Wissenschaftlicher Skandal in Großbritannien – Bienen vs. Chemie-Lobby im Weißen Haus

BienenEs steht schlecht um die deutschen Bienen. Sie fehlen nun bei der Bestäubung von Pflanzen und bei der Honigproduktion.

Zur Varoose, zu Viren und Klimawandel kommen noch weitere lebensbedrohende Schäden für die Bienenvölker. Dazu zählen die in der Landwirtschaft verwendeten Neonicotinoide und Monokulturen, die zu einer einseitigen Nektar- und Pollenernährung führen, und andere neu eingeschleppte Krankheitserreger und Parasiten.

Etwa 30 Prozent der Bienenvölker haben den vergangenen Winter nach Schätzungen der Imker nicht überlebt – normalerweise sind es nur zehn Prozent. Bei insgesamt rund 750.000 Bienenvölkern in Deutschland ergebe sich ein Verlust von 225 000 Völkern. Auch in Österreich sind die Verlustmeldungen alarmierend und auch Großbritannien meldet einen starken Rückgang der Bienen. Sogar das Weiße Haus in den USA hat eine Task Force für die Bienen eingerichtet. Das Weiße Haus schlägt neue Forschungen vor, die dem Untersuchungsausschuss vorgelegt werden sollen. Doch wozu noch weitere Studien, wenn eindeutig bewiesen ist, dass die Pflanzenschutzmittelgruppe der Neonicotinoide das Bienensterben begünstigen?!

Um das Bienensterben einzudämmen, verbot die EU vor zwei Jahren einige bienenschädliche Pflanzenschutzmittel. Das Teilverbot zeigt nun Teilerfolge, dennoch geht das Tiersterben weiter. Bienenforscher hoffen deshalb, dass das Verbot verlängert wird und die Schutzmaßnahmen ausgedehnt werden.

Auch die jüngsten Studien zeigten, dass Neonicotinoide die Bienenstöcke schädigen.

Aber, wie auch schon beim Glyphosat oder genmanipuliertem Saatgut, werden die Studien seitens der Regierungen kritisiert und/oder nicht anerkannt. Feldversuche seien auf Grund des Verhaltens von Bienen innerhalb und außerhalb des Bienenstockes schwierig, wird u. a. als Begründung angeben. Und kaum, dass das Pestizid-Verbot angewendet wird, mehren sich bereits die erhobenen Industrie-Finger in den Medien und weisen darauf hin, welche „gravierenden“ Folgen das Verbot bereits habe. 15 % weniger Ernte sei für dieses Jahr bei Raps zu erwarten – ein gefährlicher Verlust nicht nur für die Ernährung, sondern auch für den so wichtigen Biodiesel.

Farmer in England werden zitiert, die jetzt nicht nur weniger Raps ernten, sondern auch deutlich mehr Pestizide ausbringen müssten. Die EU ist der weltweit größte Hersteller von Raps. Wir Netzfrauen berichteten in unserem Beitrag Das Imperium schlägt zurück – Wen interessieren schon die Bienen? darüber. Auch die Regierung von Obama nimmt die Sorgen der Industrie zur Kenntnis, doch dazu später mehr.

Ende des Teilverbots

Noch dieses Jahr endet das zweijährige Teilverbot. Einer eventuellen Weiterführung des Verbots geht noch eine abschließende Evaluierung der Verbotsmaßnahmen voraus, die den Mitgliedsländern und der EU-Kommission vorgelegt wird. Wir Nezfrauen hoffen, dass die Teilverbote bleiben werden – alles andere wäre ein Rückschritt. Außerdem sind die meisten Neonicotinoide weiterhin erlaubt, was ebenfalls von der Europäischen Kommission in das Verbot mit einbezogen werden muss.

«Syngenta, Bayer, BASF – The bee-killers» sind große multinationale Firmen, die hochgiftige, systemische Pestizide herstellen und verkaufen. Diese Pestizide sind für das Massensterben von Bienen und anderen Bestäubern, die für Umwelt, Landwirtschaft und die globale Nahrungsmittelproduktion wichtig sind, mitverantwortlich. Das Geschäft mit den für Bienen tödlichen Pestiziden garantiert den Unternehmen einen Profit in Milliardenhöhe. Auf der anderen Seite liegt der ökonomische Nutzen der Bestäubung bei 265 Milliarden € pro Jahr. Die meisten Pflanzen und ein Drittel unserer Nahrung sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen.

