Diesen Brief fand man nach dem Tode einer demenzkranken Frau in ihrem Nachlass…

DemenzDemenz: Ein drängendes Thema in einer Gesellschaft, in der immer mehr alte Menschen leben. 1,2 Millionen Demenzbetroffene soll es mittlerweile in Deutschland geben.

Auswirkungen einer Demenz sind sehr vielfältig: U. a. durch krankheitsbedingte Hirnleistungsstörung, bei der das Gedächtnis und die Denkfähigkeit abnehmen, und die Menschen sind – je nach Erkrankungsstadium – im Alltag deutlich beeinträchtigt bis stark pflegebedürftig.

Doch wir müssen uns auch fragen, wo die Würde eines demenzkranken Menschen bleibt.

So sollen Berichten zufolge etwa 50 Prozent der dementen Menschen in Pflegeheimen mit einem Cocktail aus Neuroleptika und anderen Psychopharmaka behandelt werden, obwohl diese gerade bei alten Menschen schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die europäische und auch die deutsche Arzneimittelbehörde warnen vor dem unbedachten Einsatz dieser Mittel. Vergeblich.

Der Einsatz von Neuroleptika bei Demenzkranken soll zu einer erhöhten Sterblichkeit führen. Eine veröffentlichte amerikanische Studie unterstreicht die Problematik des Off-Label-Use und weist auf relevante Unterschiede im Gefahrenpotenzial unterschiedlicher Neuroleptika hin. In der Praxis werden diese Daten weitgehend ignoriert. Neuroleptika werden bei Demenz – ohne entsprechende Zulassung – im großen Stil gegen Aggressivität und innere Unruhe sowie nächtliches Umherwandern eingesetzt. Kritiker argumentieren, Neuroleptika würden gegen problematisches Verhalten eingesetzt, um dem Personal die Pflege zu erleichtern und das eigentliche Problem des Pflegenotstandes zu kompensieren. Lesen Sie auch: Demenz – Rechtlos und ausgeliefert?

Um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen, haben wir diesen Brief veröffentlicht. Es ist sehr wohl möglich, mit Demenz würdevoll zu leben, sofern die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Jeden kann es treffen, den Weg des Vergessens zu betreten.

Diese Geschichte sagt so viel aus.

Eine grantige, alte Frau

Was sehen Sie, Schwester, wenn Sie mich angucken und was denken Sie? „Eine knöchrige Alte“ mit abwesenden Blick, nicht mehr ganz zurechnungsfähig, die sich nicht zu benehmen weiß und kleckert und nicht antwortet, wenn Sie mit ihrer lauten Stimme sagen, sie solle sich doch wenigstens ein bisschen Mühe geben, die nicht zu beachten scheint, was Sie machen, die mal hier einen Strumpf verliert und da einen Schuh, und die trotz aller Ermahnungen nicht mithilft, wenn sie gebadet oder gefüttert wird.

Wenn Sie das, Schwester, sehen und denken, dann liegen Sie falsch. Das bin ich nicht, die da so still sitzt, und die auf Ihr Geheiß aufsteht und isst. Machen Sie die Augen auf, ich sage Ihnen, wer ich bin:

Ich bin ein Kind von 10 mit einem Vater und einer Mutter und Brüdern und Schwestern, die einander lieben. Ein junges Mädchen von 16 mit Flügeln an den Füssen, die davon träumt, bald ihre wahre Liebe zu treffen. Eine Braut von 20,  mein Herz springt vor Freude, wenn ich an die Gelübde denke, die ich zu halten versprach. Mit 25 habe ich dann eigene Kinder, für die ich ein sicheres, glückliches Heim baue. Eine Frau von 30, meine Kinder wachsen schnell, miteinander durch treue Bande verbunden.
Mit 40 bin ich, meine Söhne sind weg, aber an meiner Seite steht mein Mann und unterstützt mich. Mit 50 habe ich wieder spielende Kinder um mich. Wir haben Enkel, mein Liebster und ich.

Dann kommen dunkle Tage, mein Mann stirbt, ich schaue mit Angst in die Zukunft, denn meine Kinder sind dabei, ihr eigenes Heim zu bauen. Ich denke an die Jahre und die Liebe, die ich erfahren habe.

