„Hallo Barbie“ Überwachungswahn im Kinderzimmer – Mattel Shows Off Internet-Connected ‚Hello Barbie‘

Mattelzur englischen Version Die Totalüberwachung im Kinderzimmer ist Realität. Auf der Consumer Electronics Show (CES) 2015 in Las Vegas wurden alle denkbaren Sensoren, Kameras, Mikrofone vorgestellt, um den Eltern dieses unbezahlbare Gefühl der Sicherheit zu geben. Und die Eltern sind  bereit, bedenkenlos viel Geld auszugeben. Die Vollzeitüberwachung ist online per App möglich. Sobald die Geburt überstanden ist, geht es richtig los. Computer prüfen Hauttemperatur, Atmung, Bewegungsaktivität des Babys und schicken die Daten drahtlos an die Smartphones der Eltern. Das neue Online-Baby ist geboren.

Natürlich wollen Google und Mattel dem nicht nachstehen und welches Spielzeug ist in vielen Kinderzimmer zuhause? Genau: Barbie.

Doch Barbie hat ein Problem, der Umsatz geht zurück. Mattel macht bereits seit einiger Zeit zu schaffen, dass die Kinder sich mehr für elektronische Geräte interessieren und weniger für klassisches Spielzeug.

Sogar der Konzernlenker Bryan Stockton musste gehen und vorübergehend sprang der frühere Pepsi-Chef Christopher Sinclair ein. Im vergangenen Quartal war der Gewinn im Jahresvergleich um 60 Prozent auf knapp 150 Millionen Dollar eingebrochen, wie Mattel im Januar mitteilte. Wird die Zusammenarbeit mit Google Früchte tragen? Kann die neue „Hallo Barbie“ es richten? Und wollen Eltern weiterhin, dass ihre Kinder im Kinderzimmer einer Vollzeitüberwachung ausgesetzt sind?

Wir haben für Sie folgenden  Beitrag aus PCMag übersetzt. 

Die Internet-verbundene „Hallo Barbie“ kann über Wi-Fi und Spracherkennungstechnologie Gespräche führen

„Hallo Barbie”

Barbie hat unzählige Abenteuer in den letzten Jahrzehnten erlebt – ihre nächste Reise führt sie jetzt in die Wolke – die Cloud. Mattel hat bei der „Toy Fair” – einer bekannten Spielzeugmesse – die Internet-Version dieser Spielzeug-Ikone vorgestellt.

Wie bereits von Fast Company berichtet wurde, ist Mattel mit ToyTalk eine Kooperation eingegangen, um „Hallo Barbie” zu entwickeln. Diese Version der Puppe kann über Wi-Fi und Spracherkennungstechnologie Gespräche führen. „Hallo Barbie” ist noch nicht fertiggestellt, aber Fast Company sagt, dass Mattel die Auslieferung bis zur Feriensaison plant.

Sprechende Puppen sind nichts Neues, aber diese Barbie ist ein Produkt des 21. Jahrhunderts. Sie erinnert sich an deine Antworten, speichert diese Informationen in der Cloud und lernt dich so mit der Zeit kennen. Updates gibt es auch über Wi-Fi.

In einer Demo bei der „Toy Fair” sagt eine Sprecherin von Mattel, dass „Hallo Barbie” in der Lage sein wird zu spielen, Witze zu erzählen und richtige Gespräche mit ihren Besitzern zu führen.

Die Sprecherin drückt auf einen Knopf am Gürtel der „Barbie” und begrüßt die Puppe in New York. „Barbie” reagiert darauf und fragt nach dem bevorzugten Teil von „Big Apple”. Dann unterhalten sie sich über ihre bevorzugten Lebensmittel und was sie werden wollen, wenn sie mal erwachsen sind.

„Hallo Barbie” „hat ein Gedächtnis und merkt sich meine Vorlieben und Abneigungen“, sagt die Sprecherin.

