Argentinien führt Widerstand gegen Monsanto – Argentina takes a stand against Monsanto

ArgentinienIn vielen Ländern kämpfen Millionen von Menschen gegen den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen, gegen den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut. Und das ganz besonders in den Ländern, in denen die Menschen bereits mit den gesundheitlichen und ökologischen Folgen – verursacht durch den Einsatz von GVO – zu kämpfen haben.

Die Bewohner von Malvinas, einer Stadt in Argentinien, standen dabei sprichwörtlich an vorderster Front – vor den Toren einer geplanten Verarbeitungsanlage für gentechnisch verändertes Saatgut der Firma Monsanto.  

Diesen Bericht von haben wir für Sie gefunden und übersetzt.

Der Kampf gegen genetisch veränderte Organismen ist zu einem globalen Ziel geworden, und einige wenige Orte haben sich dem Kampf so stark verschrieben wie Argentinien.

Nach einer Mitteilung von Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, dass Monsanto dabei sei, in der Stadt Malvinas die weltweit größte Verarbeitungsanlage für gentechnisch verändertes Saatgut zu bauen, gingen die Bürger auf die Straße, um zu zeigen, dass sie nichts mit GVO-Produkten zu tun haben möchten.

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„Wir haben das erste Mal über Monsanto in unserer Stadt und deren Behauptung, dass das, was sie hier bei uns im Begriff seien zu bauen, die weltweit größte Verarbeitungsanlage für gentechnisch verändertes Saatgut, durch eine Medienmitteilung Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner, während sie in den Vereinigten Staaten gewesen ist, gehört“, sagte Vanessa Satoris von The Malvinas Assembly Upside Down World .„Malvinas ist bereits eine sehr verschmutzte Stadt – eine kontaminierte Stadt. Sie ist von Sojapflanzen umgeben und deren Begasung ist giftig. Die Hälfte der 12 000 Einwohner unserer Stadt sind Kinder unter 18 Jahren und diese Kinder leiden auf Grund der Begasung unter schrecklichen gesundheitlichen Folgen.“

„In Malvinas waren die gesundheitlichen Probleme durch das Ausbringen von Pestiziden schon unglaublich. Von Frauen mit Fehlgeburten, Kindern, die eine hohe Krebsrate und Leukämie entwickeln, und unzähligen Asthmafällen, Allergien und Atemproblemen, die die Bewohner plagen. Eine Anlage von Monsanto hinzustellen, 800 Meter entfernt von der größten Schule der Stadt, wäre ein Todesurteil“, sagte Satoris.

Die Besorgnis über Monsantos Erscheinung hatte nicht nur damit zu tun, dass eine potentiell umweltschädliche Fabrik in die Stadt kommen würde; Lateinamerika kämpft seit einigen Jahren gegen genetisch veränderte Lebensmittel. Monsanto, als der weltweit führende Produzent gentechnisch veränderter Organismen (GVO), hat den Hauptteil des Gegenschlages übernommen und die Produkte des Unternehmens wurden in einer Reihe von ungünstigen Studien angegeben.

Im Jahr 2012 ergab eine umfangreiche Studie über den von Monsanto vorgeschlagenen Genmais, dass Laborratten, die das Produkt erhielten, früher starben als ihre Artgenossen und deutlich mehr Mamma-Tumore sowie schwere Leber- und Nierenschäden entwickelten. Es gibt eine weitere Studie, diesmal von der University of Canterbury, in Bezug auf GVO- Weizen und einen Prozess, der permanent wichtige Funktionen im menschlichen Körper ausschalten und an künftige Generationen weitergegeben werden kann. Last but not least, gentechnisch verändertes Soja – gegen das Argentinien notorisch kämpft – ist der Hauptgrund für die Glyphosat-Vergiftungen, der Hauptbestandteil in Monsantos Pestiziden.

