Informationsreihe „Saatgut“: Alles Monsanto oder was?!

Monsanto-Saat1Gartenarbeit bzw. die Beschäftigung mit Pflanzen gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten. Geschätzt jeder zweite Privathaushalt nutzt einen Garten. Gartenbau betrifft uns alle, frisches Obst und Gemüse sind unverzichtbare Bestandteile einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung.

Beim Einkauf von Pflanzen für Haus und Garten schätzen wir die große pflanzliche Vielfalt. Und jede Pflanze, ob Zier- oder Gemüsepflanze, beginnt mit der Saat.

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen Saatgut und wissen nicht, woher es kommt. Sie wissen es? Steht doch drauf, denken Sie. Stellen Sie sich vor, ihr Saatgut würde von Pflanzenschutzmittelherstellern stammen – würden Sie es trotzdem kaufen?

Sie tun es bereits seit Jahren. Draufstehen tut es allerdings nicht. Haben Sie schon Ihr Saatgut gekauft?

Dann haben Sie ungewollt etwas von Monsanto dabei. Über Monsanto berichteten wir schon ausreichend. Vielleicht sind Sie immer noch der Meinung, Monsanto gibt es nur in den USA. Sie kennen Monsanto von Genmais, von Pflanzenschutzmitteln, aus den Berichten über das Freihandelsabkommen u. v. m.. Ja, Monsanto, das ist die Firma. die das Herbizid Roundup herstellt. Spuren von Glyphosat (Roundup) findet man in Müsliriegeln, in Muttermilch, in Mensch und Tier … Glyphosat gilt als Haupt- oder Mitverursacher von Autismus, Hirnschädigungen, Glutenunverträglichkeit, Brustkrebs … u. v. m.

Monsanto, das ist auch die Firma, die massenweise genetisch veränderte Feldfrüchte zusammenbastelt, in vielen Ländern auch als „Frankensteins Produkte“ bezeichnet. Nicht zuletzt ist Monsanto die Firma, von der man verklagt wird, weil die Pollen keine Grenzen kennen und der Wind Genmais-Pollen andere Äcker kontaminiert. Aber doch nicht in Ihrem Garten!?! Und doch, das Saatgut ist nur versteckt hinter alten Produktnamen.

In Deutschland gibt es etwa 1 Millionen Kleingärten und circa 17,3 Millionen Hausgärten, die zusammen rund 930 000 ha umfassen. Kleingärtner gibt es in Japan, Amerika, Kanada, Korea, China, … und die Tendenz ist überall steigend. Der „Garten als Hobby“ ist wieder sehr im Kommen. Gartencenter erleben daher zurzeit einen wahren Boom.

Vieles aus den Angeboten wird nach eigenem Geschmack im Garten ausprobiert und sogar der kleinste Balkon wird zu einer Blumenpracht. Und wo der Profit winkt, da sind Konzerne nicht weit. Oft wurden wir gefragt: Welches Saatgut kann man unbedenklich kaufen, ist Bio-Saatgut wirklich bio und pestizidfrei? Gerade hinsichtlich des weltweiten Bienensterbens möchten wir den Bienen etwas Gutes tun, also werden Blumen ausgesät. Nur würden wir wirklich von den sogenannten „Bienenmördern“ Saatgut kaufen? Da gibt es diesen Spruch: „Den Bock zum Gärtner machen“, oh wie wahr. Gerade in der heutigen Zeit, in der immer mehr zu Pflanzenschutzmitteln, sogar in den Baumärkten erhältlich, gegriffen wird. Dieses Thema Pestizide haben wir für Sie bereits recherchiert und Sie finden es unter: Pestizide –Mord auf Raten”! Die Macht der Agrarlobby!

Beispiele der Verflechtungen!

Saatgut

  • Monsanto und Dow AgroSciences LLC, eine Tochtergesellschaft der The Dow Chemical Company, schlossen im April 2013 ein neues Lizenzabkommen über Pflanzeneigenschaften für transgene Sorten
  • Monsanto und Bayer CropScience schlossen im April  wechselseitige Lizenzabkommen über Technologien der nächsten Generation im Bereich der Pflanzenbiotechnologie
  • Monsanto und BASF erteilten sich 2012 gegenseitig Lizenzen
  • Monsanto und DuPont schlossen im März 2013 eine Lizenzvereinbarung für Saatgut
  • Monsanto und Syngenta, die ehemals zerstrittenen Parteien, räumten sich 2008 gegenseitig Lizenzen

In diesem Beitrag haben wir uns mit dem Thema Saatgut beschäftigt. Schauen Sie sich die o. g. Verflechtungen noch einmal an, denn auch in diesem Beitrag werden Sie feststellen: Man kennt sich, arbeitet zusammen und es tauchen immer die gleichen Namen auf. Nur eben nicht gleich erkennbar, denn durch Zukäufe, Kooperationen und unter einem anderen „Decknamen“ hat man ungewollt diese Konzerne im Garten.

