführt. Die Klimaskeptiker werden nun behaupten, den gibt es nicht. Jedoch auch der in Kolumbien angebaute Kaffee ist schon in Gefahr. KlimaforscherInnen sagen für Zentralamerika einen Anstieg der Durchschnitts­temperatur von bis zu 6,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts voraus. Kolumbien war lange Zeit weltweit drittgrößter Kaffeeproduzent nach Brasilien und Vietnam. Die kolumbianischen Bäuerinnen und Bauern haben inzwischen reagiert und stellen ihre Plantagen auf neu entwickelte Sorten um, die genetisch nicht anfällig sind für den Kaffeerost. Die Krankheit befällt nur Pflanzen der Sorte Arabica, die immerhin siebzig Prozent des weltweit getrunkenen Kaffees ausmacht.

Kolumbien (2)2. Übermäßige Rinderzucht: Die Rinderproduktion liegt bei weit über 20 Millionen Tieren und ist neben Kaffee- und Schnittblumenerzeugung die wichtigste landwirtschaftliche Produktionseinrichtung. Allerdings auch mit gravierenden Folgen für die Umwelt, die sich in der Zerstörung des Waldes widerspiegelt. Verursacht in erster Linie durch die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen.

3. Der Raubbau der natürlichen Ressourcen ist in Kolumbien größtenteils darauf zurückzuführen, dass man diese auf Grund ihrer Reichhaltigkeit für unerschöpflich hielt, was zu einer übermäßigen Ausbeutung führte. Hier benennt Tobias die Erdölkonzerne, die bei der Förderung von Öl die Wasserressourcen angreifen.

Auf den dritten Punkt gehen wir genauer ein:

Die Erforschung neuer Lagerstätten ist stark gestiegen und hat jüngst ihr Wachstumstempo noch erhöht. Die Regierung unter Präsident Juan Manuel Santos hatte den Erdöl- und Bergbausektor als eine ihrer fünf Wachstumslokomotiven für die Amtsperiode von 2010 bis 2014 auserkoren. Kolumbien ist hinter Venezuela und Brasilien drittgrößter Erdölproduzent Südamerikas.

Wie wichtig die Ölförderung für den jetzt wieder kandidierenden Präsidenten Santos geworden ist, zeigt diese Information aus 2013: „Über eine Beteiligung am Unternehmen Pacific Infrastructure will Pacific Rubiales in Kolumbien rund 1 Mrd. US$ in Infrastrukturprojekte investieren. Dazu gehört der Bau des Hafens Puerto Bahía in der Bucht von Cartagena für 500 Mio. US $ mit einem Terminal für den Export von 3,3 Mio. Barrel Erdöl. Für 400 Mio. US $ soll die Pipeline Olecar errichtet werden, die Puerto Bahía mit dem Terminal von Coveñas verbindet. Sie soll eine Länge von 142 km und eine Kapazität von 300 000 Barrel täglich haben. Pacific Rubiales ist zusammen mit Ecopetrol, der kanadischen Enbridge sowie Ecopetrols Tochterfirma Cenit an der geplanten Pipeline Oleoducto al Pacífico beteiligt.

Die Pipeline soll Öl auf einer Länge von 760 km von den Feldern im Department Meta an den Pazifikhafen Buenaventura transportieren. Die Kosten für den Bau werden auf 5 Mrd. US $ geschätzt. Derzeit wird die Ausstellung der Umweltlizenz abgewartet, womit nicht vor 2015 gerechnet wird. Ab 2017 soll die Pipeline den Betrieb aufnehmen und rund 250 000 Barrel pro Tag für den Export nach Ostasien an den Pazifikhafen bringen. Später soll die Kapazität auf bis zu 500 000 Barrel pro Tag erhöht werden.“ Quelle: gtai.de (Bundesregierung)

Öl ist wichtiger in Zeiten von Korruption und Profitgier, da werden für die bevorstehenden Wahlen, schnell mal die negativen Folgen vom Tisch gefegt. Das kommt uns bekannt vor. Und wenn wir weiter recherchieren, dann treffen wir immer wieder auf unsere „Freunde“ – BP ist auch schon da!

