Offener Brief an alle Medien: Sagt den Menschen die Wahrheit!

Netzfrauen-MedienSehr geehrte Damen und Herren,

die Medien sollen wichtige Aufgaben in der demokratischen Gesellschaft übernehmen. Davon abgesehen, dass sich viele Bürger heutzutage nicht mehr wirklich in einer Demokratie lebend fühlen, bekommen wir auch zunehmend den Eindruck, dass Sie, liebe Medienschaffende, nur noch als Spielball anderer Interessen dienen.

Sicher, uns ist schon klar, dass Sie größtenteils von der Wirtschaft abhängig sind. Man will ja auch in Zukunft hübsche Werbeeinnahmen haben, richtig? Aber auch bei den ach so unabhängigen Öffentlich-Rechtlichen scheint es nicht mehr ganz ohne Fremdeinwirkung zu gehen.

Wo bleibt der investigative Journalismus?

Derzeit passieren schreckliche, wichtige Dinge. Was machen die Medien? Sie schweigen oder lügen. Dazwischen gibt es kaum noch etwas. Wir reden hier natürlich überwiegend von Massenmedien, denn der ein oder andere Journalist traut sich durchaus, ehrlich und gut informiert zu berichten. Meist auf dem privaten Blog, aber immerhin.

Wir fragten schon oft, warum die Medien lieber schweigen. Nehmen wir als Beispiel den Tag, an dem über 50 000 Menschen gegen den Sparkurs in London auf die Straße gingen. Gut, das ist nur die Hälfte der Menschen, die auf der Berliner Fanmeile bei den WM-Spielen jubelten. Aber es ist eine große Anzahl Gleichgesinnter, die für ihre Sache demonstrierten. Sie waren Ihnen keine Berichterstattung wert!

Oder nehmen wir den Fall Russland. Aktuell gibt es fast ausschließlich Berichte über den bösen Putin, der dies und das macht und nun auch noch EU-Importe boykottiert. Wir Netzfrauen berichteten aber schon im März(!) davon, dass Russland 2013 Fleisch und Milch aus Bayern sowie gekühltes Frischfleisch aus ganz Deutschland wegen Hygienemängeln ablehnte und nun, im März 2014, auch deutsche Meiereien unter Importverboten leiden. Und so wärmen Sie quasi alte Geschichten wieder auf, um zu untermauern, das Putin der Böse ist. Und vergessen zu erwähnen, dass es bestimmte Importverbote schon länger gibt.

Oder nehmen wir die Öffentlich-Rechtlichen, die einfach mal eben selbst „die Besten“ bestimmen und den Zuschauern, die im Übrigen Geld dafür bezahlen müssen, weismachen wollen, dass sie selbst so gewählt haben. Manipulation beim Volksfernsehen. Wie schön.

Erst im März hielt es das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe für nötig, das ZDF daran zu erinnern, dass es kein Staatsfunk ist. Was für die Privaten die Wirtschaft, sind für die Öffentlich-Rechtlichen die Politiker? Sieht ganz so aus. Obwohl sich die Politiker selbstverständlich auch mit den Privaten gut stellen.

Wir Netzfrauen berichteten bereits über die Medienkonzerne. Mehrere Zeitungen und Fernsehstationen gehören demnach nur einem Konzern. Klar lässt sich die Meinung im Lande so deutlich leichter beeinflussen. Natürlich lassen sich Lügen auf diese Weise so oft weitererzählen, bis die meisten sie glauben. Ganz sicher schweigt es sich so leichter, wenn irgendwem irgendwo etwas Unfassbares geschieht.

Wenn Jemand Wichtiges es nicht will, kommt es auch nicht an die Öffentlichkeit. Wenn wir einen Bösewicht brauchen, schreiben wir uns einfach einen. Wir sagen dem Volk, dass Fracking super ist. Wir reden das Freihandelsabkommen schön. Die blöden Bürger glauben uns auch, wenn wir behaupten, dass Pestizide und anderer Mist keinerlei gesundheitliche Auswirkungen haben werden. Wir reden viel und sagen nichts.

Wenn wir einen Krieg wollen, sorgen wir dafür, dass zuerst das Volk ihn will?

Ihr Verantwortlichen,

wir wollen, dass Ihr endlich wieder die Aufgabe übernehmt, für die Ihr in einer Demokratie auch zuständig seid. Wir brauchen keine Propaganda. Wir brauchen die Wahrheit. Wir wollen, dass Ihr genau hinschaut – nicht auf Eure Werbeeinnahmen, sondern auf das, was stimmt! Wir wollen, dass Ihr kontrolliert, nachhakt, nicht locker lasst und aufdeckt, was uns schadet. Kehrt zurück zu dem, was Euer Job einmal war. Werdet wieder glaubwürdig. So, wie es jetzt ist, verdient Ihr alles, aber keinen Respekt!

Mit freundlichen Grüßen
Netzfrauen

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Schön, dass diese Artikel nach „der Kaperung“ wieder öffentlich sind… hatte sie schon vermisst.
    Vielleicht waren sie auch der Grund für „den Ausfall“ des Servers …?

