Schadenersatz 450 000 000 $ – Kanadische Imker verklagen Bayer und Syngenta

Bienen6Imker in Kanada machen die Hersteller von Pestiziden, Bayer und Syngenta für das Massensterben der kanadischen Honigbiene verantwortlich.

Eines der wichtigsten Naturwunder unserer Erde schwebt in höchster Gefahr: die Honigbiene. Das fleißigste aller Tiere, das verlässlich von Blüte zu Blüte fliegt, verschwindet langsam. Es ist ein Sterben, das weltweit mit Sorge beobachtet wird. Denn ein Leben ohne die Biene ist undenkbar.

Massensterben von Bienen

Ende letzten Jahres starben in Kanada 20 Millionen Bienen auf mysteriöse Weise. Eine Studie ergab, dass das Massensterben der 4000 Bienenstöcke in Ontario und Quebec durch Neonicotinoide ausgelöst wurde. Bei 80 Prozent der toten Bienen wurden nachweislich Rückstände von Neonicotinioiden gefunden, wir berichteten.

Aber auch in Deutschland starben Bienen durch Pestizide: Millionen Bienen vergiftet – Pestizide als Ursache

450 Millionen $ Schadenersatz – Kampf vor Gericht, die Sammelklage gegen die Pestizidhersteller wurde eingeleitet

Die vorgeschlagene Sammelklage wurde am Dienstag im Ontario Superior Court im Namen aller kanadischen Imker von Sun Parlor AG und Munro Honey, zwei der größten Honigproduzenten in Ontario (Kanada) eingereicht, wie der Ontario Imkerbund am Mittwoch bekannt gab.

„Das Ziel ist es, den Einsatz der Neonicotinoide, die den Bienen und den Imkern schaden, zu stoppen“, sagte Paula Lombardi, Rechtsanwältin in London, Ont. Anwaltskanzlei Siskinds LLP, die die Imker vertreten.

Ab Donnerstag morgen hatten bereits mehr als 30 Imker diese Sammelklage unterzeichnet.

Die Klage behauptet, dass Bayer CropScience und Syngenta Inc. Canada und ihre Muttergesellschaften in Konstruktion, Herstellung, Verkauf und Vertrieb von neonicotinoiden Pestiziden, insbesondere solcher, die Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam beinhalten, fahrlässig verwenden.

Die Pestizide wirken für Insekten wie ein Nervengift und werden in Kanada auf beschichteten Mais-, Soja- und Raps-Samen verwendet, um die Pflanzen vor Schädlingen wie Blattläusen zu schützen. Studien haben gezeigt, dass die Bienen, die den Pestiziden ausgesetzt waren, nicht zu ihren  Bienenstöcken zurückfanden, da sie Orientierungsprobleme hatten. Die Pestizide wurden auch in 70 Prozent der toten Bienen, die von Health Canada (kanadische Gesundheitsministerium ) 2013 getestet wurden, gefunden.

Die Europäische Kommission hat die Verwendung der Pflanzenschutzmittel bereits für zwei Jahre gestoppt und Ontario hat angedeutet, dass sie auf Grund der Bedenken für die Gesundheit der Bienen ebenfalls diese Regelung anstreben.

Bayer hat behauptet, dass die Gefahr für die Bienen aus den Pestiziden gering sei, und den Landwirten empfohlen, den Einsatz von Pestiziden zu minimieren.

Die Schadenersatzansprüche beinhalten 450 Millionen $ für allgemeine und besondere Schäden.

Netzfrauen Bienen 1More Information: Video: Beekeepers to launch class actions suit

Beekeepers have tried to get the federal government to ban neonicotinoid pesticides, but they’re now taking their battle to court, launching a $450-million lawsuit against the pesticide’s manufacturer. http://globalnews.ca/video/1542468/beekeepers-to-launch-class-actions-suit

In Europa klagen die Agrarchemie-Konzerne BASF, Bayer und Syngenta gegen die EU-Kommission, um das vorläufige EU-Verbot der drei neonicotinoide Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam zu Fall zu bringen.

