GVO-Protein in Eiscreme – auch in der EU – Unilever lässt grüßen!

Fisch_Eis

GVO im Eis? Solero und Twister aus GVO-Erzeugnissen?

Wenn auch Sie bislang dachten, so etwas wäre höchstens in Science-Fiction-Filmen möglich: Dem ist leider nicht so. Fakt ist: Ein eisstrukturierendes Protein (ISP), welches in der Natur vor allem in Kaltwasserfischen vorkommt, wird gentechnisch erzeugt und einigen Speiseeissorten hinzugefügt, auch in der EU!

Das eisstrukturierende Protein (engl. ice structuring protein, ISP) Typ III HPLC 12 kommt im Speisefisch Meeres-Dickkopf (Macrozoarces americanus) vor, der im Nordwestatlantik lebt. ISP schützt den Fisch vor Schäden durch Erfrierungen. ISPs sind an Eis gebunden und Organismen können so in sehr kalter Umgebung überleben, da sie die Temperatur, bei der sich die Eiskristalle bilden, senken und Form und Größe der Kristalle verändern. Das Eis schadet so dem Gewebe weniger.

Im Falle der Eiscreme wird dieses angenehmer und feiner in der Struktur und es sollen weniger Zucker und Fett nötig sein, so das Argument von Unilever. Das ISP wird aus gentechnisch veränderter Hefe gewonnen. Beim Endprodukt sollen aber keine GVO-Spuren mehr zu finden sein. Die Verwendung von ISP in der Herstellung von Speiseeis ist in zahlreichen Ländern zugelassen (USA, Australien, Brasilien, China, Europäische Union, Indien, Indonesien, Israel, Mexiko, Neuseeland, Pakistan, Philippinen, Singapur, Südafrika, Thailand). In der EU darf es seit 2009 in der Eiscremeproduktion verwendet werden, seit 2011 sollen entsprechende Produkte in einigen EU-Ländern erhältlich sein.

Werbung

Warum schalten die Netzfrauen Werbung?


 

Gemäß dem Schweizer Konsumentenschutz soll Unilever über alle Produkte informieren, in welchen dieses Protein eingesetzt wird. Leider funktioniert diese Website aber nicht mehr. Allerdings haben wir hier einige Informationen gefunden über die Produkte SOLERO und TWISTER. Eine wirklich aufschlussreiche Zusammenstellung der ISP-Produkte von Unilever fehlt jedoch.

In den USA soll seit 2003 bereits über eine Milliarde dieses Speiseeises verkauft worden sein.

Im Jahre 2008 wurde seitens der EFSA ein wissenschaftliches Gutachten erstellt, welches die Sicherheit des eisstrukturierenden Proteins (ISP) als Lebensmittelzutat prüfen sollte. Der Antragssteller legte Daten einer Studie vor, in welcher Ratten in einem 13-wöchigen Verfahren getestet wurden. Gemäß den Aussagen dieser Studie wurden keine relevanten Unterschiede zwischen Kontroll- und Testgruppe festgestellt. Außerdem wurden bakterielle Genmutationstests, Genmutationstests mit Säugetierzellen, ein In-vitro-Chromosomenaberrationstest und ein Rattenknochenmark-Mikrokerntest vorgenommen, welche keine gentoxische Aktivität nachwiesen. Die Studien ergaben ferner, dass ISP weder für Fisch- noch für Hefeallergiker von Bedeutung sei.

Das Protein wurde bei einer Halbwertszeit von 4 Minuten abgebaut – bei einem extrem niedrigen pH-Wert von 1,5. Zum Vergleich: Der pH-Wert des menschlichen Blutes liegt beim Gesunden bei etwa 7.4, im menschlichen Speichel bei 6,5 bis 7,2 und in der Magensäure bei 1-1,5. Vorausgesetzt, der Magen ist leer. Ist der Magen allerdings gefüllt, liegt der pH-Wert bei 2-4. Grund genug, an Methodik und Aussagekraft der Studie zu zweifeln?

Das Gremium dieses wissenschaftlichen Gutachtens kam zu dem Schluss, dass der Einsatz des ISP Typ III HPLC 12 Präparates in einer Höchstmenge entsprechend 0,01 % ISP Typ III HPLC 12 in Speiseeis sicher und zulässig sei. Der Antragsteller müsse lediglich die vorgelegte Spezifikation und die beschriebenen Produktionsverfahren einhalten.

