USA: Immer mehr Landwirte kehren Monsanto den Rücken

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Immer mehr Landwirte in den USA meiden gentechnisch verändertes Saatgut (GVO). Aber sie können dies nicht sofort tun, weil Monsanto immer noch am längeren Hebel sitzt. Die Landwirte haben festgestellt, das Nicht-GVO-Saatgut, also konventionelles Saatgut, viel produktiver ist und für die Landwirtschaft mehr Gewinn bringen würde. 

Das Magazin „Modern Farmer entdeckte, dass es eine Bewegung unter den Bauern gibt, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu vermeiden, und zwar aus rein wirtschaftlichen Gründen.

Ein Beispiel für die Giga-Wachstum von Unkraut auf amerikanischen FeldernAllein der Einsatz von Herbiziden stieg in den Jahren 2001 bis 2010 um bis zu 26%. Dies vor allem, weil GVO-Saatgut einen dramatischen Anstieg der Resistenzen gegen diese Herbizide zeigt.

Die „Farm & Water Watch“-Gruppe, berichtete, dass in den Vereinigten Staaten etwa 61,3 Mio. Hektar von Unkraut befallen sind, das sich gegen das Herbizid „Roundup“, das hauptsächlich aus Glyphosat besteht, als resistent erweist. Auf dem Foto sehen Sie ein Beispiel für das Giga-Wachstum von Unkraut auf amerikanischen Feldern.

Die Landwirte gehen zurück zu natürlichem Saatgut statt GVO-Saatgut. Dies habe absolut nichts mit Hippies oder sonst etwas zu tun, in den USA bestehe diese Gruppe aus Bauern aus dem Mittleren Westen, die diese Entscheidung aus wirtschaftlichen Gründen getroffen haben, so die Erfinder der Zeitschrift „Modern Farmer.

„Vor fünf Jahren wurde dieses GVO-Saatgut entwickelt“, sagt Bauer Huegerich, der zusammen mit seinem Vater das GVO-Saatgut gepflanzt hatte. „Mein Getreide hatte nicht unter Wurzelfäule zu leiden, da ich das Bt-Gen (Erfindung von Monsanto) im Saatgut hatte. Auch brauchte ich weniger Pestizide. Aber jetzt scheinen sich die Würmer angepasst zu haben und greifen die Wurzeln an. Die Natur kommt zurück und die Pflanzen sind resistent geworden.“

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Konventionelles Saatgut ist profitabler als GVO

Das Magazin „Modern Farmer“ spricht von einer „Post-GVO-Wirtschaft“ (Back to the Roots). Und liefert hervorragende Argumente für jene Landwirte, die planen, sich von GVO-Saatgut und Pflanzen zu trennen. Hier ein paar der interessanten Details, die das Magazin für diesen Fall aufzählte:

  • Der Anbau von einem Hektar mit natürlichem Mais kostet laut Aaron Blook $ 680,95 und die Kosten für GVO-Saatgut betragen $ 761,80. Dies bedeutet, dass der Anbau von GVO-Produken auf dem Feld 15% teurer wäre.
  • GVO-Saatgut ist in der Regel rund 150 Dollar teurer als die gleiche Menge natürlicher Samen.
  • Der Markt für natürliche Ernte (aus natürlichem Saatgut!) ist in den Jahren 2011 bis 2013 um erstaunliche  $ 1,8 Mrd. (1.3 bis 3.1 Mrd.) gewachsen. Dies ist vor allem entstanden, weil in einigen asiatischen und europäischen Ländern keine GVO-Kulturen wachsen bzw. zugelassen sind.
  • MonsantoDer Markt für nicht-GVO-Produkte wächst stark. Der Verkauf von „Spectrum Seed Solutions“, einem Unternehmen, das natürliches Saatgut verkauft, hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt.
  • Auch der Verkauf des natürlichen Saatgutes der Firma eMerge Genetics ist in den letzten fünf Jahren um etwa 30% angewachsen.
  • Spectrum Seed Solutions Direktor Scott Geisler schätzt, dass in den nächsten 5 Jahren der Markt für Nicht-GVO-Maissaatgut 20% des Marktes ausmachen könnte. Das ist wirklich eine Revolution in den USA, wenn man bedenkt, dass fast alle landwirtschaftlichen Märkte mit GVO-Saatgut verseucht sind. (Siehe Bild).

Boer Analyst Bloom errechnete, dass ein durchschnittlicher Landwirt rund US $ 81, – sparen könnte, wenn er natürliches Saatgut pflanzen und ernten würde und das in jedem Jahr. Und weil die durchschnittlichen Betriebe in den USA etwa 1000 Hektar groß sind, stellt dies eine jährliche Einsparung von US $ 81 000, –  dar.