In Casanare, einer Region im Südosten Bogotás, wurden Mitte der 1990er-Jahre Ölvorkommen entdeckt. Seitdem haben paramilitärische Truppen in Zusammenarbeit mit dem kolumbianischen Militär 2600 Menschen umgebracht, um dem Ölkonzern BP Zugang zu den Ölvorkommen zu verschaffen. Die Bevölkerung wehrt sich weiter gegen ihre Vertreibung und fordert – bisher vergeblich – Gerechtigkeit und Wiedergutmachung. Dazu eine 52 Min Doku mit Deutschem Untertitel: Casanare – BP in Kolumbien – BP en Colombia – BP in Colombia – BP en Colombie

Gewerkschafter verklagt BP wegen Entführung durch Paramilitärs

Eine aktuelle Meldung vom Januar 2014 unterstreicht die Dramatik der Situation in Casanare. Ein Gewerkschafter verklagt BP wegen Entführung durch die Paramilitärs. Der Gewerkschafter wurde im Februar 2002 von den paramilitärischen „Vereinigten Selbstverteidigungskräften Kolumbiens“ (AUC) unter dem Oberbefehl von Martin Llanos entführt und gefoltert.

Wie die Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates berichtet, finanzierte die britische BP, um ihre Ölgeschäfte zu schützen, über ihre kolumbianische Tochterfirma BPXC mit Millionen US-Dollar jahrelang die 16. Brigade der kolumbianischen Streitkräfte, die für ihre Zusammenarbeit mit Paramilitärs bekannt war.

Nur wenige Jahre, bevor Torres entführt wurde, war BP von Human Rights Watch (HRW) davor gewarnt worden, in Sicherheitsbelangen „auf das kolumbianische Militär zu bauen, eine Institution mit einer der schlimmsten Menschenrechtsbilanzen in der Hemisphäre.“ HRW hatte auch auf „die Wahrnehmung vieler in Casanare“ hingewiesen, dass das Unternehmen „paramilitärische Aktivitäten toleriert.“ Kurz darauf gestand die Firmenleitung ein, dass BP in Kolumbien „Fehler“ auf dem Gebiet der Menschenrechte gemacht habe. Dennoch finanzierte BP in den folgenden Jahren weiterhin die 16. Brigade. Quelle: amerika21.de

KolumbienDa wir alle Hilfeersuchen erst überprüfen, bis diese dann von uns veröffentlicht werden, können wir dies auch im Fall von Tobias bestätigen: Es ist durchaus an der Tagesordnung, dass Menschen, sofern sie sich z. B. für den Umweltschutz einsetzen, mit dem Leben bezahlen müssen. Tobias schrieb uns, dass am Samstag ein Mann, der sich auch für den Umweltschutz eingesetzt hatte, einfach auf der Straße von einem Motorradkiller erschossen wurde. Er sei den Erdölgesellschaften vielleicht zu nahe gekommen, schreibt Tobias.

Wie wir anfangs erwähnten, verenden nun Tausende von Tieren. Um auch hier diese vermeintlichen Ursachen zu bestätigen, mussten wir im Internet lange recherchieren.

Tobias erklärte den Wassermangel folgendermaßen: Mit dem Frackingsystem pumpen die Konzerne Wassermassen in die Bohrstellen, um das Erdöl herauszupressen. Unterirdische Explosionen für seismische Messungen erfolgen alle 30 Meter, lockern die Erde auf und das Wasser sinkt weiter ab.

Es kam zu einer Umweltkatastrophe größeren Ausmaßes, die geschickt vom Staat verdeckt und bagatellisiert wird. Der Grund ist, dass es hier einen Interessenkonflikt zwischen Natur und Wirtschaft gibt. Der Staat hat kein Geld und hat die Erdölvorkommen an ausländische Förderfirmen abgegeben, die ganz abgesehen vom jetzigen Problem die Umwelt arg mit Erdölresten verschmutzen. Kolumbiens Regierung will in diesem Jahr wiedergewählt werden und verdunkelt alles. Letzte Woche wurden die Tiere, die bis jetzt verdurstet sind, mithilfe des Militärs in einer schnellen Aktion in Massengräbern mit Kalk überstreut und verscharrt.“

Kolumbien1Das, was Tobias uns schildert, kann mit Fotos belegt werden und auch andere Umweltaktivisten aus Kolumbien haben sich dieser Katastrophe angenommen, damit es nicht zu einer weiteren Verschleierung kommt.

