
Die folgenden Beispiele geben Ihnen einen Einblick in die aktuellen Proteste auf dieser Welt, ob in Ungarn, Mexiko, Australien, Spanien, Italien, Iran oder Ägypten, überall auf der Welt kommt es zu Protesten.
Ungarn – Internetsteuer

Großbritannien – Soziale Unruhen
Am 18.10. gingen Zehntausende in Großbritannien auf die Straßen. Arbeiter und Angestellte aus allen Branchen zeigten ihre Wut und ihren Protest auf allen Straßen Englands. Sie fordern Lohnerhöhungen, weil viele von ihnen nicht mehr genug zum Leben erhalten. [Tens of thousands take to UK streets in pay protest] In London kommt es vermehrt zu Großdemonstrationen. Am 24. Juni 2014 protestierten über 50 000 gegen den Sparkurs der Regierung. [London: 50.000 Menschen protestieren gegen Sparkurs-50.000 march in London against coalition’s austerity measures]
Hong Kong – Schirme gegen Tränengas

Auch hier gibt es eine Facebookseite: United for Democracy: Global Solidarity With Hong Kong, die vor einer Woche gegründet wurde und hat bereits fast 60 000 Fans. Mehr Informationen finden Sie in unserem Bericht: Occupy Central 和平佔中 – die Umbrella Revolution – nicht nur in Hongkong und Fotos finden Sie hier: Slideshow: Hong Kong’s Democracy Standoff
Mexiko – „Lebend habt ihr sie genommen – lebend wollen wir sie zurück“

Quelle: subversiones.org
In Mexiko sorgt das Schicksal von mehreren Dutzend Studenten für Proteste. So demonstrierten Zehntausende am 23. Oktober in Iguala im Bundesstaat Guerrero, in Mexiko-Stadt und anderen Städten.
Die Jugendlichen waren bei Protesten von der Polizei verschleppt worden und sind seither verschwunden. Die Eltern von 43 Studenten der pädagogischen Hochschule „Raúl Isidro Burgos“, in Ayotzinapa, haben daher bei der Staatsanwaltschaft am 30. September Vermisstenanzeigen eingereicht. Nach wie vor gibt es keine Spur von den 43 Studenten. Angesichts der Untätigkeit der mexikanischen Behörden haben die Bürgerwehren weitgehend die Suche nach den Studenten übernommen. Dabei haben sie bereits mehr als 20 Geheimgräber in Iguala entdeckt. Ob die aufgefundenen Leichen zu den 43 verschwundenen Studenten gehören, ist noch offen. Informationen auf Deutsch erhalten Sie hier: Mexiko
Frankreich – ein Demonstrant stirbt durch eine Granate
Am Samstag, dem 25. Oktober 2014 demonstrierten Umweltschützer gegen ein umstrittenes Staudamm-Projekt in Süd-West-Frankreich. Rémi Fraisse, ein 21-jähriger Student starb noch am Samstagabend an den Folgen, nachdem er in den Rücken von einer Granate getroffen worden war. Ob die Granate von der Polizei oder durch Demonstranten abgefeuert wurde wird zur Zeit noch geklärt.
Bis zu 200 Gendarmen sind täglich auf dem Gelände, wo die Bauarbeiten im September begonnen hatten. Die Umweltaktivisten beklagen deren groben Vorgehensweisen. Kamen die Handgranaten von Seiten der Gendarmen? Die Spuren von TNT an der Kleidung des getöteten Rémi Fraisse scheinen diesen Verdacht zu bestätigen. Nach dem Tod des Umweltaktivisten ist in Frankreich die Lage gespannt. In Albi, der nächstgrößeren Stadt, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, das berichten die Kieler Nachrichten vom 30. Oktober.
Spanien – Studenten und Lehrer protestieren für die Bildung

