Peak Oil – „Blut für Öl“

ÖlDer Irak-Konflikt droht sich zu einer Konfrontation zwischen den regionalen Großmächten Iran und Saudi-Arabien auszuweiten und treibt den Ölpreis hoch. Der Konflikt zwischen dem irakischen Militär und der Terrorgruppe Isis sorgt für steigende Nervosität gerade auch wegen den Versorgungslücken auf dem Ölmarkt. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. 

Wenn der Ölpreis steigt, dann bedeutet das für die Autofahrer meist nichts Gutes. Das Hoch herrscht nämlich an der Zapfsäule und nicht nur da, denn alles, was mit Öl zu tun hat, wird teurer.

„Blut für Öl“: Tatsächlich lag der Verdacht nahe, dass hinter der Intervention der USA in den Irak das Interesse an den großen Ölreserven des Landes stand. Das Öl geht zur Neige und bereits vor 10 Jahren hieß es, der Krieg gehe ums Öl.

Bereits im Herbst 1973 nutzen die Öl-Scheichs ein wirtschaftliches Monopol zur Erreichung politischer Ziele – sie drosselten das Öl. Mit der Öl-Waffe wollten sie die verbündeten Länder Israels treffen, die damals mit den Arabischen Scheichs zerstritten waren. Was eine Gesellschaft ohne Autos bedeutet, wurde im November 1973 klar. Auf Grund der damaligen Ölkrise durften in Deutschland an vier Sonntagen im Jahr 1973 keine Autos fahren.

Eine weitere Gefahr droht aus Russland. In der Ukraine- Krise sind nun „ALLE“ mit Putin zerstritten. Mit welcher Geschwindigkeit sich Russland beim Ölexport umorientiert, hat im Juni 2013 viele Experten überrascht. Binnen fünf Jahren hat das Land riesige Volumina nach Asien umgelenkt, die ursprünglich für Europa bestimmt waren. Der Krieg um Öl hat längst begonnen.

Der Fall Kaschagan zeigt, wie schwer es Energiekonzerne haben, seitdem alle leicht zugänglichen Ölreserven der Erde bereits ausgeschöpft sind. Unangetastete große Ölfelder sind heute entweder schwer zu erreichen, nur mit aufwendiger Technik anzuzapfen oder politisch umstritten.

Zum Konsortium gehören neben Eni die North Caspian Operating Company NCOC, Royal Dutch Shell, Exxon Mobil, Total, Inpex und der staatliche kasachische Öl- und Gaskonzern KazMunaiGas. ConocoPhilips hatte seine gesamten Anteile im vergangenen Jahr an den chinesischen Konzern CNPC veräußert.

Das Öl- und Gasfeld Kaschagan ist weltweit das größte in den letzten 30 Jahren gefundene Vorkommen. Die Reserven werden auf 38 Mrd. Barrel geschätzt, davon sollen neun bis 13 Mrd. abbaubar sein. Zudem werden in Kaschagan bis zu einer Billion Kubikmeter Gas vermutet. Ursprünglich sollte das Feld die Produktion im Jahr 2005 aufnehmen, seitdem wurde der Start immer wieder verschoben. Weil eine Gasleitung Leck geschlagen war, wird das Ölfeld Kaschagan im Kaspischen Meer weitere zwei Jahre mit der Produktion aussetzen müssen.

Das Ölfeld liegt etwa 3600 Meter unter dem Boden des nordöstlichen Kaspischen Meeres. Außer Öl liegen dort auch toxische Schwefelgase eingeschlossen. Mehrere Monate im Jahr gefriert das Meer, weshalb die Unternehmen Bohrinseln aus Beton bauen müssen, da das Eis gewöhnliche Bohrinseln zerstören würde.

Im Kaspischen Meer leben zudem heimische Seehunde und seltene Störe.

Seit über zehn Jahren träumt Kasachstan schon von dem Ölreichtum, der im Kaschagan-Ölfeld vor der Küste des Landes liegt. Doch bisher hat die Erschließung nur hohe Kosten verursacht und daran dürfte sich so schnell nichts ändern. Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass man mit der Förderung des Rohöls beginnen wird. Die Investitionskosten für das Projekt sind mittlerweile von 57 auf 136 Mrd. USD gestiegen.

 Vergangenes Jahr hatte Eni vorausgesagt, dass ab März das erste Öl gefördert werden könnte. Doch der März verging, ohne dass ein Tropfen Öl zu Tage kam, und es ist weiter unklar, wann die Förderung in dem großen und bisher unangetasteten Ölfeld losgehen kann.

Öl- und Gasimporte der EU

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Eine Recherche mit vielen neuen Erkenntnissen:

ÖLFELD IM KASPISCHEN MEER

Das Kashagan-Ölfeld liegt im nördlichen Teil des Kaspischen Meeres. Mit einer Fläche von ca. 300 000 ha ist es das größte neu entdeckte Ölfeld der letzten 30 Jahre.

Kashagan gilt als eines der weltweit größten in den vergangenen Jahren entdeckten Ölfelder. An dem Projekt sind auch Eni (Italien), Shell (Großbritannien), Total (Frankreich), ExxonMobil (USA), KazMunayGas (Kasachstan) und die Inpex (Japan) beteiligt.

Es gibt dort neuerdings auch Ökobohrinseln –  aber nachhaltig?  Dazu später mehr.