So gehören zu Monsanto die Marken Seminis, De Ruiter Seeds und weitere regionale Marken. De Ruiter Seeds nennt auf seiner Kontakt-Seite Seminis Seeds. Wir gehen noch vereinzelt auf die einzelnen Firmen ein und zeigen Ihnen das Seed Vally. Übrigens, es befindet sich nicht in den USA, sondern mitten in Europa.

Wie unsere Recherchen zeigen, brauchen wir nicht über unseren Kontinent hinaus, sondern bleiben bei unserem Nachbarland Niederlande. Die niederländische Pflanzenzüchtung und Vermehrungsindustrie produziert Samen und Jungpflanzen für den landwirtschaftlichen- und Gartenbausektor. Niederländische Pflanzenzucht, ob Gemüse, Kartoffeln oder Zierpflanzen gehören zu den größten in der Welt und viele der größten weltweiten Produzenten aus dem Bereich Gentechnik sind in den Niederlanden angesiedelt.

Fast 40% des weltweiten Handels mit Saatgut für den Garten- und Ackerbau stammen aus den Niederlanden. Für Pflanzkartoffeln ist der Anteil sogar noch größer und liegt bei fast 60%. Viel Geld wird in die Investitionen in Forschung und Entwicklung (R & D) investiert. Die Branche investiert 15% des Umsatzes im Durchschnitt in R & D. Das ist mehr als die in vielen anderen wissensintensiven Branchen wie der Pharmaindustrie.
Diese Broschüre gibt Ihnen einen Einblick in die wirtschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung und Vermehrungsindustrie in den Niederlanden. Plant reproduction materials (englisch).

Es existiert ein verzweigtes weltweites Netzwerk an Vertriebsgesellschaften und Vertriebspartnern. Transparenz? Fehlanzeige! Eine langwierige Suche! Wann Monsanto wen aufgekauft hat, ok, dass wäre noch einfach. Aber da viele Firmenübernahmen wiederum durch die einzelnen Firmen läuft, die nun zu dem Monsanto-Konzern gehören, schwierig. Verbindungen von den Monsanto-Firmen weisen zur Firma Volmary, und von dieser wiederum zur Bruno Nebelung GmbH und den Firmen Sperli und Kiepenkerl, die in beinahe jedem Baumarkt zu erhalten sind. Nicht in jedem Tütchen, auf dem einer dieser Namen steht, muss Monsanto drin sein – aber  Monsanto KÖNNTE drin sein.

1. Bruno Nebelung GmbH & Co. KG: Wird Volmary GmbH (22. 10. 2010)
  • Züchtung und den Handel mit Blumen- und Gemüsesamen
  • Produktion und Vertrieb von Blumen- und Gemüse-Jungpflanzen
  • den Vertrieb von Blumen- und Gemüsezwiebeln
  • sowie die Steuerung der bekannten Lizenzmarken-Systeme ‚Kiepenkerl Profi-Line Pflanzen‘ und ‚Pegasus Pflanzen‘.

Das Pflanzen-Marketing-System ist aktiv im Gartenfachhandel und bei den Hobbygärtnern.

2. Fleuronova GmbH: Firmiert jetzt unter Volmary GmbH (August 2013)

Volmary Jungpflanzen werden in Senden, Coesfeld-Lette und Billerbeck-Beerlage in den Bereichen Beet und Balkon, Stauden, Freiland-Schnittblumen, Gemüse und Kräuter kultiviert. Mittlerweile stehen am Standort Senden ca. 31 000 m² Hochglasfläche für die Produktion zur Verfügung. Dabei ist der Betrieb in Senden auf generativ vermehrte Jungpflanzen spezialisiert. Weitere Standorte mit insgesamt 35 000 m² Glasfläche gibt es in Coesfeld und Billerbeck, die auf vegetative vermehrte Stecklinge, sowie Stauden spezialisiert sind. Mutterpflanzenbetriebe sind in der Türkei und Kenia angesiedelt. Sämlinge und Stecklinge werden im Münsterland kultiviert und innerhalb Europas vertrieben (Quelle: Volmary).