In Europa klagen die Agrarchemie-Konzerne BASF, Bayer und Syngenta gegen die EU-Kommission, um das vorläufige EU-Verbot der drei neonicotinoiden Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam zu Fall zu bringen. Zu welchen Mitteln gegriffen wird, zeigt der aktuelle Skandal.

Mehrere Minister der Regierung in Großbritannien stehen in der Kritik. Es handelt sich hier um eine zwei Jahre alte Studie von Helen Thompson, Forschungsinstitut der Regierung für Ernährung und Umwelt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es keine klaren konsistenten Beziehungen zwischen den Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln und dem Rückgang der Bienenvölker, sowie der Zahl der neuen Königinnen gäbe. Besagte Studie von der government’s Food and Environment Research Agency auf englisch: Effects of neonicotinoid seed treatments on bumble bee colonies under field conditions March 2013 .

Bedeutet, die maßgebliche Studie wurde von der Regierung bezahlt und behauptet, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem steigenden Bienensterben und den Neonicotinoiden gibt.

Der Skandal – Helen Thompson arbeitet jetzt für die Agrarindustrie Syngenta, der Konzern, der nun gegen das Neonicotioide-Verbot der Europäischen Kommission klagt und die Pestizide herstellt.

Aber Dave Goulson von der University of Sussex in Brighton analysierte die Daten erneut. [Auf englisch Neonicotinoids impact bumblebee colony fitness in the field; a reanalysis of the UK’s Food & Environment Research Agency 2012 experiment Dave Goulson March 24, 2015]

INFOBOX

Dave Goulson ist ein englischer Biologe. Er ist Professor an der University of Sussex und bekannt als Fachmann für Bionomie und den Schutz der Hummel. 2006 gründete Goulson den Bumblebee Conservation Trust, eine gemeinnützige Organisation, die sich für den Schutz der Hummeln einsetzt.

Goulson forscht seit 20 Jahren an Hummeln. Wie viele Forscher in der Task Force hat er teilweise eigenes Geld und Forschungsmittel der Universität für das Projekt eingesetzt. Gegründet wurde die Task Force vor fünf Jahren von dem Niederländer Martin Bijleveld aus Lexmond. Mittlerweile kommt auch finanzielle Unterstützung von Nicht-Regierungsorganisationen und aus Forschungsfonds. Die Task Force berät zwei Kommissionen der Weltnaturschutzunion IUCN.

Neonicotinoide und die Europäische Union

Die Zulassung für Wirkstoffe erteilt die Europäische Union. Federführend ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA – eigentlich eine als industriefreundlich bekannte Behörde. Bei den Neonicotinoiden hat aber auch die EFSA Anfang 2013 eine Reihe von Risiken für Bienen identifiziert. Die EU-Kommission erließ daraufhin ein zweijähriges Moratorium, das den Gebrauch der Mittel eingrenzt. Für Hummelforscher Goulson zu wenig:

„Die EU sollte mindestens ihr Moratorium aufrechterhalten. Ich denke aber, wir müssen auch das große Ganze betrachten: Denn die Chemikalien werden ja weiter benutzt. Und wo sie nicht mehr genutzt werden können, wird den Landwirten von der agrochemischen Industrie geraten, einfach ein anderes Pestizid zu nutzen. Das löst aber nicht das große Problem, dass wir komplett von Pestiziden abhängig sind”.

Goulson fordert daher, dass die EU unabhängige Forschung finanziert und selbst die Landwirte im großen Stil zu alternativen Pflanzenschutzmitteln berät. Langfristig wünschen sich er und seine Kollegen sogar den globalen Ausstieg aus der Nutzung der systemischen Pestizide. Quelle

Goulson fand heraus, dass die Daten ganz klar einen Zusammenhang zwischen Pestizidgehalt und und dem Bienensterben ergäben. Die Studie ergab 50 Prozent weniger neue Königinnen in den Bienenstöcken in der Nähe der pestizidgetränkten Felder – auch wurde in der detaillierten Analyse festgestellt, dass die kontrollierten Kolonien durch Neonicotinoide kontaminiert waren.

Wissenschaftlicher Skandal

Bienen-200x300„Das ist ein Skandal”, sagte Matt Shardlow des Charity Buglife, der zu diesem Thema eingesetzt wurde. „Die wissenschaftlichen Prozesse scheinen absichtlich manipuliert worden zu sein, um die Umweltminister umzustimmen”. Obwohl als Pilotstudie beschrieben und dem Fehlen von Daten, reichte die Studie von Helen Thompson , die mittlerweile bei Syngenta arbeitet, dazu aus, den damaligen britischen Umweltminister Owen Paterson davon zu überzeugen, dass er keine Gründe für ein Verbot auf der Grundlage der Feldversuchen sehe.

