Singapur – Die vertikale Revolution: Agrarwolkenkratzer lösen Hungerproblem

SkyGreens-COMPSingapur ist einer der am dichtesten besiedelten Staaten der Welt. Platz auf der Insel ist Mangelware. Um die einheimische Landwirtschaft zu stärken, wird jetzt in die Höhe gepflanzt.

Im Jahr 2050 sollen neun Milliarden Menschen die Erde bevölkern – wie werden sie ernährt?
Forscher arbeiten derzeit am „Vertical Farming“. Der Agrarwolkenkratzer um die Straßenecke würde dabei mehr als das Hungerproblem lösen.

Vertikale Landwirtschaft – Felder und Weiden sollen sich nicht länger bis zum Horizont erstrecken, sondern in die Höhe: Stockwerk über Stockwerk, mitten in der Stadt. Man erhofft sich eine Revolution der Landwirtschaft und eine Antwort auf die Frage, wie wir die Menschheit ernähren. Über sieben Milliarden Menschen bevölkern die Erde heute, im Jahr 2050 werden es nach Schätzungen der Vereinten Nationen über neun Milliarden sein. 70 Prozent davon werden in Städten leben.

Landwirtschaft der Zukunft – die vertikale Revolution

In verschiedenen Teilen der Welt suchen Wissenschaftler nach Wegen, die vertikale Landwirtschaft aus den Wolken auf festen Grund zu holen. Im südkoreanischen Suwon wachsen auf drei Etagen einer Versuchsanlage Salatköpfe, die bald in Supermärkten verkauft werden sollen. Eine Idee kommt aus Deutschland: an der Universität Hohenheim in Stuttgart stellten Forscher unter dem Schlagwort „Skyfarming“ kürzlich das Modell eines Reishochhauses vor. Auf 20 bis 50 Etagen soll der Reis der Zukunft sprießen.

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Von den drei Grundnahrungsmitteln Reis, Mais und Weizen ist Reis im bisherigen Anbau am umweltschädlichsten. Auf 157 Millionen Hektar Fläche weltweit verbraucht Reis bis zu seiner Ernte von ca. 700 Millionen Tonnen fast ein Drittel des vor Ort vorhandenen Frischwassers.

In den überfluteten Reisflächen entsteht durch Gärungsprozesse zudem das klimawirksame Gas Methan. Es ist 20 Mal klimawirksamer als Kohlendioxid. „Man schätzt, dass bis zu 20 Prozent der weltweiten Methanproduktion auf das Konto des Reisanbaus gehen“, erklärt Prof. Dr. Sauerborn. „Beim Weizenanbau wird überhaupt kein Methan produziert. Bei Reis drängt es sich geradezu auf, seine Anbauform zu überdenken.“ Quelle

Unsere Vorfahren gründeten ihre Siedlungen dort, wo die besten Böden verfügbar sind. Hier ist in Zukunft ein Zielkonflikt zwischen Bauland und Ackerfläche vorprogrammiert. Menschen bauen für sich selbst seit einem Jahrhundert Hochhäuser. Auch die Idee, mit Pflanzen in die Vertikale zu gehen, ist bereits 50 Jahre alt.

Singapur möchte zur grünsten Stadt der Welt werden

Singapur mit seinen über fünf Millionen Einwohnern gilt als eines der dichtbesiedeltsten Gebiete der Welt. Und doch gibt es überall Grün. Nahezu alle Straßen sind beschattet von 30 Meter hohen, tropischen Bäumen. Es gibt blühende Grünstreifen. Von den Gebäuden hängen Pflanzen herab, viele Hausdächer sind begrünt. Außerdem wurde der vormals einbetonierte Kallang-Fluss mittlerweile renaturiert.

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2300 Quadratmeter Grünfläche umspannen den Wohnturm in Singapur mit dem passenden Namen „Tree House“. Es ist laut dem Guinness Buch der Rekorde der weltgrößte vertikale Garten und bedeckt das Haus über 24 Stockwerke. Die begrünte Fassade sieht aber nicht nur gut aus, sie trägt auch zur Isolierung und Kühlung des Hauses bei.

Am 29. Juni 2012 wurde Bay South feierlich eröffnet. Mit einer Fläche von 54 Hektar ist er der grösste Garten der Gardens by the Bay in Singapur. Der Gartenpark im Stadtviertel South Bay ist so groß wie 95 Fussballfelder und wurde auf Land gebaut, das die Stadtverwaltung vor 30 Jahren trockenlegte. Er ist als Naturlehrpfad und ökologischer Freizeitpark konzipiert. Gardens by the Bay ist ein weiterer Schritt in die Zukunft. Singapur möchte von einer Stadt mit vielen Grünflächen zu einer Stadt mitten in der Natur werden. Damit soll die Lebensqualität der Menschen erhöht werden.

Im Zentrum der vier 27 Stockwerke hohen Gebäude liegt „The Heart“ – ein riesiger, tropischer Dschungelgarten, der öffentlich zugänglich ist.

Die Grundidee für vertikale Bepflanzung ist eine Weiterentwicklung des traditionellen Blumenkastens für Fenster. Hier sind die Kästen nur größer mit einem entsprechenden Bewässerungssystem. Das Prinzip ist ganz einfach – das Wasser fließt vom obersten Niveau aufs untere. Typisch sind die grünen Schrägdächer und die ungewöhnliche Forme der Fassade.

In Zukunft die Welt ernähren, auf dem Weg dorthin spielt auch die urbane Landwirtschaft eine tragende Rolle. Schon jetzt versorgt der Anbau auf Dächern und Balkonen die Einwohner vieler Metropolen mit frischem Obst und Gemüse. Lesen Sie dazu auch New York: Wurzeln des Urban Gardening – Gemüse von den Dächern Brooklyns

Dieses 8-Minuten-Video lohnt sich – The Singapore Vertical-Farms that herald an Agricultural Revolution – Die Singapur – Vertical Farms , eine landwirtschaftliche Revolution

Können wir genug Nahrung für alle auf dem Planeten produzieren? Eine Frage, die sich viele Wissenschaftler auf der ganzen Welt stellen. In Singapur bietet Skygreen ein Beispiel, wie dies möglich ist, und zwar nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich. Die Erhöhung der Lebensmittelsicherheit durch diese Nahrungsmittelproduktion, auch auf Grund der Auswirkungen des globalen Klimawandels, ist laut dem Video Skygreen 10-mal produktiver pro Quadratmeter als die konventionelle Landwirtschaft.

Hoffen wir, dass nichts Genmanipuliertes verwendet wird.

Netzfrau Doro Schreier

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Diesen Artike hat leider niemand nach dem Veröffentlichen durchgelesen. Mehrere Sätze und Passagen kommen doppelt!

    • Sie dürfen sich gern für Korrekturen melden- wir arbeiten ehrenamtlich – neben Familie,Beruf und Haushalt – Bislang wollen aber Lektoren Geld von uns – vielleicht hätten Sie Interesse, Ihre Freizeit für uns zu Opfern.

    • Ich kümmere mich seit dem 26. 11. 15 um die sprachliche Form der NF-Artikel. Alles wird gut!

  2. eine gute idee vertical farming, aber bitte schön nicht in einer kontaminierten stadtlandschaft!
    die menschheit leidet unter überernährung–es wird genügend nahrung produziert nur eben ungerecht verteilt und weizen ist wegen gluten/gmo keine alternative zum reis

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