Zum genauen Ablauf der Bewilligung

  • Am 22. April 2009 genehmigte die EU-Kommission die Inverkehrbringung des eisstrukturierenden Proteins Typ III HPLC 12, als neuartige Lebensmittelzutat gemäß der Verordnung (EG) Nr. 258/97 des Europäischen Parlaments und des Rates.
  • Gemäß dieser Genehmigung stellte Unilever am 8. Juni 2006 in England einen Antrag auf Inverkehrbringung dieses Proteins. Am 27. Juli 2007 kam dann die Erstprüfung der britischen Lebensmittelstelle, welche positiv ausfiel.
  • Am 1. August 2007 leitete die EU-Kommission daher den Bericht an alle Mitgliedsstaaten weiter. Die Länder hatten dann 60 Tage Zeit, um begründete Einwände dagegen vorzulegen.
  • Am 25. Februar 2008 wurde die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um Stellungnahme gebeten.
  • Am 9. Juli 2008 gab das Gremium für diätetische Produkte, Ernährung und Allergien der EFSA auf Antrag der Kommission eine wissenschaftliche Stellungnahme zur Sicherheit des Proteins ab.
  • Diese wurde am 2. Juli 2008 auch vom Gremium für genetisch veränderte Organismen angenommen.
  • Die EFSA kam zu dem Schluss, dass die Verwendung des neuen GVO-erzeugten Proteins in Speiseeis unbedenklich ist, und somit kam es dann am 22. April 2009 zur Inverkehrbringung dieses Produktes. Diese Entscheidung wurde an Unilever UK, Walton Court, Station Avenue, Walton-on-Thames, Surrey KT12 1NT, Vereinigtes Königreich, gerichtet.

Die ISP-Zubereitung wird von der Firma Martek in den USA hergestellt und weltweit von der Firma Unilever in der Produktion von Speiseeis eingesetzt. Auch in der Schweiz ist dieses gentechnisch erzeugte Protein seit dem 18.10.2012 genehmigt.

GVO findet in immer mehr Teilen unseres Lebens Platz, obwohl der Großteil der europäischen Bevölkerung GVO-Erzeugnisse ablehnt! Auch einige gentechnisch hergestellte Vitamine, Enzyme und weitere Erzeugnisse sind heute bereits bewilligt und im Handel. Wussten Sie, dass auch das Labferment für die Käseproduktion ein GVO-Erzeugnis sein kann?

Es ist erschreckend, wie die Politik unserer Länder GVO immer mehr in unseren Alltag integriert, gegen den Willen der großen Bevölkerungsmasse. Wann hört dieser Wahnsinn endlich wieder auf?

Ich bedanke mich herzlich für Ihre Zeit!

Ihr Netzfrauen-Mann Dominik Crimi

Lesen Sie außerdem:

US-StudentInnen als Versuchskaninchen für GMO-Banane/GMO-Bananas in Experiments on US-Students

18 Millionen Amerikaner leiden an einer GVO und Gluten-Intoleranz -18 Million Americans Suffer from GMO and Gluten Intolerance

Studien beweisen: Gesundheitsrisiko durch Glyphosat und GVO!

GVO: Petition einer 7 jährigen Pfadfinderin:  Please make cookies without GMOs

Demnächst XXL Hähnchen bei Wiesenhof und McDonald’s?

World Food Prize 2014 für genmanipulierten Weizen

Demnächst genmanipulierte Pommes bei McDonald’s? Monsanto’s First, Failed Genetically Modified Crop Could Be Making a Comeback

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Verständnisfrage: Was genau ist außer den fragwürdigen Studien zu bemängeln, wenn das Protein von der genmodifizierten Hefe getrennt wird?

  2. Was für ein Bericht! Vielen Dank Dominik!
    Das Labferment für die Käseproduktion ein GVO Ereugnis ist, wusste ich nicht.
    Ich esse täglich so ca. 30 g Hartkäse wegen dem notwendigen Kalzium.
    Also keinen Käse mehr und dafür noch mehr Grünzeug und Nüsse!
    Seit zwei Jahren kommt kein Speiseeis mehr aus dem Supermarkt auf den Tisch.
    Habe mal nach den Zutaten recherchiert und da ist mir der Appetit vergangen.
    Viele Grüße
    Anna

  3. Ja, diese böse Gentechnik. Vor allem, wenn dabei ein Protein herauskommt, welches exakt so in einem anderen Organismus enthalten ist. Ist der Fisch jetzt auch böse? Was würden die ganzen Veganer sagen, die ihre Mangelerscheinungen nicht mit Hilfe von gentechnisch hergestellten Vitaminen verhindern könnten oder Zuckerkranke auf ihr Insulin verzichten müssten … Lasst uns wieder Schweine und Kälber in Massen schlachten für Insulin und Käse!

    • Wieso wieder?

      Die werden doch eh in Massen geschlachtet!

      Mit GMO-Insulin ist aber wahrscheinlich mehr Knete zu machen!

      Davon ab, was Zuckerkranke einwerfen, ist mir ziemlich egal, weil die, die ich kenne fröhnen der Eigenmast und ‚geniessen‘ als Lebensmittel getarnte Füllstoffe, weil ‚Es-
      sen ist doch das zweitschönste im Leben‘! Nach dem unverzichtbaren ‚Genuss‘ wird
      dann gewissenhaft gemessen und eingeworfen, oder gespritzt!

      Da weiss ich doch wenigstens, wofür ein Teil meiner KK-Beiträge draufgeht!

      Grüsse und … spannende Zeiten noch!

      Gerry S.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.