Auch in Großbritannien wird ein starker Rückgang, wie auch anderswo, registriert. Mehrere Studien, die belegen, dass Neonicotinoide für das Bienensterben verantwortlich sind, reichten zum Glück aus, um die EU davon zu überzeugen, dass die Pflanzenschutzmittel im Jahr 2013 vorübergehend verboten wurden.

Wissenschaftler sind sich einig, dass die Thompson-Studie zu verbieten sei und nicht mehr online durch die britische Regierung veröffentlicht werden darf. Quelle: Bee pesticide study furore is called a ’scandal‘ (27.März 2015)

Weltweit verringern sich seit Jahren die Insektenpopulationen. In einem bunten Video mit vielen Grafiken fasst die Task Force on Systemic Pesticides die Ergebnisse ihrer Analyse zusammen: Mehr als 800 Studien haben die knapp 30 Wissenschaftler aus aller Welt ausgewertet: eine „weltweite integrierte Bewertung von Neonikotinoiden und Fipronil”.

Es wurde deutlich, dass dadurch, dass wir die Böden, das Wasser und die Pflanzen verunreinigen, alles den Pestiziden ausgesetzt wird. Die Befunde weisen sehr deutlich darauf hin, dass die Effekte im Prinzip universell sind: Alle Insekten, die in Landwirtschaftsflächen leben, sind betroffen. Und nicht nur dort, auch in Bächen, Flüssen und Teichen und so weiter – was ziemlich beunruhigend ist.

125 Interessengruppen haben einen Brief zur Bienenrettung an Obama unterzeichnet

Tote Bienen

Mehr als 125 Interessengruppen aus den Bereichen Naturschutz, Imker, Lebensmittelsicherheit, Religion, Volk und Landwirtschaft forderten Präsident Obama und die Umweltschutzbehörde auf, eine schnelle und sinnvolle Maßnahme zu ergreifen, die die Bestäuber vor giftigen Pestiziden schützt.

„Es ist Zeit, Pestizide, die unsere Bienen töten, zu stoppen“, sagte Lori Ann Burd, Direktorin für Umwelt und Gesundheit am Zentrum für biologische Vielfalt. „Wenn Bienen und andere Bestäuber noch eine  wirkliche Zukunft in diesem Land haben sollen, muss Präsident Obama konkrete Schritte unternehmen, um sie vor diesen giftigen Stoffen zu schützen”.

Der Brief fordert den Präsidenten auf, gegen eine Klasse von Pestiziden, die Neonicotinoiden, tätig zu werden. Diese systemischen Gifte sind auch eine Bedrohung für die Lebensmittelversorgung des Landes, da ein Drittel der Nahrung in den Vereinigten Staaten von Bienen bestäubt werden muss.

Unter anderem fordern die 128 unterzeichnenden Interessengemeinschaften in dem Schreiben:

  • beschleunigte Überprüfung der Registrierungsprozesse für Neonicotinoide;
  • Stärkung der Risikobewertungsanforderungen;
  • Schließung von Lücken, die dazu führen können, dass gefährliche Pestizide mit unzureichender Überprüfung genehmigt werden können;
  • Verbesserungen in der Überwachung der Neonicotinoide bei der Verwendung in der Saatgutbeschichtung;
  • Upgrade des Incident Reporting System der EPA (Berichtssystem über kritische Vorkommnisse) für die toten Bienen und Vögel und
  • EPA unterstelltem Endangered Species Act (Artenschutzbehörde ) welche sicherstellen muss dass diese giftigen Pestizide nicht die gefährdeten Arten des Landes töten.

Neonicotinoide werden in der US-Landwirtschaft verwendet und gelten als besonders schädlich, weil sie systemische Pflanzenschutzmittel sind – diese vergiften Gesamtanlagen, einschließlich Nektar und Pollen – und können noch Monate oder sogar Jahre in den Pflanzen, Böden und den Flüssen nachgewiesen werden. [125 Groups Call on President Obama to Protect Bees, Pollinators From Pesticides – Letter Comes Ahead of Pending Report From White House Pollinator Task Force]

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Systemisch bedeutet, dass sie in die gesamte Pflanze eindringen, also in Blätter, Blüten und Früchte. Dass sich die Mittel auch auf Bestäuber, wie zum Beispiel Honigbienen, auswirken, haben Einzelstudien in den vergangenen Jahren bereits gezeigt – viel Forschung wurde ausgelöst durch das Bienensterben.

