Die Top 10 der Pharmakonzerne – Das große Fressen

Die Gesundheit (Krankheit) des Menschen ist ein einträgliches Geschäft

Netzfrauen.PharmaIm Jahr 2014 dürften im weltweiten Pharmamarkt etwa 1,1 Bio. US-$ (748 Mrd. €) umgesetzt worden sein, so das IMS Institute for Health Informatics. Die USA zeichnen dabei für mehr als ein Drittel des gesamten Marktvolumens verantwortlich, gefolgt von der EU und Japan.

Wegen der erheblichen Investitionen in China für den Sektor pharmazeutische Forschung und Entwicklung (R & D) wird voraussichtlich bis zum Jahr 2020 der Umsatz in diesem Bereich 315 000 000 000 $ betragen, das wären  mehr als 650 Prozent-Umsatzwachstum. Nach einem neuen Bericht vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Globaldata wird der chinesische Markt für medizinische Geräte auf 54 Milliarden US-Dollar wachsen.

Nicht nur die immer steigende Anzahl der älteren Bevölkerung sorgt für den enormen Umsatzanstieg, sondern auch wie in anderen Ländern die steigende Prävalenz von chronischen Krankheiten. Diese sorgen wiederum für eine steigende Nachfrage für medizinische Behandlungen unter Einsatz von Medikamenten. Gerade die multinationalen Pharmaunternehmen investieren zunehmend in Chinas F & E-Bereich (Forschung und Entwicklung). Natürlich sind auch diese Pharmakonzerne in China vertreten: Roche, Novartis, Astrazeneca, GSK, Eli Lilly, Johnson & Johnson und Pfizer. Wir wollen uns auch nicht allein auf China konzentrieren, sondern global informieren.

Denn nicht nur in China sind verschreibungspflichtige Medikamente auf dem Vormarsch, sondern auch in Russland, Südkorea und Mexiko. Davon profitieren insbesondere die weltgrößten Pharmahersteller und Anleger, die auf die richtigen Aktien setzen.

Pharmakonzerne befinden sich derzeit auf einer Fusions- und Übernahmewelle

Der Novartis-Konzern gibt seine milliardenschwere Tiermedizin-Sparte an Eli Lilly (USA) ab und die Impfstoff-Abteilung an GlaxoSmithKline (Großbritannien). Außerdem boten Finanzinvestoren 46 Milliarden Dollar für den Botox-Hersteller Allergan (USA). Novartis kauft im Gegenzug von GlaxoSmithKline dessen Krebsmittelgeschäft. Auch Pharma-Branchenführer Pfizer mischt bei den Umwälzungen auf dem Arzneimittelmarkt mit und will den britischen Konkurrenten AstraZeneca übernehmen.

Warum ist diese Nachricht so interessant? Wie wir unschwer erkennen können, sind wieder alle irgendwie miteinander verzweigt und genau diese Konzerne erscheinen auch in der TOP 10 Liste der Pharmakonzerne wieder.

10. Eli Lilly (Umsatz: 17,2 Mrd. €)

Die in den USA ansässige Eli Lilly wurde bereits im Jahr 1876 gegründet und erzielt große Teile ihrer Umsätze mit Antidepressiva-Medikamenten wie Cymbalta und Fluctin. Neue Blockbuster-Medikamente wie Cialis und Strattera sollen das Wachstum weiter antreiben.

Wir haben bereits über Eli Lilly informiert. Der amerikanische Pharmariese Eli Lilly ist Anbieter von Impfstoffen, Antiparasitika und Produkten im Bereich der Antibiotika für Schweine, Geflügel und Rinder und demnächst auch bei Wiesenhof! Der Pharmariese hat die Tiermedizin-Hersteller Lohmann Animal Health (LAH) übernommen.