Ich bin jetzt eine alte Frau, die Natur ist sehr grausam. Sie hat sich ausgedacht, Alte wie  N A R R E N  erscheinen zu lassen. Der Körper zerfällt, Anmut und Stärke schwinden, wo einst ein Herz war, ist jetzt ein Stein.

Aber in diesem alten Gerüst wohnt ein noch junges Mädchen, und hin und wieder schwillt mein geschundenes Herz.
Ich denke an die Freude zurück und den Schmerz, und ich liebe und lebe das Leben noch mal, und erinnere die Jahre, viel zu wenig und viel zu schnell vergangen und nehme die bittere Tatsache an, dass nichts bleibt.
So machen Sie die Augen auf, SCHWESTER und sehen Sie nicht eine alte kratzbürstige Frau, sehen Sie mich!!!

Diesen Brief fand man nach dem Tode einer demenzkranken Frau in ihrem Nachlass.

Wir fordern: Menschenwürdiger Umgang mit ‪Pflegebedürftigen, ‪Kranken und‪ Pflegekräften

Sie können uns helfen, schildern Sie uns Ihre Erfahrungen.

Netzfrau Doro Schreier

Lesen Sie dazu auch:

Demenz – Rechtlos und ausgeliefert?

Erfahrungsbericht einer Pflegekraft

Wir fordern menschenwürdigen Umgang mit pflegebedürftigen Kranken und Pflegekräften

Kritik am Gesundheitssystem

Pflege geht uns alle an 

19 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Von Cornelia Meitinger, entworfen 1994 im LK Hohenlohe, fertiggestellt 2012 in Göppingen. Zeichnung angefertigt von Ziwi, Name ist mir leider entfallen.

