Uruguay-Energiepolitik – 50% bis 2015 aus erneuerbaren Energiequellen

UruguayWährend das Umweltbundesamt (UBA) vor hoher Feinstaub-Belastung in deutschen Städten warnt und in einigen Städten die zulässige Maximalbelastung bereits überschritten wurde, plant ein kleiner südamerikanischer Staat am Atlantik, nach und nach die Kraftstoffe von Erdöl auf erneuerbare Energiequellen umzustellen.

Während laut der EU-Kommission europaweit neue Kernkraftwerke gebaut werden sollen, (Siehe: Atomkurs statt Energiewende? EU-Kommission will 69 neue Atomkraftwerke für Europa- Nicht mit uns!) will ein kleines Land zwischen Argentinien und Brasilien bis 2015 die Hälfte des Primärenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen abdecken. Mit dieser Zielsetzung nimmt das Land eine Vorreiterrolle in Lateinamerika ein.

Während Porsche Millionen-Subventionen für die Entwicklung von Elektroautos erhält (siehe: Milliarden-Subventionen für Milliardenkonzerne), wird in dem kleinen Land Uruguay seit 2013 der Einsatz von Elektrobussen für den öffentlichen Verkehr getestet, und zwar mit überraschend positiven Ergebnissen.

Ein K9 Elektro-Bus parkt auf einer Straße in der Innenstadt von Montevideo, denn Uruguay plant, nach und nach Kraftstoffe, die auf Erdöl basieren, durch elektrische Energie für die öffentlichen Verkehrsmitteln zu ersetzen. Zurzeit überprüft die Regierung die Kosten und den Nutzen dieser Umstellung.

Erste Tests zeigen, dass die laufenden Kosten der Elektro-Busse sechs bis acht mal niedriger sein können als bei Bussen, die Dieselkraftstoff benötigen. In den letzten zwei Jahren wurden Studien über die potenziellen Vorteile von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Verkehr in Montevideo durchgeführt.

Hier leben 1,3 Millionen Menschen, die Hälfte der Einwohner von Uruguay. Ende 2013 wurde die Leistung und die Reichweite getestet. Es handelte sich hierbei um ein Auto-Modell E6 und einem Bus Modell K9 der chinesischen Firma BYD. Die Ergebnisse wurden am 13. März 14 vorgestellt. Die wirtschaftliche Analyse der Leistung der Elektrofahrzeuge, die von der Stadtverwaltung durchgeführt wurde, war positiv. Aber Mechanismen müssen entwickelt werden, um die Anfangsinvestitionen über Subventionen und Steuern zu fördern.

Die Studie ergab: Der gesamtwirtschaftliche Vorteil eines Elektro-Busses im Vergleich zu einem Diesel beträgt 1,7 zu 1. Die Anschaffungs-, Wartungs- und Betriebskosten verschiedener Fahrzeugtypen wurden unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Subventionen und Steuern verglichen. Auch werden die ersten 50 E-Taxis  in diesem Jahr auf den Straßen der Hauptstadt Uruguays eingesetzt. E-Taxi-Flotten gibt es bereits in  Bogotá und London, sagte Campal. Ebenso in Hongkong und in  der chinesische Stadt Shenzhen, wo sie gebaut werden.

Die staatliche Elektrizitätsgesellschaft Uruguays erwarb inzwischen 30 elektrische Kangoo Maxi ZE Transporter von der französischen Autofirma Renault für seine Arbeit. Elektromotoren verbrauchen sechs Mal weniger Energie als Dieselmotoren. Für Dieselkraftstoff betriebene Busse gibt es bislang einen staatlichen Zuschuss von 65 Prozent, sodass die Subventionen in diesem Bereich verändert werden müssen. Für Bus-Unternehmen muss es rentabel sein, damit diese auf  Elektro-Busse umstellen.

Die Initiative ist Teil der Energiepolitik Uruguays, die darauf abzielt, die Hälfte der benötigten Energie des Landes aus einem Mix unterschiedlicher erneuerbarer Energie-Quellen bis 2015 zu beschaffen. Windenergie hat daran den größten Anteil. Die Electric Mobility Group, die aus mehreren nationalen Gremien und der Stadtverwaltung Montevideos besteht, hat die Einführung dieser Technologie 2012 gestartet mit dem Ziel der Null-Treibhausgas-Emission.