Lilly-Tochter Elanco und Monsanto

Nun zu dem Konzern, der Lohmann Animal Health übernehmen wird. 1994 kam von Monsanto das erste biotechnologisch erzeugte Produkt unter dem Markennamen Posilac auf den Markt. Es handelte sich um Recombinant Bovine Somatotropin (rBST), ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Rindern. Rechte und Produktion wurden Anfang Oktober 2008 an Eli Lilly and Company verkauft. Zuletzt erwarb Eli Lilly die europäischen Rechte für die Produkte der Tiergesundheit vom New Yorker Rivalen Pfizer Inc. Pfizer und Monsanto gehören zusammen, denn 2003 ging Pharmacia in Pfizer auf und das heutige Monsanto wurde geboren.

2012 kaufte Nestlé die Babynahrungssparte von Pfizer. Irgendwie sind alle irgendwie verbandelt wie eine Krake. Die Lobbyverflechtungen in der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen kein Ende, denn auch da ist Eli Lilly zusammen mit vielen weiteren Konzernen aufgeführt. [Siehe Lobbyverflechtungen in der EFSA] Was als gesund, was als ungesund gilt, wird von den Lobbyisten aus dieser Organisation maßgeblich beeinflusst. [Siehe: Demnächst XXL Hähnchen bei Wiesenhof und McDonald’s?]

Der Novartis-Konzern gibt ebenfalls seine milliardenschwere Tiermedizin-Sparte an Eli Lilly (USA) ab.

9. Bayer HealthCare (Umsatz: 18,92 Mrd. €)

Microsoft Word - Kennzahlen Q2.docxBayer HealthCare mit Sitz in Leverkusen ist eine selbstständige Einheit der Bayer AG. Zu den wichtigsten Medikamenten zählen das bekannte Kopfschmerzmittel Aspirin, Bepanthen und Betaferon (Bayer Schering Pharma). Zuletzt verstärkte sich Bayer durch verschiedene Übernahmen. Über diesen  Konzern haben wir bereits viel geschrieben. Für 10,4 Mrd. Euro übernehmen die Leverkusener das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten vom amerikanischen Pharma-Konzern Merck. Somit ist Bayer auf dem Weg zur Marktführerschaft im Geschäft in diesem Segment. [Siehe: Pestizide – „Mord auf Raten” ! oder Absurde Verbrauchertäuschung – “The bee-killer” Chemiekonzern Bayer spielt „Retter der Bienen”]

8. AstraZeneca (Umsatz: 19,19 Mrd. €)

Die in London ansässige AstraZeneca ist ein Pharmaunternehmen, das im Jahr 1999 aus der Fusion der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca Plc hervorging. Zu den wichtigsten Produkten gehören unter anderem das Astma-Mittel Symbicort, der Cholesterinsenker Crestor und der Säureblocker Nexium. Mit diesem Unternehmen brauchen wir uns vorerst nicht befassen, denn dieser Konzern wird höchstwahrscheinlich mit Pfizer verschmelzen. Im Mai war Pfizer mit einem 118 Mrd. Dollar (88,83 Mrd. Euro) schweren Übernahmeangebot am Widerstand des AstraZeneca-Managements gescheitert, doch die Verhandlungen gehen sicherlich weiter. In welchen Gebieten forscht AstraZeneca?

Herz Kreislauf Atherosklerose, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Thrombosen
Stoffwechsel Diabetes Typ-2, Adipositas
Magen-Darm Säurebedingte Magen-Darm-Erkrankungen
Atemwege Asthma, COPD
Entzündliche Erkrankungen Rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, Sklerodermie
Krebs Lungen, Brust-, Ovarial-, Schilddrüsen- und Prostatakrebs, haemat. Malignome, andere solide Tumore
Neurowissenschaften Depressionen, Anästhesie, ADHS, Alzheimer-Erkrankung, akute und chronische Schmerzen, Parkinson, opioid-induzierte Obstipation
Infektionen Blutvergiftung, Influenza, Lungenentzündung, Hautinfektionen, MRSA, Tuberkulose, virale Infektionen der Atemwege