Am 19. Oktober demonstrierten mehr als 100 000 Katalanen für die Unabhängigkeit ihrer Region im Südwesten Spaniens. Die Separatisten forderten vorgezogene Wahlen zum Regionalparlament innerhalb von drei Monaten.
Die Studierenden haben bis Freitag zu einem 72-stündigen Streik aufgerufen, an dem sich Lehrer, Schüler, aber auch Eltern und Unterstützer beteiligen. Es gibt 43 Demonstrationen, die in ganz Spanien stattfinden.
Es geht um das umstrittene neue Bildungsgesetz LOMCE. Es verschafft der Katholischen Kirche wieder mehr Einfluss in den Schulen, indem die Note des Fachs Religion zum ersten Mal seit 1990 wieder versetzungsrelevant wird und auch durch das Einfließen in den Notendurchschnitt für die Vergabe von Stipendien mitentscheidend ist. 408 Millionen Euro soll sie kosten. Die Hälfte davon will Bildungsminister Wert aus dem Europäischen Sozialfonds besorgen, dessen Zweck es unter anderem ist, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Diese liegt in Spanien zurzeit bei 56%. Nun wird der Rücktritt des Bildungsministers gefordert. [España: Estudiantes se movilizan en contra de reforma educativa]
Italien – Verletzte bei Protest gegen Jobabbau bei ThyssenKrupp in Rom

1,5 Millionen gingen in Rom am Samstag auf die Straße
Menschen aus ganz Italien nahmen an dem Protest teil und zogen in zwei Demonstrationszügen durch die Stadt, bevor sie sich zu einer Schlusskundgebung auf dem Lateranplatz versammelten. 2300 Busse und Sonderzüge brachten die Demonstranten in die Hauptstadt. Wegen des starken Teilnehmerandrangs brachen die Demonstrantenzüge eine Stunde früher als geplant auf. Laut den Organisatoren beteiligten sich 1,5 Millionen Menschen an der Großveranstaltung. Der Protest richtet sich gegen die von Ministerpräsidenten Renzi im Senat durchgesetzte Lockerung des Kündigungsschutzes und gegen die Aufweichung von Artikel 18 des Arbeitnehmerstatuts. Quelle auf Deutsch
Türkei – Tränengas und Pfefferspray gegen Demonstranten

Demonstranten haben auch weiterhin, wie auch am Sonntag, gegen den Bau einer Moschee auf dem Parkplatz nahe dem Eingang des Validebag Grove (Validebağ Korusu) im Istanbuler Stadtteil Üsküdar demonstriert. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas und Pfefferspray gegen die Demonstranten ein. [Police resort to tear gas against protesters at Istanbul grove] [Lesen Sie dazu auch: Das, was wir nicht im TV sehen – Proteste in der Türkei: Wasserwerfer, Tränengas und Verätzungen]
Australien – Proteste zum Schutz des Great Barrier Reef
Es ist ein einzigartiges Weltnaturerbe und faszinierendes ‚neues Weltwunder’ – das Great Barrier Reef. Denn mit über 2900 einzelnen Riffen und rund 900 Inseln bietet das größte Korallenriffsystem der Erde eine unvergleichliche Fülle an Fauna und Flora. Doch das könnte nun bald Geschichte sein, denn das Great Barrier Reef in Australien wird eine Müllkippe. Seit Monaten protestieren Australier gegen die Zerstörung des Weltnaturerbes, des oft auch als achtes Weltwunder bezeichneten Great Barrier Reefs durch einen Kohle-Hafen. Auch hierzu gibt es eine Facebookseite mit über 50 000 Fans https://www.facebook.com/FightForTheReef. [Lesen Sie dazu auch: Protestmail gegen Todesstoß! Great Barrier Reef – Weltnaturerbe als Müllkippe]
Studenten in Sydney protestieren gegen Bildungsreform
Auch in Australien protestieren Studenten gegen die Bildungsreform. Wie in anderen Ländern wird gerade an Bildung gespart und die Kostensteigerungen für Studenten sind nicht mehr tragbar. Studiengebühren werden erhöht genauso wie die Zinsen für die Studentenkredite.
Philippinen – Palmöl-Plantagen gefährden die Ernährung Einheimischer