Man kann nur hoffen, dass kein Hacker für eine Neuprogrammierung von „Hallo Barbie” sorgt, sodass sie Sachen sagt, die man besser nicht äußert oder sie ich im „ständig aktiv“-Modus befindet. Dies hat es ja bei Baby-Monitoren bereits gegeben.

Bis „Hallo Barbie” am Markt ist, kann man sich schon mit dem Mode-Macher von Barbie-Fashion beschäftigen. Man kann eigene Outfits am Tablet oder PC gestalten und ausdrucken.

Mattel ist seit kurzem eine Partnerschaft mit Google eingegangen. Damit verfügen sie über eine moderne Version des klassischen View-Master, das das Cardboard von Google verwendet.

Infobox

Gegründet wurde Mattel 1945 vom Ehepaar Handler und Harold „Matt“ Matson als kleine Firma in Südkalifornien. Der Markenname „Mattel“ setzte sich aus den Vor- und Spitznamen von Harold „Matt“ und „Ell“iot Handler zusammen.

Entstehung von Barbie

Inspiriert von ihrer Tochter Barbara Handler, die liebend gerne mit Papier-Anziehpuppen spielte, wollte Ruth Handler eine 3-dimensionale Puppe für Kinder herstellen, jedoch fehlte es ihr an einer Vorlage. Auf einem Besuch in Deutschland 1958 traf Ruth Handler auf die deutsche Bild-Zeitung. Die Bild-Zeitung machte in den 50-er Jahren Werbung mit einer Karikaturfigur der perfekten Frau, ihr Name war Bild-Lilli. Die erste Bild-Lilli-Puppe wurde irgendwann zwischen 1954 und 1956 hergestellt als Geschenk für Mitarbeiter und deren Angehörige, später zum Verkauf. Ruth Handler nahm eine dieser Puppen mit nach Amerika und ließ diese bei Mattel überarbeiten – Die „Barbie“ war geboren. Die erfolgreichste Anziehpuppe der Welt kostete 1959 auf der Spielwarenmesse in New York nur $ 3 USD – heute sind hinter der 3 weitere drei Nullen.

Mattell – Unfaires Spielzeug produziert in China

Bereits 2007 stellte die Südwind-Partnerorganisation China Labour Watch, die aus Sicherheitsgründen in New York ansässig ist, in einer breit angelegten Undercover-Studie in südchinesischen Spielzeugfabriken schwere Arbeitsrechtsverletzungen fest: Kinderarbeit, unbezahlte und unzählige Überstunden, gesundheitsschädigende Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne wurden den großen Spielzeugherstellern vorgeworfen, die überwiegend in China produzieren lassen.

Mattel, Disney, Hasbro und Co. und ihr Unternehmensverband ICTI (International Council of Toy Industry) beriefen sich damals auf ihre Verhaltenskodices und versprachen Besserung.

Sieben Jahre später wurde neuerlich eine verdeckte Umfrage unter ArbeiterInnen in vier chinesischen Zulieferbetrieben, die Spielzeug wie Barbie, Mickey Mouse, Transformers, Thomas, die kleine Lokomotive, für Mattel, Disney, Hasbro, Fischer-Price u. a. herstellen, durchgeführt: fehlende Schutzkleidung und Sicherheitstrainings sowie mangelhafte Feuerschutzmaßnahmen, gefährliche, schlecht gewartete Maschinen, bis zu 120 erzwungene Überstunden (obwohl von Gesetz wegen nur 36 erlaubt sind), unbezahlte Löhne und Sozialversicherungsbeiträge, illegale Kündigungen, mangelhafte Beschwerdemechanismen und Unterdrückung, wenn ArbeiterInnen ihre Rechte einfordern wollen.

