Seltene Geburtsfehler im Bundesstaat Washington auf dem Höchststand

Anenzur englischen Version Viele Anwohner sind überzeugt, dass undichte Tanks radioaktiver Abfälle aus der Region in der Nähe des Hanford-Kernkraftwerks schuld sind.

Anenzephalie ist die schwerste Fehlbildung eines Neuralrohrdefektes im Hirnbereich. Die Schädeldecke hat sich während der Schwangerschaft nicht geschlossen und es fehlen unterschiedliche Teile des knöchernen Schädeldaches, der Hirnhaut, der Kopfhaut und des Gehirns.

Lediglich bei einem Viertel der Fälle ist das Stammhirn entwickelt, die Hypophyse ist unterentwickelt und die Lebenserwartung beträgt im Regelfall nur einige Tage. In Mitteleuropa ist durchschnittlich 1 von 1000 Neugeborenen betroffen, nur Nordirland liegt die Rate höher mit 5 von 1000.

Weitere Merkmale dieser Fehlentwicklung sind vorstehende Augen, das Fehlen eines Halses, sodass Gesicht und Brust eine fast einheitliche Fläche bilden, und das häufige Auftreten einer Gaumenspalte. Zudem sind lebend geborene Kinder schmerzempfindlicher. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Anenzephalie )

 Übersetzung vom Original: Rare Birth Defects Still Spiking in Washington State vom  NBC News

Die Anzahl der seltenen Geburtsfehler liegt im Bundesstaat Washington immer noch auf dem Höchststand

Im Jahr 2013 wurden 7 Fälle seltener, schwerwiegender Geburtsfehler in einer abgelegenen Region des Staates Washington gemeldet, d. h. es ist jetzt das vierte Jahr in Folge, dass sich die Quote gegenüber dem nationalen Durchschnitt mehr als verdreifacht hat, so die Gesundheitsbehörden am Dienstag. Bezugnehmend auf das Gesundheitsministerium in Washington gibt es immer noch keine klare Ursache für den Anstieg der Anenzephalie, einem schweren Defekt, bei denen Babys zur Geburt Teile des Gehirns oder des Schädels fehlen. NBC News untersuchte dieses Problem im Februar.

Seit 2010 sind insgesamt 30 Fälle bekannt geworden, welche den Landkreisen Yakima, Benton und Franklin im zentralen Staat Washington zugeordnet werden. Die Anenzephalie-Rate liegt in dieser Region bei 8,7 Fällen pro 10 000 Geburten und damit weit über dem landesweiten Durchschnitt von 2,1 Fällen pro 10 000 Geburten.

„Wir sind wirklich besorgt über die Tatsache, dass der Anenzephalie-Anteil immer noch so hoch liegt“, sagte Mandy Stahre, eine Beamtin des Epidemic Intelligence Service, zugehörig zum Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorsorge im Staat Washington. „Wir hatten die Hoffnung, dass dies eine statistische Anomalie gewesen sei oder von allein verschwinden würde.“

Staats- und Bundesbeamte planen, einen beratenden Ausschuss nationaler Experten einzuberufen, um Optionen für die Untersuchung und Verhütung zu prüfen, sagte Stahre. Im nächsten Monat werden sie „Anhörungen“ in den Gemeinden durchführen, um die Bedenken der Öffentlichkeit wegen des Anstiegs der Geburtsschäden in der Region zu sammeln.

„Die Gemeinde-Mitglieder, die leben hier“, sagte Stahre. „Sie könnten Dinge bemerken, die wir nicht erkennen.“ Das scheint wohl kaum genug zu sein, sagte eine Mutter, deren Baby im vergangenen Jahr mit „Spina bifida“ geboren wurde und die Fälle von Neuralrohrdefekten nur als Teil einer Häufung von Fällen betrachtet. „Es ist gut, dass sie jedermanns Gedanken wissen wollen, aber was tun sie dagegen?“, fragte Andrea Jackman, 30, aus Yakima. Ihre Tochter Olivia ist 7 Monate alt.

