Kampf ums Wasser – Der Stoff, aus dem Konflikte wachsen

WaterWasser verspricht für das 21. Jahrhundert das zu werden, was das Öl für das 20. Jahrhundert war: DAS kostbare Gut, welches den Reichtum der Nationen bestimmt – und es wird VIEL Wasser benötigt. Ob nun als Trinkwasser, zur Herstellung unserer Nahrungsmittel, aber auch für Agro-Kraftstoffe. Hinzu kommt die Dürre in Zentralamerika, und der US-Bundesstaat Kalifornien leidet unter der härtesten Dürre seit 100 Jahren.

Wir, die Netzfrauen weisen immer wieder darauf hin, dass bestimmte Großkonzerne, insbesondere Nestlè, es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich ALLE  Wasserreserven der Welt unter den Nagel zu reißen.

Wir finden ständig neue erklärende und warnende Artikel und Dokumente, in denen das Elend und die Not derjenigen beschrieben wird, die von diesen miesen Machenschaften betroffen sind. Deshalb wollen wir das nicht zulassen, nicht schweigend zusehen. Wir werden daher nichts unversucht lassen, um möglichst viele Menschen darüber aufzuklären – denn es geht um unser aller Zukunft!

Luxusgut wegen Wassermangel

Rindfleisch – 15 415 Liter Wasser unter Berücksichtigung aller zur Herstellung benötigten Faktoren

„Ich esse nur deutsches Rindfleisch. Damit verursache ich keine Probleme – bei uns regnet es doch so viel, dass immer genug grünes Gras da ist“, so argumentieren manche Verbraucher. Doch das ist zu kurz gedacht. Wie viel Wasser für die Fleischproduktion benötigt wird, hängt weniger davon ab, wo das Tier lebt, sondern wo und wie das Futter produziert wurde, mit dem es gemästet wird. Wer ein Kilo Rindfleisch verspeist, verbraucht zum Beispiel mehr als 75 Badewannen voller Wasser. Bei der heute üblichen Intensivhaltung werden die Fleischproduzenten mit hochwertigem Weizen, Mais und Soja gemästet. Die ans Vieh verfütterten Mengen an Getreide und Hülsenfrüchten würden ausreichen, um 3 Milliarden Menschen zu ernähren. Diese Form der Fütterung ist auch der Grund dafür, dass die Produktion von einem kg Rindfleisch im weltweiten Durchschnitt mit einem Verbrauch von 15 415 l Wasser zu Buche schlägt! Der steigt noch, weil auch in bevölkerungsreichen Ländern mit früher vergleichsweise geringer Fleischnachfrage die Menschen zu stärkerem Fleischkonsum erzogen werden.

Agro-Kraftstoffe

Auch hier sei der enorme Wasserverbrauch zu erwähnen. Laut einer Studie des Internationalen Instituts für Wasserwirtschaft (IWM) werden in bestimmten Regionen so wie z. B. Indien bis zu 3500 Liter Wasser gebraucht, um genügend Zuckerrohr für einen Liter Ethanol anzubauen. Dazu kommt noch der Wasserverbrauch bei der dann folgenden Herstellung des Ethanols.

Der Anbau von Nahrungspflanzen zur Kraftstoffproduktion ist vor allem ein ethisches Problem, nicht zuletzt, weil dadurch Lebensmittel knapp und teuer werden können. Um ein Mittelklasseauto mit durchschnittlicher Fahrleistung ein Jahr lang zu betreiben, ist genau so viel Getreide notwendig, wie auf einem Hektar Acker wächst. Mit diesem Getreide könnten aber stattdessen 18 Menschen ein Jahr lang ernährt werden. Umwelt- und sozialverträglicher erscheint die enzymatische Umwandlung und Destillation von pflanzlichen Abfällen. Im industriellen Maßstab ist sie bisher noch nicht praktikabel. Mehr Informationen finden Sie hier: „Virtuelles Wasser

Wassermangel – Der Stoff, aus dem Konflikte wachsen

Kalifornien leidet unter einer der schlimmsten Dürreperioden der vergangenen Jahrzehnte. Die schwere Dürre betrifft nahezu 99,8% von Kalifornien. Auch die Länder Zentralamerikas sind seit Wochen von einer schweren Dürre heimgesucht worden. Die Regierung Guatemalas musste in 16 der 22 Departementos den Notstand ausrufen. Durch die andauernde Dürre könnte São Paulo in Brasilien bald das Wasser ausgehen. Fünf Stauseen umfasst das Versorgungssystem „Cantareira”, das etwa neun Millionen Menschen in Brasiliens Wirtschaftszentrum und umliegenden Städten versorgt. Nach ausbleibenden Regenfällen sind nur noch zwölf Prozent des Gesamtvolumens mit Wasser gefüllt. Noch nie stand der Wasserspiegel so tief.

