Evo Morales bleibt Präsident im McDonald’s-freien Bolivien

evoBolivien hat gewählt: Evo Morales bleibt Präsident. Es ist seine dritte Amtszeit.

Boliviens Präsident hat 2006 mit dem ersten Erlass seiner Amtszeit sein eigenes Gehalt halbiert. 

Bekannt wurde Evo in Deutschland, als er am 03. Juli 2013 in Österreich notlanden musste, nachdem vier europäische Länder die Überfluggenehmigungen für Morales – der in Moskau gestartet war – mit der Begründung verweigerten, der Whistleblower Edward Snowden sei an Bord. [Siehe: Asylangebot für Snowden – Venezuela]

Boliviens Präsident hat 2006 mit dem ersten Erlass seiner Amtszeit, sein eigenes Gehalt auf monatlich 15 000 Bolivianos (=1400 Euro) halbiert.

„Wir brauchen 6000 neue Lehrer und es gibt nur Geld für 2200.” Morales löste damit ein Wahlkampfversprechen 2006 ein. Sein Vorgänger verdiente damals 34 900 Bolivianos. Evo hat viele seiner Wahlversprechen von damals umgesetzt.

Wir haben schon mehrfach über den Präsidenten Pepe Mujica aus Uruguay und seine vorbildlichen Taten berichtet, auch hier wird gewählt und zwar am 26. Oktober 2014. Verbietet die Verfassung von Uruguay eine zweite Amtszeit, so ist Evo in Bolivien bereits seit 2006 Präsident, mit sichtbarem Erfolg. Auf Grund der sehr häufigen Umstürze konnten sich bislang nur wenige über die volle Legislaturperiode halten, nur Evo hat es möglich gemacht und dies nun bereits seit fast 10 Jahren, und er wird nun bis 2020 regieren.

In Bolivien besteht zwar kein Wahlzwang, das unentschuldigte Fernbleiben kann jedoch indirekte Konsequenzen haben, da die öffentliche Hand bestimmte Leistungen (beispielsweise Rentenauszahlung) an die Vorlage einer Bescheinigung knüpft, welche die Teilnahme an der Wahl (oder ein entschuldigtes Fernbleiben) bestätigt.

Bolivien

Bolivien hat 8,3 Millionen Einwohner und ist das einzige Land Südamerikas mit größtenteils indianischer Bevölkerung. Etwas über 55% der Bevölkerung gehört den indigenen Völkern an, meist Quechua und Aymara; gut 30% der Bevölkerung sind Mestizen. Die übrigen Bewohner des Landes sind Weiße, meist Nachkommen der verschiedenen Einwanderungswellen bis nach dem zweiten Weltkrieg, aber auch ungefähr 40 000 Mennoniten. Die Vielzahl der Gruppen leben in erstaunlicher Toleranz nebeneinander. Ausländerfeindlichkeit ist eine Seltenheit.

Bolivien gehört trotz seines Reichtums an Bodenschätzen zu den am wenigsten entwickelten Ländern Südamerikas. Bolivien verfügt über reiche Erzvorkommen. In den zahlreichen Erzlagerstätten werden Zinn, Blei, Silber, Kupfer, Antimon, Zink, Schwefel, Wismut, Gold und Wolfram abgebaut.

Der kontrovers diskutierte Coca-Anbau ist und bleibt nach wie vor einer der Hauptwirtschaftszweige des Landes, vor allem in den Regionen Yungas und Chapare im Nordosten. Auch wenn die USA versuchen, den Coca-Anbau zu unterbinden, ist Coca nicht nur Rohstoff für Kokain, sondern im gesamten Andenraum ein Genussmittel, z. B. als Tee (mate de coca) oder zum Kauen. Quelle

Präsident Evo Morales Bolivien

Evo1Im Oktober 2009 wurde Morales von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum „World Hero of Mother Earth“ ernannt.

70 Prozent der Wähler unterstützen mit ihrer Stimme Evo als Staatspräsidenten für eine dritte Amtszeit. Damit ist Evo der erste bolivianische Präsident mit einer langen Amtszeit in der demokratischen Geschichte Boliviens.

Dieser Sieg ist das Ergebnis von den sozialen Ansprüchen, die er als Präsident zum Wohlergehen seiner Bürger durchgesetzt hat. Ihm ist das Wohlergehen durch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes für die Menschen in Bolivien wichtig.

Morales weiß, wie sich Armut und Hunger anfühlen. Seine Jugend verbrachte er in schwerster Armut, in einem kleinen Dorf auf dem bolianischen Altiplano. Er hat harte Arbeit und Ungerechtigkeiten am eigenen Leib erfahren. Während der Schulzeit arbeitete Morales in einer Bäckerei und verkaufte Süßigkeiten in der Schule, die er selbst nur bis zur sechsten Klasse besuchte. Evo ist ein Aymara-Indianer, denen nachgesagt wurde, sie würden lügen, stehlen und seien faul. Mit diesem Vorurteil hat Evo aufgeräumt und gezeigt, dass die Aymara-Indianer die gleichen Bedürfnisse haben wie alle anderen auch, vor allem den Durst nach Gerechtigkeit von Bolivien.

