10 000 protestierten gegen die Erdölförderung vor Lanzarote und Fuerteventura

 Lanzarote 1Am vergangenen Samstag formierte sich auf Lanzarote eine gigantische Protestwelle.

Ca. 10 000 Menschen protestierten gegen die Erdölförderung vor Lanzarote und Fuerteventura!

Unsere Netzfrau war dabei und berichtete von einer tollen Stimmung. Alles verlief friedlich.

Bereits am 07. Juni kam es auf acht kanarischen Inseln zu Demonstrationen, an denen über 300 000 Menschen beteiligt waren. [Lesen Sie dazu: Was die Medien uns verschweigen: über 300.000 gegen die Entscheidung der Probebohrungen und evtl. Ölförderungen rund um die Kanaren]

Streit um Referendum

Für den 23. November hat der regionale Regierungschef Paulino Rivero eine Volksbefragung angekündigt. Die Zentralregierung in Madrid hält das Referendum für unzulässig und will vor das Verfassungsgericht ziehen.

Repsol

Repsol hat die Genehmigung erhalten, gut 50 Kilometer vor Lanzarote und Fuerteventura drei Probebohrungen bis zu Tiefen von 3000 bis 6900 Metern vorzunehmen. Das Unternehmen kündigte an, noch in diesem Jahr damit zu beginnen.

Spanien ist das mit großem Abstand beliebteste Reiseziel deutscher Urlauber, um so mehr die Frage: Wo bleibt der Aufschrei? Während Greenpeace sich die ARKTIS zum Hauptthema gemacht hat, passiert hier in Europa etwas Unglaubliches. Nicht dass die Arktis nicht geschützt werden sollte; doch ebenso dringend ist es momentan, die Küsten der Kanareninseln vor zukünftigen Ölkatastrophen zu bewahren.

Alle ziehen an einem Strang, PolitikerInnen, UmweltaktivistInnen und BürgerInnen. Gemeinsam gehen sie auf den Kanarischen Inseln auf die Barrikaden. Nicht nur Fischer und die spanischen Inselbewohner haben Angst vor Ölunfällen, die das Meer und die Strände verseuchen könnten, auch für die Tourismusbranche kommt die Vorstellung, dass vor den kanarischen Inseln bald Bohrplattformen auftauchen, einem Albtraum gleich. 

Kanaren1

Spanien will mit der Erdölförderung vor den Inseln Geld verdienen. Und so genehmigte die spanische Regierung die ersten Probebohrungen östlich von Lanzarote und Fuerteventura – und entfesselte damit einen Proteststurm auf den paradiesischen Kanaren. Seit zwei Jahren kämpfen die Menschen auf den Kanaren gegen den Repsol-Konzern in kanarischen Gewässern. Der Ölmulti hat Geld und somit Macht und folglich seine Interessen bis in die tiefsten Kreise der der Zentralregierung platziert.

14.01.2004 243

Repsol geht davon aus, dass sich im Atlantik zwischen den kanarischen Inseln und der marokkanischer Küste ein gigantisches Erdöllager befindet, mit dem Spanien zehn Prozent seines Ölbedarfs decken könnte. An dem Repsol-Projekt sind übrigens mit 20 Prozent der deutsche Rohstoff-Konzern RWE Dea und mit 30 Prozent das australische Unternehmen Woodside beteiligt. Zur Erinnerung, RWE DEA  soll für 5,1 Milliarden Euro an den russischem Milliardär Fridman, bzw. an die von ihm angeführte Investmentgesellschaft Letter One verkauft werden.  Noch stellen sich die Briten quer. Der Verkauf der Gasproduktionsfirma Dea an den russischen Oligarchen Fridman soll verhindert werden, heißt es in britischen Medienberichten.

Hinter der ukrainischen Alfa Bank stehen die russischen Milliardäre Michail Fridman, German Khan und Alexej Kuzmichev, hinter der Delta Bank der ukrainische Milliardär Mykola Lagun.

„Geld regiert die Welt“ – Ja, wer Geld hat, hat die Macht. „Das wissen wir doch längst“, werden sicher viele LeserInnen denken.  „Okay“, sagen wir, „wenn wir es alle schon wissen, bleibt ja nur noch eins: Es in die Tat umsetzen.“ Denn wie sagte schon Goethe: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun“. Also, was können wir tun? Wehren Sie sich, denken Sie laut, unterstützen Sie wie in diesem heutigen Beitrag beschrieben, unsere Europäischen MitbürgerInnen bei ihrem Kampf gegen die geplanten Ölbohrungen.

Ölindustrie und Spaniens Regierung versprechen den Inselbewohnern Arbeitsplätze und Investitionen – Aber die Kanaren winken ab: „Wir lassen uns nicht kaufen.“

Die Ölmultis wollen etwa 50 Kilometer östlich vor den Inseln Lanzarote und Fuerteventura bohren. Nahe an der Seewassergrenze zum Nachbarn Marokko, der dort auch schon nach dem schwarzen Gold sucht.

Nein, wir sind nicht in Ecuador, nein wir sind nicht in der Arktis und auch nicht in Venezuela – wir sind mitten in Europa.

Die Auswirkungen einer Ölpest vor den Kanaren hätte entsetzliche Auswirkungen auf unsere Gegenwart und Zukunft. Die Kanaren setzen auf ein Entwicklungsmodell, das die Natur schützt und pflegt und dadurch jährlich Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt anzieht.

Wir wollen nicht wissen, ob hier unter dem Meeresboden fossile Brennstoffe existieren und ob man diese fördern kann.

Wir wollen keine Gefahr aufgezwungen bekommen, die nur drei Ölmultis Gewinne bringen wird.

Die Kanaren haben jetzt gezeigt: Nicht mir uns – wir erheben Einspruch!

Die internationale Petition „Savecanarias“, haben bisher über 214 000 Erdölgegner unterschrieben. Die Seite liegt in mehren Sprachen vor – auch auf deutsch. Das Ziel lautet: Viele digtale Unterschriften gegen Ölbohrungen vor den Kanaren sammeln.

„Es wird von unseren alten Leuten erzählt, dass diese Welt nicht nur für unsere Vorfahren und für die. die jetzt leben geschaffen wurde. Sie wurde auch für unsere Kinder, für alle die nach uns kommen werden, deren Gesichter wir niemals sehen werden, geschaffen. Für sie muss die Welt erhalten bleiben.”Tekarontake, Sprecher der Mohawk aus Konfli J., Buddde P: Fliegende Feder, Ökotopia Verlag, Münster 1998

Netzfrau  Doro Schreier

50.000 protestieren in Dublin gegen Wassersteuer – Over 50.000 march in Dublin to protest against water charges
Einsturzgefahren – In Schweden zieht eine ganze Stadt um

Eine Schlussfolgerung, über die wir alle einmal nachdenken sollten

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Rüstungsgüter gegen Rohstoffe – besichert durch Steuergelder

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1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich kann es einfach nicht glauben, was da berichtet wird. Und das Volk ist wie immer machtlo!
    Vielen Dank für diesen Bericht.
    Schöne Grüße
    Anna

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