Wer Wasser hat, hat Macht – und wer den Zugang zu den Quellen hat, hat noch mehr Macht. Rein theoretisch könnte die Türkei mit Hilfe der Staudämme jederzeit Syrien und dem Irak „den Hahn zudrehen”. Durch den Bau des Atatürk-Staudamms in der südöstlichen Türkei hat die Regierung in Ankara einen Dauerstreit mit Syrien und dem Irak entfacht. Diese beiden am Unterlauf des Euphrat gelegenen Staaten fürchten, dass ihnen dadurch der Hahn zugedreht wird. Die türkische Regierung hat vorsorglich Boden-Luft-Raketen zur Verteidigung des Bauwerks installiert. [Siehe auch: „Syrien, Irak Ukraine: Ein bisschen Krieg geht nicht und einen guten Krieg gibt es nicht“]

 Kampf ums Wasser

Im Zentrum für Armutsanalyse (CEPA) wurde erst kürzlich nachfolgender Artikel veröffentlicht, den wir Ihnen frei übersetzen möchten: How much is that bottle of water? Aufgrund der Dringlichkeit und Dramatik haben wir den Artikel für Sie übersetzt, denn nicht nur wir befassen uns mit dem Thema „Kampf ums Wasser“, diesen Beitrag haben wir in einer isländischen Zeitung entdeckt.

Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und nach UNICEF-Statistik haben 783 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Jeden Tag sterben mindestens 5000 Kinder an vermeidbaren wasser- und sanitärbedingten Krankheiten. Die Welt stürzt auf eine Situation extremer Wasserknappheit zu.

Tatsächlich wird von heute an bis zum Jahr 2025 erwartet, dass wir 17% mehr Wasser benötigen werden, um Nahrung für die wachsende Bevölkerung in den Entwicklungsländern zu produzieren. Währenddessen wird sich der Wasserverbrauch insgesamt überproportional um rund 40 % erhöhen. Bei optimalen Bedingungen kann der durchschnittliche Mensch bis zu maximal sechs Tage ohne Wasser überleben.

Der steigende Grad der Umweltverschmutzung, die stetig wachsende Bevölkerung und der Klimawandel ergeben zusammen bei Weitem keine optimalen Bedingungen, in denen wir überleben können. Die Überlebenschancen klingen entmutigend. Unter Betrachtung des zukünftigen unsicheren Zugangs zu sauberem Trinkwasser steht eine von vielen Fragen, die wir uns stellen im Mittelpunkt: „Ist das Trinkwasser eine Ware oder ein Menschenrecht?“.

Wasser ist Leben

Welche grundlegende Rolle Wasser als Lebenselixier aller Lebensformen spielt, ist klar: Wasser ist Leben. So ist es (ganz) natürlich anzunehmen, dass Menschen keinen Preis für ein Grundrecht zahlen sollten. Leider ist die Realität weit entfernt von dem Ideal, das besagt, sauberes Trinkwasser sollte unter gar keinen Umständen gekauft werden müssen, also zu einer Ware verkommen.

Die Vereinten Nationen (UN) führten eine mehrere Jahrzehnte umfassende Reihe von Debatten zu diesem Thema. Das Ergebnis war eine Beschlussfassung im Jahr 2010, in der erklärt wird, dass „das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung aus dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard abgeleitet wird. Es ist untrennbar mit dem Recht auf das erreichbare Höchstmaß an körperlicher und geistiger Gesundheit, ebenso mit dem Recht auf Leben und Menschenwürde.“ [Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht!]

Wasser fördert die Verfügbarkeit von anderen grundlegenden Menschenrechten, weshalb ein Entzug eines Zugangs zu sauberem Wasser einer Beschränkung eines (jeden) Menschen auf sein Recht auf Leben gleich kommt. Es ist bedauerlich, dass wir als Menschen nicht in der Lage sind, unser Recht auf Wasser angemessen anwenden zu dürfen. Auf der einen Seite haben Länder mit mehr Wohlstand und Zugang zu Wasserquellen die Tendenz zum (übermäßigem) Gebrauch, zur Verschwendung und zur Verschmutzung dieser Ressource; während es auf der anderen Seite Millionen von Menschen gibt, die völlig von sauberem Wasser abgeschnitten sind.  

