Ukraine: Notabschaltung im größten AKW Europas?

Zaporizhia, das größte Atomkraftwerk Europas im Südosten der Ukraine gelegen, am Ufer des Flusses Dnieper © Wikicommons

Zaporizhia, im Südosten der Ukraine gelegen © Wikicommons

Kurznews: Nukleares Problem in der Ukraine?

Über die Energynews erhielten wir Ende des Jahres (29.Dezember 2014) folgende Informationen:

Notfall Shutdown” von einem der weltweit größten AKWs — Offizielle vor Ort sprechen von: „14-mal höherer Radioaktivität als der akzeptierte Grenzwert” in der Umgebung. Es gibt Warnungen vor einer Katastrophe, die mit Tschernobyl vergleichbar sei — Laut Regierung liegen die Werte „im akzeptablen Bereich”, man würde die Ursachen untersuchen — Zweiter Störfall an diesem Reaktor im Dezember

Quelle: ENENEWS

Wir konnten diese Nachrichten natürlich nicht selbst überprüfen, aber wenn der Boston Globe, The Independent, die offizielle russische Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, Radio Free Europe sowie Russia Today gleichermaßen darüber berichten, wird es aus unserer Sicht bedenkenswert.

Anfang Januar erschien ein weiterer Bericht bei Global Research mit dem gleichen Tenor.

„Catastrophe at Ukraine’s Zaporozhye Nuclear Power Plant?“ – AKW-Katastrophe in Zaporozhye?

In der letzten Woche häuften sich Veröffentlichungen – unter anderen auch Zero Hedge – die auf ein sich weiter entwickelndes nukleares Problem im größten AKW Europas hinwiesen. In Osteuropa wurde diese Information bereits in den letzten Wochen überall kommuniziert.

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Global Research spricht davon, dass derzeit gesicherte Informationen noch fehlen, präsentiert aber auch ein angebliches Schreiben von Westinghouse – dem neuen US-amerikanischen Lieferanten von Brennstäben:

„Die durchgesickerte Kopie eines vertraulichen Schreibens von Westinghouse spricht von deutlich größeren Problemen an einem – nicht genauer angegebenen – Reaktor in der Ukraine am 6. Dezember. Über diesen gäbe es bis jetzt keine offiziellen Informationen.“

Quelle: Global Research

Wir haben für Sie übersetzt

Im Folgenden die verschiedenen Berichte von Ende Dezember, die wir für Sie übersetzt haben. Boston Globe, 29. Dez 2014

Ein Block des größten AKWs in Europa, Zaporhizhia in der Ukraine wurde vom Netz genommen … Das staatliche Atomenergie-Unternehmen Energoatom gab an, man hätte die Einheit entfernt … um interne Schäden am Generator zu verhindern. Weitere Details gab es keine, jedoch wurde gesagt, dass die radioaktive Belastung in der Gegend sich im akzeptablen Bereich hielte. Es ist bereits das zweite Mal im Dezember, dass die Anlage ausfiel …

Quelle: Boston Globe, 29. Dez 2014

The Independent, 28. Dez. 2014

Ukraine schaltet Reaktor des leistungsfähigsten AKWs nach „Unfall“ ab; Premierminister fordert Wahrheit, da die elektrischen Ausfälle an Tschernobyl erinnern würden … Laut offiziellen Angaben erbringt die Anlage rund „40 % ihrer Leistung … die Gründe für den Ausfall würden untersucht”… Premierminister Arseniy Yatsenyuk wies auf den vorherigen Ausfall hin … drängte die Minister, sich an die Wahrheit über “den Unfall” zu halten… Im Mai war die Anlage bereits Hintergrund kriegerischer Auseinandersetzungen … die pro-ukrainischen Paramilitärs hatten angegeben, dass man pro-russische Agitatoren aus der Fabrik habe entfernen müssen…

Quelle: The Independent, 28.Dez 2014

Rossiya Segodnya (RIA), 29. Dez. 2014:

Radioaktiver Spitzenwert im AKW von Zaporhizhia: DPR Official — Laut der Donetsk People’s Republic wurde dieser überhöhte Wert durch einen missglückten Versuch verursacht, russische gegen US-amerikanische Brennstäbe auszutauschen. Nach Aussage des DPR-Offiziellen Denis Pushilin sind die Werte um den Faktor 14 erhöht. … Energoatom bestreitet die Aussagen von Pushilin…

Quelle: Rossiya Segodnya, 29. Dez 2014

Radio Free Europe, 29. Dez. 2014:

Interfax berichtete am 28. Dezember, dass die Ukraine laut Pushilin mit einem „zweiten Tschernobyl“ rechnen müsste. Ursache dafür sei die Entscheidung von Kiew, nukleare Brennstäbe von Westinghouse einzusetzen … Westinghouse hat einen Vertrag über 10 bis 15 % des ukrainischen Bedarfs an Nuklearmaterial.

Quelle: Radio Free Europe, 29. Dez 2014

Radio Free Europe, 28. Dez. 2014:

Verantwortliche der Separatisten warnen vor zweitem Tschernobyl … Pushilin sagt “derzeitiger Strahlenwert läge 14 Mal höher als der akzeptable Standard” in der Gegend… [Interfax] wies darauf hin, dass man diesen gefährlich hohen Strahlenwert “durch keine andere Quelle” habe bestätigen können.

Quelle: Radio Free Europe, 28. Dez 2014

Russia Today, 29. Dez. 2014:

Notfall-Abschaltung des größten AKWs in der Ukraine… Der Unfall habe am Sonntag stattgefunden… Ursachen würden noch ermittelt… Zwei Reaktoren im AKW Zaporizhia waren für eine umfassende Instandhaltung im Februar 2015 vorgesehen … 2014 kam das AKW in Zaporizhzhya mehrfach in die Schlagzeilen. Im Mai verhinderte die ukrainische Polizei die Einnahme durch bewaffnete Männer … Dann gab es die Nachricht, dass Kiew einen Vertrag mit dem führenden US-amerikanischen Nuklearmaterial-Hersteller Westinghouse unterschrieben habe … Dieser wäre trotz der Tatsache zustande gekommen, dass man bereits 2012 US-Brennstäbe aufgrund gefährlicher Inkompatibilität ausgeschlossen habe … Im August warnte Greenpeace vor den Gefahren direkter Bombardierungen des AKWs in Zaporizhia.

Quelle: Russia Today, 29. Dez 2014

Netzfrau Andrea Drescher

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Mann, Mann, Mann – da bin ich aber richtig froh, dass unsere AKW hier in Deutschland so sicher sind und wir glücklicherweise keine Probleme haben.
    Na ja, zugegeben – außer Asse II, Gorleben, Grafenrheinfeld, Brokdorf, Biblis-B, Krümmel, Philippsburg, Grohnde …. nicht zu vergessen natürlich auch Cattenom an der deutsch-französichen Grenze …. und den 30 Jahre alten Sowjet-Schrottmeiler im tschechischen Dukovany ….

    Und wenn uns in 30, 40 oder 50 Jahren unsere Kinder und Enkel einmal fragen, was wir eigentlich gegen diesen Irrsinn unternommen hätten … wir haben die Glühbirne abgeschafft! : )

    Ansonsten kommt auch mein Strom nach wie vor aus der Steckdose. Allerdings 100%iger Ökostrom ….

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