Endlich -Tierhaltungsverbot für Schweinebaron Straathof – Wird der Fall rechtskräftig, könnte das die Wende in der Massentierhaltung sein

StraathofBehörden in Sachsen-Anhalt haben einem der größten Schweinezüchter Europas die Tierhaltung verboten.

Einer der größten Schweinezüchter Europas, Straathof, darf bundesweit keine Tiere mehr halten. Der Landkreis Jerichower Land belegte den Niederländer mit einem entsprechenden Verbot

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2013. Noch wehrt sich Straathof gegen den Bescheid und die Vorwürfe, die vor allem seine Ferkelfabrik in Gladau bei Genthin betreffen. Straathof steht wegen der Zustände in der Ferkelfabrik Gladau schon länger in der Kritik.

Beanstandet wurden laut „Stern“ bei früheren Kontrollen unter anderem die Wasserversorgung, die tierärztliche Behandlung und die Größe der sogenannten Kastenstände, in denen die Sauen nach der Besamung oft wochenlang untergebracht sind. Nach Auflagen und empfindlichen Bußgeldern sei 2013 eine Strafanzeige wegen Tierschutzverstößen erfolgt. Die strafrechtlichen Ermittlungen dazu dauerten – parallel zu dem verwaltungsrechtlichen Verbotsverfahren – noch an.

Straathof gilt als einer der größten Schweineproduzenten Europas. Nach eigenen Angaben aus dem Jahr 2013 hat er 25 Standorte und produziert allein in Deutschland insgesamt 1,5 Millionen Ferkel jährlich.

In dem Beitrag Schweine für den Müllcontainer- Warum ist das Fleisch so billig und woher kommt es? berichteten wir über den  Schweinebaron Straathof. Immer mehr, immer größere Tierfabriken entstehen in ganz Deutschland. Eines der derzeit größten Bauvorhaben ist die Ferkelzuchtanlage in Alt Tellin (Mecklenburg-Vorpommern), in der jährlich 250 000 Ferkel produziert werden sollen. Die größte Schweinezuchtanlage Europas wird dort von dem Niederländer Straathof errichtet, der bereits mehrere umstrittene Zucht- und Mastanlagen in Ostdeutschland betreibt.

Die Produktion einer Viertelmillion Ferkel pro Jahr wird den Bau neuer Mastanlagen in der Umgebung nach sich ziehen. Der neue Geflügelschlachthof in Wietze bei Celle ist ebenfalls ein Megaprojekt. Durch ihn entsteht ein wahrer Boom an Mastanlagen entlang der A7, dem „Hähnchenhighway“. Auch die geplante Mega-Schweinemastanlage in Haßleben für 68 000 Schweine des niederländischen Investors van Gennip sprengt jegliche Vorstellungskraft. Insbesondere im Nordosten der Republik siedeln sich die Tierfabrikanten an. Vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und im Norden von Sachsen-Anhalt fühlen sich diese Investoren besonders wohl. Siehe “Silicon Valley der Agrarindustrie”

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Drei Tage lang ließ die Staatsanwaltschaft Stendal im März 2014 die Schweinezuchtanlage Gladau bei Genthin durchsuchen. Neben Kriminalpolizisten aus Magdeburg waren Experten der Landeskriminalämter in Sachsen-Anhalt und Brandenburg dabei, als sachkundige Zeugen zudem mehrere Veterinäre des Landkreises Jerichower Land – insgesamt mehr als 60 Leute, die mit Fotos, Videos und Zollstöcken bewaffnet Verstöße gegen das Tierschutzgesetz dokumentierten, schreibt der Stern.

