Katastrophal und erschreckend: Gift in Bio-Babytee

tee6In vier von insgesamt 19 Kräuter-Babytees konnten sogenannte Pyrrolizidinalkaloide (PAs) nachgewiesen werden – teilweise in sehr hohen Mengen. Bedenklich sogar der Bio-Kräutertee von Alnatura.

Nach dem Bundesamt für Risikobewertung kann dieses Pflanzengift den Organismus schädigen und bei langer und hoher Dosierung Lebertumore verursachen.

Immer wieder müssen wir Netzfrauen auf schädliche Chemikalien hinweisen, diese können Kindern das Leben ganz schön madig machen. Das neue bunte T-Shirt verursacht Hautausschlag und selbst die warme Milch aus der Babyflasche kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, ihr Körper reagiert empfindlicher auf Schadstoffe. Und hatte man noch gedacht, Kindern unbedenklich Bio-Kräutertees reichen zu können, so müssen wir wieder feststellen, sicher ist nur, dass nichts mehr sicher ist.

Pflanzengift in Babytees

Schwangere, Stillende und Kinder sollten Kräutertees aus Kamille, Pfefferminze, Melisse, Brennnessel und Fenchel nur in Maßen trinken. Das BfR in Berlin hatte im Juli 2013 in 221 untersuchten handelsüblichen Kräutertees und Tees zum Teil hohe Dosen Pyrrolizidinalkaloide (PA) festgestellt. [Siehe Infobox]

Auch bei einer Untersuchung im Auftrag des Wirtschaftsmagazins WISO (ZDF), konnten im April dieses Jahres PA nachgewiesen werden. In zehn von fünfzehn Kamillentee-Sorten sei das Pflanzengift „teilweise in geringen, aber auch in hohen Mengen“ gefunden worden. [Siehe Videos: http://vollekanne.zdf.de/# und hier: http://www.zdf.de/wiso/gift-in-babytee-krebserregende-pflanzengifte-35689858.html]

Was können Verbraucher tun?

Verbraucher, die häufig oder viel Tee trinken, sollten nicht ausschließlich Kräuter-, Schwarz-, Grün- oder Rotbuschtee aufbrühen. Es ist sinnvoll, sowohl die Sorten als auch die Hersteller zu wechseln. Bioprodukte sind nicht günstiger, da es sich bei den PA um einen natürlichen Inhaltsstoff der Pflanzen handelt. Vor allem Babys sollten eher seltener Tees bekommen. Einige Hersteller haben auf ihren Internetseiten Stellungnahmen und Untersuchungsergebnisse zu PA veröffentlicht. Sind diese Informationen unbefriedigend oder fehlen sie ganz, sollte man sich nicht scheuen, bei der Firma detailliert nachzufragen, so die Verbraucherzentrale NRW.

Ist Bio-Babytee wirklich so gut, das wollte WISO wissen. Dazu wurden 19 Baby-Kräutertees, vom Discounter, aus Apotheken und Drogerien getestet und auf krebserregende Stoffe untersucht. Bio oder herkömmlich angebaut, löslich oder in Beuteln – alle wurden durch ein geprüftes Labor untersucht.

Ergebnisse

Sonnentor/Sonnenkind Babytee Bio-Bengelchen 1935 µg/kg 2,9 µg/Tasse
Alnatura, Baby Kräuter-Tee 700 µg/kg 1,4 µg/Tasse
Lebensbaum, Baby Bäuchleintee 224 µg/kg 0,3 µg/Tasse
Salus, Babytee Kräutertee 35 µg/kg 0,06 µg/Tasse

Weitere Ergebnisse erhalten Sie hier: Und wie steht es tatsächlich um den Giftgehalt in Baby-Tee?