7. Merck & Co (Umsatz: 32,9 Mrd. €)

Merck & Co war ursprünglich eine amerikanische Tochter des erfolgreichen Darmstädter Pharmariesen Merck KGaG. Heute sind beide Unternehmen vollständig unabhängig voneinander am Markt aktiv, nachdem die deutschen Vermögenswerte im Rahmen des Ersten Weltkrieges im Jahr 1917 konfisziert worden waren. Im Jahr 2009 übernahm Merck & Co den Konkurrenten Schering-Plough für 41,1 Mrd. US-$. Zu den wichtigsten Medikamenten von Merck & Co gehört das Asthma-Medikament Singulair, aber auch neue Medikamente wie Remicade und Simponi. Auch hier hat sich etwas geändert, denn nun hat Bayer HealthCare den rezeptfreien Medikamentenpart erworben.

6. Sanofi (Umsatz: 32,95 Mrd. €)

Die in Paris ansässige Sanofi ging im Jahr 2004 aus der Fusion durch Sanofi-Synthélabo und Aventis hervor und stieg damit zu den Top 10 der weltgrößten Pharmakonzerne auf. Im Bereich Impfstoffe (Sanofi Pasteur) gilt das Unternehmen als Weltmarktführer. Zu den wichtigsten Medikamenten gehört das Diabetes-Therapeutikum Lantus – es ist mit Umsätzen von über 5,0 Mrd. € das weltweit erfolgreichste Diabetes-Medikament. Allerdings läuft der Patentschutz im Jahr 2015 aus. Sanofi wirbt mit den Worten  – Das Wichtigste ist die Gesundheit!

Impfstoffherstellung

Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich ausschließlich auf die Herstellung und den Vertrieb von Impfstoffen spezialisiert hat. Das Unternehmen ist in 19 europäischen Ländern tätig und hat zwei Ziele in den Vordergrund gerückt: Die Ausdehnung des Impfschutzes auf Krankheiten, gegen die es bisher keinen Impfstoff gibt, sowie die Verbesserung bestehender Impfstoffe, um Verträglichkeit, Wirksamkeit und Akzeptanz zu optimieren. Zur Herstellung eines Impfstoffs können entweder ein abgeschwächter, ein abgetöteter Krankheitserreger oder einzelne Bestandteile eines Erregers verwendet werden. (Quelle: Sanofi)

Sanofi Pasteur, Novartis und Bill & Melinda-Gates-Stiftung

Novartis hat eine Zusammenarbeit mit Sanofi Pasteur und der Bill & Melinda-Gates-Stiftung gestartet und sind dabei, die ersten klinischen Versuche vorzubereiten. Sie sollen 2014 in Südafrika starten. [Siehe: Impfstoff-Versorgung: Bill & Melinda-Gates-Stiftung und Pharmagigant Novartis zusammen mit Brasilien]

Sanofi, Nestlé und L’Oréal

1973 erwirbt L’Oréal den französischen Pharma-Konzern Synthélabo, der 1999 mit Sanofi verschmilzt. Nestlé SA hält 29,4 Prozent-Anteile an dem Kosmetikkonzern.

Christopher A. Viehbacher, Chairman, CEO Roundtable on Cancer, Chief Executive Officer bei Sanofi.. Chris Viehbacher, geboren am 26. März 1960 hat die deutsche und die kanadische Nationalität. Er ist ein Absolvent der Queens University (Ontario – Kanada) und ein Wirtschaftsprüfer.

Nach Beginn seiner Karriere bei Pricewaterhousecoopers zwischen 1988-2008 erwarb er breite internationale Erfahrungen in Europa, in den Vereinigten Staaten und in Kanada mit der Glaxosmithkline (GSK) Company. In seiner letzten Position war Chris Viehbacher Präsident, Pharmazeutischer Betrieb Nordamerika, Mitglied des Vorstands und Co-Vorsitzender des Portfolio Management Board.