Als Ölgiganten bezeichnet man Ölfelder, die eine förderbare Menge von mehr als 500 Mio. Barrel haben. Zurzeit gibt es 932 Ölfelder auf der Welt, auf die dies zutrifft. Diese Felder stehen für rund 40% der konventionellen Ölreserven, also den Reserven, die mit relativ überschaubarem technischem Aufwand gewonnen werden können und für rund 50% der Tagesproduktion. Viele Geologen gehen daher davon aus, dass sich Peak Oil an diesen Giganten entscheidet, da die vielen kleinen Ölfelder, die immer wieder gefunden werden, den Förderrückgang bei den Giganten kaum ausgleichen können.

 Das Kashagan-Feld

Einer der zuletzt gefunden Giganten ist das im Jahr 2000 im Kaspischen Meer entdeckte Kashagan-Feld. Es gehört zu den größten Ölfunden der letzten 40 Jahre. Das Feld befindet sich im nördlichen Kaspischen Meer in der Nähe der Stadt Atyrau und somit mitten in der sogenannten „strategischen Ellipse“. (Die strategische Ellipse, ein Gebiet,  „das sich vom Nahen Osten über den Kaspischen Raum bis in den hohen Norden Russlands erstreckt. Darin befinden sich etwa zwei Drittel der weltweit bekannten natürlichen Erdöl- und Erdgaslagerstätten, die sich nach heutigem Stand wirtschaftlich fördern lassen (Reserve). Konkret betrifft dies Länder wie Saudi-Arabien, Russland, Iran, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Irak, Kuwait und Kasachstan.“ Einer Peak-Oil-interessierten Öffentlichkeit wurde der Begriff mit der Bundeswehr-Studie zu Peak Oil bekannt, von deren Seite 10 obiges Zitat stammt.)

Legt man eine förderbare Menge von 25% zugrunde, so können aus dem Kashagan-Feld rund 13 Mrd. Barrel gewonnen werden. Das reicht immerhin, um die Welt rund sieben Monate mit Öl zu versorgen.

 Auch deutsche Firmen sind dort beschäftigt

z.B.: KVL übernimmt die Qualitätssicherung und -kontrolle für die Ausführung der Tiefbauarbeiten. Hierzu zählen die Beton-, Dämm- und Abdichtungsarbeiten der Fundamente, der unterirdischen Gebäude und Versorgungskanäle sowie den Straßenbau.

Interessant, denn am 16. 04. 2012 wurde der Geschäftsführer der KVL Frankfurt GmbH zum öffentlich bestellten Sachverständigen an der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main im Sachgebiet „Baupreisermittlung und Abrechnung im Hoch- und Ingenieurbau“ gemäß § 36 GewO vereidigt.

Aber auch Liebherr Offshorekrane und Dillinger können sich über Aufträge freuen.

Projekt Agip KCO – „Kashagan Experimental Programme“- Einsatz in Kasachstan unter extremen Umgebungsbedingungen

 ›Drilling island‹ mit vorgelagerten Eisbarrieren in Kashagan-Ölfeld

›Drilling island‹ mit vorgelagerten Eisbarrieren in Kashagan-Ölfeld

Es handelt sich dabei nicht um die Bedienung von klassischen Plattformen, sondern um künstlich aufgeschüttete Inseln, auch ›artificial‹ oder ›drilling islands‹ genannt (s. Foto-Quelle ), die jedoch denselben strengen Anforderungen entsprechen müssen, wie dies für traditionelle Bohrplattformen oder Bohrinseln gilt.

Aus dem Prospekt: „Das  Kashagan-Ölfeld wird in Phasen erschlossen, weshalb das Projekt auch den Namen ›Experimental Programme‹ trägt. Die künstlich  geschaffene Insel ist ca. 1 km lang und 500 m breit. Das Ölfeld umfasst Reserven von bis zu 1,5 Mio. bopd (barrels of oil per day).   Der Kunde des Kranherstellers, die Firma Agip KCO, gehört  zur Eni-Gruppe und ist sowohl für den Aufbau als auch für die Inbetriebnahme der Insel zuständig. Für das Gesamtprojekt haben sich mehrere renommierte Ölfirmen (Eni, ExxonMobile, Shell, TOTAL,  ConocoPhillips, INPEX und KazMunayGas) zusammengeschlossen und operieren gemeinschaftlich unter dem Namen NCOC (North  Caspian Operating Company).  Die Firma Liebherr-Werk Nenzing GmbH liefert für dieses  Großprojekt insgesamt zehn explosionsgeschützte Offshorekrane.“

Der Deutsche Wirtschaftsclub Siebenbürgen (DWS)

Speziell die Delegation der deutschen Wirtschaft in Almaty betreut wirtschaftliche Aktivitäten deutscher Unternehmen in Kasachstan und den anderen zentralasiatischen Ländern. Sie unterstützt auch lokale Firmen bei wirtschaftlichen Kontakten nach Deutschland. Im Deutschen Wirtschaftsclub sind ca. 120 deutsche Repräsentanzen und Filialen vertreten. Darüber hinaus gibt es ca. 170 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit deutscher Kapitalbeteiligung.

Wer ist denn diese Delegation?

Der Deutsche Wirtschaftsclub Siebenbürgen (DWS) wurde im Jahre 1998 in Sibiu-Hermannstadt als gemeinnütziger Verein gegründet. Der zu dieser Zeit amtierende Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Ralf Breth, gründete als Vorläufer des heutigen Wirtschaftsclubs einen Unternehmerstammtisch, an dem in Hermannstadt tätige deutsche Geschäftsleute teilnahmen. Zur Runde gehörten überwiegend kleinere Betriebe, die erste Erfahrungen mit Südosteuropa machten und auf gegenseitige Hilfe und einen regen Erfahrungsaustausch hofften und ihn dort auch fanden.