INOFOBOX

Pyrrolizidinalkaloide sind sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die von einer Vielzahl weltweit vorkommender Pflanzenarten zum Schutz vor Fraß­feinden gebildet werden. Das Vorkommen von Pyrro­lizidin­alkaloiden in Pflanzen variiert stark nach Pflanzenart und Teil der Pflanze und wird auch von weiteren Faktoren (z.B. Klima, Bodenbeschaffenheiten) beeinflusst. Aufgrund ihres gesundheits­schädigenden Potenzials sind ins­be­sondere 1,2-ungesättigte Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Lebens- und Futtermitteln unerwünscht. In hoher Dosierung können sie akut zu Leberschädigungen führen. Im Tierversuch haben sich bestimmte PA als genotoxische Kanzerogene erwiesen … in die Schätzung der Exposition wurden folgende Kräuterteesorten einbezogen: Babyfencheltee, Fencheltee, Kamillentee, Kräutertee, Pfefferminztee, Brennnesseltee und Melissentee. Zusätzlich untersuchte Teesorten wurden wegen der insgesamt zu geringen Probenzahl bei der Schätzung der Exposition nicht berücksichtigt: Grüner Tee, Roibuschtee, Schwarzer Tee …

Nach Auffassung des BfR sind wegen der genotoxischen und kanzerogenen Wirkung der PA Anstrengungen notwendig, die PA-Gehalte in Kräutertees und Tees so weit wie möglich zu senken, wenn die Daten der nicht repräsentativen Studie typisch für PA-Gehalte in Kräutertees und Tees sein sollten. Dies ist auch erforderlich, weil eine mögliche zusätzliche PA-Exposition durch andere Lebensmittel wie Honig hinzukommen kann. Das BfR hält ausreichende Kontrollen der PA-Gehalte von Kräutertee- und Teechargen vor der Vermarktung und eine Erforschung der Ursache hoher PA Gehalte in entsprechenden Produkten seitens der Wirtschaftsbeteiligten für notwendig. Die Lebensmittelüberwachung sollte Kontrollen hinsichtlich potentieller PA-Gehalte von Kräutertee- und Teeproben durchführen.”  Quelle: BfR  Die Studie finden Sie hier .

PA-Gehalt überschreitet Höchstmenge für Erwachsene

Wir haben diesen Text aus dem Beitrag von ZDF-WISO übernommen, denn besser hätten wir es auch nicht schreiben können:

Bedenklich ist der Bio-Kräutertee von Alnatura. Sein PA-Gehalt überschreitet sogar die empfohlene Höchstmenge für Erwachsene bei regelmäßigem Trinken um das Dreifache, und das mit nur einer Tasse Baby-Tee. Für die Kleinen ist diese Giftkonzentration allerdings besonders gefährlich.

Ihr kleiner Körper kann noch nicht entgiften, speichert PA – Flasche für Flasche. „Das spezielle Problem für Säuglinge ist die enorm hohe Vergiftungsgefahr, die ist etwa zehn bis hundertmal höher als bei einem erwachsenen Menschen. Das heißt: Bei einem Säugling, einem Kleinkind reicht eine viel geringere Dosis aus, um eine Schädigung auszulösen, die mehr oder weniger schwer sein kann.

„Und es kommt noch schlimmer: In dem Bio-Produkt Sonnenkind von Sonnentor finden wir weit mehr giftige PAs als in allen anderen Tees zusammen: Der Gehalt einer Tasse liegt siebenfach über der empfohlenen Höchstmenge für Erwachsene. Die WISO-Ergebnisse schockieren sogar den Experten: „Katastrophal und erschreckend – etwas anderes fällt mir dazu nicht ein. Das ist ein Zustand der überhaupt nicht hingenommen werden darf.“

Alle vier, Sonnentor, Alnatura, Lebensbaum und Salus entfernen die belasteten Chargen aus dem Handel.

Darüber hinaus verspricht man seitens Alnatura schriftlich: „Unser Herstellerpartner hat bereits umfangreiche Maßnahmen in den Anbaugebieten eingeleitet, um solche Beikräuter im Tee zu vermeiden. Doch bleibt immer noch die Frage im Raum stehen, wie viele Tees dieser Sorten wurden bereits an Babys verabreicht? Wo sind die staatlichen Kontrollen, denn hätte nicht ein ZDF-WISO diese Tees überprüft, gäbe es immer noch die giftigen Tees.

Im Tee lauert Gefahr

Denn auch im Tee lauert Gefahr – wie WISO im April dieses Jahres berichtete. In zehn Kamillentees wurden Pyrrolizidinalkaloide, kurz PA, gefunden.