Seit dem 1. Dezember 2008 ist Chris Viehbacher im Sanofi-Vorstand, CEO und Mitglied des Strategieausschusses. Chris Viehbacher ist Vorsitzender des PhRMA in den Vereinigten Staaten seit Dezember 2010 und wurde im Februar 2011 Vorsitzender der CEO Roundtable on Cancer gewählt.

Welche Unternehmen sind Mitglieder in der CEOI?

AC Immune, Bank of America, Banner Health, Eli Lilly, GE Healthcare, Janssen Research und Entwicklung (eine Abteilung von Johnson & Johnson), Merck, Nestlé, Pfizer und Sanofi. [Siehe: http://www.ceoalzheimersinitiative.org/faqs#sthash.BNLfAj7T.dpuf]

Bertelsmann und Sanofi Pateur

Prof. Dr. Dr. Uwe Bicker sitzt im VERWALTUNGSRATS VON SANOFI! Mehr dazu: Pferdefleisch: Direkt aus dem Versuchslabor im Galopp auf den Teller – Impfstoffhersteller, Nestlé und Bertelsmann …

5. GlaxoSmithKline plc (Umsatz: 33,0 Mrd. €)

Der in London ansässige Pharmakonzern GalaxoSmithKline verkaufte zuletzt das Geschäft mit Krebsmedikamenten für 16 Mrd. US-$ (ca. 12 Mrd. €) an den Konkurrenten Novartis. GalaxoSmithKline ist sehr stark im Forschungsbereich engagiert. Jeder sechste Mitarbeiter arbeitet in diesem Bereich, wobei die Londoner täglich rund 13 Mio. € für Forschung und Entwicklung ausgeben.

Das Unternehmen hat weitere Produktionsstätten in Europa sowie in Nordamerika und Asien. Außer Arzneimitteln und Impfstoffen werden auch Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel hergestellt. Am 22. April 2014 verkündet der Konzern einen Großumbau per Tauschgeschäft: Für insgesamt 16 Milliarden US-Dollar übernimmt Novartis die Krebsmedikamente des Konzerns, der im Gegenzug 7,1 Milliarden Dollar plus Umsatzbeteiligung für die Novartis-Impfstoffe zahlt. Sein OTC-Arzneimittel-Geschäft führt nun zu einer Zusammenarbeit mit Novartis.

2009 gründete GlaxoSmithKline mit Pfizer ein Joint-Venture für HIV-Medizin. Somit bündelten die beiden Unternehmen die Forschung.

Sie sehen: Auch hier arbeiten alle zusammen.

4. Pfizer (Umsatz: 38,5 Mrd. €)

Der US-Pharmakonzern Pfizer wurde bereits im Jahr 1849 von Charles Pfizer gegründet. Bis 2012 war Pfizer das größte Pharmaunternehmen der Welt. Im Jahr 2012 verkaufte Pfizer seine Babynahrungssparte an den Konsumhersteller Nestlé, nachdem 2009 der Biotechspezialist Wyeth für über 50 Mrd. € übernommen wurde. Zu den wichtigsten Medikamenten von Pfizer gehören der Cholesterinsenker Lipitor sowie das Epilepsie-Mittel Lyrica. Mit seinem milliardenschweren Übernahmeangebot für AstraZeneca war Pfizer zuletzt gescheitert. Aber sie werden es sicherlich weiter versuchen und so verschwindet  Nr. 8 von der Liste, sollte die Übernahme erreicht werden.

Auch über Pfizer haben wir viel geschrieben. Pfizer hat 2003 die Pharmasparte von Monsanto übernommen.

  • 2003 Übernahme von Pharmacia
  • 2006 Verkauf der Consumer-Sparte an Johnson & Johnson
  • 21. Januar 2007 Ankündigung des Abbaus von 10.000 Arbeitsplätzen zur Einsparung von bis zu 1,5 Mrd. Euro Kosten
  • Juli 2007 Ankündigung der Verlegung der Deutschlandzentrale von Karlsruhe nach Berlin
  • 2009 Übernahme von Wyeth
  • 2009 gründete Pfizer mit GlaxoSmithKline ein Joint-Venture für HIV-Medizin
  • 2010 Übernahme von Whitehall-Much
  • 2012 Verkauf der Babynahrungssparte an den Nestlé-Konzern
  • Abtrennung und Verkauf der Sparte Tiergesundheit (seither Zoetis).

