Wie Monsanto die Regierungen kontrolliert – How Monsanto Controls the Government

Monsanto+CorruptDie unschönen Machenschaften des Riesen der Gentechnik führten dazu, dass das Unternehmen ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Monsanto unterwanderte im Laufe seiner Entwicklung Behörden und zahlte viel Geld für eine große und einflussreiche Lobby.

 

Die Netzfrauen haben für Sie übersetzt, wie Monsanto es schaffte, die Regierung zu kontrollieren. Das Original finden Sie hier:

How Monsanto Controls the Government

Der Landwirtschafts-und Biotech-Riese Monsanto (MON) ist das Aushängeschild für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) geworden. Das in St. Louis ansässige Unternehmen bemüht sich seit den 1990er-Jahren, aus GVO einen festen Bestandteil der Ernährung für die Bevölkerung zu machen. Es beherrscht auch den Markt für gentechnisch veränderte Pflanzen und versorgt die Landwirtschaft auf der ganzen Welt mit seinem Mais-, Soja-, Zuckerrüben- und Luzerne-Samen. Nach Angaben des freiberuflichen Reporters Chris Parker, der vor kurzem ein 4000 Worte langes Exposé über Monsanto in der Wochenzeitung Village Voice veröffentlichte, deckt das Saatgut von Monsanto „40% der amerikanischen Erntefläche und 27% weltweit“ ab.

In einem Interview mit The Daily Ticker beschreibt Parker im Detail, wie Monsanto mit den Abgeordneten in Washington verbunden ist. Ein Kunststück – zustande gebracht durch die Ausgaben von 70 Millionen Dollar für Lobbyarbeit seit 1998 und 10 Millionen Dollar an Wahlkampfspenden in den letzten zehn Jahren. Anfang dieses Jahres wurde Michael Taylor, der ehemalige Vizepräsident für Öffentlichkeitsarbeit bei Monsanto, von Präsident Obama zum „Deputy Commissioner for Foods and Veterinary Medicine at the Food and Drug Administration“ benannt. Parker sagt, dass diese Ernennung zwei Dinge unterstreicht: wie tief Monsanto in die höheren Ränge der Regierung eingebettet ist und wie das Unternehmen in der Lage ist, die nationale Lebensmittelpolitik geräuschlos zu beeinflussen.

The Daily Ticker bekam von einem Monsanto-Sprecher diese Antwort:

„Der Artikel ist eine einseitige Darstellung von Monsanto, die der Autor und Kritiker des Unternehmens die Leser glauben machen möchte. Die 21 000 Menschen, die bei Monsanto arbeiten, sind stolz auf unsere Bemühungen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktivität und Lebensmittelqualität. Die Landwirtschaft und ihre Verwendung sind jedem von uns wichtig. Zu den Herausforderungen der Landwirtschaft zählen das Produzieren von Nahrungsmitteln für unsere wachsende Bevölkerung und die Verringerung der Spuren, die durch die Landwirtschaft hinterlassen werden. Wir von Monsanto glauben, dass wir einen Beitrag zur Verbesserung der Landwirtschaft leisten, indem wir die Landwirte dabei unterstützen, mehr auf ihren Feldern produzieren zu können, während sie gleichzeitig natürliche Ressourcen wie Wasser und Energie schonen. Auf unserer Website haben wir viele der Themen angesprochen, die in dem Artikel falsch dargestellt werden.