Noch ist der Bescheid allerdings nicht rechtskräftig. Laut „Stern“-Bericht wehrt sich Straathof gegen den Bescheid und die Vorwürfe, die vor allem seine Ferkelfabrik in Gladau bei Genthin betreffen. Seine Anwälte widersprachen dem Bescheid umgehend und reichten Klage ein. Dennoch gilt das Verbot – ähnlich wie bei einem an Ort und Stelle eingezogenen Führerschein – bis es Gerichte womöglich wieder aufheben. In jedem Fall könnte es ein Meilenstein im Kampf für Tierschutzrechte in der Massenhaltung sein so der Stern

Tierquälerei durch Schweinezüchter Adriaan Straathof

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Straathof nun auch in Bayern: Protest gegen Massentierhaltung

Aus der Sendung quer vom Januar 2014: Momentan ist es noch eine große Baustelle, doch schon bald soll in Tapfheim bei Donauwörth der wohl größte Schweinzuchtbetrieb Bayerns stehen: Mit Platz für 3000 Zuchtsauen, einem Ausstoß von 75 000 Ferkeln pro Jahr. Bauherr ist der umstrittene niederländische Großzüchter Adriaan Straathof. Die Bürger vor Ort fürchten um ihre Umwelt, ihre Gesundheit und ihre kleinbäuerliche Landwirtschaft.

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Der Film mit dem Titel “Schweine für den Müllcontainer” kritisiert die Haltungsbedingungen in der deutschen industriellen Schweinemast. Dicht gedrängt stehen die Tiere häufig im Stall, oft ohne Beschäftigungsmöglichkeiten oder eingestreutes Stroh auf den Spaltenböden aus Beton, an denen viele Tiere sich die Füße aufreißen – so zeigt es der Film, der verschiedene Kritiker zu Wort kommen lässt.

Es scheint, als nähme Adriaan Straathof Bußgelder und behördliche Anordnungen billigend in Kauf, um seine Ziele zu erreichen. Die Landesregierung Sachsen-Anhalt gab 2013 bekannt, in den letzten drei Jahren Buß- und Zwangsgelder in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro gegen Straathof verfügt zu haben, von denen inzwischen mindestens 592 000 Euro gezahlt worden seien, weitere knapp 1,3 Millionen Euro noch nicht. „Statt Missstände zu beseitigen und Auflagen von Behörden zu erfüllen, zieht Straathof es vor, die Dinge auszusitzen, Buß- und Zwangsgelder zu zahlen und selber zu klagen. Die Tiere in seinen Anlagen haben dabei das Nachsehen, so ein Bericht auf PROVIEH

Massive Kritik erntet der Unternehmer seit Jahren wegen wiederholter Verstöße gegen bau-, umwelt- und tierschutzrelevante Vorschriften – und das nicht nur hierzulande. Auch in den Niederlanden, wo Straathof sein Schweineimperium aufzubauen begann, blicken die Behörden auf jahrelange juristische Auseinandersetzungen mit ihm zurück. Der zur Straathof Holding gehörende Knorhof in Vuren, Provinz Gelderland verursacht seit seiner Gründung 1996 pausenlos Skandale.

Endlich macht nun eine Behörde Schluss mit Straathofs Sauereien. Das Verbot des Landkreises Jerichower Land gilt für Straathof persönlich, bundesweit und betrifft seit Ende November womöglich sämtliche Betriebe, in denen er Geschäftsführer ist oder als Eigentümer Einfluss auf die Tierhaltung hat. „Mit sofortiger Wirkung“ ist ihm damit „das Halten und Betreuen von Schweinen untersagt“, wie es in dem Bescheid heißt. Für einen Schweinezüchter bedeutet das praktisch: Berufsverbot.

Noch ist der Bescheid nicht rechtskräftig. Straathofs Anwälte haben umgehend widersprochen und Klage eingereicht. Wird der Fall Straathof aber rechtskräftig, könnte das die Wende in der Massentierhaltung sein

Netzfrau Doro Schreier

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hurra sollte man sagen!
    Aber hmmm muss man denken!

