Oscar für Snowden-Film „Citizenfour“

SNwodenIn Los Angeles werden zum 87. Mal der Academy Awards „Oscar” verliehen. Als bester Dokumentarfilm wurde die Dokumentation über Edward Snowden ausgezeichnet.  Edward Snowden enthüllte geheime Dokumente der NSA. Darin enthalten sind die beispiellosen Überwachungspraktiken der amerikanischen und britischen Geheimdienste. Die Veröffentlichung löste 2013 die NSA-Affäre aus.

Es begann alles mit verschlüsselten E-Mails, die Laura Poitras bekam. Sie enthielten brisante Informationen über den amerikanischen Geheimdienst. Poitras konnte den Wahrheitsgehalt der Mails kaum überprüfen. Sie vertraute dem anonymen Informanten mit dem Codenamen Citizenfour. Es war Edward Snowden. Sie trafen sich in Hongkong. Mit dabei die beiden Journalisten von der englischen Zeitung «The Guardian»: Glenn Greenwald und Ewan McAskill.

Laura Poitras filmte alles von Anfang an mit. Vom ersten Treffen mit Edward Snowden, bis er heimlich aus dem Hotel rausgeschleust werden musste, weil Geheimdienst und Medien nach der Veröffentlichung seiner Informationen und seiner Identität über den Aufenthaltsort Bescheid wussten. Diese Moment-Aufnahmen wob Poitras mit weiteren Hintergrundgeschichten zu einem spannenden Doku-Thriller.

„Citizenfour – Edward Snowden“ ist eine Co-Produktion von NDR und BR.

Erst in der vergangenen Woche hatte „Citizenfour – Edward Snowden“ in New York bei den „Cinema Eye Honors“ vier Auszeichnungen bekommen. Für Poitras ist es bereits die zweite Nominierung für den wichtigsten Filmpreis der Welt, ihre Dokumentation „My Country, My Country“ über den Irak-Krieg war 2007 dafür vorgeschlagen worden.

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Für ihren Film hatte Poitras den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden von Beginn seiner Enthüllungen an aus nächster Nähe begleitet und in Echtzeit dokumentiert, wie der Whistleblower in Hongkong Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Nachrichtendienste vorlegte. Zu sehen ist auch, wie die ersten Veröffentlichungen einen Nachrichtensturm in der ganzen Welt entfachten – und wie Snowden klar wurde, dass er nie wieder so leben kann wie zuvor.

Neben den Ehrungen in New York hat Poitras für „Citizenfour – Edward Snowden“ unter anderem bereits beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm den Preis „Leipziger Ring“ bekommen. „Citizenfour“ ist nach „My Country, My Country“ (2006) und „The Oath“ (2010) der dritte Teil der 9/11-Trilogie von Laura Poitras, in dem die Regisseurin sich dem so-genannten „Krieg gegen den Terror“ der USA gegen die eigenen Bürger widmet. Quelle 

HANDLUNG

Im Januar 2013 erhielt Laura Poitras die verschlüsselte E-Mail eines Unbekannten, der sich Citizen Four nannte. Darin bot er ihr Insider-Informationen über illegale Abhörpraktiken der NSA und anderer Geheimdienste an. Poitras arbeitete damals bereits mehrere Jahre an einem Film über Abhörprogramme in den USA, die in Folge der Terroranschläge am 11. September 2001 gestartet wurden. Im Juni 2013 flog sie mit dem investigativen Journalisten Glenn Greenwald sowie dem Geheimdienstreporter des Guardian Ewen MacAskill und ihrer Kamera nach Hongkong – zum ersten Treffen mit dem Unbekannten, der sich als Edward Snowden zu erkennen gab. Etliche weitere Treffen folgten. Die dabei gemachten Aufnahmen bilden die Basis des Films. . Quelle

3sat-Kulturzeit über Citizenfour und den NSA-Untersuchungsausschuss

Laura Poitras (* 1962 in Boston) ist eine US-amerikanische Dokumentarfilmregisseurin und -produzentin. Sie hat mehrere preisgekrönte Werke veröffentlicht und ist MacArthur Fellow. Poitras ist eine der Initiatoren der Freedom of the Press Foundation; sie ist neben Glenn Greenwald die erste Person, die Zugriff auf die von Whistleblower Edward Snowden zur Verfügung gestellten Dokumente der Globalen Überwachungs- und Spionageaffäre hatte. Seit Februar 2014 ist sie für das von Glenn Greenwald und Jeremy Scahill zusammen mit ihr gegründete Medium „The Intercept” tätig. Quelle – Wikipedia

Die Dokumentation der US-Regisseurin Laura Poitras über Edward Snowden ist mit einem Oscar ausgezeichnet worden. Das gab die amerikanische Filmakademie in der Nacht zum Montag in Hollywood bekannt.

Wir gratulieren  Laura Poitras herzlich zu ihrem  Oscar.

Netzfrauen

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Edward Snowden, Laura Poitras, und Glenn Greenwald wären meine Kandidaten für den diesjährigen Friedensnobelpreis !
    Sie verdienen Achtung und Respekt.

  2. in den USA gilt – Talk darüber kann tödlich sein:
    US-Top-Journalist David Carr (New York Times) starb überraschend nachdem er den im russischen Exil lebenden NSA-Dissidenten Edward Snowden zu Wort kommen ließ. Carr brach am Donnerstagabend in seinem Büro tot zusammen. Kurz zuvor hatte er eine Talkshow über den in den USA umstrittenen NSA-Dokumentarfilm “Citizenfour” moderiert. siehe
    https://jasminrevolution.wordpress.com/2015/02/15/us-journalist-mysterioser-tod-nach-snowden-talkshow/

  3. Die Entwicklung des Internet und der Umgang der Bevölkerung mit Meinungsfreiheit sind ein Politikum. CITIZENFOUR wird von den USA und Großbritannien politisch unterstützt. Laura Poitras bleibt Edward Snowden gegenüber nicht neutral, investigativer Journalismus würde dies voraussetzen. CITIZENFOUR ist keine Reportage sondern Fiktion. Ich habe darüber gebloggt.
    CITIZENFOUR von Laura Poitras

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