Es gibt eine Handvoll Firmen wie Monsanto, die versuchen, die globale Lebensmittellandschaft zu verändern. Dow Chemical  DOW), DuPont (DD), Syngenta (SYT), Bayer CropScience und BASF sind die anderen großen Agrar-Chemieunternehmen, die kritisiert und für ihre Entwicklung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln angegriffen werden. Mehr als 60 Länder regeln oder verbieten GVOs, die Vereinigten Staaten von Amerika gehören nicht zu ihnen. Die offizielle Richtlinie der FDA besagt, dass „die Behörde weder GV-Pflanzen auf Basis ihrer erkennbaren Vorteile unterstützt, noch sich ihr widersetzt auf der Grundlage ihrer erkennbaren Risiken. Die Priorität der FDA ist es sicherzustellen, dass alle Lebensmittel einschließlich der aus GV-Pflanzen gewonnen Lebensmittel sicher sind und ansonsten mit dem FD&C Act und den geltenden Vorschriften übereinstimmen. Allerdings erkennt die FDA, dass es verschiedene Ansichten unter Nahrungsmittelherstellern, der Landwirtschaft und der Öffentlichkeit gibt.“

Baumwolle, Mais und Sojabohnen sind die häufigsten GV-Kulturen in den USA. Nach Angaben des United States Department of Agriculture (ASDA) entfielen im vergangenen Jahr 94% der gesamten gepflanzten Bauwolle auf GV-Baumwolle, 93% der Sojabohnen waren GV-Sojabohnen und 88% des gepflanzten Maises war GV-Mais. Monsanto, der im letzten Quartal einen Nettoumsatz von 4,2 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 909 Millionen Dollar bekannt gab, ist der weltweit größte Saatguthersteller.

Über Monsantos Widerstand gegen die Kennzeichnung von GVO wurde ausgiebig berichtet.

„Aber der Umgang von Monsanto mit den Landwirten, die seine Pflanzen und Samen kaufen, verdient die gleiche Aufmerksamkeit – wenn nicht sogar noch mehr“, argumentiert Parker.

„Durch die Kontrolle des ganzen Saatgutes sind Unternehmen [Monsanto] in der Lage, die Verteilung von anderen Saatgut-Arten, die Wege und welche Arten überhaupt auf den Markt kommen, zu begrenzen“, erklärt er. „Sie sind wie die Recording Industry of America (RIAA), aber doppelt so erbärmlich.“

Parker sagt, Mitarbeiter von Monsanto „belästigten“ Bauern und jagten ihnen Angst ein. Sie hätten aus dem Samen des Unternehmens – ohne Erlaubnis – eine Neubepflanzung gezogen. Das Unternehmen beschäftigt auch „Menschen, die man zum Sprengen der Gewerkschaften gebrauchen kann“, um andere  Saatguthändler auszuspionieren, um so seine Patente zu schützen, fügt er hinzu. Aus Quellen erfuhr Parker, dass die Landwirte von Monsanto als die „Samen-Polizei“ spricht, die die „Gestapo“ beschäftigt, mit mafiaartigen Taktiken, um zu sie „auszuspionieren und einzuschüchtern“. Und Monsanto wird Kleinbauern mit Klagen überrollen, wenn er glaubt, dass seine Patente verletzt wurden. Im Mai bestätigte der US Supreme Court einen niedrigeren Gerichtsbescheid und erklärte den Soja-Landwirt David Runyon für schuldig, eine niedrigere Gerichtsentscheidung, und den Soja Landwirt David Runyon aus Indiana der Patentverletzung für schuldig. Er soll Samen gepflanzt und gelagert haben, die Monsantos gentechnisch verändertes Roundup-Ready-Unkrautvernichtungsmittel enthalten haben.

Monsantos Monopol der Saatgut-Industrie verhindert die Forschung und Untersuchungen, die benötigt werden, um die Sicherheit seiner GVO-Kulturen zu ermitteln, sagt Parker.

„Die Informationen sind da draußen nicht zu finden“, klagt er. „Die FDA und die USDA haben diese Pflanzen nicht studiert – sie übernehmen einfach die Aussagen von Monsanto, dass sie sicher sind.“

GVO-Pflanzen stellen ein weiteres Risiko für den Komplex der industriellen Landwirtschaft dar, stellt Parker fest.