3. Fides ist ab dem 1. Oktober 2012 eine strategische Partnerschaft mit der Volmary GmbH eingegangen.

Volmary hat alle Aktivitäten auf den Gebieten Verkauf, Bewurzelung von Jungpflanzen und Distribution für den deutschen Markt übernommen. Fides konzentriert sich als Züchter auf die Genetik, während Volmary auf die Bewurzelung und die engmaschige Distribution innerhalb Europas spezialisiert ist.

FidesRingo Veenman und Peter van Duin  sind seit dem 1. August 2012 im Management des Züchtungs- und Vermehrungsunternehmens Fides, De Lier/NL, tätig, das zur Agribio-Gruppe gehört. Beide waren bislang beim Züchter Monsanto beschäftigt. Ringo Veenman ist bei Fides zuständig für den Vertrieb, Kundenservice sowie die Marketing- und Kommunikationsabteilungen. Peter van Duin ist verantwortlich für die weltweite Produktion von Fides-Stecklingen.

Fides ist ein Veredelungs- und Vermehrungsbetrieb von Schnittchrysanthemen, Topfchrysantemen, Kalanchoë, Calandiva®, Pelargonium, Osteospermum, Impatiens Neu-Guinea, Topfdahlien, Petunia und Calibrachoa. Die Medaillengewinner z. B. bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi durften sich nicht nur über Edelmetall, sondern auch über ein Blumengebinde freuen. Darin verarbeitet waren unter anderem Schnittchrysanthemen des Züchtungsunternehmens Fides (NL-De Lier). Mehr zu Fides finden Sie HIER

Die folgende Auflistung zeigt die fünf wichtigsten Player (oder auch Konzerne) für jeden Teilbereich in zufälliger Reihenfolge: Syngenta, Nunhems, Rijk Zwaan, Enza Zaden und Monsanto sind die größten Zuchtunternehmen in den Niederlanden. Eine Anzahl dieser Unternehmen verbinden die Zucht und Ausbreitung einer Reihe von verschiedenen Sorten mit der Produktion und dem Handel von Pflanzenschutz- und Düngemittel.

Zum Beispiel Spinat: Die internationale Arbeitsgruppe Peronospora farinosa (IWGP) überwacht ständig weltweit die Entwicklung neuer Rassen des „Falschen Mehltaus“, indem ungewöhnliche Feld-Isolate an einem festgelegten Sortiment vollresistenter Sorten getestet werden.

Sobald eine Rasse dauerhaft über mehrere Jahre in verschiedenen Gebieten beobachtet wird und ökonomischen Schaden verursacht, wird sie benannt.

Auf diese Weise erreicht die IWGP eine kontinuierliche, klare Kommunikation zwischen Saatgutindustrie, Anbauern und allen anderen, die in irgendeiner Weise mit Spinat-Produktion zu tun haben.

Die IWGP in den Niederlanden wird verwaltet von Plantum. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Züchterfirmen Pop Vriend, Monsanto, Rijk Zwaan, Nunhems, Takii, Sakata, Bejo, Enza Zaden, Syngenta, Vilmorin und Advanseed und der Naktuinbouw, sie wird weiterhin unterstützt durch Wissenschaftler der Universitäten Arkansas und Kalifornien. – Nur ein Beispiel, dass immer wieder die gleichen Konzern auftauchen.

Die größten Konzerne pro Teilbereich in der Pflanzenzüchtung und der Herstellungs- und Vermarktungsindustrie

Monsanto-Saat

Die folgenden Recherchen beziehen sich auf die Gruppen Acker-Kulturen und Gemüsesaat, wobei auch immer wieder Fides Group BV aus der Gruppe Zierpflanzen in Erscheinung tritt.

Acker-Kulturen

Verflechtungen zu Monsanto: In unserem Beitrag Pestizide –Mord auf Raten” ! Die Macht der Agrarlobby! haben wir Ihnen die Verflechtungen zwischen Syngenta, Dupont und Monsanto erläutert.