Als die Runde stetig wuchs und die Aufgaben zunahmen, wurde aus dem Stammtisch der heutige Deutsche Wirtschaftsclub. Da sich die Mitglieder immer in Hermannstadt trafen und sich niemand ausgeschlossen fühlen sollte, denn es waren auch Mitglieder aus Kronstadt und Klausenburg bei den Treffen, wurde kurzerhand der Name „Deutscher Wirtschaftsclub Siebenbürgen“ (DWS) gewählt.

Neben dem DWS existieren noch sechs weitere deutsche Wirtschaftsclubs in Rumänien, und zwar in Arad, Temeswar, Sathmar, Klausenburg, Kronstadt und Bacau. Zusammen sind in den deutschen Clubs rund 600 deutsche Unternehmen organisiert.

Im September gab es wieder das alljährliche Treffen, Initiator des Treffens der Wirtschaftsclub war auch in diesem Jahr wieder der Wirtschaftsclub Russland. Er wurde 2010 gegründet. Vorstandsvorsitzende ist Frau Dr. Karin von Bismarck. Der Club ist sowohl in Deutschland als auch in Russland aktiv, die bilateralen Beziehungen zwischen russisch- und deutsch sprechenden Führungskräften und Unternehmern stehen im Vordergrund der Arbeit des Clubs. Der Wirtschaftsclub Russland wolle dabei nicht nur den gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglieder dienen, sondern auch das soziale und kulturelle Zusammenleben fördern, so Karin von Bismarck. Der Club unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu verschiedenen Vereinigungen sowohl in Deutschland als auch in ost- und mitteleuropäischen Ländern.

Wichtig für die Zukunft sei die Einbeziehung Russlands in das Programm östliche Partnerschaft der Europäischen Union. Gegenwärtig habe die EU kein Angebot für Russland. Deutschland sollte seine Vermittlerrolle in Bezug auf Russland wieder wahrnehmen. Wirtschaftliche Kooperationen seien der Schlüssel zum Erfolg, um die Beziehungen zu Russland wieder zu verbessern, so Rahr.

Die Teilnehmer forderten die neue Bundesregierung auf, die Basisinitiative der Clubs besser zu unterstützen, den Zugang zu Förderprogrammen und Projekten zu vereinfachen und auf den Erfahrungsschatz der mittelständischen deutschen Unternehmer in Osteuropa stärker zurückzugreifen. Viele Teilnehmer wandten sich gegen institutionelle Alleinvertretungsansprüche. Diese seien nicht mehr zeitgemäß und begrenzten Potenziale, statt sie zu fördern. So auf der Homepage der DWS zu entnehmen.

Grobblech für das Kashagan-Projekt in Kasachstan – Öko-Bohrinseln

Erstaunt war ich dann über dass, was ich auf der Homepage von Dillinger Hüttenwerke zu lesen bekam: Laut ihrer Homepage handelt es sich bei dem Kashagan-Ölfeld um eine Öko-Bohrinsel. Eine Frage sei mir erlaubt: was ist an einer Bohrinsel ÖKO?

Sie schreiben weiterhin:

„Die Ausbeutung des Kashagan-Ölfeldes im Kaspischen Meer ist ein hochsensibles Projekt. Schon die Tatsache, dass es nach einem kasachischen Dichter benannt wurde, deutet es an. Es liegt inmitten eines Naturschutzgebietes, in dem mehr als 200 bedrohte Tierarten leben. Nur die Tatsache, dass es sich mit geschätzten 30 Milliarden Barrel um das zweitgrößte Ölvorkommen der Welt handelt, dürfte überhaupt zu einer Abbaugenehmigung geführt haben. Aber kein anderes Ölförderprojekt steht unter derart scharfer ökologischer Aufsicht. Hinzu kommt, dass der Abbau auch aus technischer Sicht eine Herausforderung ist. Das Öl liegt sehr tief unter dem Meeresboden: vier bis fünf Kilometer. Große Mengen von Hydrogensulfid setzen es unter Druck, was eine besondere Bauweise der Plattformen erfordert.“

Ja, das Gebiet gilt als ökologisch sehr sensibel. Es ist u. a. der Laichgrund des Beluga-Störs.

Merkel – Rohstoff-Abkommen mit Kasachstan

In Februar 2012 schrieb Fokus-Online: „In Rohstoff-Abkommen mit Kasachstan: Merkel greift zu und hat leichte Bedenken – Angela Merkel und Kasachstans Präsident Nasarbajew haben sich auf ein Rohstoffabkommen geeinigt. Dieses sichert der deutschen Wirtschaft den Zugriff auf sogenannte Seltene Erden. Kritiker prangern einen Ausverkauf der Menschenrechte an….

2011 erhielten 64 Länder, deren Menschenrechtssituation vom BICC als sehr bedenklich eingestuft wird, Rüstungsgüter aus Deutschland: Zu diesen Staaten gehörte auch Kasachstan.

Wer mehr über die Versorgung der deutschen Wirtschaft mit Roh- und Werkstoffen für Hochtechnologien – Präzisierung und Weiterentwicklung der deutschen Rohstoffstrategie, erfahren möchte:  Deutscher Bundestag Drucksache 17/13673 17. Wahlperiode 28. 05. 2013

Darin steht: „..Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang der Aufbau nationaler Bergbauunternehmen, wie z. B. Codelco (Chile), Vale (Brasilien), Norilsk Nickel, RusAl (beide Russland) oder Kazakhmys (Kasachstan).“ (…) “Mit der Mongolei (13.10.2011) und Kasachstan (8.2.2012) konnten inzwischen Abkommen über eine „Partnerschaft im Rohstoff-, Industrie- und Technologiebereich“ abgeschlossen werden. Weitere bilaterale Partnerschaften sind nach Angaben von BMWI in Vorbereitungen.“

Rohstoffe vor  ÖKO-System und die Menschenrechte?!!