Bündnis zum Schutz der Bienen schlägt Alarm:

„Die Agrarchemie-Konzerne BASF, Bayer und Syngenta klagen gegen die EU-Kommission, um das vorläufige EU-Verbot der drei neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam zu Fall zu bringen. Das Bündnis zum Schutz der Bienen mischt sich als „Streithelfer“ ein, um zu verhindern, dass der Konflikt auf Kosten der Bienen und der Umwelt außergerichtlich unter der Hand „gelöst“ wird.“

In den letzten zwei Jahren konnte das Bündnis zum Erfolg zweier wichtiger Entscheidungen beitragen:

  •  Im so-genannten Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat das Bündnis zum Schutz der Bienen die finanziellen Mittel gesammelt und für die juristische Kompetenz gesorgt, damit sich der betroffene Imker Karl-Heinz Bablok gerichtlich durchsetzen konnte (Näheres dazu).
  •  Im Fall der bienenschädlichen Neonicotinoide konnte durch den außerordentlichen Einsatz insbesondere der deutschen Imkerverbände des Bündnisses das Verbot dieser Pestizide auf europäischer Ebene durchgesetzt werden (Näheres dazu).

Hochgiftige Pestizide und genmanipulierte Lebensmittel sind eine große Gefahr für Bienen, Mensch und Natur. Das Bündnis zum Schutz der Bienen ergreift neben dem wissenschaftlichen und politischen Weg juristische Maßnahmen gegen die destruktive Agrarchemie. Aktuell stehen sie vor dem Europäischen Gerichtshof und sind dringend auf Ihre Spende angewiesen!

Nur wenn sie in den nächsten Wochen in der Lage sind, die notwendige Summe (etwa 190 000 Euro!) für die anfallenden Verfahrenskosten – inklusive wissenschaftlicher Untersuchungen, Rechtsanwälte, Gutachten- und Gerichtskosten – zu sammeln, können sie den Rechtsstreit weiter führen. Andernfalls haben die Großkonzerne wieder den Weg frei zur Durchsetzung ihrer Interessen auf EU-Ebene. Mit den Herstellern der Insektizide klagen sieben weitere Verbände der Agrarlobby. Sie sind vor dem Europäischen Gerichtshof die einzige Lobby für die Bienen! Unterstützen Sie uns dabei, die Gesundheit für Bienen und Umwelt über das Profitinteresse das Agrarchemie-Industrie zu stellen!

http://www.mellifera.de/bienenschutz (auf Deutsch)

http://www.mellifera.de/beedefender (auf Englisch)

Nach Syngenta klagt nun auch BASF gegen EU-Pestizid-Einschränkungen – und nehmen Bienensterben weiterhin in Kauf

Immer wieder haben wir über das Sterben der Bienen berichtet. Dieses Jahr sind bereits Millionen von Bienen verendet. Werden wir bald Verhältnisse wie in China haben und müssen mit der Pinzette das Bestäuben übernehmen?

Netzfrau Doro Schreier

Monsanto und Syngenta: Entsteht ein neuer Gigant?

World Food Prize 2014 für genmanipulierten Weizen

Nicht nur Bienen sind betroffen – alle Wildtiere auf landwirtschaftlichen Flächen!

Auch ARD und ARTE beteiligen sich an der Bienenrettung- More than Honey

Wir sind empört! Bundesverwaltungsgericht – Imker scheitern gegen Monsanto

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Der Bericht und die Aktion ist gut. Ich bin selbst Kleinimker und habe von 2008-2011 jeweils im Juni rund 20 Bienenvölker verloren – durch dieses Nervengift Chlotianidin (gegen den Maiszünsler).

    Aber Sie sollten im Bild schon eine >BieneSchwebfliege< !!! (Das ist eine sogenannte "Mistbiene" alias Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege)

    • Die Nachricht ging fehlerhaft durch:
      richtig: Aber Sie sollten im Bild schon eine Biene zeigen – und keine Schwebfliege !!!
      (Im Bild ist eine sogenannte „Mistbiene“ alias Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege)

    • Korrektur: Clothianidin
      (Warum kann man eigene Kommentare nicht im Original ändern, bzw. korrigieren? Geht zumindest nicht auf den Tablet. Bzw.
      warum gibt es vor dem Einstellen keine „Vorschau“?)

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