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Angesichts all des Negativen, das mit einer GVO-Anlage verbunden ist, bezogen Bewohner Malvinas außerhalb der Baustelle von Monsanto Stellung, wo sich schließlich Tausende von Menschen aus ganz Lateinamerika anschlossen.

„Dort waren Nachbarschaftsorganisationen und Bürgerinitiativen; Menschen aus dem Süden, die gegen ein Bergbauprojekt kämpfen, und die Gruppe von La Rioja, die den Bergbau in ihrer Gegend gestoppt hatten. Ureinwohner aus Chaco, Paraguay und einige aus Brasilien waren dort, die auch gegen gentechnisch verändertes Soja kämpfen. Viele aus Uruguay und sogar Mittelamerika waren dort“, sagte Satoris.

„Das Gefühl war für alle das selbe: Wir müssen das Monster Monsanto stoppen. Viele Journalisten kamen ebenfalls, um die Geschichte abzusichern. Das war der Augenblick, in dem wir beschlossen, ein dauerhaftes Lager vor den Toren der Anlage zu errichten – bis Monsanto aus Malvinas und Argentinien abzieht.“

Im Jahr 2014 erfüllte sich der Wunsch der Aktivisten, wenn es auch vor allem auf Grund der Tatsache geschah, dass Monsanto bei den Vorschriften für die Papiere, die für Bau und die Inbetriebnahme notwendig sind, scheiterte. Lokale Gerichte entschieden, dass das Unternehmen zu warten habe, bis alle Genehmigungen rechtmäßig seien und ein Bericht über die Auswirkungen auf die Umwelt eingereicht wurde.

„Monsanto wird zurückfeuern“, fügte Satoris hinzu. „Sie werden es erneut versuchen. Und alle politischen Parteien stehen Monsanto bei: der Präsident von Argentinien ist eine Partei und diese unterstützt Monsanto, der Gouverneur von Cordoba ist eine andere, und auch diese unterstützt Monsanto, und der Bürgermeister von Malvinas ist noch eine weitere und auch diese unterstützt Monsanto. Es gibt keine Unterschiede, alle sind leider durch Geld verbunden. Monsanto wird auch versuchen, die Menschen zu kaufen. Im vergangenen Jahr 2014 agierte Monsanto sehr intensiv in der Stadt Malvinas und versuchte, die Menschen davon zu überzeugen, wie gut sie sind, um ihre Unterstützung zu gewinnen – mit dem typischen Patronage-System, das andere multinationale Unternehmen in kleinen Städten nutzen – indem sie anbieten, alle Kosten für Ausflüge in große Städte und Gemeinden zu übernehmen wie zum Beispiel La Roja oder Buenos Aires, oder mit Dingen wie Schulungen, Handwerksbetrieben, Stipendien an Studenten, kulturellen Kunst-Workshops für Kinder, als auch Geschenken wie Mate, Thermoskannen, Notebooks und Stiften zu bestechen versuchen.“

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Trotz der Bemühungen von Monsanto, wichtigen Einfluss in Lateinamerika zu kaufen, ist die Öffentlichkeit noch stark. Obwohl der Bau an dieser Stelle gestoppt werden konnte, gerade jetzt bleibt das Lager in Malvinas überzeugend an Ort und Stelle.

Sollte Monsanto jemals zurückkehren, ist sich Satoris sicher, dass die Menschen wieder ihre volle Kraft einsetzen werden, um sich dem Unternehmen zu widersetzen. Sie selbst glaubt, dass, „Wenn wir Monsanto stoppen, können wir die Welt verändern.“

Und hier der Originaltext:

The battle against genetically modified organisms has become a global goal, and few places have seen the fight as strongly as Argentina.

After an announcement by Argentine President Cristina Fernandez de Kirchner that Monsanto was to build the world’s largest genetically modified seed processing plant in the town of Malvinas, citizens took to the streets to show they wanted nothing to do with GMO products.

