Dinkelkrise trotz weltweiter Rekordernte bei Getreide von 2458 Mio. t

GEDSC DIGITAL CAMERABiogaserzeuger unternehmen alles, um mehr Flächen zu kaufen oder zu pachten. Dieser Boden geht der Nahrungsmittelerzeugung verloren. Nicht nur in Europa, sondern weltweit, denn da die landwirtschaftlichen Flächen hier nicht ausreichen, bezieht man geeignete Rohstoffe wie Mais bereits aus den Nachbarländern. 
Wird Dinkel ein Luxusgetreide? Diese Frage kann mit JA beantwortet werden. Dazu einige Fakten:

Hildegard von Bingen schrieb schon vor etwa 900 Jahren: „Dinkel ist das beste Getreide und er ist warm und fett und kräftig und er ist milder und hochwertiger als andere Getreidekörner. Dinkel führt zu einem rechten Blut und gibt ein fröhliches Gemüt.“

Eine Renaissance erlebt der Dinkel durch die Zunahme des biologischen Anbaus in Deutschland seit 1980, da er auch auf ertragsschwachen Standorten gut gedeiht. Zudem werden dem Dinkel besondere Heilkräfte nachgesagt und machen ihn daher als Schonkost interessant, beliebt daher auch das Dinkelbrot.

1. EU Subventionierungen

Ein Grund sind die Subventionierung des Energiemaises. Auf Grund der knapper werdenden Anbauflächen steigen die Pachtpreise. Die Fläche zum Anbau von Energiepflanzen für Biogas beträgt inzwischen schon etwa 960 000 Hektar, was ca. ein Zwölftel der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche in Deutschland ausmacht.

2. Getreidehändler, die noch Dinkel haben, treiben die Preise hoch. Zurzeit wird Dinkel nur an Stammkunden wie z. B.  Bäckereien verkauft. Auf Grund der Preiserhöhung kann es sein, dass das Dinkelbrot vielerorts aus dem Sortiment genommen werden muss.

Heute erfahren wir, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteige. Man bemühe sich, Dinkel aus Australien, Ungarn, Rumänien und Polen zu beziehen. Auf unsere Anfrage hin bestätigte man uns, dass in der Tat nur noch in einigen wenigen Mühlen die Stammkunden bedient werden könnten. Andere Mühlen hätten zurzeit keine Möglichkeit, Dinkel auch nur anzubieten. Wir befinden uns direkt in einer Dinkel-Krise. 

An Warenterminbörsen wie der Pariser Matif, über die jeden Tag Tausende Tonnen Weizen, Reis oder Mais quer über den Globus verschoben werden, ist Dinkel gar nicht notiert. Die wenigen Länder, die noch über Dinkelkulturen verfügen, verkaufen den Großteil ihrer Ernten auf dem Heimatmarkt.

Als Folge sind die Dinkelpreise innerhalb eines Jahres um den Faktor zwei bis drei gestiegen – auf aktuell 1200 bis 1500 Euro je Tonne geschälte Körner. Weizen gibt es aktuell für etwa 200 Euro. Quelle Schwarzwald-Bote

Die FAO prognostiziert für 2014 eine Weltgetreideernte von 2458 Mio. t einschließlich geschliffenem Reis. Das wären 2,4 % weniger als im vergangenen Rekordjahr; es würde sich aber noch immer um die zweitgrößte Ernte überhaupt handeln. Derzeit gebe es keinen Anlass zur Besorgnis wegen einer eventuellen Knappheit – solange die Krise der Ukraine nicht zur Unterbrechung der Handelsströme führe.

Wenn es aber keinen Dinkel gibt, dafür aber eine Rekordernte in anderen Getreidesorten, dann stellen wir fest, dass sich der Anbau von Dinkel für den  Bauern nicht lohnt. Und was machen dann Bäcker? Weizenmehl untermischen! Laut Gesetz ist es möglich, zehn Prozent Weizen ins Dinkelbrot zu mischen, ohne es deklarieren zu müssen. Viele Verbraucher verlassen sich aber auf das reine Dinkelbrot, gerade wenn diese unter einer Weizenunverträglichkeit leiden.

Ist Dinkel bereits genmanipuliert?

„Mit einem doppelten Sicherheitszaun und permanenter Bewachung durch Polizei und Video soll das Feld, auf dem gentechnisch veränderte Weizenpflanzen zu Testzwecken angebaut werden, vor Vandalen geschützt werden. Diese Maßnahme wurde vom Bund veranlasst und mit jährlich

750 000 Fr. finanziert. Das sei zwar teuer, aber ohne diese Sicherheit sei es der Wissenschaft unmöglich, die gentechnisch veränderten Pflanzen unter Freilandbedingungen zu testen.(..)