„Diese Liste der Missstände in der chinesischen Spielzeugindustrie ist nach sieben Jahren Versprechungen auf Besserung von Seiten der Unternehmen und ihres Verbandes nicht kürzer geworden. Das zeigt, dass den Unternehmen die Gewinne, die sie durch den Spielzeugverkauf in Europa und den USA machen, ganz offenbar wichtiger sind als menschenwürdige Arbeit in den chinesischen Zulieferbetrieben“, resümiert Christina Schröder von Südwind, die in den letzten Jahren selbst auch auf Lokalaugenschein in China und Hongkong war. „Wenn man die Armut und Ausbeutung, denen Hunderttausende chinesische Arbeiterinnen und Arbeiter tagtäglich ausgesetzt sind, kennt, fällt es schwer, den Kindern hier mit Spielzeug-Geschenken eine Freude zu machen“, fährt sie fort. Der Bericht stammt vom Dezember 2014 in Eco-World

Link zur Petition: www.suedwind-agentur.at
Bilder aus der Spielzeugindustrie zum Downloaden
Toy Report 2014 auf Englisch zum Downloaden (3562 KB)

Google und Mattel

3D-Brille für Kinder: Google kooperiert mit Mattel

Am 13. Februar fand die NYC Toy Fair statt. Google und Mattel stellten gemeinsam die VR-Brille für Kinder vor, die von Google und Mattel gemeinsam gebaut wird. Der Spielzeug-Konzern Mattel und Google haben sich für eine Neuauflage des erstmals 1939 auf der Weltausstellung in New York gezeigten View-Master, einem Betrachtungsgerät für stereoskopische Bilder, zusammengetan. Die Neuauflage des View-Master ist eine VR-Brille für Kinder, die auf Basis von Google Cardboard funktioniert. Dies geschieht durch eine App und das Einstecken von kleinen Plastikrädchen. Google ist ja in letzter Zeit eh auf dem Kindertrip und neben möglichen Kinderaccounts haben sie gerade eben auch den Kinderspieleentwickler Launchpad Toys gekauft.

Die Kinder brauchen, um diese VR-Brille nutzen zu können, ein Smartphone – und so ist es kein Problem zu orten, wo Kinder sich befinden und welche Interessen sie haben.

Google und Lego

Die Zusammenarbeit mit LEGO wurde vor einem Jahr bekannt gegeben. Lego ist vor Mattel die Nummer 1 in der Spielwelt für Kinder. Google startete im Januar 2014 das Projekt „Build with Chrome“. Jeder kann über den Browser Chrome bauen, worauf er Lust hat. Über Google+ lassen sich nicht nur Bauwerke teilen, man kann auch stöbern, wer in den eigenen Kreisen bereits kreativ war. Dass Lego und Google ihre virtuellen Bauklötze gerade im Januar 2014 weltweit zugänglich gemacht haben, dürfte einen simplen Grund haben: Anfang Februar 2014 kam der Kinofilm „The Lego Movie“ in die Kinos. Der 3D-Film wurde ausschließlich mit Lego-Bausteinen und -Figuren im Stop-Motion-Verfahren gedreht. Quelle

Werbung

Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Die Vollzeitüberwachung im Kinderzimmer ist schon längst real – Der Schnuller schlägt Alarm, wenn das Baby wegkrabbelt. Das Fläschchen kontrolliert die Verdauung, der Strampler die Temperatur. Neue Produkte sollen Eltern das Gefühl totaler Kontrolle geben. Später folgt dann „Hello Barbie” – diese hört gut zu und antwortet der Puppen-Mutti. „Hello-Barbie” arbeitet also wie Apples Sprachsteuerung Siri – alle Geräusche werden auf den Mattel-Server übertragen, dort wird die Spracherkennung durchlaufen und eine zufällig passende Antwort zurückübertragen. Neben allen unsinnigen Geräuschen aus einem Kinderzimmer kann Mattel sich nun eine Datenbank über die persönlichen Kinderwünsche anlegen und die Eltern oder gleich die Kinder mit entsprechender Werbung fluten. Die Daten können aber auch Jahre später die dann erwachsenen Kinder kompromittieren. Lesen Sie dazu auch: Werden unsere Babys zu Tamagotchis gemacht? – Are we turning our babies into real life tamagotchis?