USA und Bolivien

Wie sehr sich die USA in Bolivien einmischten, können wir an den Wahlen 2002 sehen, denn wenige Tage vor der Wahl in einer Rede in Anwesenheit des scheidenden bolivianischen Präsidenten Jorge Quiroga, warnte der US-Botschafter in Bolivien Manuel Rocha die bolivianischen Wähler, dass, falls sie Morales wählen sollten, die USA ihre Entwicklungshilfe streichen und ihre Märkte für Bolivien schließen würden.

Zweifellos wählten die Indígenas, speziell die in den indigenen Departamentos des Altiplano, die Partei Morales‘ in Massen, die ihnen einen Anteil von 20,94 Prozent der Stimmen, nur wenige Punkte hinter der siegenden Partei verschafften. Später schrieb Morales den Sieg seiner MAS dem US-amerikanischen Botschafter zu: „Jede Bemerkung, die Rocha gegen uns machte, half uns, stärker zu werden, und ließ das Bewusstsein des Volkes erwachen.“

Ebenso wie Venezuela verfügt Bolivien über reiche Erdgasvorkommen. Gleichwohl gilt Bolivien zugleich als das Armenhaus des Subkontinents – ein Zustand, den viele der Ausbeutung ihrer Bodenschätze durch ausländische Konzerne zuschreiben: Die Privatisierung der Erdgasförderung wurde in den 1990er-Jahren von Weltbank und IWF unter Führung der USA zur Bedingung für Entwicklungshilfe und Kreditzusagen gemacht.

Die Partei Evos forderte Förderabgaben in Höhe von 50 Prozent für Öl- und Gaskonzerne, um der verarmten Landbevölkerung eine Teilhabe am Rohstoffreichtum Boliviens zu ermöglichen. „Welchen Sinn hat ein Geschäft für unser Land, wenn Repsol-Bolivien mit Repsol-Argentinien verhandelt? Es hat keinen Sinn“, so Morales zur argentinischen Zeitung Página 12. Die in Bolivien tätigen internationalen Gasunternehmen der britischen BG Group, die französische Total, die spanisch-argentinische Repsol YPF und die brasilianischePetrobrás drohten mit Abwanderung und Schadensersatzklagen.

Evo Morales gewann mit 54 Prozent der Stimmen die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen am 18. Dezember 2005. Er wurde damit als erster Indígena Staatsoberhaupt von Bolivien und errang den deutlichsten Wahlsieg seit Ende der letzten Militärregierung 1982.

Anfang Mai 2006 leitete Morales in Erfüllung eines Wahlversprechens die Verstaatlichung des Erdöl- und Erdgassektors in Bolivien ein. Er erließ ein Dekret, das die ausländischen Gesellschaften verpflichtet, ihre gesamte Produktionskette innerhalb von sechs Monaten der staatlichen Ölgesellschaft zu unterstellen. Weitere Verstaatlichungen sind angekündigt. Das ist nur ein Teil aus dem Leben von Evo und ist auf Wikipedia nachzulesen.

Im Jahr 2008 wurde Bolivien als  „Analphabetismus-freies Gebiet” erklärt. Die extreme Armut im Jahr 2005 konnte bis 2013 um 38 Prozent  auf 20 Prozent reduziert werden.

In seiner ersten Amtszeit verstaatlichte Morales Branchen der natürlichen Ressourcen, die das Wirtschaftswachstum von 5 Prozent pro Jahr für ihr Land sichergestellt hat.

Bolivien ist  McDonald’s-frei

Burger, Fritten oder Chicken McNuggets von der Fastfood-Kette mit dem goldenen M.

McDonald’s fördert den Konsum von Fleischprodukten, was de facto eine massive Verschwendung von Lebensmitteln bedeutet: Für die „Erzeugung” von einem Kilo Fleisch wird mehr als die 7-fache Menge an Getreide verfüttert. Allein McDonald’s Deutschland verarbeitet pro Jahr etwa 24 000 Tonnen Huhn und 36 000 Tonnen Rind.