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“We first heard about the arrival of Monsanto and their claim that they were going to build what would have been the world’s largest genetically modified seed processing plant in our town, Malvinas, by way of a media announcement by Argentine President Cristina Fernandez de Kirchner, while she was in the United States,” Vanessa Satoris from The Malvinas Assembly in Argentina, told Upside Down World. “Malvinas is already a very polluted city – a contaminated city. It’s surrounded by soy crops and the fumigation is toxic. Half of our town’s 12,000 inhabitants are children under 18, and the children are suffering terrible health consequences because of the fumigation.”

According to Satoris, “the health issues in Malvinas from exposure to pesticides was already unbelievable, with women experiencing spontaneous abortions, children developing high rates of cancers and leukemia, and innumerable asthma, allergy and respiratory problems plaguing the residents. Putting in a Monsanto plant 800 meters from the town’s largest school would have been a death sentence,” she said.

The concern over Monsanto’s appearance didn’t just have to do with the fact a potential polluting factory was coming into town; Latin America has been fighting genetically modified food for a handful of years. Monsanto, as the world’s leading genetically modified organism (GMO) producer, has taken the brunt of the backlash, and the company’s products have been indicated in a number of unfavorable studies.

In 2012, a major study on Monsanto’s genetically modified corn suggested laboratory rodents fed the product died earlier than their counterparts and developed significantly more mammary tumors, as well as severe liver and kidney damage. Another study, this time from the University of Canterbury, linked GMO wheat to genetic silencing, a process that can permanently turn off important functions in the human body and be passed to future generations. Last but not least, genetically modified soy–which Argentina has notoriously fought against–is considered the primary reason for glyphosate poisoning, the main ingredient in Monsanto’s pesticide.

In light of all the negatives associated with a GMO plant, residents of Malvinas took a stand outside Monsanto’s construction site where they were eventually joined by thousands of people from all over Latin America.

“There were neighborhood organizations and community groups; people from the South who were fighting a mining project, and the assembly from la Rioja who had stopped the mining in their area; there were indigenous people from Chaco and Paraguay and some from Brazil, who are also fighting against genetically modified soy; there were many from Uruguay and even Central America,” said Satoris.

“The feeling for all was the same – we had to stop the monster of Monsanto. Many journalists also came to cover the story. It was then that we decided to create a permanent camp at the gates of the site until Monsanto withdraws from Malvinas, Argentina.”

In 2014 activists got their wish; however, it was primarily due to the fact Monsanto failed to comply with paperwork needed prior to their construction initiation. Local courts ruled the company needed to wait until all permits were legal and until they submitted a satisfactory report on how the plant would impact the environment.

“Monsanto will lash back,” Satoris added. “They will try again. And all political parties agree on the topic of Monsanto: the President of Argentina is one party and that supports Monsanto, the governor of Cordoba is another and that supports Monsanto, and the mayor of Malvinas yet another and that supports Monsanto. There are no differences, all are unfortunately aligned under money. Monsanto will also try and buy people. Last year, in 2014, Monsanto worked very hard in the town of Malvinas to try and show people it is good and try and win their support – using the typical patronage system that other multinationals use in small towns – offering all expenses paid trips to big cities and towns, such as La Roja or Buenos Aires, or things like trainings, craft workshops, scholarships to students, cultural art workshops for children, as well as gifting things like mate, thermoses, notebooks and pens.”

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Despite the efforts of Monsanto to buy important influence in Latin America, the public is remaining strong. Even though construction has halted at the site, even now the Malvinas camp stands strong at its location.

Should Monsanto ever return, Satoris is confident people will once again show up in full force to oppose the company. She herself believes that, “If we can stop Monsanto, we can change the world.”

Netzfrau Kerstin Hördemann

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2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. In diesem Zusammenhang (passt ganz gut), weise ich auf die ARD Doku „Propagandaschlacht um die Gentechnik“ in der ARD Mediathek hin. Ist zwar von 2014, hat aber an Aktualität nichts verloren.
    Sehenswert und weiter zu empfehlen.

    LG

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