Es scheint, dass GVO Vergangenheit ist und die Zukunft für den Agrarsektor in den Vereinigten Staaten den Nicht-GVO gehören wird, weil immer mehr Bauern den Märchen über GVO misstrauen. 

Aber vor allem die Superunkräuter, die resistenten Unkräuter, haben vielen Bauern die Augen geöffnet. Denn wenn das Unkraut wirklich mit Roundup hätte vernichtet werden können,  warum ist die Natur dann in der Lage, die Monsanto-Lüge zu entlarven?

Die Monsanto-Story, die Welt benötige GVO, um mehr Nahrung zu produzieren, ist nicht nur ein erwiesenes Märchen, sondern wie Sie in diesem Artikel lesen, vor allem eine sehr große Lüge ..! Der freie Markt in den Vereinigten Staaten sollte dem hinterlistigen und manipulativen Konzen ein Ende setzen. 

Wir haben den Beitrag: Economie: Steeds méér boeren mijden GMO om…. für Sie frei übersetzt. Der ursprüngliche Beitrag:The Post-GMO Economy One mainstream farmer is returning to conventional seed — and he’s not alone ist von „Modern Farmer“ 

Immer mehr Länder wollen sich von Monsanto und Co. nicht zum Sklaven machen lassen. Auch in Südamerika verweigern Bauern das Saatgut. Siehe: Nach Mexiko und Guatemala nun Costa Rica – Neuer Rückschlag für Monsanto

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Wer ist Monsanto?

Das 1901 in Saint Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen „Monsanto Chemical Works“ war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde.

In der Vergangenheit machte Monsanto mehrfach von sich reden. Das Unternehmen produzierte das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid Agent Orange, das heute als chemischer Kampfstoff klassifiziert ist. Zur Produktpalette gehört ferner der umstrittene Süßstoff Aspartam, das Wachstumshormon rBST zur Steigerung der Milchleistung von Rindern sowie die in der Industrie häufig verwendete Substanz PCB, die in Deutschland unter anderem unter dem Handelsnamen Clophen bekannt ist und seit Beginn der 80er Jahre als hochgiftig eingestuft wird.

Heute ist Monsanto weltweiter Marktführer auf dem Gebiet der Biotechnologie. 90 Prozent der heute derzeit angebauten gentechnisch veränderten Organismen, unter anderem Soja, Raps, Mais und Baumwolle, sind Monsanto-Patente. Über kurz oder lang scheint das Unternehmen die gesamte Nahrungsmittelkette zu kontrollieren. Überall auf der Welt gibt es mittlerweile transgene Organismen von Monsanto. Aber noch nie hat ein agroindustrielles Patent so sehr die Gemüter erhitzt und dafür gesorgt, dass unter den Landwirten eine Bewegung entsteht, wie oben beschrieben.

Freihandelsabkommen Europa – USA

In Brüssel hat sich Monsanto bereits tief in den EU-Strukturen festgesetzt. Das Unternehmen entsendet gemeinsam mit anderen Industrie-Vertretern hochrangige Mitarbeiter in die EU-Gremien und erstellt die wissenschaftlichen Studien für neue Getreide-Sorten gleich selbst. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die EU gerne Gesetze wörtlich so beschließt, wie die Lobbyisten sie ihnen vorlegen. So unterhalten US-Konzerne im Internet-Bereich eine eigene Stiftung, die ihnen den Zugang zu Abgeordneten sicherstellt. Siehe: USA/EU – TTIP – Stand der Verhandlungen – und die vielen weitreichenden Verflechtungen in der Politik

Monsanto hält eine Monopolstellung bei der Produktion von genverändertem Saatgut.  Die mit Monsanto eng verbundene Verwendung von RoundUpReady® ist ein weiterer Kritikpunkt. Weltweit mehren sich die Stimmen von Ärzten und Wissenschaftlern, die feststellen, dass das Glyphosat, das sich so in den Böden festsetzt, die Gesundheit schädigt. Siehe Studie – GVO verursacht Glutenunverträglichkeit – 18 Millionen Amerikaner betroffen, aber nicht nur die!

Monsanto darf Landwirte verklagen, deren Felder versehentlich mit Monsanto-Produkten kontaminiert werden

Seit 2011 zieht sich ein Gerichtsstreit um Monsanto. Der Konzern verklagte massenweise Landwirte, deren Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen – deren Patente Monsanto hält – “verunreinigt” waren. Für die konventionellen Landwirte gab es nun vor dem Supreme Court eine böse Überraschung, Monsanto triumphierte.