Limagrain Gruppe ist ein französischer Agrarkonzern und spezialisiert auf Feldfrucht und Gemüsesaatgut sowie Getreideerzeugnisse. Vilmorin Clause & Cie ist ebenfalls ein französisches Saatgutunternehmen. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben viertgrößter Saatgutproduzent der Welt und gehört zur Limagrain-Gruppe. Im Jahr 2000 gründeten KWS und die französische Pflanzenzüchtungsfirma Limagrain das Joint Venture AgReliant, um die Maiszüchtung in den USA zu verwalten. Seit Oktober 2011 gibt es ein Joint Venture zwischen KWS und dem französischen Saatgutunternehmen Vilmorin. Hierbei geht es um die Forschung und Entwicklung von gentechnisch veränderten (gv) Mais-Merkmalen. Vilmorin gehört wieder zu Limagrain. Die KWS kooperiert eng mit den multinationalen Konzernen Monsanto und BASF. Die derzeitige gentechnisch veränderte Zuckerrübe H7-1 ist eine Gemeinschaftsproduktion mit Monsanto. Sie enthält ein verändertes Gen, welches die Pflanze tolerant für das Totalherbizid Roundup macht. Das veränderte Gen sowie das Herbizid stammen von Monsanto.

Gemüsesaatgut

Die erst genannten Monsanto und Syngenta kennen wir bereits.

Nunhems gehört zu Bayer!! Nunhems ändert ab April 2014 sein Erscheinungsbild und wird künftig als Bayer-CropScience-Marke für Gemüsesaatgut vermarktet. Der entsprechende Geschäftsbereich wird Bayer CropScience Vegetable Seeds heißen. Dieser spezialisierte Bereich wird alle Gemüsesaatgut-Aktivitäten weltweit verantworten – von der Forschung bis zum Kundendienst. Ganz Aktuell: „Wir wollen die Ernährungssicherheit in der Welt verbessern“, erklärte Frank Terhorst, Leiter Seeds bei Bayer CropScience. „Mit unseren integrierten Kulturlösungen, die vom Saatgut über chemische und biologische Pflanzenschutzlösungen bis hin zu umfangreichen Service- und Support-Programmen reichen, wollen wir einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Das Gemüsesaatgut-Geschäft stellt in dieser Hinsicht auf Grund der hochgradigen Spezialisierung und der direkten Interaktion mit den Kunden eine wertvolle Ergänzung unseres Portfolios dar.“ (Quelle Bayer). Mehr über Bayer: Pestizide –Mord auf Raten”! Die Macht der Agrarlobby!

Rijk Zwaan : Dithmarschen gehört zu den traditionellen Kohlanbaugebieten in Deutschland. Mitten in diesem Anbaugebiet befindet sich die Rijk Zwaan Kopfkohlzüchtungsstation in Marne. Der Schwerpunkt der Versuchsstation in Welver liegt auf den Freilandkulturen: Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Kopfkohl, Einlegegurke, Möhre, Porree, Spinat, Rote Bete, Feldsalat und Sellerie. Die niederländischen Firmen Rijk Zwaan und Enza Zaden versuchen auch, mit Patenten auf konventionelle Züchtungen die Natur zu privatisieren. Ein Patent: Salat (Rijk Zwaan)

EP 921720 B2 20040114 WO 97/046080
Titel: Blattlaus Widerstand in Verbundwerkstoffen
Inhaber: Rijk Zwaan Zaadteelt ein Zaadhandel BV (NL)

Die neunziger Jahre waren für Rijk Zwaan durch weitere Internationalisierung und rasante technologische Entwicklungen geprägt. In verschiedenen Forschungsbereichen wie beispielsweise der Molekular- und Zellbiologie, Phytopathologie, Biochemie und Saatguttechnologie wurden größere Investitionen getätigt. Rijk Zwaan wurde Mitglied des Bioseeds-Konsortiums, einer Anzahl von Unternehmen, denen gemeinsam das biotechnische Forschungsinstitut, Keygene in Wageningen (NL), gehört.

Enza Zaden gehört in den Niederlanden mit den beiden kurz vorgestellten Unternehmen Rijk Zwaan und De Ruiter Seeds (heute Monsanto), zu der ersten Liga der internationalen Pflanzenzüchter. Enza Zaden ist ein weltweit führendes Unternehmen in Kopfsalat. Z. B. die Tomate „Tasty Tom“ wird in den Supermärkten gut vermarktet.