Wen interessieren schon Bienen, wenn der Profit im Vordergrund steht?

Wie bereits geschrieben, forderten die mehr als 125 Interessengruppen in einem Brief Obama zum Handeln gegen das Bienensterben auf. Unmittelbar danach wurde seitens der Regierung der USA darauf aufmerksam gemacht, dass in der EU das Verbot einiger Klassen der Pestizide dramatische Auswirkungen auf den Ertrag der Rapsernte hätte.

Und nun der Hammer aus den USA: „Neonics sind nicht wesentlicher Treiber für Bienensterben” – USDA Studie steht im Gegensatz zu  der Bereitschaft des Weißen Hauses, Pestizide einzuschränken“,  dieses steht in der Hufftigton Post, verfasst am: 25.März Exec Director, Genetic Literacy Project; Senior Fellow, World Food Center, University of California-Davis.

Wir haben einige Absätze für Sie übersetzt

Darin heißt es, dass selbst das  Weiße Haus eine Task Force einrichten wird, die sich mit den verschwundenen Bienen befassen soll. Neue Untersuchungen sollen erfolgen, die dann dem Bundesuntersuchungsausschuss vorgelegt werden sollen. Im letzten Sommer beauftragte Präsident Obama die Environmental Protection Agency, die widersprüchlichen Berichte über die Pflanzenschutzmittel, insbesondere eine Klasse von Chemikalien, Neonicotinoide betreffen, zu untersuchen. Diese seien als die wahrscheinliche Ursache des mysteriösen Bienensterbens und sinkender Zahlen der Bienenstöcke bekannt.

Die neueste Schlagzeile der Landwirte auf das Bienensterben: Die Zahl der Bienenstöcke ist wie immer und zeigt eine mehrjährige Verbesserung, nachdem 2006 das Massenbienensterben bekannt wurde – auch  Colony Collapse Disorder genannt.

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Als colony collapse disorder bzw. Völkerkollaps bezeichnet man ein in den 2000er Jahren in Nordamerika und Europa beobachtetes massives Bienensterben. Symptome sind das Fehlen der erwachsenen Bienen im Stock. Die Brut, junge Bienen, Honig und Pollen sind dagegen noch vorhanden.

Das Landwirtschaftsministerium kündigte Ende der vergangenen Woche an, dass die Honigproduktion, die unterbrochen worden war, nachdem Colony Collapse Disorder (CCD) vor neun Jahren die Bienenpopulation verwüstete, sich weiterhin erholen würde, und zwar um 14 Prozent. Die Gesamtzahl der Bienenstöcke hat sich ebenfalls gegenüber letzten Jahr erhöht, um 100 000 oder 4 Prozent. Die Gesamtzahl der Bienenstöcke ist heute höher als noch im Jahr 1995, als Neonics, wie sie oft genannt werden, gerade auf den Markt gekommen seien.

Dieser Bericht wurde nur wenige Tage nach einer von der USDA (U.S. Department of Agriculture)-geförderten Studie veröffentlicht, die ergab, dass umfassend geförderte Behauptungen, die Neonics seien der Haupttreiber von  gesundheitlichen Problemen, erheblich verzerren, dies betreffe die wissenschaftliche Erklärung, warum die Bienen in den letzten Jahrzehnten zu kämpfen hätten.

Nach der CCD-Krise stabilisiere sich die Anzahl der  Bienen und stehe jetzt im 20-Jahres-Hoch sowohl in Nordamerika als auch weltweit. Wissenschaftler glauben, es war ein kurzlebiges Phänomen, das mehrmals in den letzten Jahrhunderten aufgetreten ist.

Wer bis hierher gelesen hat, kann sich nur an den Kopf fassen, doch damit nicht genug, es geht noch weiter. Nun kommt der Angriff auf uns Bienenretter, also alle Organisationen und Wissenschaftler, die sich mit der Thematik Bienensterben befassen.

Der Verfasser und Genetiker Jon Entine weiter:

Die wahre Ursache für das Problem des Bienensterbens gerät allmählich in den Fokus. Eine Reihe von Studien, die den Zusammenhang von Pestiziden in Pollen und der Bienengesundheit untersuchten, wurden jüngst von unabhängigen Forschern in der PLoS ONE veröffentlicht.