85% der Weltbevölkerung lebt in den trockensten Regionen der Welt, unter denen sich einige der ärmsten und am meisten gefährdeten afrikanischen Länder befinden. Auf Grund der unterschiedlichen Möglichkeiten eines Zugangs zu sauberem Wasser und der daraus resultierenden Konflikte um selbiges sehen die Macher auf globaler Ebene das Wasser eher als Ware – als ein knappes Wirtschaftsgut, das rationiert werden muss – anstatt als grundlegendes Menschenrecht.

Die Kommerzialisierung von Wasser scheint im 20. Jahrhundert deutlich gestiegen zu sein, parallel zur erhöhten Angst vor Wasserknappheit und Umweltzerstörung. Darüber hinaus wurde die Bereitstellung von Wasser als öffentliches Gut unter bestimmten Umständen als ertragsarm und verlustreich erklärt, wodurch Menschen (heute) keine andere Wahl (mehr) haben, als Wasser für den Verbrauch zu kaufen, so wie sie es mit anderen Rohstoffen auch tun müssen. Dieses in der jüngsten Vergangenheit geprägte Umdenken hat seine Wurzeln in der neoklassischen Idee, einer Ware oder Dienstleistung einen wirtschaftlichen Wert zuzuordnen, um ihre Ausbeutung zu verhindern. Dieses neue Marktkonzept regelt den Wasserverbrauch in der heutigen Welt. Wie zu erwarten war, hat diese Werteverschiebung jedoch viel Streit und Debatten unter der Vielzahl der Akteure ausgelöst. [Wem gehört das Wasser?]

Die Welle der Demonstrationen, die Polizeigewalt und der öffentliche Aufstand gegen die Wasserpreise in Cochamba in Bolivien im Jahr 2000 zeigen das Potenzial auf, inwieweit Gewalt eskalieren kann, wenn Wasser privatisiert und als Ware und (eben) nicht als öffentliches Gut betrachtet wird. [Siehe „Menschen statt Konzerne“]

Noch immer argumentieren einige Kritiker, dass ein Handel mit Wasser zu einer effizienteren Nutzung dieser knappen Ressource führen würde. Allerdings kann die Effizienz der Wassermärkte und deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt in Frage gestellt werden.

Das System hat zweifellos Fehler: Veranschaulicht wird dies durch eigennützige Profiteure wie Nestlé, die ihre Macht nutzen, um ihre eigenen Gewinne durch den Verkauf von Wasser zu maximieren. Die Marketing-Kampagne von Nestlé in Lahore mit der Marke „Pure Life“-Wasser galt gezielt wohlhabenden Pakistani und ist dort daher ein Statussymbol für die Reichen geworden.[„Nestlé erfindet Wasser für Reiche neu – Arbeit bei Nestlé, aber nicht ausreichend Wasser“]

Nestlé Die Armen haben die negativen Auswirkungen des Konsums zu spüren bekommen; sie haben mit dem Dilemma von ausgetrockneten Quellen in ihren Dörfern und dem verunreinigten Wasser zu kämpfen. Mehr noch: Nestlé hat diese direkt durch die widerrechtliche Aneignung der Wasserversorgung angegriffen und fördert nun Wasser aus zwei Tiefbrunnen des Dorfes Bhati Dilwan. Somit sind auch sie gezwungen, Wasser in Flaschen zu kaufen.
 

Eine ähnliche Geschichte stammt aus Nigeria, wo eine einzelne Flasche „Pure Brand“ teurer ist als das durchschnittliche Tageseinkommen eines nigerianischen Staatsbürgers. Mit anderen Worten: „Wasser ist das neue Öl“.

Leider werden viele Unternehmen, die Wasser privatisieren, von dem Bewusstsein angetrieben, dass die Reichen in Flaschen abgefülltes Wasser kaufen würden, um in Mode zu bleiben und die Armen dies tun (müssen), weil sie es zum Überleben brauchen. Weitere Unterstützung für den steigenden Konsum von Trinkwasser ergibt sich aus einer Studie, die von der Inter-American Development Bank 2011 veröffentlicht wurde, aus der hervorgeht, dass die Mexikaner pro Jahr und pro Person etwa 127 Liter Mineralwasser verbrauchen würden (der weltweit höchste Verbrauch). Einen nachhaltigen Eindruck dieses Wasserproblems hinterlässt die Unverhältnismäßigkeit der Wahl, bei der viele unterprivilegierte Personen ja gezwungen werden („kaufen oder nicht kaufen?“). Hieraus ergibt sich wiederum die Folge einer wechselseitigen Bedingung, wie sie zwischen Gesundheit und Armut existiert.

