R. I. P. Blacky Fuchsberger

Fuchsberger1Joachim Fuchsberger ist heute gestorben. Er starb im Alter von 87 Jahren.

Der Mensch hat ein natürliches Verfallsdatum, das vom Tod aber nicht respektiert wird, weil der Tod ein Schwein ist und wahllos abberuft. Die meisten Menschen vergessen, dass mit der Geburt gleichzeitig auch ihr Ende eingeläutet ist – und leben so, als ob sie damit überhaupt nichts zu tun hätten, weil sie in den meisten Fällen Angst vor dem Tod haben.

Deswegen sage ich, es gehört Mut dazu, alt zu werden. Wenn man bewusst lebt, kommt man später irgendwann darauf, dass das Leben im Alter eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung ist und während der gesamten Lebenszeit ein Hindernisrennen. Dieses sagte Blacky, als er sein Buch „Altwerden ist nichts für Feiglinge“ vorstellte.

Nun ist sein „Verfallsdatum“ abgelaufen und die TV-Welt verliert einen unglaublich charmanten und weisen Schauspieler, Talkmeister, Quizmaster, Reiseleiter – einen Mensch, der es verstand, uns in den Bann zu ziehen. Nein, er brauchte keinen Skandal, um seiner Talkshow hohe Quoten zu beschaffen: „Bei jeder dieser unseligen Talkshows, bei denen es nur darum geht, Menschen auf die übelste Art und Weise vorzuführen. Dieser Seelenstriptease, dieser Exhibitionismus, das ist ebenso unerträglich wie diese sogenannten Reality-Shows, in denen Menschen Kakerlaken fressen oder über sich kriechen lassen müssen. Da wird mir schlecht. Ein Ausbund an üblem Geschmack,“ sagte Blacky.

Unvergessen: Blacky als Soldat in Kirsts 08/15, in den unzähligen Edgar-Wallace-Filmen, das Fliegende Klassenzimmer, eine unendliche Anzahl unvergessener Filme, die uns das ganze Leben begleiteten.

Unvergessen auch die TV-Reihe über Australien. Hier zeigt uns Blacky seine zweite Heimat. Über 25 Jahre lebte er mit seiner Frau Gundel, die er stets seine Regierung nannte, zuerst auf der Insel Tasmanien, später in Sydney.

Wir haben uns mit Blacky über seine zahlreichen Auszeichnungen gefreut, aber auch mit ihm gelitten, als er am 14. Oktober 2010 seinen Sohn verlor.

Und auch das war Blacky Fuchsberger: „Das Problem unserer Gesellschaft, ganz unabhängig davon, ob im Kommunismus oder im Kapitalismus, besteht doch offensichtlich darin, dass wir nicht in der Lage sind, das Zeug, das im Überfluß da ist, dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird, weil es nicht genug Gewinn bringt.“

„Ich hätte gern, dass meine Asche unter meiner alten Buche verstreut wird. Ich habe sie zu meinem Lebensbaum gemacht und gesagt: So lange die Buche steht, lebe ich. Sie ist schon 200 Jahre alt. Und wenn man mich fragt, woher ich das weiß, ist meine Antwort: Ich habe sie selbst gepflanzt!“

Wir hoffen, dass dein Wunsch in Erfüllung geht und deine Asche bei deiner alten Buche in deinem Garten in München die letzte Ruhe findet. Dort hast du deine Zielgerade erreicht.

Am Schluss seines Buches heißt es: „Die letzte Hürde kommt in Sicht. Wenn sie da ist, werde ich hoffentlich mit Mut und Anstand springen.“

Ja, Blacky, das hast du und du wirst immer ein Teil unseres Weges bleiben.

Wir wünschen Deiner „Regierung“ Gundel unser Beileid und viel Kraft.

Danke Blacky, ja, Deine Arbeit hatte einen Sinn.

Im Namen aller Netzfrauen  Doro Schreier

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.