„Warum verwenden sie Zeit und Geld auf Gespräche mit Menschen, die nichts wissen? Forscht endlich nach.“ Stahre sagte, eines der Ziele des Beirats wird es sein zu entscheiden, worauf sich künftige Untersuchungen konzentrieren sollten. „Müssen wir zurückgehen und noch weiter zurückschauen? Oder wollen wir uns auf die aktuellen Bedingungen konzentrieren und vorwärts blicken?“, fragte Stahre.

Die neue Zählung folgt einem Bericht aus dem letzten Sommer, nach welchem mehr als zwei Dutzend Fälle von Babys mit Anenzephalie und anderen Neuralrohrdefekten in der Region zwischen 2010 und 2013 geboren wurden. Die Forscher fanden kein geographisches, saisonales oder anders geartetes Muster für die Fälle, sagte Stahre.

Medizinische Aufzeichnungen verweisen auf eine niedrige Folsäure-Vitamin-Supplementierung in der Region, die mit Anenzephalie in Verbindung gebracht wird. Andere Studien zeigten eine Beziehung zwischen dieser Fehlbildung und dem Vorkommen von Schimmel und Pestiziden auf. Kritiker sagen, dass die Landes- und Bundesbeamten detaillierte Interviews und eine gründliche Untersuchung im Bereich der erhöhten Fälle von Zentral-Washington einleiten müssten.

Viele Anwohner sind überzeugt, dass undichte Tanks radioaktiver Abfälle aus der Region in der Nähe des Hanford-Kernkraftwerks schuld seien, aber Dr. Edith Cheng, eine Expertin für Geburtsfehler der Medizinischen Universität Washington, sagte, es gebe keine gute Auswertung über pflanzliche Auswirkungen hinsichtlich Anenzephalie oder anderer Probleme.

Experten betonen die Notwendigkeit, dass alle Frauen im gebärfähigen Alter Folsäure zu sich nehmen sollten.

Unsere Zusatzinformatio:

hanford_mapHanford ist Amerikas atomare Ursünde und nur vier Autostunden südöstlich von Seattle entfernt. Dort produzierten die USA einst fast ihr gesamtes Atommaterial für den Kalten Krieg. Sie ist zwar seit 1988 stillgelegt, doch es bleibt der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre. Das geplante Ende der Sanierung ist für Ende 2052 vorgesehen. Dort lagern 53 000 000 Gallonen von höchster Stufe Verteidigungs Abfälle in 177 unterirdischen Tanks.149 davon sind einschalig und leckanfällig.

Bereits eine Million Gallonen radioaktiver Abfälle soll in das Grundwasser ausgelaufen und in den Columbia Fluss gesickert sein. Das GAO fand schriftliche Berichte, die mehrere Fehler in der Sicherheit enthalten, z. B. Design, Konstruktion und Projektmanagement und Abfallbehandlungsanlage (WTP). Mehr Informationen finden Sie unter: Hanford’s Radwaste Tanks Leaking & Explosive, Waste Treament Plant Unsafe: Whistleblowers Vindicated  Wir werden in einem weiteren Beitrag darüber berichten.

Original:

Rare Birth Defects Still Spiking in Washington State http://www.nbcnews.com/health/health-news/rare-birth-defects-still-spiking-washington-state-n86916 BY JONEL ALECCIA 22 April 14, Seven cases of a rare fatal birth defect were reported in a remote region of Washington state in 2013, making it the fourth consecutive year that rates have more than tripled the national average, health officials said Tuesday.

There’s still no clear reason for the spike in anencephaly, a severe defect in which babies are born missing parts of the brain or skull, according to Washington state health officials. NBC News investigated the issue in February.

But it brings to 30 the number of cases reported since 2010 in the area that includes Yakima, Benton and Franklin counties in central Washington state. The anencephaly rate jumped to 8.7 cases per 10,000 births in the region, far exceeding the national rate of 2.1 cases per 10,000 births.

“We’re really concerned about the fact that the anencephaly rates are still so high,” said Mandy Stahre, an Epidemic Intelligence Service officer with the Centers for Disease Control and Prevention based in Washington state. “We were sort of hoping that this may have been a statistical anomaly or would go away.”