    Wir wissen doch mitlerweile alle wie das System funktioniert.
    Sollte Straathof wirklich Berufsverbot bekommen, wird es nur zur Folge haben, das er jemand anderes einsetzt, der dann in seinem Namen für ihn weiter macht.
    Er wird eine Lösung für sein Problem finden, da bin ich sicher.
    Es werden evtl. ein paar kleine Auflagen erfüllt, hier und da werden ein Paar Euro an Politiker fliessen und so weiter und so fort…
    Die Hühnerbarone Pohlmann und Wesjohann sind schon seid vielen Jahren im Visier der Tierschützer und was ist passiert? Nichts.
    Sie machen ungehemmt weiter, bezahlen Euros an lobbyisten, die sich dann kümmern.
    So lange es Menschen gibt, die bei Aldi und Co einkaufen müssen, weil der Geldbeutel nicht mehr her gibt, solange werden sie weitermachen und die Menschen, die da kaufen müssen werden mehr und nicht weniger.
    So lange echtes Bio Essen ( Ich meine nicht die lächerliche EU Bio Verordnung!)für einen großen Teil der Menschen nicht bezahlbar ist, so lange wird es auch so weiterlaufen.
    So lange ein Bio Vegan Brotaufstrich, der nur aus billigem Palmfett besteht, doppelt so teuer ist wie ne Leberwurst, wird es so weiterlaufen.

    Das System dahinter ist für mich sehr klar:
    Gutes Essen für die Elite und billige Füllstoffe für den Schmock………
    So lange der Schmock ( der in der Überzahl ist!!!) sich das von der Elite gefallen lässt, ja so lange warten wir vergeblich auf eine bessere Welt, in der der Mensch die Tiere, die er essen will, mit Respekt und Würde behandelt.

    Ich bin kein Vegetarier, oder gar Veganer, ich versuche sinnvoll Milch und Fleischalternativen zu finden und in meine Leben einzubauen, was zu deutlich erhöten Kosten geführt hat, die ich mittlerweile nicht mehr stemmen kann.
    Die Hafermilch, die ich sehr gerne für mein Müsli nutze, kostet 4 mal so viel wie eine Aldi Milch, und ich frage mich: Mit welcher Berechtigung? Weil Hafermilch nicht subventioniert wird?
    Wahrscheinlich, aber ich weis es nicht, denn die Inhaltstoffe können nicht der Grund sein, evtl ist die Herstellung so aufwendig, aber auch das glaube ich nicht.
    Es hat einfach System, das Ganze, womit wir wieder bei:
    Gutes Essen für die Elite und Füllstoffe für den Schmock sind!!!
    So siehts leider aus, aber ich habe die Hoffnung, das der Schmock (dazu zähle ich mich auch) es irgendwann mal gebacken bekommt Schluss damit zu machen und sich zu wehren, wie auch immer das dann aussehen mag…

    Nichtsdestotrotz freue ich mich über das Berufsverbot und werde aufmerksam beobachten, welche Konsequenzen das dann endgültig hat.

    Liebe Grüße

    Marcus

  2. Das Beispiel mit dem Führerscheinentzug dürfte hier nicht greifen.

    Grundsätzlich gilt die Verwaltungsgerichtsordnung VwGO.
    Das Tierhaltungsverbot ist ein Verwaltungsakt, gegen den grundsätzlich der Rechtsbehelf des Widerspruchs gegeben ist (§ 68 VwGO). Im Regelfall hat der Widerspruch (und auch eine sich evtl. anschließende Anfechtungsklage) aufschiebende Wirkung, es sei denn, es wurde die ’sofortige Vollziehung‘ angeordnet (§ 80 Abs. 2 Ziffer 4 VwGO). Anhaltspunkte hierfür finde ich in keiner Berichterstattung sodass davon ausgegangen werden muss, dass das Tierhaltungsverbot erst nach rechtskräftiger Betätigung durch das (Bundes-) Verwaltungsgericht wirksam wird. Das kann (Jahre) dauern.
    Anders verhält es sich beim Führerscheinentzug. Diese Maßnahme beinhaltet die sofortige Vollziehung gem. § 80 Abs. 2 Ziffer 2 VwGO.

    http://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__80.html

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