  • De Ruiter Seeds, nun Monsanto, wird durch Fa. Volmary vertrieben
  • Enza Zaden Deutschland GmbH & Co. KG – Vertrieb von Takii
  • Monsanto Agrar Deutschland GmbH Abteilung Seminis Gemüsesamen Vertrieb: kundenservicede@Monsanto.com www.seminis.de und Vertrieb auch über Hermina Samengroßhandel
  • Volmary GmbH (vormals Bruno Nebelung GmbH & Co.) www.volmary.com – Vertrieb von de Ruiter, Gautier, Popvriend
  • Hier die vollständige Liste: http://www.links.gemuesebauberater.de/Saatgut%20Vertrieb%202013.pdf

Es ist nur ein kleiner Einblick in unser Saatgut, doch wir können es wenden und drehen wie wir wollen, es bleibt immer das gleiche Ergebnis, welches nun durch die Patente noch bestätigt wird: Stand Juni 2012

 Tomaten: 231 Sorten geschützt, dv. Monsanto 84 Sorten (36%), Syngenta 61 Sorten (26%)
 Peperoni: 144 Sorten geschützt, dv. Monsanto 46 Sorten (32%), Syngenta 34 Sorten (24%)
 Karotten: 63 geschützt, dv. Bejo Zaden 21 Sorten (33%), Vilmorin 16 Sorten (25%)
 Blumenkohl: 93 Sorten geschützt, dv. Monsanto 46 Sorten (49%), Syngenta 21 Sorten (22%)

Stand Juni 2012 Quelle

Seed-Valley

Was in den USA das Silicon Valley, ist in den Niederlande die Stiftung Seed-Valley. Diese Stiftung wurde im September 2008 gegründet. Die Seed-Valley Region befindet sich zwischen Enkhuizen und Warmhäuser. 35 Unternehmen sind angeschlossen. Das gemeinsame Ziel ist die Zucht- und Saatguttechnologie. Die Niederlande sind ein international führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Pflanzenzucht, Vermehrung und Produktion von Pflanzenvermehrungsmaterial. Die niederländische Pflanzenzuchtindustrie ist für 46% der weltweiten Exporte der „Rohstoffe“ für Gemüse, Zierpflanzen, Kartoffeln und Gräser verantwortlich. Die fünf größten Hersteller von Pflanzensamen in der Welt haben einen Ort für ihre Zusammenarbeit gefunden – Seed-Valley in den Niederlanden: Syngenta, Seminis (Teil von Monsanto), Nickerson Zwaan (Teil von Limagrain), Bejo und Enza Seeds .

Jede von ihnen hat auch eine Abteilung Bio-Saatgut. Wen wundert es noch, wenn dann in so manchen Baumärkten auf den Saatguttüten steht: „Ohne Gentechnik“. Muss man sich fragen, dass die anderen genmanipuliert sind?

Gibt es auch Investment-Gesellschaften, die bereits in diesem Sektor tätig sind? Ja, die gibt es. Es handelt sich um die niederländische Investment-Gesellschaft H2 Equity Partners B.V. (H2)! Ein Unternehmen der H2 ist die DNA-Green Group.

dna grün gruppe fc

Bereich: Landwirtschaft / Blumen-und Pflanzenzucht
Niederlande

Die DNA-Green Group ist ein globaler Top-3-Player in Vermehrung von Pflanzen und Zucht von Schnittblumen, Topfpflanzen und Beetpflanzen, durch seine zwei Geschäftsbereiche: Dümmen und Agribio. Die Gruppe verfügt über ein globales Netzwerk von Züchtung, Vermehrung, Bewurzelung und Marketing und Vertriebsstandorte und erwirtschaftet einen Umsatz von ca. EUR 180 Millionen. Sie ging aus der Fusion Agribio und Dümmen im April 2013 hervor. Das neue Unternehmen umfasst die bekannten Marken wie Red Fox, Fides, Barberet & Blanc, Ecke und Lex+. Diese werden in Zukunft weiterhin den Markt anführen.

