Netter Joke, Diskriminierung oder gelungener Werbegag ? Eine Waschanleitung sorgt für Aufregung

Wachanleitung“GIVE THIS JERSEY TO YOUR WOMAN . IT’S HER JOB“.   “Gib dieses Shirt Deiner Frau, ES IST IHR JOB.“

Mit dieser Waschanleitung handelte sich der indonesische Sportbekleidungshersteller Salvo nicht nur einen gepflegten Shitstorm ein, sondern die Firma genießt nun weltweit Aufmerksamkeit. Die Reaktionen reichen von Beschimpfungen und dem Vorwurf von Sexismus und Chauvinismus bis hin zu Augenzwinkern und Anerkennung für einen gelungenen Werbegag.

Als Salvo den Versuch unternahm zu relativieren, und erklärte, man habe damit nur zum Ausdruck bringen wollen, dass viele Männer sich lange nicht so gut um die Wäsche kümmern könnten wie die weiblichen Experten, setzten sie sich nur noch ein Stückchen weiter in die Nesseln der feministischen Kritik.

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Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Es gibt jedoch auch viele weibliche Stimmen, die diese Waschanleitung so gewollt chauvinistisch finden, dass sie bereits wieder komisch ist, und einfach nur darüber schmunzeln.

Übersetzt: Erneut wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten. Das ist alles, und ich danke Ihnen.

Übersetzt: Für Produkte, die bereits im Umlauf sind, bieten wir ein Ersatzwaschetikett auf dem Trikot, falls gewünscht.

Fakt ist, dass Salvo dank dieser Waschanleitung  eine weltweite, kostenlose Werbekampagne erhalten hat. Ob sie letztendlich vorteilhaft  für den Trikothersteller war,  wird sich zeigen. Was meint ihr dazu ?

Netzfrau Bettina.M. Schneider

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Ich schließe mich Chumacera an. ..nicht alles so eng sehen!!
      Wenn die Welt u. Menschheit sonst keine Probleme hat?! unglaublich!!
      Lob an die Firma für Kreativität und humoristische Ideen!!!

  1. harmloser Werbegag, humoristische Ideen etc.??? Humor ist nicht immer angebracht, schon gar nicht, wenn er ein Problem berührt, das „zum Himmel schreit“, nämlich die seit Jahrtausenden währende Unterdrückung der Frauen durch die Männer. Also ab, Macho, in die Waschküche, dein Shirt zu waschen ist dein Job!!! Prophezeiung des Johannes von Jerusalem aus dem 13. JH.: „…Wenn das Millenium endet, das dem Millenium folgt (also das 3. Jahrtausend) werden die Frauen nach dem Zepter greifen, aber nicht, um über die Männer zu herrschen. Sie werden die Männer vielmehr ihr Denken lehren…“ Darum – kein Zurück zu überholten Strukturen, arbeiten wir an der Verwirklichung der Prophezeiung, das wird nämlich auch das Ende der Kriege und der Ausbeutung bedeuten.

  2. @Rojona

    Ich bin seit meinem 15. Lebensjahr „selbstständig“. Das bedeutet, dass ich niemanden benötige, der/die mir ein Frühstück bereit stellt, für mich kocht, Wäsche erledigt (auch bügeln eingeschlossen), Hausarbeit macht, etc. Grund ist eigentlich jener, dass ich anfangs kein Frühaufsteher war und dementsprechend lieber alleine den Tag begann. Wenn sich also meine Mutter (ich war noch keine 12 als mein Vater verstarb) morgens in meinen Ablauf einmischte, konnte ich ziemlich ungemütlich werden. Doch das passierte eher selten.
    Nach der Schulzeit ging das Leben weiter, ich lernte nach einigen Berufsjahren meinen aktuellen Partner kennen, mit dem ich nunmehr fast 25 Jahre liiert bin. Wir teilten uns anfänglich die Hausarbeit, bis vor ca 10 Jahren, als dieser eine schwere Depression, Angst- und Panikattacken erlitt und fortan nur mehr als ängstlicher Mensch, der fast ein Schatten seiner selbst ist, versucht sein Leben zu meistern. Trotz wiederholter Therapien und Klinikaufenthalte kommen diese Flashbacks immer wieder und vor allem unkontrolliert. Dann besteht zusätzlich noch Suizidgefahr. Also kam zu den eingangs beschriebenen Tätigkeiten noch psychische Betreuung meinerseits in nicht unerheblichem Ausmaß dazu. Doch auch das war nach einer gewissen Gewöhnungsphase locker zu schaffen.
    Doch ich schweife ab. Als ich den Beitrag mit der Waschanleitung las, musste ich unweigerlich lachen und an viele Männer denken, die nicht einmal ein Spiegelei zubereiten, geschweige denn Tee kochen „können“. Nicht weil sie unfähig dazu wären, sondern weil man es ihnen nicht machen ließ. Immer unter dem Vorwand, dass dies Frauen sowieso besser bewerkstelligen würden. Eine Kollegin meinte einmal fast herablassend, als ich ihr erzählte, dass ich bis Mitternacht Wäsche gewaschen und gebügelt hätte: „Was, Du machst das alles?“ und lachte hämisch. Daraufhin vergaß ich alle Höflichkeit und erwiderte: „Weißt Du eigentlich, warum ihr mit dieser Einstellung immer die Nummer zwei bleiben werdet? Weil ihr offensichtlich gar nicht wollt, dass die Männer etwas im Haushalt tun! Weil ihr euch in jeder Beziehung (egal ob Liäson oder Ehe) automatisch unterwerft (so nach dem Motto – das muss man ja als Frau tun) und den Putzlappen macht. Und eure Mütter tun alles, damit sich das in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern wird!“
    Daraufhin wurde sie ganz klein, ruhig und vor allem nachdenklich. Erwähnt hat sie dieses Thema nie wieder.
    Ach ja: Habe ich erwähnt, dass ich ein Mann (hetero) bin?

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