    Der Zuckerbauer (nach einer wahren Geschichte)
    Alt ist er geworden, die Frau ist schon länger verstorben, eine Tochter hat er gerade erst beerdigt.
    Ein volles Quantum Leben hat er gehabt – als Bauer, im Krieg auch als Pfarrer, später bei den Bauern der Umgebung als Hausschlachter, als Ehemann und als Vater.
    Jetzt, mit 78 Jahren, soll er im Stift leben. Zur Eingewöhnung erst mal auf der Pflegestation. Es ist nicht sein Verschulden, dass es sich um eine geschützte Station (im Fachjargon: eine geschlossene Station der Gerontopsychiatrie) handelt. Aber er hat Glück, er bekommt einen Platz in einem Zweibettzimmer.
    Der erste Tag ist wie zu erwarten schwierig. Aber er hält sich tapfer, erzählt Anekdoten aus seinem erfüllten Leben, singt ein paar Lieder und flirtet mit den Damen der Station.
    Doch schon der nächste Morgen artet aus zur Katastrophe.
    Kaum das er am Frühstückstisch sitzt, will er seinen Kaffee haben. Der wird jedoch erst ausgeteilt, wenn alle 34 Bewohner der Station am Tisch sitzen.
    Er fordert seinen Kaffee laut und energisch, ist tief empört.
    Die nächste Schwierigkeit ist vorprogrammiert. Der Kaffee kommt mit Süßstoff vorgesüßt und mit viel Milch versehen aus der Küche und wird in bruchsicheren Plastiktassen verteilt. Die Brote, Brötchen gibt es nur 2x pro Woche, kommen fertig geschmiert mit Margarine und Marmelade in einer Kiste gestapelt. Es fehlt der Kaffelöffel, Zucker gibt es nicht auf der Station und Wurst oder Käse sind ebenfalls nicht auf dem Speiseplan für das Frühstück im Stift vorgesehen.
    Nach mehrfachem Bitten um die fehlenden Sachen platzt ihm der Kragen.
    „Eine ¾ Stunde warte ich auf meinen Kaffee und dann kriege ich weder Zucker noch Kaffeelöffel. 20 Jahre lang habe ich Zucker angebaut und jetzt kriege ich nicht mal genug für meinen Kaffee! Das ist unglaublich! Schwester, bitte, Zucker will ich!!“
    Es wird versucht, ihn zu beschwichtigen. Es gibt keinen Zucker auf der Station.
    „Was, keinen Zucker hier? Ich ruf zuhause an, die sollen mir Zucker bringen. Wir haben genug Zucker Zuhause. Der reicht für alle hier.“
    Er wendet sich an seinen Nachbarn: „Willst du auch Zucker im Kaffee? Ich lass uns welchen kommen. Schwester, wo kann ich telefonieren?“
    In seinem Gesicht breitet sich Entsetzen aus, als er begreifen muss, dass es für Bewohner der Station keine Möglichkeit zum telefonieren gibt.
    Also greift er zum Gehstock und will zur nächsten Telefonzelle. Doch die gläserne Stationstür ist zu, da kann er so viel rütteln und klopfen wie er will.
    Inzwischen besteht er nur noch aus Zorn. Er schreit um Hilfe, will die Türe einschlagen, lässt sich nicht besänftigen und verweigert – wen wundert´s – angebotene Beruhigungsmedikamente.
    Der Gehstock wird ihm weggenommen, da er damit versucht, auf Personal und Türe einzuschlagen. Mit den vereinten Kräften von 6 Personen wird er überwältigt und in sein Bett manövriert. Dort bricht er weinend zusammen und nimmt jetzt auch seine Valiumtropfen. Heute wird er keinen Ärger mehr machen!
    Am Nachmittag klagt er: „Schwester, mir tut das Herz so weh, so weh.“ Er hält presst seine Hände auf´s Herz und hat Tränen in den Augen. Nach einer Rückmeldung bei der Stationsleitung zuckt diese nur mit den Schultern – „Der hat heute Morgen schon so getobt, der stellt sich bestimmt nur an“.
    Später findet sich in seinem Zimmer auf dem Tisch eine Tageszeitung. Der Nachruf seiner gerade beerdigten Tochter prangt uns groß entgegen.
    „Schwester, mir tut das Herz so weh, so weh.“
    Es dauert noch ganze 6 Wochen, bis er sich im Stift richtig eingewöhnt hat. Mit Hilfe der Pharmaindustrie und einer großen Portion Resignation fällt er im Stationsalltag nicht mehr auf. Manchmal träumt er davon, in die Kirche zu gehen oder auf die Fasanenjagd. Aber es sind nur noch ganz leise Träume.
    Mit dem Stock laufen kann er nicht mehr, es fehlt ihm die Kraft dazu. Den Zucker hat man ihm abgewöhnt und nach dem Kaffeelöffel fragt er schon längst nicht mehr.
    Am liebsten wäre er tot, aber sterben darf er hier auch nicht.

  2. Wie entsetzlich …. man muss Angst haben alt zu werden … mache gerichtliche betreuungen … weiß von was ich rede …. grausam !!!!!

    • Es ist so traurig, aber ich kenne auch solche Geschichten. Die Alten werden leider nur noch verwahrt. 1x wöchentlich besuche ich eine an Demenz erkrankte Frau. Sie war eine sehr gepflegte, elegante Frau…nach drei Jahren ist nichts mehr übrig davon. Gestern war die Station während meines Besuches mindestens 30Minuten ohne Personal. Die Bewohner mussten alleine klar kommen, schreiend, weinend….still. Ich war wütend, sauer, traurig und auch hilflos. Ich konnte mich nicht um alle kümmern. Traurig!!!
      Ich weiß, dass das Petsonal schlecht bezahlt wird, aber so sollte es auch nicht sein.

  3. meine kürzlich verstorbene Mutter war dement und im Rollstuhl.
    Im Heim Olbendorf wurde sie und auch all die anderen Dementen, liebevoll und würdevoll behandelt. Es gab keine Ungeduld und kein böses Wort.
    Ein tolles Team, dass leider viel zu schlecht bezahlt wird.

  4. Leider traurige Wahrheit,
    Keiner sieht mehr ins Herz ♥,
    Sondern nur in den Geldbeutel und auf die Uhr,wann Feierabend ist.
    Ich arbeitete vor Jahren schon,ende der 80er auf einer pflege Station im frühstück Service.
    Eine nette alte Dame weinte immer darüber, wenn das Brötchen mit Honig

  5. „Das Leben vergessen“

    Gestern wart ihr, war ich, war mein Leben, noch da.
    Da wußte ich noch, wer ihr, wer ich war.

