„Meat Glue“: Dieses Fleisch würden Sie nicht essen!

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Designte Steaks in jeder gewünschten Form

Ein leckeres Stück Fleisch gehört immer noch für viele zu einem wirklich guten Essen. Doch so manches Steak ist nicht natürlich gewachsen, sondern besteht aus zusammengeklebten Fleischresten.

Das folgende Video mit dem Titel: „Meat Industry’s Use Of ‚Meat Glue‘ Is Almost Impossible To Spot“ – auf Deutsch etwa: „Es ist fast unmöglich, den Fleischkleber der Fleischindustrie zu erkennen“ sollten Sie sich anschauen.

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Was steckt hinter diesem Klebefleisch? Und wie können wir geklebtes Fleisch erkennen?

Geklebtes Fleisch statt echtem Schnitzel!

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Designte Steaks in jeder gewünschten Form

Die Fleischindustrie kann kostensparend neue Zuschnitte von Fleischstücken anbieten, die vorher niemals möglich waren. Und Sie merken es nicht mal. Sie freuen sich über ein knusprig gebratenes Steak, welches gar kein Steak ist.

Möglich macht das eine Mixtur aus Thrombin und Fibrinogen, die seit gut 10 Jahren im Fachhandel erhältlich sind. Diese Präparate gibt’s genauso für Geflügelprodukte, für Fisch, ja sogar zum Verleimen von Hummern gibt es einen Extrakt aus Hummerblut.

Im April 2005 hat die EFSA (European Food Safety Authority – die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) – erklärt, dass die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin zum Zusammenfügen von Fleisch unbedenklich ist. In den Vereinigten Staaten wurde die Verwendung von Fibrinogen und Thrombin von der USDA (US Department of Agriculture) zugelassen.

Fibrinogen

Fibrinogen ist ein Eiweiß aus der Leber. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Blutgerinnung: Durch das Eiweiß Thrombin und Kalzium wird Fibrinogen in Fibrin umgewandelt, einen wichtigen Bestandteil des Blutgerinnsels (Thrombus).

Thrombin

Thrombin ist das entscheidende Enzym der plasmatischen Blutgerinnung. Es entsteht durch enzymatische Spaltung aus seiner inaktiven Vorstufe, dem Faktor II (Prothrombin). Thrombin leitet den letzten Schritt der Gerinnungskaskade ein.

Transglutaminasen

Transglutaminasen sind Enzyme, die in allen Lebewesen vorkommen, die in diesem Falle aber aus Mikroorganismen gewonnen werden. Man streut das Enzympulver zwischen die Fleischteilchen, rührt um und verklebt es unter leichtem Druck. Diese Enzyme werden nicht nur beim Fleisch verwendet, sie haben sich auch im Milchregal bewährt: Denn damit bekommt man die besonders sämigen, cremigen Joghurts hin. Transglutaminasen werden auch für Fisch verwendet, sogar Tofu können Sie damit verkleben.

Mittlerweile gibt es fast nichts, wofür es nicht verwendet werden kann. Auch bei Tofu, Formschinken für Pizza, aber auch für Backwaren zur Verbesserung der Teigeigenschaften und bei gefrorenen Teiglingen.

Gentechnik

In der Lebensmittelproduktion eingesetzte Enzyme werden in der Regel mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen hergestellt. Andere Präparate sind kaum noch auf dem Markt.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist nur ein Transglutaminase-Präparat auf dem europäischen Markt, das mit Hilfe des konventionellen Bakteriums Streptoverticillium mobaraense gewonnen wird. Grundsätzlich ist die Herstellungsweise von Enzymen kein Kennzeichnungstatbestand. Daher müssen auch mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugte Enzyme nicht besonders gekennzeichnet werden. Quelle

Transglutaminasen wirklich gesund?

Wer sich medizinisch mit diesem Thema beschäftigen möchte, kann das bei Zedira auf deren Homepage machen.  Transglutaminasen neue Angriffspunkte für Medikamente neue Therapien für Patienten

„Der Mensch verfügt über acht verschiedene Transglutaminasen, die eine Vielzahl wichtiger physiologischer Funktionen steuern. Andererseits ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, dass Transglutaminasen auch bei Krankheiten eine zentrale Rolle spielen können. Hierzu gehören die Zöliakie, Thromboembolien, einige Krebserkrankungen sowie neurodegenerative Krankheiten wie Morbus Alzheimer, Chorea Huntington oder Parkinson.“

Zedira ist ein biopharmazeutisches Unternehmen aus Darmstadt. Das Know-How rund um die Enzymfamilie der Transglutaminasen stellt die wissenschaftliche Basis des Unternehmens dar.

Auf Basis der Technologie-Plattform von Zedira werden Transglutaminase-Blocker zu neuen Wirkstoffkandidaten entwickelt. Derzeit arbeitet Zedira an zwei Indikationen in fortgeschrittenen präklinischen Entwicklungsstadien: Zöliakie und Thromboseprophylaxe.

Klebefleisch – Meat Glue

Das Thrombin lässt das Fibrinogen gerinnen, es entsteht Fibrin und schon bindet es die Fleisch-Reste. Der Prozess erfordert keine Erhitzung und so ist es möglich, auf diesem Wege aus frischen rohen Fleischteilchen komplette Steaks in jeder gewünschten Form zu designen. Gegessen hat es wohl jeder einmal. Wenn nicht als Steak, dann als Chicken McNuggets.

Ob wir ein solches Produkt überhaupt brauchen – egal ob mit Transglutaminasen oder mit dem Thrombin-Fibrinogen-Kleber, die Idee, man könne damit wertvolle Fleischteile nutzbringend verwenden, zeigt wieder mal, wie wir Verbraucher betrogen werden. Wenn die Fleischteilchen zum Verkaufen zu klein sind, warum kann man sie dann nicht einfach in eine gute Wurst verarbeiten? Oder ist Fleisch für unsere Wurst wirklich schon zu schade? Denn auch hier wird kräftig gemogelt.

Netzfrau Doro Schreier

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Almost impossible to spot“ heisst eher sowas wie „kaum zu erkennen“ als „fast unmöglich“… Aber auf jeden Fall nicht sonderlich einladend, die chemisch geklebten Leckereien!

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