In Montevideo wurde allerdings bis lang noch nicht geklärt, wie die Batterieladestationen für Taxis und Busse betrieben werden sollen, sagte Ramón Méndez der nationale Energiedirektor. Für den Aufladeprozess muss eine 10-Kilowatt-Stromquelle benutzt werden, während uruguayische Häuser in der Regel nur mit zwei bis sechs Kilowatt Leistung versorgt werden. Die Elektrofahrzeuge funktionieren mit Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus. Die Akkus sind biologisch abbaubar und enthalten keine Schwermetalle. Voll aufgeladen, haben die Fahrzeuge eine Reichweite zwischen 250 und 300 Kilometern. Elektrofahrzeuge kosten in Uruguay das Fünffache gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen mit konventionellem Brennstoff. Ein Elektro-Bus schlägt mit rund 500 000 Dollar zu Buche und ein Auto mit 60 000 Dollar. Die Betriebs-und Wartungskosten betragen allerdings nur 10 Prozent im Vergleich zu Fahrzeugen mit Dieselmotoren.

Ramón Méndez, sagte gegenüber Tierramérica, dass das vollständige Aufladen einer Autobatterie bei den derzeitigen Strompreisen in Uruguay ca. 10 Dollar koste. Die Umstellung auf Elektro und der dadurch entstehende zusätzliche Energieverbrauch sei zu schaffen. „Lieber selber verbrauchen als im Jahr 2015 zu einem Stromexporteur zu werden“. Seit 2005 habe Uruguay so viel neue Stromerzeugungskapazitäten installiert, mehr als in den vergangenen 100 Jahren in der Geschichte der Energiebranche „, so Méndez. „Der Verkehr verbrauche allein ein Drittel der Energieressourcen des Landes. In Dollar ausgedrückt über zwei Milliarden Dollar nur für Kraftstoff. Aus diesem Grund könne diese Maßnahmen Einsparungen von Hunderttausenden von Dollar pro Jahr für das Land bedeuten.

Méndez führte weiter aus: „Elektrofahrzeuge sind der Weg in die Zukunft für die Welt im allgemeinen und insbesondere für Uruguay“. Auch die Transportbranche sei derzeit abhängig von fossilen Brennstoffen, aber sobald Elektrofahrzeuge eingeführt würden, solle die Energieversorgung des Transportverkehrs auf Quellen wie Windenergie, Biomasse und Photovoltaik basieren. „Das bedeutet geringere Kosten und größere Souveränität“, betonte der Leiter der Nationalen Energiedirektion. „Wir müssen jetzt handeln, anstatt weiterhin Öl teuer zu importieren, abgesehen von den vielen Unsicherheiten. Wir können unsere Energieversorgung durch die Installation von weiteren Windparks nicht nur gewährleisten, sondern durch weitere Anpassungen auch die Bedürfnisse der Transportbranche erfüllen“, fügte er hinzu.“

Wir haben diese Informationen aus ipsnews  Uruguay’s Public Transport Goes Electric für Sie übersetzt.

Uruguay, der kleine südamerikanische Staat am Atlantik, will bis 2015 die Hälfte seines Primärenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen abdecken. Damit nimmt das Land die Vorreiterrolle für ganz Lateinamerika ein und ist auf den Weg, dieses Ziel auch zu schaffen. Und Feinstaub? Kein Problem, denn mittlerweile kann man in Uruguay bereits Elektroautos mieten.

Die Städte werden von Abgasen und Lärm entlastet. Bevor man die Elektroautos mieten konnte, hörte man in der Altstadt von Colonia del Sacramento nur das  Knattern der Mopeds, nun herrscht dort eine herrliche Ruhe. Uruguay, ein besonderes Land, denn José Alberto Mujica Cordano, seit dem 1. März 2010 amtierender Präsident von Uruguay, gilt als einer der “ärmsten” Staatsoberhäupter der Welt.“„El Pepe“ verdient demnach pro Monat 12 500 US-Dollar und spendet davon 90% an soziale Einrichtungen. Siehe: Uruguay: Präsident Mujica spendet 90% seines Gehalts an soziale Einrichtungen

Ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, ein kleines Land macht es unseren Regierungen vor.

Netzfrau  Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „…Ein Beispiel, dass es möglich ist, in kleines Land macht es unseren Regierungen vor…“

    Das ist ja auch keine Kunst, es war ja auch noch sie billig, das Klima zu „retten“: „Ein elektrischer Bus kostet 500.000 Dollar und ein Auto 60.000 Dollar. Aber die Betriebs-und Wartungskosten sind nur 10 Prozent von denen der Dieselmotoren.“
    Dieses Geld – 500.000 US-Dollar für einen Bus, geschenkt! – hat man ja ruckzuck wieder raus.

  2. Die Textstelle „Hier leben 3,3 Millionen Menschen, die Hälfte der Einwohner von Uruguay“ ist nicht ganz richtig. In Uruguay leben insgesamt ca. 3.3 Millionen Menschen und die Hälfte davon in Montevideo.

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