Protest: Tausende Schüler aus ganz Niedersachsen marschieren durch Hannover

SchülerSchüler demonstrieren heute in Hannover gegen den Klassenfahrt-Boykott der Gymnasiallehrer. Sie fordern ein Ende des Klassenfahrt-Boykotts der Gymnasiallehrer und wollen, dass sich Pädagogen und Landesregierung endlich über zusätzliche Arbeitsstunden einigen. Bislang schlossen sich laut Polizei rund 3000 Schüler und Unterstützer dem Demonstrationszug an, erwartet werden bis zu 4500.

„Lehrer und Politik müssen Lösungen finden, die nicht auf dem Rücken der Schüler ausgetragen werden“, sagte Tjark Melchert vom Landesschülerrat. Wegen der Erhöhung der Unterrichtszeit zum Schuljahresbeginn haben viele Gymnasiallehrer aus Protest Klassenfahrten ausfallen lassen. Unter den Demonstranten in Hannover waren auch einige Lehrer, die sich gegen den Boykott ihrer Kollegen aussprechen.

Mit diesem Protest soll eine Rückgängigmachung der Klassenfahrtenstreichung, welche ab 2014 an vielen Gymnasien beschlossen wurde, erreicht werden. Diese schließt Kennenlernfahrten, Lehrfahrten, reguläre Klassenfahrten und Abschlussfahrten ein. Nur Austauschfahrten bilden die Ausnahme. Zudem sollen die Arbeitsverhältnisse der Lehrkräfte verbessert werden und auf Missstände in Bezahlung und Ansprüchen hingewiesen werden.

Werbung

Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Infolge der Umstellung kündigte ein Großteil der rund 300 Gymnasien und Kooperativen Gesamtschulen an, Klassenfahrten streichen zu wollen. Die Lehrer wollen damit den Druck auf die Landesregierung erhöhen. Nach einer NDR-Umfrage haben 75 Prozent der Gymnasien die Klassenfahrten inzwischen tatsächlich gestrichen oder deutlich eingeschränkt.

Hintergrund

Im Dezember 2013, beziehungsweise schon einige Monate zuvor, wurde an vielen Gymnasien in Niedersachsen von den Lehrern, beziehungsweise den Personalräten der Schulen, ein Aussetzen der Klassenfahrten (außer Austauschfahrten) beschlossen. Dies geschah auf Grund verschiedener Maßnahmen der Landesregierung bzw. des niedersächsischen Kultusministeriums. Zu diesen zählte die Rückgängigmachung einer durch die ehemalige rot/grüne Regierung vertraglich zugesicherten Vergütung von Überstunden, die Abschaffung von Altersermäßigungen in Form von um eine Stunde verkürzter Arbeitszeit ab dem Alter von 55 Jahren und zwei Stunden Ermäßigung ab 60 Jahren und der nicht mit einer Gehaltserhöhung verbunden Mehrarbeitszeit von einer Stunde pro Woche. Da Beamten das Streiken verboten ist, wurde als „legale“ Möglichkeit das Aussetzen dieser Fahrten gewählt. Siehe: Rückgängigmachung der Klassenfahrtenstreichung für Schüler an Gymnasien in NDS ab 2014

Lehrer eisern: Klassenfahrt vorerst Geschichte

Laut einer aktuellen Umfrage des NRD-Magazins „Hallo Niedersachsen“, bieten die Lehrer an rund 75 Prozent der befragten niedersächsischen Gymnasien keine oder deutlich weniger Klassenfahrten an. Auslöser war die Entscheidung der Landesregierung, die Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer zu erhöhen. Zum Ergebnis einer Umfrage des NDR Regionalmagazins Hallo Niedersachsen.

Nicht nur in Hannover demonstriert. Laut NDR finden Demonstrationen gegen den Klassenfahrtenboykott auch in anderen Städten statt. Mehr Informationen finden Sie auf NDR, der über die Demonstration berichtet. 

Erst im Dezember hatten in Schleswig-Holstein und Hamburg Tausende Studenten wegen den unzumutbaren Zuständen an den Universitäten demonstriert, dazu unser Beitrag: #UNIohneGeld – Überfüllte Vorlesungen, bröckelnde Fassaden – Studenten demonstrieren in Hamburg und Kiel

Deutschland glänzt mit der „schwarzen Null” – auf Kosten zusätzlicher Investitionen in Bildung.

Netzfrau Doro Schreier

Bildung – Die Zukunft der Massen!

TTIP – Der Ausverkauf der Bildung

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Bin total Begeistert von den Berichten und möchte auf jeden Fall dazu gehören. Das sind alles Themen mit denen ich mich schon sehr lange beschäftige. Toll dass es so eine Seite gibt.

  2. Klassenfahrten sind so wichtig für den Zusammenhalt der Klasse sowie auch eine unschätzbare Erfahrung für das einzelne Kind selbst. Hier sollte nicht gespart werden!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.