Und dann fand ich einen interessanten Bericht :

Der EXPORTBERICHT Kasachstan (Stand November 2012 ) von der IHK Bayern in Zusammenarbeit der Wirtschaftskammer Österreich empfehlen Kasachstan. Es handelt sich hier bei um einen Service des AUSSENWIRTSCHAFTSZENTRUMS BAYERN in Zusammenarbeit mit AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA (AWO). Interessante sehr ausführliche Information über den Export nach Kasachstan. Ein kleiner Ausschnitt aus dem Bericht:

„Kooperation mit der EU – Kasachstan ist der größte Handelspartner für die EU in Zentralasien, umgekehrt ist die EU nach den GUS Staaten der zweitwichtigste Handelspartner für Kasachstan. Kasachstan ist wichtiger Partner in der Energieversorgung der EU, knapp 90 % aller Exporte in die EU sind Energieträger(v.a. Öl). Unternehmen aus der EU sind die wichtigsten Investoren in Kasachstan; mehr als die Hälfte aller ausländischen Direktinvestitionen stammt aus der EU.

Kasachstan blickt Richtung Europa und forciert den Ausbau bilateraler Beziehungen mit großen EU Staaten wie z.B. Italien und Frankreich mittels strategischer Partnerschaften. Dafür gibt es das vom Parlament bewilligte Programm „Weg nach Europa“(„Put v Evropu“). Die Basis für die Beziehungen der EU zu Kasachstan ist das 1995 unterzeichnete und 1999 in Kraft getretene Partnerschafts- und Kooperationsabkommen (PKA), das sich hauptsächlich aufwirtschaftliche Zusammenarbeit (Bedingungen des bilateralen Warenverkehrs, Investitionen etc.) bezieht. 2011 haben Gespräche über ein neues erweitertes Partnerschaftsabkommen mit der EU begonnen; Kasachstan hat außerdem Interesse an einer Teilnahme an der Östlichen Partnerschaft der EU (umfasst zurzeit Ukraine, Moldawien, Belarus und die Staaten des Südkaukasus). Darüber hinaus bestehen seit 2006 ein MoU zur Kooperation im Energiesektor und seit 2009 ein MoU zur Kooperation im Transportsektor. Die EU hat Kasachstan seit Erlangung der Unabhängigkeit im Rahmen von EuropeAid mittels mehr als 300 Projekten mit einem Gesamtvolumen von 140 Mio. EUR unterstützt. Die EU Delegation in Kasachstan (bis 2009: Delegation der Europäischen Kommission) wurde bereits 1994 eröffnet.

Bilaterale Abkommen zwischen Kasachstan und Deutschland

Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit, Doppelbesteuerungsabkommen, Abkommen zur Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty, Gemeinsame Erklärung über eine Partnerschaft für die Zukunft, Erklärung zur Innovations- und Investitionspartnerschaft, Landtransitabkommen für Bundeswehr-Transporte nach Afghanistan, Investitionsschutzabkommen, geplant: Abkommen über Technische Zusammenarbeit mit Kasachstan.

BEDEUTENDE WIRTSCHAFTSSEKTOREN

Die Republik Kasachstan hat eine rohstofforientierte Wirtschaft und das Land weist ein großes Transitpotential auf. Die Regierung hat sich mit der „Strategie 2030“ zum Ziel gesetzt, eines der höchst entwickelten Länder der Welt zu werden. Ziele umfassen die Reduzierung der Rohstofflastigkeit und Forcierung des Aufbaus der Verarbeitungs-, Hightech- und wissenschaftsintensiven Industrie, sowie der Infrastruktur und des Landwirtschaftssektors.h

Kasachstan verfügt über 3 % der weltweiten Erdöl- und 1,5 % der weltweiten Erdgasvorkommen. Diese Industrie ist der Grundstein der Wirtschaft Kasachstans und die Haupteinkunftsquelle: alleine die Erdöl- und Erdgasförderung beträgt 16,5 % des BIP. Dienstleistungen und Arbeiten im Erdöl- Erdgassektor betragen 11,8 % des BIP.  Die Hauptressourcen der Erdölförderungsindustrie sind in den Gebieten Atyrau und Mangystau konzentriert (Westkasachstan). Die größten Erdölfelder sind Tengiz, Karachaganak und Kashagan, deren Lizenzen jeweils Konsortien internationaler Ölfirmen sowie der nationalen Öl- und Gasgesellschaft Kazmunaigas gehören. Mit einigen Jahren Verzögerung soll ab erstem Halbjahr 2013 am Kashagan-Feld Öl gefördert werden. ( Wie oben erwähnt, verzögert sich die Ölförderung nach wie vor.)

