Hunderte Buschleute in Botswana misshandelt – Hundreds of Bushmen abused in Botswana

botswana dehyd
zur englischen Version Xoroxloo Duxee starb 2005 an Dehydrierung. Sie war eine von mehreren Buschleuten, denen es gelang, sich den Vertreibungen zu widersetzen und im Reservat zu bleiben. Doch die Regierung schnitt den Bewohnern, die ihre Heimat nicht verlassen hatten, den Wasserzugang ab.
Xoroxloo Duxee died of dehydration in 2005. She was one of several Bushmen who managed to remain in the reserve, resisting eviction. But the government cut off any access to water for residents who refused to leave their homes.
© Survival

Ein neuer Bericht von Survival International, der globalen Bewegung für die Rechte indigener Völker, enthüllt Hunderte Fälle von Schlägen, Festnahmen und Misshandlungen der Kalahari-Buschleute in Botswana durch Wildhüter und Polizisten.

A new report from Survival International, the global movement for tribal peoples’ rights, has revealed hundreds of cases of beatings, arrests and abuses suffered by the Kalahari Bushmen in Botswana at the hands of wildlife officers and police.

Buschleute misshandelt und getötet

Der Bericht „Sie haben mich getötet: Die Verfolgung von Botswanas Buschleuten 1992-2014“ beschreibt über 200 Fälle von gewaltsamen Misshandlungen, die zwischen 1992 und 2014 dokumentiert wurden. Dazu zählen der Tod eines Angehörigen der Buschleute nach Folter; ein Kind, dem in den Magen geschossen wurde, nachdem sein Vater der Polizei den Zutritt zu seinem Haus ohne Durchsuchungserlaubnis verweigert hatte; und ein Angehöriger der Buschleute, der für die Jagd auf eine Elenantilope lebendig begraben wurde.

„Sie sagten mir, dass selbst wenn sie mich töten würden, sie nicht angeklagt würden, weil das, was sie mit mir machten, eine Anweisung der Regierung sei.‘
Mogolodi Moeti, Buschmann aus Botswana

Die Buschleute wurden unrechtmäßig im Namen des „Naturschutzes“ von ihrem angestammten Land im Central Kalahari Game Reserve vertrieben. Ihnen wird Wilderei vorgeworfen, wenn sie für ihren Lebensunterhalt jagen, und sie müssen mit Haft, Schlägen, Folter und sogar Tod rechnen, wenn sie in die Hände von Wildhütern oder paramilitärischer Polizei fallen. Das US-Außenministerium hat Botswanas Diskriminierung der Buschleute als „ernste Menschenrechtsangelegenheit“ beschrieben.

Die Regierung wurde national und international von Botswanas Oberstem Gerichtshof, den Vereinten Nationen, der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte, dem politischen Aktivisten und ehemaligen Robben-Island-Häftling Michael Dingake und zahlreichen anderen heftig kritisiert.

Diamanten wichtiger als Umweltschutz und Menschenrecht

Das Central Kalahari Game Reserve wurde 1961 als „Ort der Zuflucht“ für die Buschleute gegründet, damit sie ihre Lebensweise als Jäger und Sammler fortführen können. Doch nachdem in den 1980er Jahren Diamanten unter dem Sand des Reservats entdeckt wurden, begann die botswanische Regierung, die Buschleute von ihrem angestammten Land zu vertreiben.

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Indigene Völker wie die Buschleute sorgen sich besser um ihre Umwelt als jeder andere, dennoch rechtfertigt Botswanas Präsident Ian Khama ihre Verfolgung mit dem „Schutz der Natur“. Zeitgleich erlaubt er jedoch Diamantenabbau und Fracking-Erkundungen innerhalb des Schutzgebietes.

2006 bestätigte Botswanas Oberstes Gericht das Recht der Buschleute, innerhalb ihres Schutzgebietes zu leben und zu jagen, doch die Regierung verhängte 2014 ein landesweites Jagdverbot, das die Buschleute faktisch durch Hunger von ihrem Land vertreibt. Zahlende Großwildjäger können hingegen auf privaten Wildfarmen weiterhin geschützte Tierarten jagen.