Um zu zeigen, warum es so schwierig ist, „wer mit wem“ darzustellen, hier ein Beispiel am früheren Pharmakonzern Pharmacia:

Die Biotechnologie-Abteilung Pharmacia Biotech fusionierte 1997 mit der Amersham Life Science und übernahm den Namen Amersham Pharmacia Biotech. Als Pharmacia & Upjohn ihre Firmenanteile von Amersham Pharmacia Biotech an Amersham verkauften, nannte sich das Unternehmen 2001 AmershamBiosciences. Nachdem Pharmacia & Upjohn 1999 ihre Nahrungsmittelsparte an Fresenius verkauft hatte, fusionierte Pharmacia & Upjohn im Jahr 2000 mit Monsanto Company zur Pharmacia Corporation. Der ursprüngliche Stockholmer Teil von Pharmacia gelangte 2001 in den Besitz der Firma Biovitrum, welche ihre Plasmaproduktsparte ihrerseits 2002 an Octapharma veräußerte. Die landwirtschaftlich-chemische Abteilung unter dem Namen Monsanto wurde ebenfalls 2002 wieder verkauft, dafür behielt man die pharmazeutische Abteilung der Firma Searle. Im Juli 2002 wurde Pharmacia Corporation von Pfizer aufgekauft.

GE Healthcare übernahm 2004 die ehemalige Tochterfirma Amersham Biosciences. Die Life Science-Abteilung von GE Healthcare behielt jedoch ihren Sitz in Uppsala. Die ebenfalls in Uppsala ansässige Allergiediagnose-Abteilung von Pharmacia wurde 2004 als Pharmacia Diagnostic verkauft. Später im Jahr wurde auch die in Uppsala gegründete Augenheilkunde-Abteilung an Advanced Medical Optics verkauft. Die indische Firma Kemwell erwarb 2006 die Überreste von Pharmacia in Uppsala. Am 16. Januar 2006 benannte sich Pharmacia Diagnostic in Phadia um. Dies war gleichzeitig das Ende der Marke Pharmacia. Quelle

Wie Sie hier sehen können, sind irgendwie fast alle Konzerne dabei.

Weitere Beiträge zu Pfizer: EBOLA – Die Büchse der Pandora erreicht Europa und auch hier Frankensteinsküche: Medikamente aus gentechnisch verändertem Mais, Reis, Karotten …Kostengünstig!?

3. F. Hoffmann-La Roche AG (Umsatz: 38,6 Mrd. €)

Die Schweizer Roche wurde ursprünglich im Jahr 1896 vom Fritz Hoffman-La Roche in Basel gegründet. Heute stellt Roche nicht nur Medikamente, sondern auch medizinische Untersuchungsgeräte her. Darüber hinaus hat sich Roche mit den Medikamenten Herceptin, Avastin und Xeloda in der Behandlung von Krebspatienten einen Namen machen können. Und auch Roche will weiter wachsen. Roche besitzt bereits 60 % und wird nun für rund zehn Milliarden Dollar die restlichen Anteile des japanischen Chugai kaufen.

Bedingt durch die Präsenz in den Medien zählt Tamiflu® zu den bekanntesten Medikamenten des Herstellers. Des Weiteren ist Hoffmann-La Roche sehr stark auf dem Gebiet der Krebsmedikamente sowie der Medikamente gegen Virus- und Stoffwechselerkrankungen vertreten.

Roche bekam im Jahr 2010 den Negativpreis Public Eye Award  für den Vertrieb des Immunsuppressivums CellCept, das die Abstoßung von transplantierten Organen verhindert. Das Medikament wird auch in China vertrieben. Bei Roche wusste man jedoch angeblich nichts über die Herkunft transplantierter Organe in China. Ende 2008 hatte der chinesische Vize-Gesundheitsminister zugegeben, dass 90 % der Organe von Exekutierten stammten, denen die Organe nach Vollstreckung der Todesurteile entnommen wurden, ohne dass die Häftlinge zu Lebzeiten zugestimmt hatten.