Kasachisches Öl wird von der CPC (Caspian Pipeline Consortium) in den Westen zum russischen Schwarzmeerhafen Novorossijsk und von der Atasu-Alashankou Pipeline nach China transportiert. Es wird auch über das kaspische Meer Öl für die Einspeisung in die Baku-Tbilissi-Ceyhan Pipeline und per Waggon nach China geliefert.n

http://www.auwibayern.de/awp/inhalte/Laender/Anhaenge/Exportbericht-Kasachstan.pdf

http://www.auwibayern.de/awp/inhalte/Laender/Anhaenge/Exportbericht-Kasachstan.pdf

Deutschland ist der sechstgrößte Außenhandelspartner Kasachstans. Mit einem Umfang von 6,2 Mrd. € (2011). Die kasachischen Lieferungen (4,46 Mrd. €) umfassen Erdöl, Eisen/Stahlerzeugnisse und chemische Produkte. Die deutschen Lieferungen (1,73 Mrd. €) setzen sich aus Maschinen, Datenverarbeitung und elektrischen Ausrüstungen, chemischen Produkten, KfZ, KfZ–Teilen und pharmazeutischen Erzeugnissen zusammen.

Die Delegation der deutschen Wirtschaft in Almaty (wie oben in unserem Bericht erwähnt)  betreut wirtschaftliche Aktivitäten deutscher Unternehmen in Kasachstan und den anderen zentralasiatischen Ländern. Sie unterstützt auch lokale Firmen bei wirtschaftlichen Kontakten nach Deutschland. Im Deutschen Wirtschaftsclub sind ca. 120 deutsche Repräsentanzen und Filialen vertreten. Darüber hinaus gibt es ca. 170 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit deutscher Kapitalbeteiligung.

Außenwirtschaftspolitik im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Albert Rau, erster Vize-Minister für Industrie und neue Technologien der Republik Kasachstan.

In diesem Regierungsforum werden die Rahmenbedingungen für das wirtschaftliche Engagement deutscher Unternehmen in Kasachstan sowie operative Fragen der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen in den Bereichen Rohstoffe, Industrie, Energie, Agrar, Gesundheit, Umwelt und Tourismus behandelt.

Ein weiteres Gremium ist der Deutsch-Kasachische Wirtschaftsrat für strategische Zusammenarbeit, der seit dem 1.10.2010 besteht und von Banken und Unternehmen getragen wird. Unter der Leitung von Peter Tils/CEO für Mittel und Osteuropa der Deutschen Bank und Timur Kulibajew/Vorstandsvors. der Staatsholding Samruk-Kazyna will der Wirtschaftsrat Geschäftschancen aufgreifen und konkrete Projekte auf den Weg bringen.

Im Rahmen des deutsch-kasachischen Managerfortbildungsprogramms wurden über 300 kasachische Manager zu Praktika in Deutschland eingeladen, um die Direktkontakte zwischen deutschen und kasachischen Unternehmen zu fördern.

Ca. 100 deutsche Firmen sind in Kasachstan vertreten. Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Almaty begleitet und betreut wirtschaftliche Aktivitäten deutscher Unternehmen in Kasachstan und den anderen zentralasiatischen Ländern und unterstützt lokale Firmen bei wirtschaftlichen Kontakten nach Deutschland. (Quelle: Auswärtiges Amt)

Für Deutsche Unternehmen, die Geschäfte mit Kasachstan tätigen möchten, gilt:

Zu beachten ist auch die Möglichkeit einer Exportkreditversicherung. Dafür steht Ihnen in Bayern der private Versicherungsmarkt (Atradius, AKA, Coface) sowie die LfA Förderbank Bayern und das staatliche Exportgarantiesystem Euler Hermes oder KfW zur Verfügung. Zur Erläuterung unser Beitrag: Rüstungsgüter gegen Rohstoffe- besichert durch Steuergelder

Astana ist Gastgeber der Weltausstellung EXPO 2017

Die Hauptstadt Kasachstans wurde am 26.11.2012 zum Ausrichter der EXPO 2017 gewählt. Die EXPO 2017 steht im Zeichen alternativer und erneuerbarer Energiekonzepte.

Kasachstan präsentiert Expo 2017 im Bundestag

Kasachstan will bei der Vorbereitung der “Expo 2017″ vor allem deutsche Unternehmen mit im Boot haben. Das erklärte Rapil Zhoschibajew, erster Stellvertreter des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Kasachstan und Kommissar der internationalen Ausstellung „Expo 2017“, bei einer Präsentation Kasachstans am 3. September im Bundestag. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages, Ernst Hinsken und Jürgen Klimke, hatten eine hochrangige kasachische Regierungsdelegation eingeladen, den Wirtschafts- und Tourismusstandort im Vorfeld der „EXPO 2017“ in Astana in Berlin vorzustellen, heißt es in auf der AHK.

Albert Rau, Erster Stellvertretender Minister für Industrie und Neue Technologien, sprach bei der Vorstellung des Wirtschaftsstandortes Kasachstan das Ungleichgewicht der Investitionen an. Deutsche Unternehmen hätte bisher gerade zwei Milliarden US-Dollar in Kasachstan investiert, nur ein Prozent der Gesamtinvestitionen. Die kasachischen Investitionen in Deutschland beliefen sich kumuliert auf 7,5 Milliarden US-Dollar, davon fünf Milliarden als Anlage in Wertpapieren, sagte Rau.

Gegenwärtig realisiere Kasachstan ein Investitionsprogramm von 64 Milliarden US-Dollar. Von den 600 Projekten würden weniger als zehn mit Deutschland umgesetzt. Aufgrund ungelöster Fragen der Finanzierung, so Rau, überlasse Deutschland den Platz anderen Ländern. Hier müssten beide Seiten etwas tun.

Kasachstan erwartet zur „Expo 2017“ mit dem Schwerpunktthema „Future Energy“  fünf Millionen Besucher. Den Masterplan erarbeitet das deutsche Architektenbüro AS&P Alfred Speer & Partner GmbH.