In über 100 Ländern gibt es inzwischen über 32 000 Restaurants des größten Burger-Braters. Nur in Bolivien wird man vergeblich nach dem US-Unternehmen suchen. McDonald’s hat seine Schnellrestaurants aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. In Sachen McDonald’s zieht Bolivien dann übrigens mit Kuba gleich – auch dort sind die US-Schnellrestaurants nicht vertreten. Das außergewöhnliche Scheitern von McDonald’s ist inzwischen auch Gegenstand einer spanischsprachigen Filmdokumentation unter dem Titel „Por qué quebró McDonald’s en Bolivia” (Warum McDonald’s in Bolivien pleite gegangen ist). Darin werden in erster Linie kulturelle Gründe für das Scheitern verantwortlich gemacht: Die Bevölkerung in Bolivien bevorzuge schlichtweg die traditionellen Empanadas. – So funktioniert Konsumstreik: Wenn wir alle einfach nicht bei den Unternehmen kaufen. [Siehe: Menschen statt Konzerne]

Regierung in Bolivien übernimmt Kontrolle bei Gastransport-Firma

Seit Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2006 wurden bereits mehrere Öl-, Gas-, Strom- und Telekommunikationsunternehmen sowie Flughäfen nationalisiert.

Der bolivianische Staat hat das Unternehmen Transierra, das Erdgas nach Brasilien transportiert, für 133 Millionen US-Dollar übernommen. Über das staatliche Energieunternehmen YPFB (Yacimientos Petrolíferos Fiscales Bolivianos) hat die Regierung 55,5 Prozent der Aktien gekauft, die zuvor der brasilianischen Petrobras und der französischen Total gehörten. Transierra S. A. heißt ab jetzt YPFB-Transierra. Das Unternehmen transportiert etwa 31 Millionen Kubikmeter Erdgas täglich an die Grenze zu Brasilien.

Dafür trage die Regierung nach der Wiedererlangung der Verfügungsgewalt über die Rohstoffe des Landes die Verantwortung. Die jetzige Übernahme sei folgerichtig nach der Nationalisierung der fossilen Brennstoffe im Mai 2006, durch die Bolivien die Souveränität über die Exploration, die Förderung, Raffinierung und Vermarktung von Gas zurückgewonnen habe, so Morales. Quelle

„Die Verstaatlichung hat erneut gegenüber der Privatisierung mit über 60 Prozent gewonnen“ – mit diesen Worten umschrieb Boliviens Staatspräsident Evo Morales am Abend auf dem Balkon des Präsidentenpalastes in La Paz seinen triumphalen Wahlerfolg.

Für Morales gibt es noch sehr viel zu tun, will er die kleinen und großen Wahlversprechen einlösen. Neben infrastrukturellen Verbesserungen wie einem interkontinentalen Flughafen kündigte der Präsident an, aus Bolivien „den zentralen Energiestandort Südamerikas“ zu machen. Nicht nur als Rohstofflieferant, sondern auch als Erzeuger von Strom. Weiterhin sollen die Textilindustrie wie auch medizinische Produkte und Nahrungsmittel auf Kokabasis für einen höheren Export gefördert werden.

„Wir wollen, dass Wasser, Elektrizität und Telekommunikation Gemeineigentum sind. Der Staat muss eine wichtige Rolle in der Volkswirtschaft spielen und den sozialen Fortschritt garantieren.” Evo Morales

Good Luck Bolivien

Netzfrau Doro Schreier

Vorbildlicher Präsident Mujica – Uruguay verbietet den Verkauf von Land an ausländische Unternehmen

Entwicklungshilfe – Die deutsche Wirtschaft bereichert sich auf Kosten der Armen

Kampf ums Wasser – Was kostet eine Flasche Wasser?

Sklavenarbeit für unseren Fortschritt – Die Nutznießer dieser Ausbeutung sind die Verbraucher in den Industrieländern

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • vielleicht sollten Sie eher die Zeitungen aus Lateinamerika lesen, vielleicht sogar aus Bolivien. Danke

  1. schade das evo nicht in deutschland regierungschef ist,er und castro sind wenigstens KERLE mit EIERN in der HOSE gegen diese amerikanischen TERRORISTEN.
    ich könnte heulen,wenn ich sehe wie unser schönes land immer mehr amerikanisiert wird.BSP:-FERNSEHEN usw.

  2. Die Weltwirtschaft ist am Ende.Es gibt vielmehr zu kaufen, als es Kaeufer gibt.Nun werden die Laender davon provitieren, die sich nicht am WELTHANDEL beteiligt haben!! Der Warenumtausch der Welt funktioniert nicht mehr. NACHFRAGE REGELT DAS ANGEBOT. Das habe ich schon vor 60 Jahren eingetrichtert bekommen. Und die Bloeden dieser Welt, die Exportweltmeister, Fussballweltmeister sehen in die Roehre, denn seit Jahren wurde auf MASCHINELL umgesetzt. Maschinen kaufen keine Autos. Es gibt immer noch zuviele MIDASSE, das war der Koenig, wenn er etwas anfasste wurde es zu Gold und GOLD KANN MAN NICHT ESSEN!! Und der Euro hat den Rest gegeben. Frueher konnte man das Auf und Ab der Waehrungen nutzen, etwas guenstiger im Nachbarland zu erwerben!! Jahrzehnte wurden wir belogen und betrogen aber auch Diese werden bald PLEITE sein. Und dann?? Ein KRIEG ist undenkbar, denn dann waere Alles vorbei!!

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