Biosprit für Europa – Tödlicher Feind der Orang-Utans

OranOrang Utans – Diese faszinierenden Tiere sind vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum, der Regenwald, immer weiter zerstört wird.

Diese faszinierenden Tiere sind vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum, der Regenwald, immer weiter zerstört wird. Die Abholzung hat mehrere Gründe, zum Beispiel die Holzgewinnung, denn Tropenhölzer lassen sich gut verkaufen.

Das größte Problem ist allerdings die steigende Nachfrage nach Palmöl: Dieses Öl ist ein wichtiger Rohstoff zur Herstellung vieler Kosmetikprodukte und Lebensmittel wie Margarine oder Schokolade. Aber auch der immer beliebter werdende Biokraftstoff für Autos wird aus Palmöl gewonnen. Auf Grund der steigenden Nachfrage werden die Palmölplantagen ständig vergrößert und dafür immer mehr Regenwald abgeholzt. Die Orang-Utans verlieren durch die Rodung ihren Lebensraum, werden getötet oder verschleppt.

2013 gibt es erstmals einen Tag, der an ihr Leid ermahnen soll: der 19. August. Dieser Tag soll auch denen gehören, die sich seit vielen Jahren, oft unter Einsatz ihres Lebens, um das Überleben der Orang-Utans bemühen.

Orang-Utans leben in Südost-Asien, nämlich Sumatra und Borneo – sowohl im indonesischen, als auch malaiischen Teil.

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Der günstigste Rohstoff für unseren Biosprit ist Palmöl aus Indonesien, der Heimat des letzten Orang-Utans.

Bis zum Jahre 2020 sollten zehn Prozent unserer Tankfüllung aus erneuerbaren Energien stammen. Mit diesem Gesetz wollte die Europäische Union das Klima retten. Viele Studien belegen jedoch, dass Biodiesel aus Pflanzenöl mindestens genauso viel Treibhausgas erzeugt wie herkömmlicher Diesel. Statt die Notbremse zu ziehen, diskutiert die EU weiter über mögliche Reformen. Der günstigste Rohstoff für unseren Biosprit ist Palmöl aus Indonesien, der Heimat des letzten Orang-Utans.

Palmöl-Plantagen ohne Betriebsgenehmigung

Diese Palmölplantage gehört einem Rohstofflieferanten, dessen Öl auch nach Europa geliefert wird. Dokumente belegen, dass diese Palmölfirma zum Zeitpunkt der Abholzung des Regenwaldes keine Genehmigung dafür hatte. Die ZDFZoom-Autorinnen recherchieren weiter und finden eine im Jahr 2007 angelegte Plantage. Auch hier irrten schon hilflose Orang-Utans umher. Diese Plantage hat bis heute keine Betriebsgenehmigung und trotzdem wird hier Palmöl geerntet. Für Hady Dariayanto vom indonesischen Forstministerium ist klar, dass das Problem nur über die europäischen Abnehmer gelöst werden kann: „Ich kann nichts mehr tun. Wenn wir die Armee schicken, um die Leute zu stoppen, gibt es ein Blutvergießen. Das macht keinen Sinn. Es geht nur über den Markt.“

Eigentlich sollen Nachhaltigkeits-Zertifikate garantieren, dass kein Palmöl in unseren Tanks landet, das auf dem Gebiet von schützenswertem Regenwald angepflanzt wurde. Die EU verlässt sich auf die Zertifikate und fördert Biodiesel weiter als Klimaretter. Die ZDFZoom-Autorinnen schildern die Auswirkungen der Biosprit-Richtlinie auf die Heimat der Orang-Utans.

 Sehen Sie den  Bericht heute um ,Mittwoch 10.09.2014, 22:45 – 23:15 Uhr ZDFVPS 10.09.2014, 22:45 Uhr

 Hier http://www.zdf.de/zdfzoom/zdfzoom-biosprit-toedlicher-feind-der-orang-utans-34842208.html
Länge: 30 min. Dokumentationsreihe, Deutschland, 2014

 Was Palmöl anrichtet

Palmöl – Ein Boom mit verheerenden Folgen und der WWF mischt mit

Netzfrauen Palmöl

Am 2. 9. 2013 wurde das Forum „Nachhaltiges Palmöl“ gegründet. Allein der Name „Runder Tisch für Nachhaltiges Palmöl“ ist zum Lachen, beziehungsweise Weinen.

Der WWF, Oxfam Novib und viele andere lokale Organisationen sind Teil dieses Runden Tisches. Man bespricht hier die Verbesserungen von Produktionsgegebenheiten, diese zu zertifizieren und den Schutz der verschiedenen Handelsströme innerhalb der Produktionskette zu wahren.