Andere Länder: genau, Österreich!

http://www.kazakhstan.at/

http://www.kazakhstan.at/

10.-12. Juni 2013 führte WKÖ Vizepräsident Richard Schenz die bisher größte österreichische Wirtschaftsmission nach Kasachstan. Dass das Interesse am Wachstumsmarkt in Zentralasien nach wie vor gewaltig ist, beweist die Teilnahme von 32 österreichischen Unternehmen aus so unterschiedlichen Sektoren wie Bau und Infrastruktur, Logistik, Nahrungsmittelverarbeitung und erneuerbaren Energien.

Im Zentrum des Besuchs stand die erste Sitzung des Österreichisch-Kasachischen Geschäftsrats in der Hauptstadt Astana. Dieser Geschäftsrat wurde im Oktober 2012 im Zuge des Besuchs von Präsident Nazarbayev in Wien von der WKÖ und der Industrie- und Handelskammer Kasachstans gegründet und dient Wirtschaftstreibenden beider Länder dazu, neue Kooperationen zu entwickeln. Abgerundet wurde das Programm durch Informationen zu Investitionsmöglichkeiten und bevorstehenden Großevents wie der Weltausstellung EXPO 2017 in Astana zum Thema „Future Energy“ und der Winter Universiade 2017 in Almaty.

Das «Green Bridge Partnership Programme» wiederum bietet den Rahmen für eine vertiefte regionale Kooperation in den Bereichen Wasserbewirtschaftung, Energieversorgung, Nahrungssicherheit, urbane Infrastruktur sowie im Kampf gegen den Klimawandel und bei Maßnahmen zur Katastrophenprävention. Eine entsprechende Vereinbarung ist Ende September von Kasachstan, Kirgistan, Georgien, der Mongolei, Russland, Weißrussland, Montenegro und Deutschland unterzeichnet worden.

Wie knapp das Öl schon ist, erkennt man am folgenden Beispiel:

Im Kampf gegen die hohen Kerosinkosten kaufte die US-Fluglinie Delta Airlines sich ihre eigene Ölraffinerie. Delta zahlt für die Anlage in einem Vorort der Großstadt Philadelphia 150 Mio. US-Dollar (114 Mio. Euro). „Mit dieser maßvollen Investition, die dem Kaufpreis eines größeren Flugzeugs entspricht, kann Delta seine Spritkosten um jährlich 300 Mio. US-Dollar senken“, erklärte Konzernchef Richard Anderson. Außerdem werde sichergestellt, dass der Fluglinie im Nordosten der USA stets Treibstoff zur Verfügung stehe.

Das Beispiel könnte Schule machen, denn nicht nur Autofahrer, sondern auch die Fluggesellschaften ächzen unter den hohen Spritpreisen. Jetzt haben sogar Airlines ihre eigne Ölraffinerie. Das ist ein klares Alarmsignal, denn die kaufen ja nicht ohne Grund.

Die größten Ölkonzerne der Welt
US-EnergiekonzernÖlriese Exxon

In einem Jahr schafften die Texaner fast 45 Milliarden Dollar Profit. Es ist der zweithöchste Gewinn in der Geschichte. Zu ExxonMobil gehören die 1100 deutschen Esso-Tankstellen. Damit gehört der Konzern auch zu den umsatzstärksten US-Unternehmen in Deutschland.  (sh. auch ExxonMobil betreibt im Jahr 2030 ca. 1000 Erdöl- und Erdgasbohrungen in Deutschland? … und hat bis dahin für die durchgeführten Fracks etwa 150 verschiedene Chemikalien eingesetzt.)

Chevron

Wie alle anderen privaten Ölkonzerne: Im vergangenen Jahr hatte Chevron einen Nettogewinn von 26,9 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Ein Gericht in Ecuador verurteilte den US-Ölriesen Chevron zu einer Rekordstrafe. Bis zu 9,5 Milliarden Dollar soll der Konzern wegen gravierender Umweltverschmutzung im Amazonasgebiet zahlen! Doch Chevron will für die Zerstörung des Regenwaldes nicht zahlen! Siehe dazu: Fassungslos: Chevron-Texaco wälzt Verantwortung ab – Sieg vor dem U.S. District Court in Manhattan

Conoco Phillips

Conoco Phillips ist der der drittgrößte Ölkonzern der USA. In Deutschland ist Conoco vor allem durch die Jet-Tankstellen bekannt. Conoco Phillips gliederte allerdings jüngst die Raffinerie- und Petrochemie-Sparte unter dem Namen Phillips 66 aus und konzentriert sich fortan auf die Produktion. Künftig wird sich der Ölkonzern vor allem auf die Ausbeutung von Ölfeldern in Nordamerika konzentrieren. Anteile an algerischen oder indonesischen Unternehmen hat Conoco bereits verkauft.

BP

Die Ölpest im Golf von Mexiko im Jahr 2010 überschattet noch immer das Handeln des Londoner Ölkonzerns. Die US-Regierung will deshalb vorläufig keine neuen Verträge mit den Briten abschließen. Das sei eine Konsequenz aus dem Mangel an Integrität, den das Unternehmen im Zuge der Explosion der Plattform „Deepwater Horizon“ und der folgenden Ölpest gezeigt habe, hieß es in einer Mitteilung der US-Umweltbehörde EPA. Neuaufträge würden erst dann wieder erteilt, wenn der Konzern hinreichend beweise, dass seine Praktiken den Geschäftsstandards der US-Regierung entsprächen. Ein US-Bundesrichter hat inzwischen einer Einigung zwischen BP und zigtausenden geschädigten Klägern zugestimmt. BP rechnet mit einer Zahlung von 7,8 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro). Darüber hinaus dürften auf BP aber noch weitere Zahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe zukommen. Dabei handelt es sich um Strafen und Entschädigungszahlungen an die US-Bundesregierung und die betroffenen Bundesstaaten an der Küste.