Einen Preis für die Konservierung von Wasser und dessen Gebrauchsrichtlinien aufzurufen ist verständlich. Stark umstritten bleibt jedoch, wenn daraus eine Ware gemacht wird, die entscheidend dafür ist, ob ein Mensch lebt oder stirbt. Beraubt man eine Person seines Grundrechts auf Leben, weil sie es (die Ware Wasser) nicht bezahlen kann, so ist dies in mehrerlei Hinsicht unethisch.

Das Abhandeln von Wasser als Ware und die Privatisierung von Wasser wird weiterhin negative Effekte nach sich ziehen, vor Allem für die Armen. Statistiken belegen, dass Wasser als Ware von den Reichen, den Mächtigen oder den wasserreichen Regionen der Welt manipuliert wird – und dies auch so bleiben wird.

Die Menschen in den Slums von Jakarta, Manila und Nairobi zahlen bereits 5 bis 10 Mal mehr für Wasser als diejenigen in einkommenshohen Gebieten in denselben Städten; eine Summe, die erschreckend ist, weil es sogar mehr ist als das, was Verbraucher in New York oder London zahlen.

Wasser7Frauen in Afrika holen lieber nach langen Strecken zu Fuß schmutziges Wasser aus den Flüssen anstatt für sauberes Wasser zu zahlen, während die Bauern in Asien bald nicht mehr in der Lage sind, ihre Lebensweise aufrecht zu erhalten, sollten sie die staatlich finanzierten Bewässerung nicht mehr erhalten.

Deshalb muss die Mehrheit der Weltbevölkerung gezwungen werden, einen Schritt zurück zu machen anstatt sich stufenweise weiter auf einen reinen Überlebenskampf zuzubewegen.

Auch wenn es wichtig ist, über eine Debatte nachzudenken, ob Wasser als Ware zu behandeln ist oder es ein Recht darauf gibt, dürfen wir nicht scheuen zu fragen, ob Wasser überhaupt „besessen“ werden kann. Im Gesamtbild betrachtet ergibt sich, dass der wirtschaftliche Neoliberalismus eine Menge Schaden beim Allgemeinwohl hinterlassen hat einschließlich des Schadens beim Thema Wasser. Tatsächlich sollten Wasser- und Eigentumsrechte nicht vermischt werden. Statt uns weiterhin mit den dualistischen Worten „Rechte“ gegen „Ware“ zu beschäftigen, sollten wir unsere Verantwortung (mal) buchstabieren. Dies ist unumgänglich und sollte uns ermutigen, nach einem sich im natürlichen Gleichgewicht befindenden Wassermanagement zu suchen, in welchem Wasser als Allgemeingut gilt (für Menschen als auch für andere Spezies in der Biosphäre) – nicht als Ware. Ein Nachdenken über Wasser als Gemeingut ist ein wichtiger Teil der Aufrechterhaltung einer stabilen und gesunden Umgebung für die Menschheit und die Artenvielfalt.

Ein solches Vorgehen würde nachhaltigen Konsum, eine stabile Bevölkerung, eine hohe Wiederverwertung sowie Recycling fördern und nicht zu Verlust von Boden oder Artenvielfalt führen. Dies erfordert eine radikale Änderung unserer Ansichten und unseres Konsums, unserer technologischen Entscheidungen und unserer Bevölkerungszahl, um im Rahmen der Möglichkeiten dieses Planeten weiterhin leben zu können.

Wir müssen alle drei (Punkte) angehen, damit  unsere Kinder und Enkelkinder überleben können.

Wasser: Mangel im Überfluss!

Netzfrau Doro Schreier

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Netzfrauen,

    dieser Post ist ja mittlerweile etwas älter und die Gedanken sind teilweise ein guter Ansatz. Einige korrekte Aussagen korrelieren jedoch mit einem insgesamt viel zu oberflächlichen und wenig fundierten Artikel. Zu viele Fehler zeugen von sehr mangelhaften Kenntnissen über Ressourcen, Bedürfnissen, Versorgung und Wirtschaft.
    Und leider fand offensichtlich über lange Zeit keine Auf- und Erklärung statt, so dass viele Leser solchen Ausführungen sicher anstandslos glauben, ohne die Aussagen zu hinterfragen und selbst zu recherchieren.