RSPOLogoDer RSPO hat acht Prinzipien für die nachhaltige Produktion von Palmöl aufgestellt, welche sich in 39 Kriterien aufgliedern. Eins der wichtigsten Kriterien ist, dass neue Plantagen nicht auf Gebieten der Primärwälder angelegt werden oder schützenswerte Lebensräume beeinträchtigt werden. Weiterhin zielen die Kriterien auf das Respektieren der örtlichen Bevölkerung und Arbeitnehmer, sowie den Schutz der Lebensumstände bedrohter Tierarten ab.

Es liest sich, als sei die Anlage in Palmöl etwas so Tolles, dass doch jeder Geldanleger nur GUTES tun würde, wenn er investiert. Die grüne Rendite bedeutet Spekulation auf Kosten des Regenwaldes.

Zweistellige Renditen einfahren und gleichzeitig den Regenwald retten – das klingt zu schön, um wahr zu sein. Da fragt man sich: Wieso unterstützt der WWF diese Aktion?

INFOBOX

Beispiel: Bei der Agrofinanz erwirbt der Kunde das Ertragsrecht an individualisierten Parzellen mit Ölpalmen in Ecuador sowie das wirtschaftliche Eigentum an Grund und Boden. Er soll jedes Jahr eine Ausschüttung bekommen – garantierte fünf Prozent in den ersten vier Jahren, danach richtet sich der Betrag nach dem Erlös aus dem Palmöl. Außerdem wird das Grundstück der Plantage nach 25 Jahren verkauft. Auch an diesem Verkaufserlös soll der Anleger beteiligt werden. Die Mindestbeteiligung liegt bei 7500 Euro.

Hier geht es um Agrofinanz,  die ihre Palmöl-Plantagen im südamerikanischen Ecuadorbewirtschaftet. Sie führt als Beleg für die Nachhaltigkeit ihre Mitgliedschaft im “Roundtable on Sustainable Palm Oil” (RSPO) an. Dieser runde Tisch wurde 2004 auf Initiative der Naturschutzorganisation WWF ins Leben gerufen. Der WWF betont jedoch, es handele sich beim RSPO nicht um ein Ökosiegel – es würden lediglich absolute Mindeststandards definiert, an die sich die Mitgliedsunternehmen halten müssten.

Der Boden ist längst gekauft – eine ehemalige Kaffeeplantage – die neuen Ölpalmen sind bereits zwei Meter hoch. 2014 soll dann die erste Ernte erfolgen.

Agrofinanz ist eines von über 700 Mitgliedern des RSPO. Allerdings bedeute die bloße Mitgliedschaft eines Unternehmens noch gar nichts. Es genügt, ein Formular auszufüllen, in dem man sein Unternehmen beschreibt und angibt, was man vor Ort vorhat.

Es gibt kein nachhaltiges Palmöl. Der Ölpalmenanbau und die Verarbeitung ist eine höchst umweltschädliche Industrie. Die Tausende Hektar großen Monokultur-Plantagen in den Ländern des Globalen Südens wie Honduras sind häufig Resultate von Abholzung des Regenwaldes oder der Vertreibung von Kleinbäuer*Innen. Sie laugen die Böden aus, sind sehr wasserintensiv und benötigen große Mengen an chemischen Düngern und Pestiziden. Ebenso verhindern sie kleinbäuerliche Subsistenzlandschaft, sind bekannt für die miserablen Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Palmölarbeiter*innen  und tragen somit zu vermehrten Landkonflikten, Verarmung und Hunger bei.

Die Europäische Union ist der viertgrößte Markt in Bezug auf Palmöl-Verbrauch weltweit. Palmöl ist die zweitgrößte Quelle von Ölen und Fetten in der EU, vor Raps und Sonnenblumenöl. Es ist Teil einer Mischung von Ölen und Fetten, die Europa zum Teil importiert, um den inländischen Bedarf zu decken. In 2012 belief sich der Verbrauch auf 5 890 000 Tonnen, der für Lebensmittel und in vielen anderen Non-Food-Bereichen eingesetzt wird.

Was ist Roundtable on Sustainable Palm Oil?