State and federal officials plan to convene an advisory committee of national experts to review options for investigation and prevention, Stahre said. Next month, they’ll hold “listening sessions” in the community to hear public concerns about the rise in birth defects in the region. “The community members, they live here,” Stahre said. “They may be seeing things that we don’t.”

But that hardly seems like enough, said one mother whose baby was born with spina bifida last year and was considered part of a cluster of cases of neural tube defects in the region.

“It’s good that they want to know everybody’s thoughts, but what are they doing about it?” said Andrea Jackman, 30, who lived in an orchard in Yakima, Wash., while she was pregnant but now lives in Ellensburg. Her daughter, Olivia, is 7 months old.

“Why are they going to put the time and money into chatting with people who don’t know? Do the research.”

Stahre said one of the goals of the advisory committee will be to decide what focus future investigations should take.

“Do we go back and look even further back? Or do we just focus on current conditions and looking foward,” Stahre said.

The new count follows a report last summer that found more than two dozen cases of babies born with anencephaly and other neural tube defects in the region between 2010 and 2013.Researchers found no geographic, seasonal or other type of pattern to the cases, Stahre said.

Medical records indicate low rates of folic acid vitamin supplementation in the region, which has been linked to anencephaly. Other studies have shown ties between the defect and exposure to molds and pesticides. Critics have said state and federal officials need to do detailed interviews and a thorough investigation of the central Washington cluster.

Many local residents are convinced that leaking tanks of nuclear waste from the region’s nearby Hanford nuclear plant must be to blame, but Dr. Edith Cheng, a University Washington Medicine expert on birth defects, said there has not been a good evaluation of the plant’s impact on anencephaly or other problems.

Experts emphasize the need for all women of childbearing age to take folic acid supplements.

deutsche Flagge

Netzfrau Andrea Carls

Das könnte Sie auch interessieren

Alte, marode Atommeiler werden zu „Kartenhäusern“ – Leck in AKWs in USA und Frankreich!

Neue AKWs: China, Taiwan und Japan haben aus Fukushima nichts gelernt

Was geht in Fukushima vor? Anstieg an Schilddrüsenkrebs beträgt bereits das Zehnfache- Erhöhte Strahlenwerte in den USA

ES REICHT! Glyphosat-Herbizid: Nun auch in der Muttermilch – Herbicide Found In Mother’s Milk

Erschreckende neue Studie: Pestizidrückstände verursachen Fehlgeburten, reduzierte Fruchtbarkeit u.v.m.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, es sollte schleunigst umgedacht werden. Nicht nur von Politik und Wirtschaft. Auch viele unserer Mitmenschen halten Atomkraft, Pestizide usw. für harmlos und sicher. Ich musste mir auch schon anhören gegen den Fortschritt zu sein und ob es mir lieber wäre wir hätten wieder eine Lebenserwartung von ca. 30 Jahren (interessante Frage übrigens – 30 wirklich gesunde und glückliche Jahre)
    Hier noch eine kleine Anmerkung:
    Oben ist zu lesen: „Für Mitteleuropa ist durchschnittlich 1 von 1000 Neugeborenen betroffen, für Nordirland liegt die Bewertung bei 5:1000.“
    und weiter unten ist von „8,7 Anenzephalie Fällen pro 10.000 Geburten“ die Rede.
    Hat sich da der Fehlerteufel eingeschlichen oder sind wir in Europa, besonders Irland wirklich soviel schlechter dran?
    Macht bitte weiter so und lasst euch nie entmutigen.
    Großen Dank und sonnige Grüße sendet
    Jenny

  2. mit sicherheit ist das eine mutation der radioaktivität diese vorkommnisse werden nicht veröffentlicht es wird eine hohe dunkelziffer von fehlbildungen geben die der öffentlichkeit vorenthalten werden.es ist die geldmacht der wallstreet die das alles verursacht jetzt gibt es schon den anencephalus ( krötenkopf) das ist sehr sehr schlimm und niederschmetternd.man möchte garnicht weiterdenken leider habe ich das schon einmal eingelegt gesehen -grausam!!! da sind verqualmte lungen auf zigarettenpackungen harmlos!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.