Zwar sei in der Schweiz bis 2017 der Anbau von GVO wegen des Freisetzungsmoratoriums verboten, aber die Forschung müsse bereit sein, solches Pflanzsaatgut dann anzubieten, wenn die negative Stimmung der Konsumenten gegen GVO sich ändere und das Moratorium nicht verlängert würde. Francis Egger vom Bauernverband bestätigte, dass der Bauernverband vorläufig das Moratorium weiter unterstütze, aber gleichzeitig der Forschung nicht verbieten wolle, sich als Kompetenzzentrum einer unabhängigen Pflanzenzucht das dazu nötige Wissen zu erarbeiten. Neben Weizen sei beabsichtigt, auch GVO-Kartoffeln und -Äpfel in diesem geschützten Rahmen zu testen, erklärte Dr. Michael Winzeler, Leiter Forschungsbereich Biodiversität und Umweltmanagement am Institut für Nachhaltigkeitswissenschaften INH von Agroscop. Quelle: agrarinfo.ch

Den Ertrag von Dinkel wollte man durch Einkreuzen von Weizen steigern. Dinkel dürfe nicht mehr höher wachsen als 1 Meter, also wurden für die Weiterzucht der F1 Pflanzen nur kürzere als 1 m zugelassen, so  in dem o. g. Bericht aus der Schweiz. Inwieweit wurde der Dinkel schon genmanipuliert?!

Glauben die Wissenschaftler wirklich, dass wir unsere Meinung in Bezug von Genmais, Gensoja oder andere genmanipulierte Produkte ändern würden? Anscheinend ist es so, wie wir dem Bericht aus der agrarinfo entnehmen können.

Mehr Informationen zum Dinkelanbau – „von der Sortenwahl bis zur Vermarktung Aktuelles im Pflanzenbau für die Verbundberatung – 2013“ erhalten Sie hier: http://www.aelf-wu.bayern.de/pflanzenbau/linkurl_4679.pdf

Tatsächlich haben wir nun in Deutschland eine Dinkelkrise und überall machen Feinkostläden, Supermärkte, Lebensmitteleinzelhändler und Drogeristen ihre Kunden mit Hinweistafeln auf Versorgungsengpässe aufmerksam oder haben entsprechende Lebensmittel klammheimlich aus den Regalen genommen. Und nicht nur in Deutschland ist es ein Problem, überall auf der Welt wird Bioenergiepflanzen der Vortritt gewährt.

Dazu auch unsere Beiträge:

Spekulationsobjekt – Wettlauf um Ackerland – Der Ausverkauf hat Deutschland erreicht Auf der Flucht in Sachwerte kaufen private Investoren den Bauern das Land weg. Dadurch steigen für die Landwirte auch die Pachtpreise. Noch nie war Ackerland so begehrt wie heute….

→Die Gier nach Profit macht auch nicht vor dem WELTHUNGER halt! – Wohltat mit Profit? Früher war es Usus, Nahrungshilfen aus den Industriestaaten zu importieren! Wussten Sie zum Beispiel, dass die Vergabe von Nahrungsmittelhilfe in der Vergangenheit durch agrarpolitische Interessen bestimmt waren? Die Lieferungen dienten einigen Geber-Ländern zum Abbau der Agrar-Überschüsse. Weizen aus Frankreich oder Mais aus den USA wurde auf den Märkten der Empfängerländer verkauft. Mit den Erlösen konnten die Regierungen der Empfängerländer ihre Haushaltseinnahmen verbessern. ..

Zocken auf Kosten der Ärmsten? – DIE GEHEIMEN DEALS DER ROHSTOFFHÄNDLER Warum sind Lebensmittel und Rohstoffe so teuer? Warum müssen Menschen hungern? Seit der Finanzkrise haben Großbanken und Versicherungen die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen entdeckt…

→Informationsreihe „Saatgut”: Alles Monsanto oder was?!

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt: Ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Jean Ziegler

Netzfrau  Doro Schreier

Lebensmittel-Monopoly und Verschwendung – trägt zum Hunger in der “Dritten Welt” bei!

Jeden Monat ca. zehntausend Familien zwangsgeräumt! Übernachten auf den Straßen Madrids mit 750 € Strafe belegt.

Spekulationsobjekt – Wettlauf um Ackerland – Der Ausverkauf hat Deutschland erreicht

Profitgier! Nestlé hat Wassernutzungsrechte erworben und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!

Fleisch-Monopoly auf Kosten der Steuerzahler

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.