Aus dem „Weißen Haus“: Die Entfesselung der Kraft von ‚Big Data‘ – George Orwells „1984“

OrwellDie Bürger liefern ihre Daten à la carte. Die Geheimdienstskandale führen dazu, dass die Menschen in Deutschland „Big Data“ ablehnen, aber wen interessiert schon, was die Bürger wollen?

Die „Big-Data-Technologie“ zur Auswertung riesiger Datenmengen ist dabei, unser Leben zu revolutionieren.

Aber Vorsicht, denn was für die Wirtschaft und die Regierung gut ist, ist nicht unbedingt gut für uns. Sie liefern Ihre Daten im wahrsten Sinne „à la carte“.

Die NSA betreibt in Utha ein riesiges Rechenzentrum.  BIG DATA ist REAL!

NSA-Überwachung pro Mensch eine Festplatte

2 Milliarden $ für den Komplex, der 92 000 m² groß ist und dessen Hauptaufgaben es ist, verschlüsselte Daten aus dem Internet zu knacken. Das Utah-Rechenzentrum ist von allen NSA-Außenstellen mit Informationen gespeist – von der Satellitenkommunikation, über Telefonleitungen bis hin zum Internet, sowohl aus dem In- als auch Ausland. Dazu gehören private E-Mails, Telefonate und Google-Suchen. Zusätzlich werden US-Bürger auch noch über ihre alltäglichen digitalen Spuren verfolgt werden – von der Parkschein-Rechnung bis zum Online-Büchereinkauf. Aber nur US-Bürger? Bei jeder Suche auf Google, bei jedem Einkauf mit der EC-Karte oder auch nur einem Klick auf Facebook hinterlassen Sie Spuren.

Zur Erläuterung: Was ist BIG DATA?

BIG Data Industrie 4.0

Nachdem Sie sich über BIG DATA informieren konnten, ein Beitrag direkt aus dem Weißen Haus. Diesen Beitrag haben wir für Sie übersetzt. „Unleashing the Power of Big Data“ vom  18. April 2013, zwar ein Jahr alt, doch mehr als aktuell.

Im vergangenen Jahr kündigte die Obama-Administration die Initiative „National Big Data Research and Development“ (nationale Big-Data-Forschungs-und Entwicklungsinitiative) an – ein wichtiger Schritt bezüglich der Herausforderungen und Chancen von „Big Data“. Big Data nennt man Daten, die so groß, so komplex, oder so schnell-generiert sind, dass sie durch traditionelle Informations- und Kommunikationstechnologien nicht verarbeitet werden können. Bei ihrer Einführung verfügte die Big-Data-Initiative über mehr als 200 Millionen USDollar aus sechs Bundesministerien und -behörden zu dem Zweck, das Beste aus dem explosionsartigen Wachstum von Big Data zu machen und die notwendigen Werkzeuge zur Analyse zu entwickeln.

Jeden Tag werden Entscheidungsträger, Ressourcenmanager, Ingenieure, First-Responder, Wissenschaftler und Bürger konfrontiert mit einer Vielzahl von stetig fließenden Datenströmen aus vielen Quellen und in unterschiedlichen Formaten. Den Sinn dieser riesigen Datenmengen zu entschlüsseln, erfordert innovative Tools und Technologien, die in der Lage sind, das nützliche Wissen aus diesen enormen und vielfältigen Informationsströmen zu analysieren und zu extrahieren. Demnach könnte es zu einer Reihe von wichtigen gesellschaftlichen Vorteilen führen, unsere Arme nach Big Data auszustrecken: Wir könnten zum Beispiel Verbraucher in die Lage versetzen, optimale Energieentscheidungen zu treffen, indem wir sie mit allen dafür erforderlichen Informationen versorgen. Wir könnten Bauingenieuren die Möglichkeit geben, gefährdete Infrastruktur zu identifizieren und zu überwachen, Naturkatastrophen genauer vorhersagen usw.