Auch Nestlé ist schon am Start, DIE BABYNES IPHONE-APP – es handelt sich um ein Überwachungssystem. Nestle bietet nicht nur zusätzlich jede Menge Online & Service-Dienstleistungen an wie z. B. kostenlose Beratung an, unter anderem kann man sich im BabyNes-System ein eigenes „My BabyNes“-Konto einrichten. Lesen Sie dazu: Nestlé – Nach Patent auf Muttermilch – Babymilch aus Kapseln (Plastik)

NSA-Überwachung: Pro Mensch eine Festplatte

2 Milliarden $ für den Komplex, der 92 000 m² groß ist und dessen Hauptaufgaben es ist, verschlüsselte Daten aus dem Internet zu knacken. Das Utah Rechenzentrum ist von allen NSA-Außenstellen mit Informationen gespeist – von der Satellitenkommunikation über Telefonleitungen bis hin zum Internet, sowohl aus dem In- als auch Ausland. Dazu gehören private E-Mails, Telefonate und Google-Suchen. Zusätzlich werden US-Bürger auch noch über ihre alltäglichen, digitalen Spuren verfolgt – von der Parkschein-Rechnung bis zum Online-Büchereinkauf. Aber nur US-Bürger? Bei jeder Suche auf Google, bei jedem Einkauf mit der EC-Karte oder auch nur einem Klick auf Facebook hinterlassen Sie Spuren. Und nun auch aus dem Kinderzimmer.

Dazu auch: Aus dem „Weißen Haus”: Die Entfesselung der Kraft von ‘Big Data’ – Orson Welles „1984“

Mattel Shows Off Internet-Connected ‚Hello Barbie‘

By Chloe Albanesius FEBRUARY 17, 2015

The Internet-connected Hello Barbie can carry on a conversation via Wi-Fi and voice-recognition technology.

Hello Barbie

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Barbie has had a lot of adventures over the years, but her next journey will be to the cloud. Mattel is at Toy Fair this week showing off an Internet-connected version of its iconic doll.

As first reported by Fast Company, Mattel has teamed up with ToyTalk for Hello Barbie, a version of the doll that can carry on a conversation via Wi-Fi and voice-recognition technology. Hello Barbie is still in the works, but Mattel plans to have her on shelves this holiday season, Fast Company said.

Talking dolls are nothing new, but this Barbie has a 21st century twist: she will remember your responses, store the data in the cloud, and get to know you over time, like Cortana or Siri. Updates will also happen via Wi-Fi.

In a Toy Fair demo captured by Chip Chick (video below), a Mattel spokeswoman said Hello Barbie will be able to play games, tell jokes, and carry on a conversation with her owner.

The spokeswoman, pressing a button on Barbie’s belt, welcomed the doll to New York, and Barbie responded by asking her about her favorite part of the Big Apple. They then discussed favorite foods and what they wanted to be when they grew up.

Hello Barbie „will remember and get to know my likes and dislikes,“ the spokeswoman said.

Let’s just hope Hello Barbie isn’t hacked and re-programmed to say some inappropriate stuff, like those baby monitors, or switched to an always-on mode.

Until Hello Barbie arrives, meanwhile, check out Barbie Fashion Design Maker (slideshow above), which lets you design outfits for Barbie on a tablet or PC and print them out.

Mattel, meanwhile, also just partnered with Google for an updated version of its classic View-Master, which uses Google Cardboard.

Netzfrauen Andrea Escher und Doro Schreier

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. ich könnte mir gut vorstellen, wie einige der redakteurinnen hier als zielgruppe für das produkt in frage kämen, gemessen an dem alarmismus in so manchem eurer artikel über chemikalien, gentechnik, fastfood etc, die angeblich alle krebserregend sind, allergien verursachen usw. sofort die panik „es könnte meinem kind ja was passieren“, weil ein wissenschaftler irgendwelche korrelationen festgestellt hat, genau das worauf diese hersteller bauen.

    • Kennen Sie die Märchenbücher? Lesen Sie bitte Hänsel und Grettel- wir haben uns für die Realität entschieden.

  2. Pingback: Der Wahnsinn geht weiter: Das neue Online-Baby ist geboren

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