„Alle diese Verbrechen wurden im Namen des ‘Naturschutzes’ begangen, doch keine Naturschutzorganisation hat sich schützend vor die Buschleute gestellt. Heute werden sie als ‘Wilderer’ beschimpft, weil sie ihre Nahrung jagen; Busch-Familien könnten verhungern, nur weil sie auf ihrem Land bleiben wollen, während die Regierung zahlende Großwildjäger willkommen heißt. Conservation International, eine der größten Naturschutzorganisationen der Welt, hält weiter an Präsident Khama im Vorstand fest. Prinz Williams Anti-Wilderei-Kampagne ‘United for Wildlife’ lädt ihn sogar als Ehrengast ein, obwohl er direkt für die Versuche verantwortlich ist, die letzten jagenden Buschleute zu erledigen. Survival kämpft gegen diese Misshandlungen. Es wird Zeit, die Geheimnisse der Naturschutzindustrie zu enthüllen.”
Stephen Corry, Direktor von Survival International

Hundreds of Bushmen abused and killed

The report, “They have killed me: the persecution of Botswana’s Bushmen 1992- 2014” details over 200 cases of violent abuse recorded between 1992 and 2014, including a Bushman who died after being tortured; a child shot in the stomach after his father refused police entry to his hut without a warrant; and a Bushman who was buried alive for killing an antelope.

‚They told me that even if they kill me no charges would be laid against them because what they were doing to me was an order from the government.‘
Mogolodi Moeti, Bushman in Botswana

The Bushmen were illegally evicted from their ancestral homeland in the Central Kalahari Game Reserve in the name of “conservation”. They are accused of “poaching” because they hunt their food, and face arrests and beatings, torture and death at the hands of wildlife officers and paramilitary police.

The U.S. State Department has labeled Botswana’s discrimination against the Bushmen a “principal human rights concern” and the government has been condemned nationally and internationally by Botswana’s High Court, the United Nations, the African Commission on Human and People’s Rights, Motswana political activist and former Robben Island prisoner Michael Dingake, the BBC’s John Simpson and many more.

Diamonds more important than environmental protection and human rights

The Central Kalahari Game Reserve was created as a ”place of sanctuary” for the Bushmen to continue their way of life as hunter-gatherers in 1961. But after diamonds were discovered in the reserve in the 1980s, the government began to force the Bushmen off their ancestral homeland.

Tribal peoples like the Bushmen are better at looking after their environment than anyone else, but Botswana’s President Ian Khama has justified their persecution in the name of “conservation”, while allowing diamond mining and fracking exploration to go ahead in the reserve.

A 2006 High Court ruling upheld the Bushmen’s right to live and hunt inside the reserve, but the government has imposed a nationwide hunting ban, effectively starving them off their land. Meanwhile, rich trophy hunters are encouraged to hunt protected species on private game ranches.

“All these crimes were committed in the name of ‘conservation’ but no conservation organization has stood up for the Bushmen. Now they are accused of ‘poaching’ because they hunt their food; Bushman families risk starvation to remain on their ancestral land, while the government encourages fee-paying big game hunters. NGO giant Conservation International welcomes President Khama to its board. Prince William’s anti-poaching coalition, United for Wildlife, invites him as an honored guest, and even asks him to host its next meeting, yet he is directly responsible for trying to finish off the last hunting Bushmen in Africa. Survival is fighting these abuses. It’s time the secrets of the conservation industry were exposed.”
Survival’s Director Stephen Corry

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Es gibt nur einen Bush-clan, der diese Behandlung verdient hätte.
    Danke für den Bericht. Gerade wenn von staatlicher Seite aus etwas für den Umweltschutz getan wird, schaue ich gern besonders genau hin, denn … wie hier beschrieben… wird das Gegenteil davon gemacht, was geredet wird. Die Buschmänner haben mit den Pygmäen seit sehr langer Zeit die Wälder und Steppen gepflegt, aber wie in Südamerika und übrigens auch hier mit den Weltkriegen wurden vor allem die Menschen gestört oder vernichtet, die im Einvernehmen mit Natur und Erde lebten. Wußtet Ihr, daß hier früher die Wälder gepflügt- und der Waldboden gereinigt wurde?

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