Ein gefährliches Gift – besonders für Vieltrinker und Kinder. „Diese Pyrrolizidinalkaloide, diese PAs sind genotoxisch, das heißt erbgutverändernd, sie sind krebserzeugend und sie können fruchtschädigend, also fetotoxisch, schädigend für das ungeborene Leben sein.

Seit Sommer 2013 ist das Problem bekannt. Mit einer neuen Methode findet man beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Tee überraschend hohe Mengen von PA: Alle Sorten sind belastet. Obwohl die Behörde bereits 2007 eine Nulltoleranz-Grenze für PA in Lebens- und Futtermitteln fordert, empfiehlt sie jetzt noch nicht mal Grenzwerte. Lediglich Höchstmengen sollten die Hersteller nicht überschreiten. Auch für Babys gibt es keine eindeutige Regelung. [Lesen Sie bitte auch hier: Hört auf unsere Kinder krank zu machen!]

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt Alarm: In allen Tees können zu große Mengen von PA-Substanzen enthalten sein. Diese sind noch nicht ausreichend erforscht. Man weiß nur eines: Sie können richtig gefährlich für die Gesundheit sein. 

Darüber haben wir bereits in unserem Beitrag Auf eine Tasse Tee hingewiesen und auch in diesem Beitrag haben wir uns mit Tees beschäftigt: Rote Karte für grünen Tee? Wie stark sind Lebensmittel aus Japan radioaktiv belastet?

Hört auf, unsere Kinder krank zu machen!

Wir fordern Hersteller und Händler auf, endlich Konsequenzen zu ziehen. Schließlich geht es um die Gesundheit unserer Kinder und Enkelkinder. Wir wollen es nicht weiter hinnehmen, dass nur noch der Profit zählt .

Es ist  an der Zeit, denen zu zeigen: nicht mit uns !

Netzfrau Doro Schreier

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6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe jetzt alle 4 Hersteller angeschrieben. Die erste Antwort kam von der Firma Sonnentor, die ich hier einfüge.
    herzlichen Dank für Ihre Anfrage.
    Gerne nehmen wir zum Thema PA Stellung:
    Was sind Pyrrolizidinalkaloide?

    Pyrrolizidinalkaloide sind natürlich vorkommende, sekundäre Pflanzenstoffe, die von bestimmten Pflanzenarten zum Schutz vor Fraßfeinden gebildet werden. Es gibt mehr als 500 verschiedene Pyrrolizidinalkaloide, die in über 6.000 Pflanzenarten vorkommen. Pyrrolizidinalkaloidhaltige Pflanzen gehören zum Beispiel zu den Familien der Korbblütler, der Rauhblattgewächse und der Schmetterlingsblütler. Beispiele für pyrrolizidinhaltige Pflanzen sind das Jakobskreuzkraut, das Gemeine Greiskraut, der Natternkopf aber auch der Borretsch, Huflattich oder Beinwell. Ein möglicher Grund für erhöhte PA-Gehalte sind diese Pflanzen, die als Beikraut mitgeerntet werden. Für die Teeherstellung werden die Pflanzen mit hohen PA-Gehalten nicht genutzt.

    Da jeglicher Pestizid-Einsatz im biologischen Landbau verboten ist, muss diese Feldpflege mechanisch oder händisch passieren. Die richtige und sorgfältige Feldpflege stellt den wichtigsten Ansatz dar, um PA-haltige Beikräuter zu vermeiden.

    Bei Schulungen mit unseren Landwirten wird auf diesen Punkt besonderes Augenmerk gelegt und sie wurden über die Risikopflanzen mit hohem PA-Gehalt (wie z.B. Jakobskreuzkraut) speziell informiert.

    Die neue, sehr teure, vom BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung) entwickelte Methode diese Stoffe zu analysieren, ist bereits bei den verschiedenen Labors seit Ende 2013 implementiert worden. Diese Analysen werden bereits bei den Rohwaren gemacht. Seitdem machen wir bei Risikoprodukten wie Fenchel, Kümmel etc. regelmäßig Analysen, welche keine Spuren von PA aufzeigen. Bestätigt werden unsere Anstrengungen beispielsweise durch die Ergebnisse aus dem großen BfR-Test 2013 und dem Test im aktuellen Magazin Ökotest. Am Freitag den 24.10. erschien im deutschen Verbraucher-Magazin Ökotest ein Artikel über Kräutertees. Von SONNENTOR ist der Gute Laune Tee bei diesem Test dabei. Unter anderem wurden auch Pyrrolizidinalkaloide in diesem Tee untersucht. Der Tee war in Ordnung, es wurden keine Spuren von PA gefunden.