    Heute habe ich euch, habe mich vergessen, hier und da.
    Bin ängstlich auf der Suche, wer ihr, wer ich war.

    Morgen seit ihr, bin ich, schon lange nicht mehr da.
    Nur in der Vergangenheit wußte ich, wer ihr, wer ich war.

    *copy by me, Lalo

    Seit ich ein Praktikum auf einer geschlossenen Demezabteilung gemacht habe, weiß ich das ich da nie landen will!

  6. es ist entwürdigend!
    darum werde ich meinen vater nicht so schnell,er ist 91j.und immer noch zuhause in seiner eigentumswohnung….in ein heim geben oder so etwas ähnliches!
    wennich dieses beispiel lese ….um an meine zukunft zu denken,wird mir übel!!!!
    diesem wahnsinn muss ein ende gesetzt werden!

    war selber in einem ubergangsheim und hatte f.einige tage eine sehr demente dame bei mir liegen.
    ich wusste mir zu helfen…doch es zerrt an den nerven wenn sie in der nacht schreit!!!und nur wenige kommen zu hilfe!!

  7. Ja so geht es einem wenn man ALT wird. Da zählt nur noch Geld und das man nicht zulange da bleibt. Ja, keine Bedürfnisse oder einmal einen kleinen Wunsch haben.

  8. Ich arbeite seit 32 jahren in der langzeitpflege… habe gerade dienst und mache kurz pause….. nicht mal vor ca. 10 minuten haben wir unter uns ( personal ) gesagt wenn wir doch nur eine hand mehr håtten… aber immer zu wenig personal….. ausgebilset. Das wissen wie man demenz gerecht umgeht….. ja das wissen wir.. von pflege helfer bus dipl. Wundervoll geschult….. aber eben… theorie und praxis……

  9. Hallo

    Ich habe meine Demez kranke Oma gepflegt bis zu ihrem Tod . Es ist nicht einfach ,doch mit etwas Menschenkenntnis und liebe zu dass was man da tut ist es möglich . Es sind verschiedene Phasen die, die kranken durchleben und darauf sollte man vorbereitet sein . Was ich für ein heim vorschlagen würde sind Haustiere ,den egal in welchen Zustand meine Oma sich befand ob sie mich erkannte oder nicht ,akzeptierte oder nicht ,bei dem Anblick der Katze hatte sie sofort ein stimmungswechsel und ihr Zustand von Aufregung hörte auf . Alle Menschen brauchen Zuneigung und das ist in der Demenz auch sehr wichtig. Tiere geben Wärme und das Gefühl gebraucht zu werden , den ich glaube das in einem Heim das sehr wichtig ist ,den da wird man nicht mit einer Umarmung geweckt ,oder mit einem liebevollen lächeln . Und die Menschenwürde und die Rücksicht auf die Person und ihrem Scharm sollte jedem der mit diesen Menschen arbeitet bewusst sein den das macht diesen Menschen aus . Es sind keine gefühllose, scharmlose oder respektlose Menschen die Pfleger machen sie zu in dem sie ihre privatsfehre ignorieren und sie als Obiect sehen . Wir sollten vielleicht alle daraus lernen den der Brief der alten Dame wollte uns das zeigen ,“ich bin ein Mensch wie du “ vergessen sie das bitte nicht !