Royal Dutch Shell

Europas größter Energiekonzern Royal Durch Shell – Gewinn 26,59 Milliarden Dollar (rund 19,64 Milliarden Euro) hinnehmen. Der Umsatz des britisch-niederländischen Ölkonzerns betrug 118,05 Milliarden Dollar. Nach fünf Jahren endet der Prozess um Öllecks im Niger-Delta: Der Konzern zahlt für mangelnde Prävention. Shell muss Schadenersatz leisten. Im Arktischen Ozean soll die Suche nach Öl wieder aufgenommen werden. Der Ölkonzern Shell will in der Tschuktschen-See zwischen Alaska und Sibirien und in der Beaufort-See Probebohrungen vornehmen. Im Meer vor Alaska werden mehrere Milliarden Barrel Öl und große Mengen Gas vermutet. Umweltschützer fürchten, dass Shells Vorhaben den Startschuss für einen massiven Ansturm auf Eismeer-Öl darstellen und das Ökosystem bedrohen könnte.

Total

Der französische Branchenvertreter will bis 2015 pro Jahr drei Prozent mehr Öl und Gas fördern. Außerdem verkauft Total Unternehmensanteile. Auf der Verkaufsliste stehen vor allem Raffinerien in Europa und bereits weit ausgereizte Öl- und Gasquellen in der ganzen Welt. Der Konzerngewinn 2012 lag bei 3,08 Milliarden. Die Franzosen wollen nun Bohrungen in Kenia, Gabun, der Elfenbeinküste und Brasilien vornehmen. Auch hier gibt es Skandale – z. B. Leck in einer Nordsee-Leitung.

Rosneft

Auch der staatlich kontrollierte russische Ölkonzern Rosneft hat dank höherer Fördermengen und gestiegener Ölpreise 2012 mehr verdient. Der Gewinn liegt bei 342 Milliarden Rubel (rund acht Milliarden Euro) und  der Umsatz ist bei 3,1 Billionen Rubel.

Rosneft will die drittgrößte russische Ölfirma TNK-BP zukaufen. Damit wird Rosneft der weltgrößte Ölkonzern. Die Firma ist zwar schon der größte Ölproduzent in Russland, fördert zusammen mit TNK-BP dann aber mehr Öl und Gas als der US-Multi Exxon.

Rosneft schloss die Übernahme im Gesamtwert von rund 40 Milliarden Euro Ende März ab. Rosneft musste sich zur Finanzierung der Übernahme viel Geld leihen: Ende März belief sich der Schuldenberg auf 44 Milliarden Euro.

Das größte russische Ölunternehmen Rosneft und der staatliche chinesische Ölkonzern CNPC haben ein Absichtsprotokoll über die Gründung eines Joint Venture zur Erschließung von Ölfeldern Westsibiriens und des Fernen Ostens unterzeichnet, berichtet die online-Zeitung Lenta.ru unter Berufung auf eine Mitteilung des chinesischen Unternehmens. Neben Westsibirien kooperieren der russische und der chinesische Energieriese beim Bau einer Erdölraffinerie in Tianjin sowie bei den geologischen Erkundungsarbeiten am russischen Festlandsockel in der Barentssee und in deren Randmeer Petschora-See in der Arktis.

Aktuell will Rosneft mit BP Schieferöl-Vorkommen erschließen – obwohl dessen Chef auf der Liste der US-Sanktionen gegen Moskau steht. Doch in Zeiten um das kostbare Gas oder Öl welche Konzerne interessieren da schon Sanktionen?

Peak Oil – Das Ende des Erdölzeitalters
Wir nutzen Öl, um Pflanzenschutzmittel, Plastikspielzeug und Einkaufstüten herzustellen, für Medikamente, Farben und Lacke, für Isolierungen von Elektrokabeln und natürlich, um unsere Fahrzeuge mit Hilfe kleiner Explosionen von Luft-Ölprodukt-Mischungen anzutreiben, sowie um mit Ölheizungen den Winter zu überstehen. Wir brauchen Öl für fast alle Aktivitäten unseres industrialisierten Lebens: Mobilität braucht offensichtlich Öl, Essen braucht Öl, um es erst per Düngemittel und Pestiziden aufzuziehen und später, um es zum Supermarkt zu karren. Die meisten Konsumprodukte kommen kaum ohne Plastik aus und sei es nur für die obligatorische Verpackung. Öl ist – in mehrfacher Hinsicht – das (technische) Schmiermittel unserer Ökonomie. Ohne Öl dreht sich kein Rad, zumindest kein großes.
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Doch nun wieder zum Kaschagan-Ölfeld:

Das Erdöl-Vorkommen des Kaschagan-Ölfelds soll 9-16 Milliarden Barrel förderbares Öl enthalten. Seine Erschließung stellt eine große finanzielle und technische Herausforderung dar, da es offshore in klimatisch rauer (fünf Monate zugefrorener Teil des Kaspischen Meeres) und in ökologisch prekärer Umgebung (u.a. Laichgrund des Beluga-Störs) liegt.