Agribio Group

Die Agribio Group (DNA Green Group) ist eines der weltweit führenden Züchtungsunternehmen für Blumen, Zierpflanzen und Kartoffeln. Die in der Züchtung von Blumen und Zierpflanzen tätigen Tochtergesellschaften Fides (Niederlande), Barberet & Blanc (Spanien), Southern Glasshouse Produce (Großbritannien) und Agribio (Japan/China) bieten ihren Kunden ein breites Sortiment an Produkten und Sorten, die Vermehrung des Ausgangsmaterials, die Jungpflanzenproduktion und damit zusammenhängende Dienstleistungen an. In diesem Bereich werden pro Jahr rund 70 Mio. EUR Umsatz erwirtschaftet. Germicopa (Frankreich) ist in der Kartoffelzüchtung tätig. Die Züchtung von Kartoffeln trägt pro Jahr rund 50 Mio. EUR Umsatz bei. Damit gehört die Agribio Group in diesem Bereich weltweit zu den Top-5. Der Gruppenumsatz lag in 2009 bei rund 120 Mio. EUR.

Dümmen

Dümmen (DNA Green Group) ist für seine Weihnachtssterne sowie Beet- und Balkonpflanzen bekannt. Außerdem mit der Kollektion „Mein Schöner Garten“, die bei 340 OBI-Gartencentern sowie vielen anderen Gartenfachmärkten und Gärtnereien erhältlich waren.

Und nun kommt wieder Fides ins Spiel, der ist ab dem 1. Oktober 2012 eine strategische Partnerschaft mit der Volmary GmbH eingegangen. 

Harry Kloppenburg ist der Hauptgeschäftsführer Fides / DNA Green Group. Ringo Veenman Kaufmännischer Geschäftsführer und Roger Peeters Geschäftsführer Research & Development DNA Green Group kommen beide direkt von Monsanto.  

Volmary: Veredelte Gemüsespezialitäten (2012)

Das Kiepenkerl® Profi-Line® Pflanzen-Sortiment von Volmary hat nun eine große Auswahl an veredelten Pflanzen bereit. Programm „Veredelte Gemüsespezialitäten“, in dem ganz besondere, so zum Beispiel die neue Schokoladen-Tomate ‚Kakao‘. „Sie bringt wohlschmeckende, mittelgroße Früchte mit schwarzbrauner Farbe hervor – ein echter Hingucker für das Partybuffet!“ (Quelle Volmary).

Seminis Vegetable Seeds, Inc.

Die Marke Seminis (und die dazugehörigen Marken Petoseed, Asgrow, Bruinsma, Royal Sluis) ist Monsantos Produktlinie für den Freilandanbau und mit mehr als 20% Marktanteil der weltgrößte Züchter, Produzent und Vermarkter von Saatgut für Früchte und Gemüse. Das in Oxnard (Kalifornien, USA) ansässige Unternehmen wurde 1994 gegründet als Zusammenschluss der Unternehmen Asgrow und Petoseed. Im März 2005 wurde Seminis vom Monsanto-Konzern für 1,4 Milliarden US-Dollar erworben. Seminis hält mehr als 3500 Samensorten bzw. -varietäten von etwa 60 Frucht- bzw. Gemüsearten in seinem Produktportfolio.

Beratende Tätigkeit: Monsanto Agrar Deutschland GmbH Lindenallee 33 – 31535 Neustadt a. Rbg.

De Ruiter Seeds und Seminis forschen und entwickeln gemeinsam

Seit Übernahme des niederländischen Saatgut-Unternehmens De Ruiter Seeds durch Monsanto im Juni 2008 wurde daran gearbeitet, um eine Infrastruktur aufzubauen, die beide Produktlinien unterstützt.

Die Marke Seminis ist Monsantos Produktlinie für den Freilandanbau, während De Ruiter Seeds die innovative Saatgutmarke für unter Glas angebaute Gemüsearten repräsentiert.
Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von De Ruiter Seeds und Seminis wurden zusammengeschlossen. Dieser Wandel ermöglicht es Züchtern und Wissenschaftlern, Erkenntnisse und Betriebsmittel der Gruppen von Gemüsearten und der gesamten Monsanto Forschung und Entwicklung zu nutzen. Endgültig ist der Konzern jetzt in der Lage, die Gemüseproduzenten mit den besten Qualitäts- und Höchstleistungssorten und -F1-Hybriden durch Seminis- und De Ruiter Seeds-Marken zu beliefern, so die Unternehmen.

Grundsätzlich wird Monsanto das Saatgut von im Freiland kultivierten Pflanzenarten wie zum Beispiel Melonen von De Ruiter Seeds auf Seminis übertragen. Umgekehrt wird das Saatgut von Gemüsearten für den Anbau im Gewächshaus (Paprika, Tomaten, Gurken) von Seminis unter der Marke De Ruiter Seeds verkaufen. Wie das Unternehmen Monsanto mitteilt, traten diese Änderungen am 1. September 2009 in Kraft. Artikel De Ruiter Seeds und Seminis forschen und entwickeln gemeinsam als PDF herunterladen.