  10. Ja mein Vater ist durch die Gnade Gottes 92 Jahre alt und lebt seit 2010 in einem Seniorenhaus.Anfangs war alles ordentlich und gut, aber mit den Jahren hat es sich sehr verschlechtert. Gestern hatte ich ganz stark den Drank ihn zu besuchen und als ich in sein Zimmer kam, bin ich fast umgefallen von Uringestank. Später kam dann auch mein Dad und um ihn herum war der gleiche Geruch. Da kein Pfleger zu sehen war, schellte ich und nach ein paar Minuten kam er und ich erzählte ihm die Sache. Das Windelhöschen war triefend naß, bestimmt nicht gewechselt am Morgen und seine Hose die er trug, die war auch total naß. Der Pfleger hat ihn dann gewaschen und saubere Sachen angezogen. Er hat sich entschuldigt bei mir,leider war an diesem Tag er alleine für 2 Stationen zuständig. Das Bett meines Vaters da wird schon seit Monaten löchrige Bettlaken aufgezogen. Mein Vater teilt sein Zimmer mit noch einem Herrn der auch Demenz ist. Manchmal wenn ich dann komme, läuft der Nachbar ohne Hose rum usw..Heute hingen seine nasse Unterwäsche auf der Zimmergarderobe zum Trocknen. Ältere Menschen habe ja wohl immer die Heizung voll an und von daher auch der penetrante Geruch im Zimmer. Mein Vater hat genügend Hosen und Hemden zum Anziehen, aber die Wäscherei schafft es irgentwie nicht, vernünftig die Sachen zu waschen und zu bügeln.Mein Dad trägt gerne Stoffhosen die eine Bügelfalte hat. Er bekommt die ohne Bügelfalte, obwohl er es genau weiß, dass da eine Bügelfalte reingehört. Mein Dad sagt immer, ich kann es nicht ändern und er läßt alles über sich ergehen. Als ich heute zur Kaffeezeit kam, die meisten Menschen waren nicht im Aufenthaltsraum, kein Pflegepersonal war anwesend, normalerweise ist Kaffee um 15 Uhr, aber die letzten Monate waren die Leute bereits vor 15 Uhr schon fertig. Danach steht das schmutzige Geschirr stundenlang herum. Wenn es möglich ist, würde ich gerne meinen Dad wo anders hinbringen, aber einen Menschen von 92 Jahren da ist es nicht mehr so einfach. Mein Dad unterhält sich sehr gerne und behält auch noch viele Dinge, aber er sagt immer, es hat keinen Zweck was zu sagen, es wird so wie so nichts verändert. Bin wahrscheinlich die einzige Person die sich da überhaupt beschwert. Gestern habe icheinen langen Brief zur Hauptverwaltung nach Berlin geschrieben, weil diese Zustände einfach nicht gehen. Die alten Leute müssen es doch bezahlen alles. Es sind schlimme Zustände dort. Wir wohnen im POTT.

    • Liebe E.J.!
      Es ist schwer zu ertragen, was Sie berichten und ich kann mir gut vorstellen, wie schlimm es für Ihren Vater, aber auch für Sie selbst, sein muss.
      Dazu nur soviel:
      Die Ethik und Moral einer Gesellschaft lässt sich daran erkennen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern, den kranken und alten Menschen umgeht.
      Warum werden nicht mehr Pflegekräfte beschäftigt, so dass unsere alten Menschen in der stationären und ambulanten Pflege besser versorgt werden können ?
      Seit Jahren setzen sich zahlreiche Menschen in unseren Land, die gegen die – oft menschenunwürdigen – Zustände in den Heimen ankämpfen, für verbesserte Pflegebedingungen ein.
      Ihnen sei an dieser Stelle gedankt !
      Warum hat sich – trotz der jüngsten Bemühungen durch unseren jetzigen Gesundheitsminister Herrn Gröhe und den Patienten- und Pflegebeauftragten Herrn Laumann – tatsächlich kaum etwas verbessert – und wie können W I R zu menschenwürdigeren Bedingungen in der Pflege beitragen ?
      Die komplexen Zusammenhänge und Verstrickungen der Verantwortlichkeit hat der Altenpflege-Experten Werner Kollmitz auf seiner HP (http://www.menschenwuerde-in-der-altenpflege.de/ ) deutlich dargestellt :

      „Die Bundesregierung hat laut ihrer Gesetze die Hauptverantwortung für eine menschenwürdige Pflege.
      Diese Verantwortung hat sie aber an die Pflegeversicherung übertragen.
      Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen.
      Die Pflegekassen bilden laut Rahmenvertrag § 75 SGB XI mit den Vereinigungen der Träger die Pflegeselbstverwaltung.
      Die Vereinigungen der Träger setzen sich wie folgt zusammen:
      Die freie Wohlfahrtspflege= Diakonie, Caritas, AWO, rotes Kreuz, Parität, sowie Zwist= jüdische Gemeinden. BPA=Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste.
      Die Pflegeselbstverwaltung ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich, damit menschenwürdige Pflege gewährleistet werden kann.
      Die Pflegeselbstverwaltung trägt die Verantwortung für einen ausreichenden Personalschlüssel und somit für die Qualität in der Pflege !“