Fazit

Durch den geologisch bedingten Rückgang aus bestehenden Ölfeldern müssen jedes Jahr etwa 3 – 4 Mio. Barrel Tagesproduktion neu auf den Markt gebracht werden, nur um die Produktion auf dem heutigen Niveau zu halten. Das heißt jedes Jahr drei Mal Kashagans Spitzenproduktion! Deutlich wird an diesem Ölfeld, dass die Zeiten des „billigen Öls“ definitiv vorbei sind und dass der Aufwand, den unvermeidlichen Rückgang der Weltölproduktion hinauszuzögern, jedes Jahr größer wird.

Dann wird auch schnell mal von ÖKO-Bohrinsel gesprochen oder Rohstoffe vor ÖKO-System und die Menschenrechte! Peak Oil – „Blut für Öl“!

Die Ölkonzerne greifen nach jedem Strohhalm, um ihren Aktionären zu suggerieren, dass die Welt noch in Ordnung ist.

Das Rennen um die letzten Öl-Reserven hat bereits begonnen. Ob „Peak Oil“ bereits im Jahr 2005 erreicht wurde oder erst im Jahr 2015 erreicht wird, ist letztlich von zweitrangiger Bedeutung. Die geologischen Hinweise, dass „Peak Oil“ erreicht ist, sind vielfältig und sollten als Signal zum Handeln angefasst werden.

Die Energieversorgung mit Öl und Gas beunruhigt nicht nur die  Finanzmärkte. Die Gewalt im Irak und der russische Lieferstopp von Erdgas an die Ukraine könne ein neues Argument für die Regierung sein, Fracking zu erlauben. Lesen Sie dazu: Gewalt im Irak und russischer Lieferstopp von Erdgas an Ukraine – Vor der Sommerpause Fracking?

Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine sorgen bei den Gesprächen um die geplante transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (kurz TTIP – Transatlantic Trade and Investment Partnership) für zusätzliche Dynamik. Lesen Sie dazu: Energiehunger in der Ukraine-Krise: TTIP schneller als erwartet? Fracking, Teersand, Iran und Türkei
Die Arche Noah musste gebaut werden, bevor es zu regnen begann. Von den fossilen Energien müssen wir uns entwöhnen, bevor sie zu Ende gehen.

© Netzfrau Doro Schreier

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Diese tolle Ölfeld Kashagan ist seit mindestens acht Jahren schon im Gespräch bezüglich riesiger Ölfördermengen, aber eigentlich ist dieses Feld wohl mehr ein Fass ohne Boden:

    <09.08.2006 10:47 von fsiggi
    Eine ökonomische Erschließung des im Jahr 2000 entdeckten offshore Feldes "Kashagan" wird damit unwahrscheinlicher, zumal es ähnlich schwierige Produktionsbedingungen wie Tengiz aufweist. Nicht umsonst heisst dieses Feld im Sprachjargon der Insider "Cash all gone". Wie bereits in energiekrise.de berichtet haben sich bereits kurz nach den Analysen der ersten Ölbohrungen von Kashagen die Firmen BP und Statoil aus dem künftigen Betreiberkonsortium zurückgezogen, da sie ihre Kriterien für eine erfolgreiche Beteiligung nicht gegeben sahen.
    http://www.energiekrise.de/news/haupt02.html [Die Seite von der Firma Ludwig Bölkow System Technik GmbH gibt's nicht mehr, die heißt jetzt http://aspo-deutschland.blogspot.com/ ].

    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=231&page=38

    Und noch ein Online-Artikel aus dem Wall Street Journal:

    Im Kaspischen Meer kämpfen die großen Ölkonzerne gegen Eis, tödliche Gase — und Kasachen
    aktualisiert, 28. Aug. 2007
    Behördenmitarbeiter stellen die Arbeit im großen Kashagan Ölfeld ein; ein neues Kräfteverhältnis

    Es gab auch Schwierigkeiten mit dem Kashagan-Vorkommen. Es liegt liegt etwa vier Kilometer unterhalb des Seegrunds, mit einem Druck der grob 500 mal höher ist als auf Meereshöhe. Das Heraufpumpen des Öls benötigt teure druckfeste Rohre, genauso wie starke Kompressoren um die giftigen Gase wieder zurück unter das Meer zu pumpen. Zudem ist das Kaspische Meer hier wie ein flaches Planschbecken das fast fünf Monate im Jahr zugefroren ist. Im Winter türmt der Wind Berge von Packeis auf, die eine normale Bohrinsel zerstören können.

    Es brauchte einige Monate länger als geplant. In Astrakhan zerstörte ein Feuer die Gerätschaften und Werkzeuge wurden gestolen. Einige der Partnerfirmen von Shell gaben Kashagan den Spitznamen „Cash all gone“ [Das Geld ist weg]. Von Shell gab es keinen Kommentar.

    http://online.wsj.com/news/articles/SB118824035440810037

  2. Hallo,
    habt Ihr ein Problem mit meinen Kommentaren oder wollt Ihr nicht, dass andere Leute bei Euch noch Zusatzinformationen posten? Dann würde ich vielleicht empfehlen die Kommentarfunktion komplett zu entfernen.

    Ich lebe derzeit auf ALGII-Niveau, besitze aber noch 200 wertlose Aktien von Cargolifter und habe seit ein paar Monaten 4000,- Euro Schulden. Nicht dass Ihr denkt ich wäre irgend ein schwerreicher Energieberater für die Ölindustrie oder so.

    • Lieber Blogleser, wir haben in der Tat ein Problem, aber nicht mit Deinen informativen Kommentaren, sondern ein rein personelles. Wir sind einfach zu wenige. Seit November ’15 bin ich Lektorin bei den Netzfrauen und moderiere auch die Kommentare. – Grüße Ulla

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