Der im Jahr 2004 auf Initiative des WWF gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (Round table on Sustainable Palm Oil, RSPO) versucht, als zentrale Organisation nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschädigung zu begrenzen. Mitglieder des Round table sind neben Umweltschutzverbänden und anderen NGOs vor allem Firmen und Institutionen aus der Wertschöpfungskette des Palmöls, darunter Plantagenbetreiber, Händler und industrielle Abnehmer von Palmöl, aber auch Investoren und Banken. Zahlreiche Umweltorganisationen wie Greenpeace oder Rettet den Regenwald werfen dem RSPO Greenwashing vor. In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten 256 Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt das Label massiv und bezeichnen es als “Etikettenschwindel”

Beweis:
Die Ausweitung der Palmölplantagen nimmt dramatische Ausmaße an. 2026 sollen nach Plänen der indonesischen Regierung 26 Millionen Hektar bepflanzt sein. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Die Schweiz besitzt lediglich eine Fläche von 4,1 Millionen Hektar. Ölpalmen können rund um den Äquator zwischen dem zehnten nördlichen und südlichen Breitengrad gedeihen, aber ein Großteil der Weltproduktion, fast 90 Prozent, stammt aus Indonesien und Malaysia. Allein in Indonesien, wo 45 Millionen Menschen in Wäldern leben, hat die Palmölindustrie über 5000 Land- und Menschenrechtskonflikte verursacht. Um Platz für Palmölplantagen zu schaffen, werden die im Regenwald lebenden Menschen mit Gewalt vertrieben.

Im August 2011 etwa zerstörten Sicherheitskräfte des weltweit größten Palmölproduzenten Wilmar International Limited, der internationale Konzerne wie Unilever, Nestlé und Cargill beliefert, zusammen mit indonesischen Polizeibrigaden das auf Sumatra gelegene Dorf Sungai Beruang. (Siehe  Palmöl: Der anhaltende Kampf der Seberuang Dajak) Dabei wurde mit scharfer Munition auf die Dorfbewohner geschossen. Grund für den Überfall war der Widerstand der Menschen gegen den Landraub und den Verlust ihrer Lebensgrundlage. Das Kapital, ohne das die Regenwaldzerstörung unmöglich wäre, kommt hauptsächlich aus Europa, Nordamerika und Ostasien – die Euros, Dollars und Yen finanzieren eine ökologische Katastrophe schlimmster Art. Mehr Infos: “Die Grüne Rendite” – Auf Kosten des Regenwaldes und Greenwashing durch Unterstützung von WWF – ein Skandal!

Ist umfassende Nachhaltigkeit überhaupt möglich?

Nein, es ist unwahrscheinlich, dass der gesamte immer noch wachsende Weltbedarf an Palmöl nachhaltig produziert werden kann. Denn das grundlegende Dilemma bleibt: Selbst ein noch so rücksichtsvoller Anbau ändert nichts daran, dass Ölpalmen den Platz brauchen, wo derzeit noch der Regenwald steht.

Lesen Sie dazu auch die traurige Geschichte von MAMAT – Es sind diese Geschichten die berühren. Es sind diese Geschichten, die uns schaudern lassen, zur selben Zeit jedoch auch Hoffung geben. Hoffnung, dass irgendwann Verständnis für die Natur, die Umwelt und den Part aufgebracht wird, den wir Menschen hier spielen.

Es gibt so viel Gräuel auf dieser Welt, deshalb möchte ich hier einmal seine Geschichte erzählen: Mamat, ein cirka sieben Jahre alter Orang Utan, der mit seiner Willenskraft und seinem Wesen erneut gezeigt hat: es lohnt sich, sich zu engagieren.

 Die Grüne Rendite  – Auf Kosten des Regenwaldes und  Greenwashing durch Unterstützung von WWF – ein Skandal!

Netzfrau Doro Schreier

Panzer für Palmöl – 3.9.2013 wird die europäische Konferenz von RSPO in Berlin stattfinden.

World Orang-Utan Day- Offener Brief an den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono

Das Grüne Gold – Palmöl – Wie lange dauert es von der Genom-Entschlüsselung zur gentechnischen Veränderung?

Keine Luft zum Atmen – Singapur und Malaysia ersticken im Rauch…

Tödliches Palmöl

                                            

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke, dass ihr das Thema ansprecht.
    Auch der WWF ist inzwischen ein Profitorientiertes Unternehmen, dem der Naturschutz nur als Geschäftsmodell dient. Vor ein paar Jahren gab es einen kritische Sendung auf ARD (soweit ich mich erinnere). Dort wurde gezeigt, wie in Indonesien etliche Quadratkilometer Regenwald abgeholzt wurden, um Ölbaumplantagen anzulegen. Ein winziger Teil von weniger als 0,5 % wurden nicht abgeholzt, die beiden dort noch lebenden Orang Utans waren dem Hungertod geweiht. Die Firma, die die Ölpalm-Plantagen angelegt hatte, wurde von WWF als nachhaltig wirtschaftend zertifiziert und konnte dadurch ihr Palmöl teuer nach Europa exportieren. Ohne dieses Zertifikat wäre die Abholzung unwirtschaftlich gewesen. Der WWF erhält dadurch auch Zuwendungen von diesen Firmen, die von der Zertifizierung zu Unrecht profitieren.

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