Tobias erwähnt: „Was wir hier machen, ist für uns nicht ungefährlich!!!“ In der Tat, das konnten wir auch schon im Fall Nestlé im Zusammenhang mit der Ermordung eines kolumbianischen Gewerkschafters sehen. (Siehe dazu: Dringend: Nestlé – Arbeiter in Kolumbien im Hungerstreik – Ein Nestlé-Gewerkschafter ermordet! Protestbrief)

Die Nachrichtenseite „Voz del pueblo Latinoamericano“ veröffentlichte am 25. März 2014 ein Schreiben, in dem Aktivisten den kolumbianischen Staat und Ölkonzerne als ihrer Meinung nach Verantwortliche für die Umweltkatastrophe vor der internationalen Gemeinschaft, der Organisation Amerikanischer Staaten und den Vereinten Nationen an den Pranger stellen. Das Schreiben kommt zu folgendem Schluss:

„Wir fordern den schnellstmöglichen Erlass einer globalen Warnung zum Schutz der Menschen- und Tierrechte, insbesondere derer der Einwohner von Casanare, Kolumbien, und fordern die kolumbianische Regierung dazu auf, in dieser Sache aktiv zu werden und eine schnelle und effektive Lösung für dieses Umweltproblem zu finden, wofür erforderlich ist, dass die Ölkonzerne Verantwortung für die Umwelt übernehmen und ihre Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren. Weiter bitten wir das kolumbianische Parlament eindringlich darum, zugunsten der Umwelt zu entscheiden und die Rohstoffförderung zu regulieren, die so große Schäden für die Menschheit anrichtet.“

Die Nachrichtenseite „Las 2 orillas“ meldete am 25. März 2014, dass in dieser Gegend tätige Ölkonzerne für die Umweltschäden verantwortlich seien:

„Die betroffene Bevölkerung schreibt die Umweltschäden den Eingriffen durch Ölkonzerne wie Pacific Rubiales, Geo Park, Cecolsa, Ecopetrol, Petrominerales, Parex und New Granada zu. Hierzu zeigen Studien, dass für die Extraktion einer Gallone Erdöl 10 Gallonen Wasser nötig sind und dass für das Raffinieren einer Gallone Erdöl 7 Millionen Liter der kostbaren Flüssigkeit benötigt werden.“

Das folgende Video zeigt, wie die Bevölkerung versucht, die noch lebenden Tiere herauszuziehen:

http://youtu.be/Yggln7368Q0?t=1s

Weitere Twittereinträge können Sie hier entnehmen.

Tobias Teuscher aus Kolumbien hat eine Petition eingerichtet, die Sie hier finden http://chn.ge/1h48vUx

KolumbienEr schreibt: „In dieser Petition fordere ich die Behörden auf, dem Artikel 332 des Kolumbianischen Strafgesetzbuches zu folgen und die von Erdöl- oder Minengesellschaften verursachten Umweltschäden zu beheben und zu bestrafen. Für die Erdölgesellschaften würde das Strafen in Milliardenhöhe bedeuten. Sie können sich nun vorstellen, dass mein Arrangement nicht ganz ungefährlich ist. Um die Sache zu unterstützen und mich auch ein wenig zu schützen, bitte ich Sie um Ihre Allianz!!! Wenn mehr Menschen von diesem Umweltverbrechen erfahren und mich unterstützen, kann ich sicherer meinen Kreuzzug gegen das Umweltverbrechen weitermachen.“

Vielen Dank mit Bitte zur Weiterleitung
Tobias Teuscher

Spanisch: QUE CUMPLEN CON EL CODIGO PENAL Artículo 332. Contaminación ambiental.El que con incumplimiento de la normatividad existente, provoque, contamine o realice directa o indirectamente …http://www.change.org/es-LA/peticiones/al-gobierno-nacional-de-colombia-que-cumplen-con-el-codigo-penal-art%C3%ADculo-332-contaminaci%C3%B3n-ambiental-el-que-con-incumplimiento-de-la-normatividad-existente-provoque-contamine-o-realice-directa-o-indirectamente?  http://chn.ge/1h48vUx

Das, was Tobias uns schildert, ist in der Tat eine Umweltkatastrophe vom größerem schrecklichem Ausmaß. Wir werden Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.