      WAS TUN ?
      – Die Pflegeselbstverwaltung handelt offensichtlich nicht im Sinne menschenwürdiger Pflege, weshalb menschenwürdige Pflege leider oft nicht umgesetzt wird – oder umgesetzt werden kann.
      Deshalb sollten WIR, die gesunden und noch vitalen Bürger, aktiv werden. Nehmen Sie Kontakt mit einer Pflegeinitiative auf. Anregungen oder Hinweise dazu finden sich auch auf der oben genannten HP.
      Außer den engagierten Pflegekräften und noch vielen Anderen, die sich für menschenwürdige Pflege einsetzen, gebührt auch den Pflegeinitiativen große Anerkennung.
      Ich hoffe, es werden noch viel mehr, die alle am gleichen Strang ziehen, damit es uns nicht so ergeht, wie in diesem Film:

      Zukunftsvision – Film von 2007
      2030 – Aufstand der Alten

      (Der Film beginnt erst nach dem Vorspann von 1min und 10sec.)
      https://m.youtube.com/watch?v=s23J7HKlhcs

  11. Unsere Politiker geben das Geld lieber für Ukraine damit Waffen kaufen können um ihre eigene Volk zu ermorden. Für die alten Menschen wo 40 Jahre oder mehr gearbeitet haben ist nichts da . Dass macht’s mich sauer .

  12. Mein Vater ist auch krank. Gott sei dank können meine Frau und ich ihn noch zu hause betreuen. so schlimm ist es noch nicht, dass er sich zu Hause nicht mehr auskennt. Wenn er allerdings mal ins Krankenhaus muss so wie neulich, dann kommt auf uns schon ne Portion mehraufwand dazu. 24 Stunden Betreuung im Krankenhaus. Das schaffen wir. Darauf sind wir stolz. Wir lassen unseren Vater nicht alleine, weil er sich sonst nicht mehr auskennt und es ihm dann wie dem Zuckerrübenbauern ergehen würde. Diese Vorstellung können wir nicht ertragen. Es macht uns sehr traurig wenn wir von solchen Schicksalen erfahren.
    Wer hat uns denn den Po ausgeputzt als wir noch Windeln hatten? Wer hat uns getröstet wenn wir allein und traurig waren? Wer hat uns zu vernünftigen Menschen erzogen? Etwa wir selbst? Verdammt noch mal das waren unsere ELTERN! Haben sie es sich etwa verdient, dass wir sie wenn sie schwierig und unbequem werden abschieben. Ich denke wir müssen da sensibler sein und auch weniger egoistisch. Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn alle ihren teil dazu beitragen. Manches ist mit Geld nicht zu bezahlen.
    Wir erfahren täglich von unserem Vater, wie schön es ist, dass er noch bei uns sein kann. Sicherlich ist so ein Leben als pflegender mit Einschränkungen verbunden. Das ist es aber Wert! Es kommt viel mehr zurück und es ist schön miteinander den Tag und auch manche Nacht wachend am Bett zu verbringen. Wer seine Eltern abschiebt, der verpasst mindestens genau so viel wie junge Eltern, die ihre Kinder weggeben, weil sie glauben Arbewiten zu müssen. Schade, dass unsere Gesellschaft so viele schöne erlebnisse verpasst
    Hans