Nun, da wir in das zweite Jahr der Big-Data-Initiative eintreten, wird die Obama-Administration eine Vielzahl von Interessengruppen inklusive Bundesämtern, Privatwirtschaft, Wissenschaft, staatlicher und lokaler Regierungen, gemeinnütziger Gesellschaften und Stiftungen dazu ermutigen, landesweit Big-Data-Intitiativen zu entwickeln und sich an diesen zu beteiligen. Von besonderem Interesse sind Partnerschaften, die zu folgenden Zwecken initiiert werden:

  • Vorantreiben der Kerntechnologie von Big Data
  • Nutzung des Potentials von Big Data, um nationale Ziele wie wirtschaftliches Wachstum, Bildung, Gesundheit und saubere Energie voranzutreiben
  • Nutzung von Wettbewerb und Herausforderungen
  • Förderung regionaler Innovationen

Die National Science Foundation (NSF) hat eine Informationsabfrage eingeführt, welche es Interessengruppen ermöglicht, Big-Data-Projekte zu finden, die sie unterstützen wollen, um diese Ziele zu erreichen. Zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr planen OSTP (Office of Science and Technology Policy), NSF und andere Partneragenturen im Networking and Information Technology R&D eine Veranstaltung zu organisieren, die High-Impact-Kooperationen unterstreicht und Möglichkeiten für eine erweiterte Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor aufzeigt.

Original: Unleashing the Power of Big Data

Das Weiße Haus beschäftigt sich genauso mit der Verwaltung von großen Mengen Daten, die u. a. Sie liefern wie Coca Cola, Nestlé, Monsanto, eben alle große Konzerne, um herauszufinden, was Sie wollen oder nicht wollen. Nein, Sie wollen die BIG DATA nicht, das wissen auch die Konzerne, das wissen auch die Regierungen, macht aber nichts, Sie sind eine Ware, ein Versuchskaninchen, oder besser gesagt, George Orwells 1984 ist schon längst real.

Konzernriesen wie Coca-Cola oder die Otto Group haben Big Data schon längst für sich entdeckt. Daten zählen hier zu den wichtigen Ressourcen und als Bestandteil des Geschäftsmodells. Ihre Nähe zum Kunden macht diese Unternehmen so erfolgreich. Wenn eben diese Daten nicht im Hause der Konzerne vorrätig sind, werden diese gekauft. Nicht nur der Handel mit Daten, sondern auch der Markt für Big-Data-Lösungen wächst und entwickelt sich zu einem Milliardengeschäft. Dementsprechend vielfältig ist das Angebot an entsprechenden Technologien.

Wir werden diese Technik nicht aufhalten können, liefern wir doch tagtäglich die entsprechenden Daten dazu. Aber wir können fordern, dass wir einen besseren Schutz für unsere Daten erhalten. Damit wir dieses fordern können, müssen Sie erst wissen, wie Ihre Daten genutzt werden. Sollten Sie Petitionen unterzeichnen, fragen Sie nach, wo und wie Ihre Daten gespeichert werden.

Im Straßenverkehr schützt Sie die Verkehrspolizei. Auch dort gelten Recht und Gesetz. Warum kommt der Gesetzgeber seiner Aufgabe, Sie – und Ihre Daten – zu schützen, nicht nach?

Die Verkehrspolizei schützt Sie zum Bespiel, damit Sie beim Überqueren der Straße sicher ans Ziel kommen, und trägt so zur Verwirklichung des Willens des Gesetzgebers bei. Recht und Gesetz, nicht nur im Straßenverkehr, müssen auch im Datenverkehr gelten. Die jüngst bekannt gewordenen Überwachungsskandale verdeutlichen einmal mehr: Um den Datenschutz ist es derzeit in Deutschland nicht gut bestellt. Wie Sie aus dem Weißen Haus erfahren, wird bereits alles für BIG DATA unternommen.

Schaubild

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http://www.opentracker.net/solutions/big-data-analytics

„Schwere körperliche Arbeit, die Sorge um Heim

und Kinder, kleinliche Streitigkeiten mit Nachbarn,

Kino, Fußball, Bier und vor allem Glücksspiele

füllten den Rahmen ihres Denkens aus.

Es war nicht schwer, sie unter Kontrolle zu halten“

George Orwell, „1984“

© Netzfrau Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Was ist eigentlich Big Data?