Das US-Verfassungsgericht bestätigte die Ansprüche des Biotech-Riesen Monsanto auf die Patente von gentechnisch verändertem Saatgut. Das Recht des Konzerns, Landwirte zu verklagen, deren Felder versehentlich mit Monsanto-Produkten kontaminiert werden, wurde auch bestätigt.

Monsanto gibt Dokumentar-Filmemacher kein Interview

Im Jahr 2010 machte der junge Aktivist Jeremy Seifert mit einem Budget von $ 200, einer ausgeborgten Kamera und viel Herzblut den Film DIVE! (über die Problematik weggeworfener Lebensmittel in Amerika), der bei diversen Filmfestivals 22 Preise einheimste. Damit gründete er die Produktionsfirma Compeller Pictures, die den Film „GMO OMG“ auf die Leinwand brachte. Die Geschichte der Übernahme der Lebensmittelproduktion durch riesige Chemiefirmen, und so wurde die Landwirtschaftskrise zur Kulturkrise. Ausschnitte und ein ausführliches Interview gibt es in diesem Video: „A Silent Forest“:

Monsanto mit Gift und Genen

Wissen Sie nun, wer Monsanto ist? Wenn  nicht, schauen Sie sich dieses Video an. Das 1901 in Saint Louis im US-Staat Missouri gegründete Unternehmen „Monsanto Chemical Works“ war im 20. Jahrhundert weltweit eines der größten Chemieunternehmen, bevor es zum mächtigen Agrochemiekonzern wurde.

Saatgut aus dem Hause Monsanto

GEDSC DIGITAL CAMERAStellen Sie sich vor, Sie kaufen Saatgut und wissen nicht, woher es kommt. Sie wissen es? Steht doch drauf, denken Sie. Stellen Sie sich vor, Ihr Saatgut würde von Pflanzenschutzmittelherstellern stammen – würden Sie es trotzdem kaufen? Sie tun es bereits seit Jahren. Drauf stehen tut es allerdings nicht. Haben Sie schon Ihr Saatgut gekauft? Dann haben Sie sicher ungewollt auch etwas von Monsanto dabei.

So gehören zu Monsanto die Marken Seminis, De Ruiter Seeds und weitere regionale Marken. De Ruiter Seeds nennt auf seiner Kontakt-Seite Seminis Seeds. Wir gehen noch vereinzelt auf die einzelnen Firmen ein und zeigen Ihnen das Seed Valley. Übrigens, es befindet sich nicht in den USA, sondern mitten in Europa, und zwar in den Niederlanden. Siehe: Informationsreihe „Saatgut”: Alles Monsanto oder was?!

GEDSC DIGITAL CAMERAWir haben uns auf Spurensuche in den Niederlande begeben. Wie unsere Recherchen zeigen, brauchen wir nicht über unseren Kontinent hinaus, sondern bleiben bei unserem Nachbarland Niederlande. Die niederländische Pflanzenzüchtung und Vermehrungsindustrie produziert Saatgut und Jungpflanzen für den landwirtschaftlichen und den Gartenbausektor.

Niederländische Pflanzenzucht, ob Gemüse, Kartoffeln oder Zierpflanzen gehören zu den größten in der Welt und viele der größten weltweiten Produzenten aus dem Bereich Gentechnik sind in den Niederlanden angesiedelt.

Es ist noch ein langer Weg, bis das konventionelle Saatgut auf Druck der Verbraucher gewinnen wird. Denn die Konzerne wie Monsanto, Syngenta, DuPont und Co. wenden alle Tricks an, um ihr genmanipuliertes Saatgut zu verkaufen. Werbungen werden geschaltet und ihre Handelsvertreter lauern den Bauern förmlich auf und versuchen sie zu überzeugen. Doch wie lange können Monsanto und Co. sich wirklich noch halten?

© 2014 Netzfrau Doro Schreier

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USA/EU – TTIP – Stand der Verhandlungen – und die vielen weitreichenden Verflechtungen in der Politik

Alles nur gelogen! Monsanto gib

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wenn immer mehr Landwirte in den USA Monsanto den Rücken kehren müssen sich Frau Merkel und Herr Gabriel halt bei ihren Freunden in der EU anstrengen und das TTIP schneller durchpeitschen.

    Aber keine Sorge, das machen sie schon – in DIESER Richtung vertraue ich den Beiden.

  2. Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.
    Monsanto? Ein Schädling der Menschheit? –
    Monsanto soll wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Kleinbauern) und wegen Umweltzerstörung vor dem Internatioalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt werden.
    Monsanto hat auf Dauer keinen Bestand.
    David Zehnter, kath. Religionspädagoge

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