    (Erschreckend ist z.B. die Aussage, der Mensch könne bis zu 6 Tage ohne Wasser auskommen. Das ist einfach falsch und gefährlich zugleich. Nur sehr wenige Beispiele gibt es, in denen Menschen während einer Notsituation, komplett ohne Trinkwasser, länger als 4 Tage überlebt haben. Es gibt auch eine Handvoll Glücklicher, die von 10 bis 12 Tagen berichten. Diese Personen waren aber durchtrainierte und „kerngesunde“ Menschen, die sich selbst einer kalkulierten Gefahr ausgesetzt haben, oder die in eine katastrophale Notlage geraten sind und sich mit „geringen Mengen Tau und Insekten“ retten konnten! 90% der Menschen würden -völlig ohne Trinkwasser- innerhalb von drei bis maximal vier Tagen sterben, in heißen und trockenen Klimazonen innerhalb von 48 Stunden.)

    Um auf das Ausgangsthema zu kommen:
    Ein „westlicher Veganismus“ wird die hungernden Menschen nicht satt machen, das ist Unsinn. Die Veganismus-Internetaktivisten sind natürlich gerne bereit, eben diesen Unsinn in unserer mangelhaft aufgeklärten Welt zu verbreiten, was aber nichts anderes ist, als „Eigenwerbung und Selbstbeweihräucherung“. Zu dem Thema gibt es tausende, gut sortierte und aktuelle Fachbücher, viele hervorragende Beschreibungen und „echte Expertisen“, die sich mit vielen Szenarien fundiert auseinandersetzen und mit verständlichen Erklärungen die Situation gut darstellen. Leider wollen die Menschen lieber an ein Märchen glauben, als sich umfassend über die globale Vernetzung unserer Probleme zu informieren. (Umfragen haben übrigens ergeben, dass ein Großteil der „neuen Veganer“ in keiner Weise darüber informiert ist, wie viel tierische Produkte tatsächlich in hunderten, veganen Lebensmitteln stecken, aber das ist ein anderes Thema!)

    Unnötig – das sei unbestritten – ist die extreme Menge an Fleisch, die sich manch einer antut. Und gegen ein veganes Leben ist natürlich nichts einzuwenden, aber diese Entscheidung muss jeder für sich treffen. Die Wurzel des hier genannten Problems der globalen Ernährung liegt wesentlich tiefer, als es eine Diskussionen über „die Rettung“ durch globales, veganes Leben darstellen könnte. Dies „vegane Rettung“ ist nichts weiter, als eine vorgeschobene Ablenkung, die leider, wie man häufig sieht, erschreckend gut funktioniert! Diese Diskussionen sind aber in jedem Fall überflüssig und basieren auf einer „nicht zu Ende gedachten“ Grundlage. Veganismus ist nur eine Erscheinung der WOHLSTANDSGESELLSCHAFT, nicht mehr und nicht weniger. Ein Mensch der wirklich hungert, verschwendet keinen Gedanken an die Form und Art seiner Ernährung, sondern nur an die Nahrung an sich, danach eventuell an die Haltbarkeit – und damit an eine mögliche Bevorratung mit den ihm zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln.

    Es mag vielen -vor allem den Veganern- fremd vorkommen, aber tatsächlich ist nicht der Fleischkonsum das globale größte Problem. Kein veganes Lebensmittel kann eine hungernde -wenig bis gar nicht technologisierte- Welt ernähren. Leicht verderbliche Ware erfordert den entsprechend Umgang damit: Von der Ernte über die Lieferung bis zur Lagerung. (Ein sehr lapidares Beispiel, aber durchaus aussagekräftig, wenn man etwas mitdenken kann: Wie viele Kühlschränke gibt es wohl in Äthiopien…? Sie verstehen?) Und eben das hat „Fisch und Fleisch“ jeder Pflanze voraus: Es bleibt frisch, solange es lebt – und es kommt mit Bedingungen zurecht, die eine Nutzpflanze nicht mal im Ansatz überleben würde.

    Zuerst sollte man aber bitte darüber nachdenken, dass es tausende Dinge gar nicht gäbe, die wir für selbstverständlich halten und gar nicht erst mit Trinkwasser in Verbindung bringen, obwohl sie mit Trinkwasser produziert werden. (Und damit sind KEINE Lebensmittel gemeint.)