„Auf Grund des Monopols von Monsanto sind die Saatgutkosten dramatisch gestiegen – drei, vier, fünf Mal in den letzten 10, 15 Jahren“, sagt er. Monsanto übt „Druck auf die Landwirte aus,… die Gewinne gehen zurück auf [Monsanto] und nicht an die Landwirte. [Monsanto] stopft sich die Taschen voll.“

Zusatzinformationen aus den Recherchen der Netzfrauen:

Monsanto in Europa:

Lobbyverflechtungen in der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen kein Ende

Das International Life Sciences Institute (ILSI) ist eine einflussreiche Lobbyorganisation im Lebensmittelbereich.
Finanziert wird sie weitgehend durch Unternehmen der Lebensmittel-, Chemie- und Gentechnikindustrie, wie Coca-Cola, Nestlé und Monsanto . Sie geriet wegen ihrer Industrienähe und der Verflechtungen mit staatlichen Aufsichtsbehörden in die Kritik. Lesen Sie dazu: Unfassbar! EFSA – Monsanto ist sicher- Lobbyverflechtungen in der EFSA

Chefverhandler der US-Regierung für den Bereich Landwirtschaft ist Islam Siddiqui, der von 2001 bis 2008 als registrierter Lobbyist den Branchenverband CropLife America vertrat, in dem auch Monsanto Mitglied ist.

Michael R. Taylor ist ein US-amerikanischer Regierungsbeamter und der stellvertretende Kommissar für Lebensmittel in der Bundesbehörde FDA. Taylor studierte Politikwissenschaften am Davidson College und absolvierte nach seinem B. A. das Jura-Programm der University of Virginia. Nach seiner Zulassung als Anwalt begann Taylor 1976 bei der FDA als Assistent des Kommissars zu arbeiten.1981 wechselte er zur Kanzlei King & Spalding, zu deren Kunden Monsanto gehörte, und baute den Geschäftsbereich Lebensmittelrecht und Pharmazierecht auf.

1991 verließ Taylor die Kanzlei und kehrte zur FDA zurück. Zu den Entscheidungen in seiner Amtszeit gehört, dass Milch von BGH-behandelten Kühen nicht gekennzeichnet werden muss. 1996 ging Taylor zurück in die Privatwirtschaft und war für Monsanto als Vizepräsident für Public Policy tätig. In den Dokumentarfilmen The Future of Food und Monsanto, mit Gift und Genen ist Taylor ein Beispiel für den Drehtür-Effekt, da der Jurist jahrzehntelang zwischen Industrie und Aufsichtsbehörden hin- und her wechselte.

Siehe dazu: Freihandelsabkommen – Alle unter einer Decke mit Monsanto und Co.

Experten schätzen, dass bis zu 20 000 Lobbyisten, überwiegend verdeckt, in Brüssel arbeiten. Das sind mehr als 15 pro Parlamentarier.

Pro Monat wird zu über 200 üppigen Dinners geladen, bei denen Industrieverbände den Politikern ihre Wünsche unterbreiten. Noch Fragen?

Netzfrau Kerstin Hördemann

Original:How Monsanto Controls the Government

Agriculture and biotech giant Monsanto (MON) has become the poster child for genetically modified organisms (GMOs). The St. Louis-based company has led efforts since the 1990s to make GMOs part of the nation’s diet. It also dominates the market for genetically modified crops, supplying farmers across the world with its corn, soy, sugar beets and alfalfa seeds. According to freelance reporter Chris Parker, who recently wrote a 4,000 word expose of Monsanto in the Village Voice newsweekly, Monsanto’s seeds “cover 40% of America’s crop acres and 27% worldwide.”
Read more at http://expandedconsciousness.com/2014/04/30/how-monsanto-controls-the-government/#uwqSl6O0dSib1Uof.99

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Nun ist es bestätigt: Die DNA aus genetisch veränderten Pflanzen wird durch die Nahrung auf den Menschen übertragen
 

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