Zweitgrösster Aktionär von Roche ist mit einem Anteil von 33,33 % der Schweizer Pharmakonzern Novartis

2. Novartis (Umsatz: 43,23 Mrd. €)

Novartis ist ebenfalls ein Pharma- und Biotechnikunternehmen mit Sitz in Basel (Schweiz). Das Unternehmen ging im Jahr 1996 aus der Fusion des Pharmakonzerns Ciba-Geigy AG mit Sandoz hervor. Seit 2012 steht Novartis mit an der Spitze der Top 10 der weltgrößten Pharmakonzerne. Zuletzt veräußerte Novartis sein renditeschwaches Geschäft mit Impfstoffen, Tiergesundheit und rezeptfreien Medikamenten, um sich mehr auf das Geschäft mit Krebsmedikamenten zu konzentrieren.

Zu Novartis erfahren Sie alles hier: Impfstoff-Versorgung: Bill & Melinda-Gates-Stiftung und Pharmagigant Novartis zusammen mit Brasilien

Syngenta – Das Unternehmen entstand am 13. November 2000 aus einer Fusion der Agrarsparten von Novartis  (61 % des Aktienkapitals) und AstraZeneca (39 % und Nr. 8 der Liste). Seither erfolgten zahlreiche Unternehmensübernahmen sowie Kooperationen im Bereich dieser Tätigkeitssparten.

Anhand dieser Grafik können Sie sehen, wie verzahnt diese Konzern mit einander sind.

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1. Johnson & Johnson (Umsatz: 53,2 Mrd. €)

Unter Einbeziehung aller Geschäftsbereiche steht die amerikanische Johnson & Johnson an der Spitze der Top 10 der weltweit größten Pharmakonzerne. Wichtige Medikamente sind Remicade und Simponi, die für 29 % des gesamten Pharma-Umsatzes 2013 verantwortlich zeichneten. Allerdings erzielt Johnson & Johnson auch große Umsätze (11 Mrd. €) mit Konsumgütern, nachdem das Unternehmen im Jahr 2006 die Konsumgüter-Sparte von Pfizer für 12,4 Mrd. € übernahm.

2013 musste das Unternehmen in den USA 2,2 Milliarden € Strafe zahlen, da sie Apotheker bestochen hatten, für die Anwendung ungeeignete und ungeteste Schizophrenie-Mittel an demente ältere Menschen, Kinder und Behinderte zu verkaufen.

Johnson & Johnson ist nicht nur speziell in der Pharma tätig. Viele folgende Produkte dürften auch Ihnen bekannt sein:

  • Konsumgüter-Sparte und OTC-Pharma
    • bebe
    • carefree
    • Compeed
    • Listerine (Mundspülung)
    • Neutrogena
    • o.b.
    • Penaten
    • Regaine
    • Rhinopront
    • Visine
    • Acuvue
    • Piz Buin

William Weldon, Johnson & Johnson, Gehalt: 14,77 Millionen Dollar (11,09 Millionen Euro), davon 13,45 Millionen Dollar Bonus. Aktienoptionen: 4,02 Millionen Dollar (3,02 Millionen Euro).

Das war eine Auflistung der TOP 10 der Pharmakonzerne, und wenn wir wieder einen Bricht über diese Branche veröffentlichen, sieht diese Liste sicher anders aus, denn das große Fressen untereinander hat längst begonnen. Quelle 

Sollten Sie bisher die Liste verfolgt haben, so werden Sie feststellen, irgendwie arbeiten alle zusammen. Die Vernetzung ist enorm, aber das kennen wir bereits aus anderen Branchen. Letztendlich bleiben immer nur einige wenige, die den Markt bestimmen. [Siehe Weltherrschaft weniger Konzerne – wer mit wem?]