    Der Verzehr von Kräutertee und Tee in üblichen Mengen ist als bedenkenlos anzusehen und wird auch vom BfR weiterhin befürwortet. Es sollte allerdings berücksichtigt werden, dass eine abwechslungsreiche Auswahl an Kräutertee und Tee getrunken wird.

    Sollten Sie noch Fragen haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

    Weitere Informationen erhalten sie auch auf unsere Homepage unter http://information.sonnentor.com oder unter http://www.engagement-fuer-tee.de/

    Es wäre schön, weiterhin Ihr Vertrauen genießen zu dürfen!

    Sonnige Grüße
    Christiane Bruckner

    Qualitätsmanagement
    Christiane.Bruckner@sonnentor.at

  2. das würde bedeuten, dass die Früchteesser recht haben in ihrer Ansicht: das von der Natur aus für uns nur sonnengereifte Früchte als Nahrung vorgesehen sind !?

    • @cource
      sonnengereifte Früchte sind wichtig in unserer Nahrungskette. Deshalb brauchen wir auch keine Bananen zur Ernährung. Es geht hier um das Feinstoffliche, das wir mit der Nahrung aufnehmen.

  3. hier die Antwort von Alnatura
    vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an uns gewandt haben. Ihre Verunsicherung durch die Berichterstattung von WISO zu Baby-Tees können wir sehr gut nachempfinden. Gerne geben wir Ihnen eine Rückmeldung.

    Die ZDF-Sendung WISO hat Baby-Tees getestet und auf Pyrrolizidinalkaloide (PA) untersucht. Bei den Untersuchungen wurden auch zwei Alnatura Baby-Tees berücksichtigt. Im Alnatura Baby-Fencheltee wurden PAs nicht nachgewiesen. Der im Alnatura Baby-Kräutertee gefundene Wert hat uns sehr überrascht. Unser Herstellerpartner führt im Rahmen der Qualitätssicherung regelmäßig umfangreiche Untersuchungen durch und kann den ermittelten Wert nicht bestätigen.

    Unabhängig hiervon nehmen wir das uns vorgelegte Ergebnis der WISO-Redaktion sehr ernst und haben umgehend gehandelt: Aus Gründen der größtmöglichen Vorsorge haben wir den betroffenen Baby-Kräutertee sofort aus dem Verkauf genommen.

    Was sind Pyrrolizidinalkaloide?
    Bei Pyrrolizidinalkaloiden (PA) handelt es sich um natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, die in verschiedenen Pflanzenarten zu finden sind. PA dienen diesen Pflanzen zur Abwehr von sogenannten „Fraßfeinden“. In den Teekräutern selbst kommen diese Stoffe nicht vor, jedoch in Beikräutern, die auf denselben Flächen wie die Teepflanze wachsen. Bei der Ernte können vereinzelt und unbeabsichtigt Beikräuter miterfasst werden und dadurch PA in den Tee gelangen.

    Was bedeutet das Ergebnis für Verbraucherinnen und Verbraucher?
    Kräutertee ist eines der ältesten Getränke und traditioneller Ernährungsbestandteil vieler Kulturen. Im letzten Jahr hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Rahmen eines Forschungsprojektes erstmals verschiedene Kräutertee-Proben auf PA untersucht. Die gefundenen Gehalte schwankten dabei sehr stark, auch innerhalb der gleichen Teesorte.

    In seiner Stellungnahme kommt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zu der Schlussfolgerung, dass für Verbraucherinnen und Verbraucher keine akute Gefahr vom Teekonsum ausgeht. Bisher wurden die Wirkungen von PA im Tierversuch erforscht. Es liegen keine Befunde vor, die eine nachteilige Wirkung beim Menschen bestätigen. Deshalb hat das BfR vorsorglich eine tägliche Aufnahmemenge festgelegt, bei der auch bei einem lebenslangen Verzehr nicht von einem möglichen Gesundheitsrisiko auszugehen ist. Dieser strenge Wert wurde auf Basis der Tierversuche und unter Berücksichtigung von mehreren Sicherheitsfaktoren festgelegt.