De Ruiter spezialisiert sich auf die Züchtung, Erzeugung und den Verkauf von Hybrid-Saatgut für die Glashaus-Züchtung von Tomaten, Peperoni und Paprika, Gurken, Auberginen und Melonen. Nach seiner Einführung von Veredelungsunterlagen in der Gemüsesaatgutbranche baut De Ruiter seine Tradition im Markt für Veredelungsunterlagen weiter aus. 

Saatgut: Alles Monsanto oder was?!

Das folgende Video zeigt Ihnen, wie die Konzerne in den Niederlanden, sich die Zukunft vorstellen:

https://www.youtube.com/watch?v=tkkI3Ki8sHc“ width=“560″ height=“315″ frameborder=“0″ allowfullscreen=“allowfullscreen“>

Biosaatgut

Problematisch ist Bio-Saatgut, das anonym durch viele Hände geht. Im Frühjahr 2009 etwa fand eine große Handelskette in jedem dritten Tütchen ihres Bio-Saatguts für die Hobbygärtner Pestizide. Der Lieferant der Tütchen hatte sich auf seine Saatgut-Lieferanten und die sich wiederum auf die Zertifikate von Erzeugern verlassen. Gemessen hatte allerdings keiner.

Aus Schrot und KornSaatgut, das Bienen tötet

Konventionelles Saatgut wird oft mit Neonicotinoiden behandelt, sprich gebeizt. Diese Wirkstoffe gelten als eine der Ursachen für das weltweite Bienensterben. Denn sie können aus dem Boden und dem Samen bis in die Pollen gelangen. Die minimalen Konzentrationen genügen, um die Bienen zu schwächen oder zu verwirren. Zudem gelangt das Gift mit den Pollen in die Bienenstöcke und schädigt dort den Nachwuchs. Tödlich können diese Beizmittel sein, wenn sie als Abrieb beim Aussäen direkt in die Umwelt gelangen. In Deutschland starben 2008 deshalb am Oberrhein und in einigen anderen Regionen Millionen von Bienen.“ Und wie wir erst kürzlich berichteten, Millionen Bienen in Leverkusen. 

Möchten Sie die Herkunft Ihres Saatgutes ausfindig machen, dann nutzen Sie die dafür vorgesehene Europäische Datenbank: Plant variety database

Auf die Frage hin, was wir tun können, empfehlen wir: Informieren Sie Ihre Familien, Freundes- und Bekanntenkreis. Machen Sie Ihre Mitmenschen darauf aufmerksam, dass unser Saatgut in Gefahr ist.
Wo können Sie noch unbedenklich Saatgut kaufen? Dazu haben wir eine kleine Auflistung erstellt. In der Hoffnung, es ist nicht alles Monsanto oder was!

  • Eine Auswahl von Biosaatgut gibt es bei bei Bio-Saatgut.
  • Eine Vielzahl an alten Nutzpflanzen finden Sie bei der Arche Noah, deren Ziel ist, auch alte Kulturpflanzen zu erhalten und zu vermehren
  • Die Bingenheimer Saatgut AG ist eine Gruppe aufgeschlossener und engagierter Demeter-Gärtnerinnen und -Gärtner, die sich im „Initiativkreis für Gemüsesaatgut aus biologisch-dynamischem Anbau“ zusammenschlossen. Bingenheimer Saatgut AG
  • Der VERN e. V. erhält ca. 2000 alte Nutzpflanzensorten und hält sie für die Allgemeinheit einfach zugänglich. Er erhält zudem das Wissen über den Anbau, den Umgang und die Nutzung der Kulturpflanzen.
  • Saatgut „Alte Sorten“ AUTARKE WELT
  • Züchter alter Kartoffelsorten kartoffelvielfalt.de. Seit 1990 arbeitet Dreschflegel an biologischem Saatgut von Kulturpflanzen. Das Saatgut stammt aus bäuerlichen Betrieben.
  • Die Bio-Gärtnerei bietet alte Obstsorten, historische Rosen und traditionellen Bauerngartengehölzen an. Zahlreiche alte Sorten wie Apfelbäume (Sommer-, Herbst- und Wintersorten), Süßkirschen, Sauerkirschen, Pflaumensorten, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren und besondere Obstsorten, wie Sanddorn und Quitten können bestellt werden. Sie können aber auch alte Kartoffelsorten und Gemüsearten auswählen Naturwuchs Gärtnerei.
Top10desSaatgutmarktes-300x113Unsere Beiträge über Saatgut:

Wir werden unsere Informationsreihe fortsetzen, denn es gibt noch viel zu berichten.