Multinationale Unternehmen können einen starken Einfluss auf die lokale Wirtschaft und selbst die Weltwirtschaft haben. Und eines müssen Sie bedenken, irgendwie sind diese Konzerne alle miteinander verflochten.

© Netzfrau Doro Schreier

Kampf der Giganten – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion

Eine Handvoll Energie-Giganten dominiert die Versorgung Europas mit Strom und Gas

Pestizide – „Mord auf Raten”! Die Macht der Agrarlobby!

Lebensmittel-Monopoly und Verschwendung – trägt zum Hunger in der „Dritten Welt” bei!

Fleisch-Monopoly auf Kosten der Steuerzahler

DAVOS 2014: Die Umgestaltung der Welt: Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft – Geld gegen Leben

 

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Auch hier freut sich die Pharma-Industrie :

    Artikel aus der Wirtschafts Woche :

    Deutsche Altersheime stehen in der Kritik. Weitgehend unkontrolliert und mutmaßlich massenhaft werden den Bewohnern Psychopharmaka verabreicht, um sie ruhig zu stellen. Der Grund: Personalmangel.

    Jeder Besucher eines deutschen Pflegeheims kennt die Szene: Viele Bewohner sitzen auf dem Flur, im Aufenthaltsraum, schweigsam, teilnahmslos. Die meisten sind dement. Doch die beklemmende Stille hat in vielen Fällen einen anderen Grund: Die alten Menschen werden mit Psychopharmaka ruhiggestellt.

    „Ich habe bei meiner Mutter erlebt, dass sie tagelang im Rollstuhl hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve und mich nicht mehr erkannt hat“, sagt Lothar Oehlen aus Fürth, Gründer des „Angehörigen-Stammtischs Franken“. „Ich habe dann zum Personal gesagt: „Ich bringe meine Mutter zum Bluttest. Und wenn Psychopharmaka nachgewiesen werden, dann rollen Köpfe.““ Das Ergebnis der Drohung: „Die Medikamente wurden abgesetzt, sie wurde lebhafter und sie hat mich wieder erkannt.“

    Viele Familien werden in den Pflegeheimen Zeugen ebenso rätselhafter wie leidvoller Veränderungen: Beim Einzug ins Pflegeheim sind Vater oder Mutter zwar vergesslich, aber noch lebhaft und ansprechbar. Wenige Wochen später sind sie passiv, verwirrt und starren reglos ins Leere.

    Doch wer die weitschweifigen Prüfberichte der kommunalen Heimaufsichten liest, findet zu dem Thema in aller Regel nichts. „Das ist ein riesiges schwarzes Loch“, sagt Reinhard Leopold, Gründer der Selbsthilfegemeinschaft „Angehörige und Ehrenamtliche in der Heimmitwirkung“ in Bremen. „Das wird totgeschwiegen.“ Häufig verabreicht werden Valium, Schlaftabletten, aber auch Mittel, die für Psychosepatienten und seelisch Kranke gedacht sind und den Effekt einer chemischen Keule haben.

    Der Münchner Heimaufsicht und dem Münchner Amtsgericht ist es zu verdanken, dass nun von Behördenseite ein wenig Licht in das Dunkel kommt. Die Zahlen aus der bayerischen Landeshauptstadt: 51,28 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner bekamen demnach bei einer Stichprobe im Jahr 2011 Psychopharmaka verordnet.

    Doch das ist nicht alles: In vielen Heimen wird das Gesetz offensichtlich routinemäßig ignoriert. Demente Heimbewohner haben in der Regel einen Betreuer. Wenn Medikamente nur verabreicht werden, um einen alten Menschen ruhigzustellen – ohne dass eine Heilung in Sicht wäre – dann zählt das ebenso wie eine Fesselung („Fixierung“) an Bett oder Stuhl als „freiheitsentziehende Maßnahme“ und muss deswegen von einem Richter genehmigt werden.