    Kunden, die Alnatura Baby-Kräutertee zuhause haben und diesen dennoch nicht weiterverwenden möchten, können die Packung selbstverständlich in jedem Alnatura Super Natur Markt oder bei einem unserer Handelspartner zurückgeben.

    Wir haben die Untersuchungen des Alnatura Baby-Kräutertees noch einmal intensiviert. Der aktuell im Handel befindliche Baby-Kräutertee ist nicht betroffen und entspricht unseren hohen und strengen Qualitätsanforderungen.

    Das Thema ist seit gut einem Jahr bekannt. Was hat sich bei Alnatura seitdem getan?
    Unmittelbar nach Bekanntwerden des Themas im vergangenen Jahr hat unser Herstellerpartner nach den Ursachen für PA geforscht. Auf Basis der dabei gewonnenen Erkenntnisse hat er umfangreiche Maßnahmen zur Reduzierung von Pyrrolizidinalkaloiden schon im Anbau eingeleitet.

    Ziel dieser Maßnahmen ist es, PA-haltige Beikräuter bereits auf dem Feld zu vermeiden. Während im konventionellen Teeanbau zur Beseitigung PA-haltiger Beikräuter Pestizide eingesetzt werden dürfen, ist dies im ökologischen Landbau nicht erlaubt. Damit keine Beikräuter unbeabsichtigt mitgeerntet werden, müssen diese Beikräuter in Handarbeit entfernt werden.

    Somit ist es für die Bauern wesentlich, PA-haltige Beikräuter erkennen zu können. Hierzu haben Fachleute unseres Herstellerpartners in den Anbaugebieten zunächst eine Bestandsaufnahme der betroffenen Beikräuter durchgeführt und die Bauern daraufhin direkt auf dem Feld geschult. Während des Anbaus sowie noch einmal direkt vor der Ernte werden die Felder kontrolliert und evtl. noch vorhandene Beikräuter sorgfältig entfernt. Umfassende Labor- Analysen unseres Herstellerpartners ergänzen dieses sehr aufwändige Vorgehen. Auf diese Weise ist eine deutliche Reduzierung der PA-Gehalte möglich. Die Rohware der aktuellen Tee-Ernte wurde bereits nach diesem Verfahren erzeugt.

    Weitere Hintergrundinformationen und eine ausführliche Stellungnahme des Bio-Dachverbands BNN finden Sie unter: http://www.n-bnn.de/aktuelles/4112014-%E2%80%9Epflanzengift-im-baby-tee%E2%80%9C-zdf-wiso-sch%C3%BCrt-bio-%C3%A4ngste-bei-verbrauchern.

    Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen zu können.

    Freundliche Grüße

    Manuela Fritsch
    Verbraucherservice

    Alnatura Produktions- und Handels GmbH

  4. Merkwürdig nur, dass alle Pflanzen, die PA bilden, Heilkräuter sind!
    Merkwürdig, dass Pflanzen auch Salvestrole bilden, die sehr hilfreich gegen Krebszellen wirken – es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann auch diese Stoffe in das Kreuzfeuer der Kritik geraten.
    Leider kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass ein weiterer Schritt in die Diffamierung von Heilpflanzen getan wurde, – auch in Richtung Monokultur und Entfernung von Beikräutern, die den „erwünschten“ Pflanzen grundsätzlich Lebenskraft geben.
    In jedem Kraut gibt es Stoffe, die in entsprechenden Mengen schädlich wirken können – und es ist auch gut, darauf hinzuweisen. Aber es macht die Dosierung und die Menge. Dass Babys da noch empfindlicher sind, als Erwachsene, ist klar – und dass auch solche Tees wie alle Kräutertees nicht in Mengen und nicht „volle Kanne“ gegeben werden sollten, sollte auch klar sein. Aber man sollte nicht das Kind mit dem Bade ausschütten.

    Auf http://www.heilkraeuter.de/rezept/pyrrolizidinalkaloide.htm gibt es auch einen guten Artikel darüber.