© 2014 Netzfrau Doro Schreier

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11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. vielen Dank an alle die immer wieder für uns recherchieren, ohne euch bliebe vieles im dunkeln

  2. Unabhängig von den Aktivitäten Jörg Bergstedts“, der vor allem in Deutschland versucht, die Menschen aufzuklären bzgl. genetisch veränderter Organismen und die Machenschaften der Gentech-Mafia, scheint man bisher wohl nur in einigen Regionen Frankreichs die wirkliche Dimension der Bedrohung durch genetisch veränderte Organismen in Nahrungsmitteln verstanden zu haben.

    Aufklärung ist deshalb wichtiger denn je. Danke also für diesen weiteren sehr informativen Artikel!

    Die Bedrohung der Menschheit durch GMO ist mindestens vergleichbar mit der atomaren Kontamination, denn man sieht sie, fühlt sie und schmeckt sie nicht, und plötzlich ist es aus.

    Und wenn Bayer von Lebensmittelsicherheit spricht ist wohl nur die Sicherheit der Profite gemeint.

  3. Unabhängig von den Aktivitäten Jörg Bergstedts“, der vor allem in Deutschland versucht, die Menschen aufzuklären bzgl. genetisch veränderter Organismen und die Machenschaften der Gentech-Mafia, scheint man bisher wohl nur in einigen Regionen Frankreichs die wirkliche Dimension der Bedrohung durch genetisch veränderte Organismen in Nahrungsmitteln verstanden zu haben.

    Aufklärung ist deshalb wichtiger denn je. Danke also für diesen weiteren sehr informativen Artikel!

    Die Bedrohung der Menschheit durch GMO ist mindestens vergleichbar mit der atomaren Kontamination, denn man sieht sie, fühlt sie und schmeckt sie nicht, und plötzlich ist es aus.

    Und wenn Bayer von Lebensmittelsicherheit spricht ist wohl nur die Sicherheit der Profite gemeint.

    [Bitte ersten, fehlerhaften Kommentar-Versuch und diese Bemerkung löschen. Danke. Ihr hattet doch den Kommentareditor gehabt letztens….]

  4. Pingback: Saatgut | Agrar-Info.ch

  5. Monsanto Produkte erkennt man an der Anzahl der Samen in der grossen DinA5 Verpackung. (Sperli, Kiepenkerl)
    Von ungefähr 8 sperlichen Zucchini Samen wie auf der Packung vermerkt, waren es nur 6, wovon noch einer in den Schweissnähten der Verpackung starb.
    Samenkönig wird man nicht vom austeilen, siehe Bierkönig ohne Hopfen, Glühbirnenkönig ohne Birnenhaltbarkeit. Weit unter dem König versammeln sich Grossgrundbesitzer, Lehnsherren, Vasallen und sonstige DIENER.
    Und mit der Erde dreht sich doch der Mensch
    round and round and up and down…

    • Falls Du das Erstellen einer PDF-Version meinst, so geht das nicht. Aber du kannst alles markieren, kopieren und in ein Word-Dokument einfügen. Gruße Ulla

  6. Matthias, PDF sollte mit Trick auch gehen!

    Ich habe als Browser Firefox, bei anderen sollte es ähnlich sein.
    Gehe auf „Datei drucken“, werden aktuell bei mir 32 Seiten.
    Du musst ja nicht echt ausdrucken!
    Bei Linux kannst Du direkt den Druck in eine PDF-Datei umleiten.
    Unter Win geht das auch, ist aber nicht vorinstalliert.
    Du installierst einen virtuellen Drucker, der dann eine PDF-Datei erzeugt.
    Davon gibt es einige Programme, die nicht selten kostenlos sind.
    Im Drucker-Menü wählst Du statt des Standarddruckers den PDF-Drucker.

    Gruß, Andreas

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  8. Pingback: Biosaatgut – Biosorten: das grosse Geschäft mit dem kleinen Unterschied | Agrar-Info.ch

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