  2. Pressefreiheit in Deutschland in Gefahr …
    … ohne Medienecho und öffentlichen Aufschrei!
    1948 standen die Deutschen auf, negierten die Tradition der Zensur und fanden dafür ein mächtiges Instrument: Artikel 5 GG – den Garanten der Pressefreiheit.
    Seither sind in ganz Deutschland nicht nur die Gedanken frei.
    Dass dies so bleibt sollte in unser aller Interesse und vor Allem der Medien wie ihrer Organiationen/Verbände sein – sollte man zumindest meinen.
    Deshalb herzlichster Dank, wenn man sich dieses Themas https://www.dpv.org/files/journalistenblatt2-11.pdf annimmt, denn wie sollte dazu passen, dass:
    a) die sächsische Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Fraktion „Die Linke“ hin dazu Auskunft geben musste und es sich dabei – trotz noch absolut unbefriedigender Antwortqualität – zeigte, dass die Staatsregierung – mit unbekannter Dunkelziffer – über die bisher bereits bekannten 21 Fälle hinaus deren 39 (!) bestätigen musste, bei denen es in diesem Bundesland zu Strafverfahren gegen JournalistInnen im Rahmen deren Tätigkeitsausübung kam.
    b) bundesweites Aufsehen erregte der Fall der im Sachsensumpf ermittelnden Journalisten Datt und Ginzel, während das Schicksal von 4 weiteren deutschen Journalisten, die wegen ihrer Recherchen von Behörden und Justiz bedrängt, teils sogar körperlich und damit dauerhaft gesundheitlich geschädigt sowie insgesamt in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind, im Verborgenen bleibt.
    c) dies, obwohl der mdr in seinem Format exakt am 09. November 2010 deren Rechercheergebnisse zu Fragen bei der Verwendung von Geldern aus Strafverfahren aufgriff http://www.youtu.be/JtkAKr5-VoU.
    ZAPP – Das Medienmagazin des NDR berichtete am 25. Mai 2011 http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp4337.html zum Verständnis der Pressefreiheit in Sachsen, indem Medienanfragen mit Strafbefehl geahndet werden.
    Zwangsläufig konnte dabei ebenso wie in BILD Dresden nur die Spitze des Eisberges thematisiert werden, welche auch bestätigend mit dem Deutschen Presserat in mdr um 12 diskutiert http://www.youtube.com/watch?v=tc7tVEgsQr8&feature=youtu.be, sowie vom Spiegel in Ausgabe 31 vom 01. August 2011 unter „Die Härte des Systems“ mit weiteren Hintergründen beleuchtet wurde, ehe sie im JournalistenBlatt von DPV und bdfj der Aufmacher seiner Ausgabe zur Medienwoche@IFA2011 in Berlin https://www.dpv.org/files/journalistenblatt2-11.pdf war.
    d) völlig unter gehen jedoch im weiteren Verlauf die daraus nicht gezogenen Konsequenzen zu eben der fragwürdigen Verwendung von Strafgeldern und – vorsichtig gesprochen – Ungereimtheiten im Nebentätigkeitenbereich eines ehemaligen Staatsanwaltes und jetzigen Richters.
    Das Verfahren gegen Erich Neumann wurde vorläufig eingestellt und an die Justiz in Bayern weiter gereicht.
    Damit bleibt nicht nur eine Sachverhaltsklärung aus, sondern sind die bayerischen Richter zusätzlich unter Druck gesetzt, welche darüber zu entscheiden haben, ob eine Recherchenachfrage als üble Nachrede gewertet werden kann.
    Der Kreis zu den Leipziger Journalisten Datt und Ginzel schließt sich dabei in ebenso auffälliger als bemerkenswerter Art, da in beiden Fällen die Publikation selbst nie beanstandet und zur Unterlassung entschieden wurde.
    Während wir also mit Eifer dabei sind, wenn Attacken gegen die Pressefreiheit in China, Iran, Nordkorea oder Russland erfolgen, sind wir um so mehr gefordert, wenn es mitten in Deutschland geschieht!
    Deshalb bitte Unterstützung von http://www.facebook.com/MehrEthikinderWirtschaf der reinen non-profit Initiative zur Selbsthilfe gegen die Missstände bei (landes-)politisch gedeckter Wirtschaftskriminalität, unterdrückter Pressefreiheit, Politverflechtungen und Defizite in Justiz und im Gutachterwesen, mit den, für Betroffene, Geschädigte und Opfer dort Eintretenden? Soweit selbst ein Missstand beendet und aufgearbeitet werden soll, findet sich in der dortigen Gemeinschaft auch die Stärke, welche der/dem Einzelnen fehlt!
    Dabei legt sie Wert darauf, dass nicht Jede(r) mit einem Urteil Unzufriedene ein Justizopfer ist/sein kann!
    Auch geht es nicht um die Belange von Einzelfällen sondern vielmehr die Struktur und System-Parallelen, da sich nach deren Aufarbeitung die Einzelfälle zwangsläufig erledigen und ansonsten allerdings so gut wie gar nicht!

  3. Ganz ganz großartig, liebe Netzfrauen,
    „die Wahrheit sagen“
    allerhöchste Zeit!
    Weiter so!

  4. Sehr mutig und auch sehr stimmig. Schaut euch mal ein Video von Prof. Dr.Dr. Wolfgang Berger an. YouTube. Titel: Verschwiegenes, Verharmlostes, Vertuschtes. Wir müssen zusammenhalten. Unsere Seite heißt: Dein JA zum Frieden. Ich bin in Gedanken bei euch!

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