    Sie dazu Beitrag in http://www.nachdenken-in-muenchen.de:

    http://nachdenken-in-muenchen.de/?p=564#more-564

    Big Data beim FC Bayern oder Der Arzt kann einpacken
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    Big Data ist der Begriff für eine neue IT-Technologie. Sie bietet die Möglichkeit, große Datenmengen zu analysieren, zu speichern und auszuwerten. Die gesammelten Daten stammen aus sehr unterschiedlichen Quellen: z.B. aus Unternehmensdaten über Marktanteile, Umsätze und Gewinne oder aus privaten Kommunikationsdaten, wie Internetzugriffen, Kameraaufzeichnungen und Telefongesprächen.

    Mittwoch, 20.8.2014 im Sportteil der SZ: Ich denke ich verstehe nicht so richtig, was da steht: „Big Data beim FC Bayern“. Was hat Big Data mit Fußball zu tun? Was ist denn Big Data überhaupt?
    Hintergrund ist zunächst, dass die Firma SAP, großer deutscher Softwarehersteller, beim FC Bayern als Investor einsteigt und verspricht: „Wir werden die digitale Welt beim FC Bayern komplett einführen.“
    Dass viele Daten bei einem Fußballspiel erzeugt werden, das haben wir mittlerweile mitbekommen. Regelmäßig während eines Spiels werden wir aufgeklärt über %-Anteile im Ballbesitz, über gewonnene Zweikämpfe, über das Eckballverhältnis sowieso oder über Distanzen von Kilometern, die die Spieler gelaufen sind. Mehrere Dutzend Kameras sind auf das Spielfeld gerichtet, identifizieren die einzelnen Spielen und zeichnen ihre Leistungsdaten auf.

    So führt Johannes Aumüller in seinem Artikel aus:

    „In erster Linie aber geht es um Daten, und zwar um ganz viele Daten, die der FC Bayern für möglichst viele aufbereiten möchte. Für die Fans, für die medizinische Abteilung und vor allem für den Trainerstab. Sie speisen sich aus den aktuellen Spielen, aus den Trainingseinheiten und aus zahlreichen Fernsehaufzeichnungen. Bei einer Trainingseinheit gebe es pro Sekunde eine Million Daten, sagte SAP-Vorstandsmitglied Gerhard Oswald. Im Idealfall soll die Technik helfen, Spiele besser zu analysieren und gesundheitliche Gefahren früher zu erkennen.“

    Verstanden habe ich also, dass bei einem Fußballspiel sehr viele Daten gewonnen, gespeichert und ausgewertet werden. Aber was wird wirklich konkret daraus gewonnen?
    Schauen wir uns doch zunächst ein anderes Beispiel von Big Data an, z.B. in der Medizin: Wenn das Krankheitsbild eines Menschen durch viele Daten eindeutig gekennzeichnet ist (z.B. Blutwerte, Fettwerte, Urinwerte) und wenn man zugeordnet hat, welche Behandlungsmethoden zur Heilung geführt haben, dann muss man gar nicht mehr den Arzt hinzuziehen, sondern man benötigt die einfache Erfassung der Daten und bekommt als Ergebnis die angewandten Therapieschritte, vorausgesetzt die vorhandene Datenbasis ist groß genug.
    Wir ahnen, warum also so viele Daten erforderlich sind und so viele erfasst werden. Big Data ersetzt die Kausalität (in unserem Fall also die Analyse des Arztes) durch Korrelation, also dadurch, dass es viele Daten miteinander in Beziehung setzt.
    Auch bei der Übersetzung von Texten aus einer Sprache in eine andere hilft Big Data, ohne dass wir dazu ein Wörterbuch oder einen Übersetzer zu Hilfe ziehen. Voraussetzung ist eben nur eine große Anzahl von übersetzten Texten, die mit zu programmierenden Algorithmen ausgewertet werden.
    Siehe dazu auch SZ vom 21.5. 2014, In der Außenansicht, S.2 schreibt Christian Hesse „Der Arzt kann einpacken – Warum man mit Mathematik Menschen heilen kann, ohne etwas von Medizin zu verstehen – und Big Data besser ist als sein Ruf“
    Zurück zum Fußball: Der FC Bayern gewinnt sicherlich die meisten seiner Spiele, weil Big Data das aus den Daten seiner Spieler und der Mannschaft vorhersagt. Wird er alle Spiele gewinnen, wenn die Daten dieses belegen? Nun, Gott sei Dank, gibt es noch menschliche Fehler, es gibt die Tagesform, es gibt Pfosten und Latte und es gibt die Schiedsrichter und eben auch andere Mannschaften mit ähnlich guten Leistungsdaten.