  13. Meine Mutter war kürzlich auf einer Geriatriestation in einme größerem Krankenhaus. Eigentlich sollte eine Schmerztherapie eingeleitet und der angeschlagene Gesundheitszustand stabiliesiert werden. Nach wenigen Tagen auf der Station hatte sie sich eine böse Infektion zugezogen (Husten, Halsschmerzen, starke Atemnot, allgemeine Schwäche etc.). Erst nach ca.3 Tagen und massivem Sturmlaufen durch die Angehörigen wurde ein Bereitschaftsarzt gerufen, der ihr Pantenol Halstabletten da lies. Der Stationsarzt wollte meine Sorgen „zerstreuen“, indem er mir erklärte, dass es meiner Mutter noch viel besser geht, als manch`anderem Patient. Das Programm wurde durchgezogen (trotz Infektion): Ergotherapie, Sport, Antidepressiva wurden angesetzt. Mit Unterstützung des Hausarztes ist es uns dann gelungen,eine entsprechende Therapie gegen die Infektion zu bekommen ( starke Antibiotiker waren notwendig). Was mich am meisten geärgert hat: Ich habe eine Schwester auf den sehr angeschlagenen Gesundheitszustand meiner Mutter angesprochen und um Hilfe gebeten und bekam zur Antwort, dass sie alleine 40 teilweise auch demenzkranke Patienten betreut und nicht alles sehen kann. In dem Moment war ich ausser mir ob der Antwort und Sorgen. Im Nachgang betrachtet kann sie die Aufagen alleine nicht bewältigen. Der Ansatz muss in einem menschenwürdigem Gesundheitssystem liegen und Pflegekräften, die Respekt vor dem Alter und die Zeit haben, sich um die Menschen zu kümmern.

  14. Die Ethik und Moral einer Gesellschaft lässt sich daran erkennen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern, den kranken und alten Menschen umgeht.
    Warum werden nicht mehr Pflegekräfte beschäftigt, so dass unsere alten Menschen in der stationären und ambulanten Pflege besser versorgt werden können ?
    Seit Jahren setzen sich zahlreiche Menschen in unseren Land, die gegen die – oft menschenunwürdigen – Zustände in den Heimen ankämpfen, für verbesserte Pflegebedingungen ein.
    Ihnen sei an dieser Stelle gedankt !
    Warum hat sich – trotz der jüngsten Bemühungen durch unseren jetzigen Gesundheitsminister Herrn Gröhe und den Patienten- und Pflegebeauftragten Herrn Laumann – tatsächlich kaum etwas verbessert – und wie können W I R zu menschenwürdigeren Bedingungen in der Pflege beitragen ?
    Die komplexen Zusammenhänge und Verstrickungen der Verantwortlichkeit hat der Altenpflege-Experten Werner Kollmitz auf seiner HP (http://www.menschenwuerde-in-der-altenpflege.de/ ) deutlich dargestellt :

    „Die Bundesregierung hat laut ihrer Gesetze die Hauptverantwortung für eine menschenwürdige Pflege.
    Diese Verantwortung hat sie aber an die Pflegeversicherung übertragen.
    Träger der Pflegeversicherung sind die Pflegekassen.
    Die Pflegekassen bilden laut Rahmenvertrag § 75 SGB XI mit den Vereinigungen der Träger die Pflegeselbstverwaltung.
    Die Vereinigungen der Träger setzen sich wie folgt zusammen:
    Die freie Wohlfahrtspflege= Diakonie, Caritas, AWO, rotes Kreuz, Parität, sowie Zwist= jüdische Gemeinden. BPA=Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste.
    Die Pflegeselbstverwaltung ist für die Rahmenbedingungen verantwortlich, damit menschenwürdige Pflege gewährleistet werden kann.
    Die Pflegeselbstverwaltung trägt die Verantwortung für einen ausreichenden Personalschlüssel und somit für die Qualität in der Pflege !“

    WAS TUN ?
    – Das Kontstrukt der „Pflegeselbstverwaltung“ handelt offensichtlich nicht im Sinne menschenwürdiger Pflege, weshalb menschenwürdige Pflege leider oft nicht umgesetzt wird – oder umgesetzt werden kann.
    Deshalb sollten WIR, die gesunden und noch vitalen Bürger, aktiv werden. Nehmen Sie Kontakt mit einer Pflegeinitiative auf. Anregungen oder Hinweise dazu finden sich auch auf der oben genannten HP.
    Außer den engagierten Pflegekräften und noch vielen Anderen, die sich für menschenwürdige Pflege einsetzen, gebührt auch den Pflegeinitiativen große Anerkennung.
    Ich hoffe, es werden noch viel mehr, die alle am gleichen Strang ziehen, damit es uns nicht so ergeht, wie in diesem Film:

    Zukunftsvision – Film von 2007
    2030 – Aufstand der Alten

    (Der Film beginnt erst nach dem Vorspann von 1min und 10sec.)
    https://m.youtube.com/watch?v=s23J7HKlhcs

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.