Netzfrau  Doro Schreier

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Die kolumbianischen BäuerInnen haben inzwischen reagiert und stellen ihre Plantagen auf neu entwickelte Sorten um, die genetisch nicht anfällig sind für den Kaffeerost.

    Sind damit genetisch veränderte Sorten gemeint oder Sorten die generell nicht anfällig sind für den Kaffeerost?

  2. „Die anhaltende Trockenperiode wurde bereits auf den Klimawandel zurückgeführt. Die Klimaskeptiker werden nun behaupten, den gibt es nicht. “

    Hallo,
    schaut Euch mal an, wie riesig die Fläche in Kolumbien ist, die nahezu komplett entwaldet wurde:

    http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Kolumbien&aq=&sll=51.175806,10.454119&sspn=7.551278,21.643066&vpsrc=6&t=h&ie=UTF8&hq=&hnear=Kolumbien&ll=5.539446,-70.378418&spn=5.989688,10.821533&z=7

    Die bräunliche aussehende Fläche, die bis nach Venezuela reicht war früher mal alles Wald. Aus diesem Gebiet stammt eine Geschichte, die sich anhört wie ein Wunder. Bei Franz Alt auf seiner Webseite (www.sonnenseite.com) war sie im Oktober 2012 zu lesen:

    Bäume als Regenmacher in der Steppe
    Soweit das Auge reichte, lag menschenleere Ödnis. Noch vor 25 Jahren herrschte trostlose Steppe im kolumbianischen Las Gaviotas. Heute wachsen wieder Waldgärten auf über 8000 ha, und mit dem Wald kehrte auch der Regen zurück. So ernährt der Wald bereits über 200 Familien, die neben veredelten Produkten aus den Waldgärten inzwischen sogar Trinkwasser in die Hauptstadt verkaufen.

    Durch die Verdunstung der Bäume und die geringere Aufheizung des Bodens ist auch die Atmosphäre über dem Wald kühler als über den umliegenden Steppenflächen. Vor allem aber entsteht durch die Verdunstung des Waldes eine Thermik aufsteigender Luftmassen, an der sich die vom Wind über die Steppe getriebenen Luftmassen aufstauen und aufsteigen, wobei sie sich abkühlen. So kommt es zur Wolkenbildung und aufgrund der in der Höhe weiter abkühlenden Temperatur kondensiert das Wassers eher, als über der heissen, trockenen Steppe, womit es zu lokalen Regenschauern kommt.

    http://www.sonnenseite.com/Eine+Welt,Baeume+als+Regenmacher+in+der+Steppe,18,a22255.html

    So wie dieses Stück Savanne in Kolumbien Dank Wiederaufforstung wieder grün, mit Bächen und viel Leben wurde, können alle Wüsten und wüstenartige Gebiete innerhalb von ein paar Jahrzehnten wieder in Gärten verwandelt werden. Dazu gibt es verschiedene einfache Techniken, die ich in den nächsten Monaten mal vorstellen werde.

    • Zu dieser Siedlung „Las Gaviotas“ gab es auch schon einen Artikel in der New York Times, allerdings ohne die Erwähnung der wundersamen Rückkehr des Wasserkreislaufs:

      An Isolated Village Finds the Energy to Keep Going
      By SIMON ROMERO
      Published: October 15, 2009
      http://www.nytimes.com/2009/10/16/world/americas/16gaviotas.html?pagewanted=1&_r=3

      Das gleiche, was gerade in Kolumbien passiert, diese Dürreperiode, wird eines Tages auch das ganze Amazonasgebiet und dann auch ganz Südamerika betreffen, wenn die abgeholzte Fläche des Amazonasgebiets groß genug geworden ist.

      Und diese verheerende Umweltzerstörung wird sich dann bis nach Europa durch Änderung des Wetters auch hier bemerkbar machen. Aber vielleicht wird es dann immer noch Wissenschaftler geben, die dies auf die „Klimaerwärmung“ zurückführen wollen.

      Die Umkehrung der Wüsten in grüne Flächen findet z.B. auch gerade bei einem Permakulturprojekt in Saudi-Arabien statt (seit November 2010):

      http://www.albaydha.org

      Ganz entgegen der immer schlimmer werdenden „Klimaerwärmung“.

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