    Der Artikel in der Außenansicht der SZ endet so:

    „Die verantwortliche Nutzung riesiger Datenmengen schafft ungeahnte neue Möglichkeiten. Man kann Energie effizient nutzen, Verbrechen bekämpfen und verhindern, die Wissenschaft voranbringen. Big Data hat einen schlechten Ruf, doch die gesammelten Datenmengen sind nicht per se schlecht. Der Missbrauch von Daten muss natürlich konsequent bekämpft werden. Doch die Chancen von Big Data überwiegen die Risiken.“

    Wo sind die Risiken anzusiedeln? Personenbezogene Daten unterliegen nach wie vor den Bestimmungen des BDSG, des Bundesdatenschutzgesetzes. Dieses vertritt das Recht des Bürgers, selbst zu bestimmen über die Speicherung und Verwendung seiner Daten.
    Aber können wir überhaupt noch nachvollziehen, welche Daten von wem und wo über uns gespeichert sind und damit auch ausgewertet werden können?
    Im US-Film Minority Report wird thematisiert, dass mit Hilfe von Persönlichkeitsprofilen menschliches Verhalten vorhergesagt wird und kriminelle Handlungen prognostiziert werden. Die Algorithmen, die benutzt werden, um die Prognosen zu stützen, sind nicht transparent. Ist das wirklich nur eine Science-Fiction-Vorstellung?

  2. Wir sind die Basis einer Pyramide!
    Wir sorgen als Produzenten, Konsumenten, als Kunden und Patienten, als Klienten und als potentielle Delinquenten, für den sich beschleunigenden Strom der Waren, Finanzen und Daten, im Stoffwechsel eines ‚pyramidalen‘ Organismus. Nachdem wir das Ertragsnutzenkalkül eines besinnungslosen Fortschritts im Wachstum verinnerlicht haben, empfinden wir den Raub der Selbstbestimmung und Identität nicht mehr als Verlust. Auf die atomare Einheit der Existenz reduziert, reihen wir uns ein, in die weltweiten Ströme der dynamischen Massen. Dabei steht die Isolation im Nahfeld der Beziehungen, in einem krassen Gegensatz zur Identifikation mit einem globalen Bewußtsein. Über die Instrumentalisierung religiöser Bedürfnisse, werden die Menschen zur Opferung der eigenen Identität gerufen, und zum Dienst für einen allumfassenden Welt-Ethos vorbereitet
    Wer sich nicht von Verschwörungstheorien verwirren lassen will, dem hebt sich mit „Das pyramidale Prinzip 2.0“ von Franz Sternbald der Schleier, und gewährt dem Leser einen unverstellten Blick auf das Wesen des Willens zur Macht! Gleichzeitig ist es ein leidenschaftliches Plädoyer für einen aufgeklärten Glauben, der sich, nach Kierkegaard, auch dem fundamentalen Zweifel stellen muß, sowie die Rettung der Würde des Individuums, gegen die kollektive Vereinnahmung, und seiner Zurichtung für die Zwecke eines globalen Marktes. Hier wird der Versuch unternommen, das Bewußtsein von einem Erlösungsbedürfnis aus der ‚Selbstentzweiung’ des Willens in der Natur zu erklären, und die Selbstentfremdung des Menschen aus seiner ‚Seinsvergessenheit’. Dem überzeugten Christen verschafft die Beschäftigung mit der Analyse des Willens zur Macht von Schopenhauer, über Nietzsche bis Heidegger, ein freieres Auge. Deren Aktualität steht nicht im Widerspruch zu einer christlichen Deutung der Weltgeschichte, sondern liefert vielmehr deren Bestätigung. L.G. H. Sternbald

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