„Die Felsen sind die Knochen des Landes, die Bäume sind das Haar. Wenn die Felsen freigelegt werden, ist es, als würden menschliche Knochen entblößt. Wenn es eine Wunde in der Welt gibt, gedeiht der Reis nicht mehr.“ MURINA, PALAWAN-MANN
Afrika – gegen die Ausrottung von Elefanten und Rhinos
Demonstrationen weltweit in 136 Städten, davon 17 Städte in Südafrika, gegen die Ausrottung von Elefanten und Rhinos, wenn die Regierungen Afrikas der Wilderei nicht Einhalt gebieten. Von 27 Millionen Elefanten, die noch vor 350 Jahren gelebt haben, leben in Afrika jetzt etwa nur noch 400 000 und rund 9% der noch lebenden Elefanten werden durch Wilderei jedes Jahr getötet. Allein in Südafrika wurden dieses Jahr mindestens 700 Nashörner getötet. [Quelle: Elefant poaching: thousands march worldwide for wildlife protection]
Iran – Protest gegen die Hinrichtung von Reyhaneh und Säure-Überfälle auf Frauen

Ägypten kommt nicht zur Ruhe – die Auseinandersetzungen zwischen Armee und Studenten gehen weiter
Am Dienstag wurden 34 Studenten in Ägypten festgenommen. Die Proteste von Studenten wurden mit dem Beginn des neuen Schuljahres am 11. Oktober wieder aufgenommen. Die Polizei hat mindestens fünf Universitäten gestürmt und seitdem über 180 Studenten festgenommen. Quelle
Unter dem Deckmantel des Anti-Terrorkampfes geht Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi neuerlich in die Offensive gegen Demokratieaktivisten und revoltierende Studenten. Vor kurzem erließ er ein Gesetz, das künftig die Strafverfolgung von Zivilisten durch Militärgerichte erleichtern soll, schreibt Karim El-Gawhary

Im letzten Semester wurden 16 Studenten bei Polizeieinsätzen getötet, 1000 verhaftet und 500 exmatrikuliert. Daher wurde der Beginn des neuen Semesters verschoben. Doch gleich mit Semesterbeginn gingen die Proteste weiter. 200 Studenten wurden verhaftet, ein Studierender kam an der Universität von Alexandria ums Leben.
Irland – Demonstrationen gegen Wassersteuer
In Dublin demonstrierten Mitte Oktober über 50 000 Menschen aus ganz Irland gegen die neu anstehende Wassersteuer. Es handelte sich hierbei um eine der größten Demos, die die irische Hauptstadt in den letzten Jahren verzeichnen konnte. Zu einer weiteren Demonstration wurde zum 01.November aufgerufen. [50 000 protestieren in Dublin gegen Wassersteuer – Over 50.000 march in Dublin to protest against water charges]
Japan – Fukushima
In Japan kommt es immer wieder zu Protestaktionen gegen die Wiederinbetriebnahme der AKWs. Am 23. September trafen sich rund 16 000 AKW-Gegner im Kameido-Chuo-Park in Tokio, um lautstark gegen die sich anbahnende Wiederinbetriebnahme des AKW Sendai zu protestieren. Eigentlich hätte die Veranstaltung im Yoyogi-Park stattfinden sollen, doch dieser ist seit Ausbruch des Dengue-Fiebers gesperrt. [Fukushima: Wiederinbetriebnahme AKWs – 16.000 Menschen protestierten]
10 Protests That Changed The World
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Weltweit soziale Unruhen
Wir haben Ihnen einen kleinen Einblick in die weltweiten Unruhen gegeben, die nur im Oktober stattgefunden haben. In folgenden Ländern eskalieren die Unruhen:
In Burkina Faso stürmen Hunderte von Demonstranten das Parlament. In Srinagar in Indien kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dutzende Proteste gab es am 22. Oktober in den USA, Kanada und Neuseeland um die Brutalität von Polizisten zu stoppen.
Von vielen Protesten wird nicht berichtet, nein – der Mensch erfährt nichts davon. Der Mensch soll nichts davon erfahren, denn DAS könnte die Menschen ja auf ganz dumme Gedanken bringen … The Revolution Will Not Be Televised.
Netzfrau Lisa Natterer
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