    „Bisher gingen beim Amtsgericht München solche Anträge nur in verschwindend geringer Zahl ein“, heißt es dort. Das Gericht hat nun vor wenigen Wochen die „Initiative München“ gestartet, um die massenhafte Verschreibung der Psychopharmaka zu reduzieren.

    Verlässliche landes- oder gar deutschlandweite Studien gibt es nicht. Ähnliches werde aus dem gesamten Bundesgebiet berichtet, heißt es im Gesundheitsministerium in München. „Valide Daten sind allerdings nicht bekannt.“

    Doch dass die bayerische Landeshauptstadt in Sachen Psychopharmaka einen beklagenswerten statistischen Ausreißer darstellt, glaubt niemand, der sich mit der Materie beschäftigt. „Das ist überall gleich“, sagt Pflegekritiker Oehlen. Der Gütersloher Gerontopsychiater Bernd Meißnest schätzte nach einem Bericht des Gesundheitsportals „onmeda“ im vergangenen Dezember, dass 40 Prozent der Altenheimbewohner in Deutschland Psychopharmaka verabreicht bekommen.

    Pflegeintiativen nennen einen einfachen Grund, warum so viele alte Menschen chemisch ruhiggestellt werden: Verwirrte Heimbewohner sind oft unruhig, ängstlich oder aggressiv, murmeln vor sich hin, wandern über die Flure, legen sich in fremde Betten, durchwühlen Schränke, schmieren sich mit Exkrementen ein.

    Für eine gute Pflege fehle in vielen Heimen das Personal, sagt der Pfleger Werner Kollmitz, Gründer der Initiative „Menschenwürde in der Altenpflege“. Eine Pflegekraft sei im Schnitt für 12 Heimbewohner zuständig. Pro Frühschicht blieben „pro Bewohner 25 Minuten für zwei Hauptmahlzeiten, eine Zwischenmahlzeit, Waschen, Toilettengang und so weiter“, sagt Kollmitz. „Das Personal kommt nicht mal mit der Grundpflege klar.“

  2. Hallo zusammen,
    wie kann ich diesen Artikel runterladen, der ist wirklichh hoch interessant.

    Danke schon mal im Voraus für die Hilfe dazu.
    Herzlichst
    Sternentochter

  3. Wo ist denn der Rest vondem Artikel (da fehlt doch die Hälfte, oder hört er mit Nennung der Nr. 10 auf?)

  4. dieser Artikel ist sehr informativ, ich kann das nur bezeugen, da ich bei einen der 10 Top Unternehmen gearbeitet habe und anschließend raus gemobbt wurde

  5. Ich danke euch (auch) für diesen Artikel. Für mich ist er auf den Punkt gebracht, sorgfältig recherchiert und lässt kein Quantum Trost zu. Wie die globalen geopolitischen Zusammenhänge.
    Zum Schaden aller Natur. Die selbst keinen Profit abwirft, sondern nur existiert, weil es Sinn macht. Das größte nachhaltige und nachwachsende Potenzial auf diesem Planeten, ist die menschliche Dummheit. Wusste schon weiland Karl Kraus. (Und: Die menschliche Gier.)

    Zum Thema Psychopharmaka in der Geriatrie: Mein Vater, ein überdurchschnittlich alter, sehr vitaler Mann, wurde zwecks Verbleib in ehelichem Haushalt (Nachtaktivität) kurzfristig stationär auf einer klinischen Demenzstation in OÖ „behandelt“. Fazit war nach Wochen eine akute Lungenentzündung und fast multiples Organversagen. Ohne ebenso akute und unorthodoxe Intervention von uns Angehörigen wäre er als Proband für ein neues Medikament einfach altersbedingt „verstorben“. Er war schon mehr drüben als hier.
    So viel zum Aspekt der Ethik und moralischen Verantwortung all jener, die durch die statistische Verdinglichung von individuellem Leben partizipieren… Möge ihnen dasselbe passieren, und niemand da sein, der sie für sie einsteht.

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