  5. hier die Antwort von Lebensbaum:
    vielen Dank für Ihre Email. Der WISO-Beitrag, auf den Sie sich über den Link beziehen, hat bei vielen Konsumenten Fragen aufgeworfen – wir können die Verunsicherung nachvollziehen. Aufgrund der Komplexität möchten wir ausführlich Stellung zum Thema beziehen:

    Bei den Pyrrolizidinalkaloiden (kurz PA) handelt es sich um einen natürlichen Pflanzenstoff, der vor allem in bestimmten Unkräutern vorkommt. Es handelt sich nicht um chemische Pestizide, die im ökologischen Landbau verboten sind. PA werden von den Pflanzen selbst als Schutz vor Insektenfraß gebildet. Für die Teeherstellung werden PA-haltige Pflanzen nicht genutzt. Allerdings können PA-haltige Unkräuter vereinzelt auf Kräuterfeldern – egal ob Bio oder konventionell – vorkommen und bei der maschinellen Ernte ungewollt miterfasst werden. Schon fünf PA-Pflanzen auf einem Hektar mit 50.000-60.000 Teekräuterpflanzen reichen aus, dass PA nachgewiesen werden kann.

    Der von WISO gemessene Wert an PA in der betroffenen Charge des Baby-Bäuchleintee deckt sich nicht mit den uns vorliegenden Messergebnissen externer, anerkannter Labore. Diese sind wesentlich niedriger. Eine solche Messdifferenz entsteht durch die natürlicherweise nur vereinzelt auftretenden Vermischungen von Teekräutern mit PA-haltigen Unkräutern.
    Bei WISO wurde neben dem Baby-Bäuchleintee auch der Lebensbaum Baby-Kräutertee getestet – er war frei von PA. Im aktuellen Heft (November 2014) des Öko-Test wurden übrigens Kräutertees u.a. auf PA untersucht. Mit dabei der Lebensbaum Kräutertraum. Er war frei von PA und Pestiziden und hat mit der Gesamtbewertung „Sehr gut“ abgeschnitten.

    Wir nehmen das Thema PA in Kräutertee, seit es vor etwas über einem Jahr erstmals aufkam, sehr ernst. Wir haben sofort reagiert und umfangreiche Maßnahmen eingeleitet: Die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) damals neu entwickelte Analysemethode für PA haben wir umgehend in unser Qualitäts-Sicherungssystem integriert. Jeder Rohwareneingang wird seitdem systematisch auf PA untersucht. Unsere Grün-, Schwarz- und Früchtetees waren bei den Analysen immer frei von PA. Dies gilt auch für die meisten Kräutertees. Nur einige wenige Sorten enthielten PA, und dies dann meist nur in geringen Spuren. Um die nur vereinzelt auftretenden PA-haltigen Unkräuter in den Tees zu finden, haben wir vor Kurzem die Anzahl an PA-Analysen pro Charge verdoppelt.

    Natürlich ist es unser wichtigstes Ziel dafür zu sorgen, dass PAs zukünftig gar nicht erst in den Tee gelangen. Aus diesem Grund gilt es, die auf den Anbauflächen vereinzelt auftretenden Unkräuter bereits auf dem Acker zu vermeiden. Deshalb haben wir für unsere Erzeuger eine verbindliche Anbau-Leitlinie entwickelt und eingeführt. Die Erfolge der Maßnahmen zeigen die neuen Ernten in diesem Jahr.
    Trotz des immensen Aufwands zur Minimierung von PA wird es auch zukünftig nicht komplett auszuschließen sein, dass vereinzelt geringe PA-Spuren in Tee nachweisbar sein werden.

    Entgegen der Darstellung in WISO geht jedoch auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davon aus, dass eine akute Gesundheitsgefährdung bei abwechslungsreichem Verzehr von handelsüblichem Tee mit anderen Getränken nicht gegeben ist. Es gilt, dafür den allgemeinen ernährungswissenschaftlichen Grundsatz zu berücksichtigen, bei der Auswahl von Lebensmitteln und Getränken auf Abwechslung und Vielfalt zu achten. Er sollte auch bei Kräutertee angewendet werden.

    Wir hoffen, dass diese Informationen hilfreich sind. Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich direkt kontaktieren. Ich stehe gern zur Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Alexandra Buley-Kandzi

    VERBRAUCHERSERVICE

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