    Die Lebensmittelproduktion macht nur einen Bruchteil der „überflüssigen“ Trinkwassernutzung aus.) Was man bei der Diskussion auf keinen Fall vergessen darf: NATÜRLICH wird Trinkwasser für die Lebensmittelproduktion benötigt, jede Pflanze benötigt Trinkwasser – und die Bewässerung jeglicher Agrarflächen ist ein Bestandteil der Gesamtrechnung. Ernte ist Wetterabhängig – aber nicht nur dort wo die Erde fruchtbar und das Klima eher trocken ist, muss eine Bewässerung her. In jedem Fall könnte man diese Texte nicht lesen, geschweige denn, gäbe es diese Seite, wenn man nicht Trinkwasser in hunderten Produktionsprozessen nutzen würde. Zudem sind Agrarflächen zum Zwecke der bioenergetischen Versorgung umfangreicher, als jeglicher Nahrungsmittelproduktion mit Trinkwasser.

    Bereits heute, aber noch weitaus häufiger in naher Zukunft, werden veränderte Klimabedingungen zudem dafür sorgen, dass ganze Landstriche keine ergiebigen Ernteerträge mehr produzieren werden. (Wie Sie alle sicher bemerkt haben, gab es 2016 sogar in Deutschland mal wieder größere Ernteeinbußen. Auch regionale Unterschiede gab es: Zu nass, zu trocken, zu windig, zu heiß, zu kalt usw…, in einem kleinen Land wie Deutschland! Und die beginnenden, klimatischen Veränderungen, sind bereits heute eine der Ursachen für Flüchtlingsströme weltweit. Das bedeutet nicht, das es nur noch „globale Wetterkatastrophen“ gibt, sondern es heißt ganz realistisch, dass die Wetterbedingungen für Millionen Hektar Agrarland schlicht und einfach nicht mehr einschätzbar sind.

    Wenn die ganze Welt sich zwangsweise vegan ernähren müsste, wäre es in jedem Fall Glücksache, dass wir im nächsten Jahr noch etwas zu Essen und zu trinken bekämen, gleichzeitig heizen könnten wenn es kalt ist und dazu noch global „friedlich miteinander auskommen“…

    Auch wenn einige sich des Gesamtumfangs nicht bewusst sind: Versuchen Sie langfristiger zu Denken und die Folgen einzukalkulieren, die es zwangsläufig gäbe, wenn tatsächlich machbar wäre, dass zukünftig ALLE Menschen „satt“ und gleichzeitig „gesund“ wären: Dort wo der Hunger aufhört, fangen Bedürfnisse und Neid erst richtig an. Gestillter Hunger bedeutet keineswegs, dass fortan alles friedlich wird, ganz im Gegenteil. Der Kapitalismus beginnt, wenn Hunger und Durst aufhören. Dort wo keine Mangel an Nahrung und Trinkwasser herrscht, dominiert der Bedarf an Energie und Luxusgütern. Wenn Hunger und Durst kein Thema mehr sind, dann werden z.B. Öl, Gas und Drogen der Hauptantrieb für Leid und Elend. Recherchieren Sie danach. (Mit etwas Denkarbeit kann sich sicher jeder vorstellen, was das bedeutet.

    Tatsächlich muss man an dieser Stelle nun sagen, es ist teilweise sogar positiv, dass es -auch mit globalem Veganismus- unmöglich wäre, ALLE Menschen „satt“ zu machen. Schon die westliche Welt, die nach der „veganen Logik“ genau das und demnach doch „glücklich“ sein sollte, führt mehr Krieg zur Befriedigung anderer Bedürfnisse, als alle hungernden Menschen zusammen um Nahrung. Ein guter „Hinweis“ auf die eigentlichen Gründe der Probleme unserer „Zivilisation“, ist dieser kleine Merksatz:

    „WER DIE WELTMACHT WILL, DER MUSS DIE GLOBALEN RESSOURCEN KONTROLLIEREN UND DEREN PREIS BESTIMMEN“…
    Denken Sie darüber nach…

    Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Bereitschaft, sich -hoffentlich kritisch- mit der Materie zu befassen.
    >>Lesenswerter Text, inkl. Links :
    https://de.scribd.com/document/327989364/Eine-globale-Frage-des-Uberlebens-Ol-Nahrung-und-Trinkwasser

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