Wir Netzfrauen haben für Sie die ersten Sätze aus dem Ergebnis einer Studie frei übersetzt:  „Unsere Ergebnisse belegen, dass Imidacloprid Exposition Dosen bis zu 100 ug / kg keine wesentlichen Auswirkungen auf die Beschäftigung mit Futtersuche oder die Kolonie hat. Das zeigen die Leistungen während und kurz nach 12 Wochen der Exposition. Studie auf Englisch: Assessment of Chronic Sublethal Effects of Imidacloprid on Honey Bee Colony Health Galen P. Dively , Michael S. Embrey, Alaa Kamel, David J. Hawthorne, Jeffery S. Pettis Published: March 18, 2015

Jeffery Stuart Pettis, einer der Autoren dieser Forschungsgruppe, ist ein amerikanischer Biologe und Entomologe und für seine umfangreichen Forschungen über das Verhalten von Bienen bekannt . Er ist derzeit der Forschungsleiter an der United States Department of Agriculture. Unabhängiger Forscher?

Die neue Studie zeige, dass die früheren Studien über Pestizide als wahrscheinliche Ursache der rückläufigen Bienengesundheit gehypt wurden, so der Verfasser Jon Entine weiter.

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Dass die Interpretation dieser neuen Studie vielfältig ist – also je nach dem Auge des Betrachters, zeigt die Meldung des ORF.at – Unter Verdacht geriet besonders die Pflanzenschutzmittelgruppe der Neonicotinoide. In Studien wies man die negativen Auswirkungen der synthetischen, nikotinbasierten Stoffe nach, unterstrich aber auch die anderen Faktoren, die das Bienensterben begünstigen. Das bestätigt nun eine Studie der University of Maryland, die diese Woche erschienen ist.

Die „gute Nachricht“ ist, laut Christian Boigenzahn, Obmann des Vereins „Biene Österreich“ und Lektor an der BOKU Wien, dass seit dem Teilverbot einige Besserungen in Österreich beobachtet werden konnten: In Proben wurden tatsächlich kaum mehr Rückstände von den verbotenen Neonicotinoiden gefunden. Allerdings entdeckte man bei Verdachtsfällen nunmehr Rückstände des Pflanzenschutzmittels Fipronil (kein Neonicotinoid), „wobei wir nicht wissen, woher das kommt”, erklärt Boigenzahn gegenüber science.ORF.at. Paradox: Das Mittel war im vergangenen Jahr in Österreich für den landwirtschaftlichen Gebrauch nicht erlaubt und ist auch in vielen Ländern der EU verboten. In Ameisenmitteln für den Hausgebrauch und in der Tiermedizin ist das Mittel hingegen weiterhin als Wirkstoff im Einsatz. Die AGES wollte Boigenzahns Aussagen bezüglich der Proben nicht bestätigen, da der aktuelle Monitoring-Bericht erst beim Landwirtschaftsministerium zur Approbation aufliegt. Mit einer Veröffentlichung wird im April oder Mai gerechnet.

„Die schlechte Nachricht ist, dass das Bienensterben weitergeht“, behauptet hingegen Helmut Burtscher von Global 2000. Zwar seien die alljährlichen Erhebungen der Wintersterblichkeit von Bienenvölkern noch im Gange, jedoch zeichne sich bereits jetzt ab, dass diese für den Winter 2014/2015 höher ausfallen wird als üblich. Das war bereits im Winter zuvor der Fall. Quelle

Forscher in der Vergangenheit machten oft ihre Experimente auf der Basis extrem hoher Mengen von Pflanzenschutzmitteln

Der Autor Jon Entine berichtet, dass die Wissenschaftler – alle unabhängig und in einer Kooperation mit dem USDA-ARS Bee Research Laboratory – feststellten, dass viele Forscher in der Vergangenheit oft ihre Experimente auf der Basis von extrem hohen Mengen von Pflanzenschutzmitteln gemacht hätten, – weit mehr als eine Biene normalerweise in ihrem Leben erhalten könnte. Sie stellten fest, dass, anstatt realistischer Dosen von Pestiziden auf Feldern, die Prüfung immer am oberen Ende dessen war, was Bienen tatsächlich erfahren müssten.

Diese Studie würde den Forderungen der Interessengruppen, die Obama mit dem Brief zur Rettung der Bienen aufgefordert hätten, widersprechen, so der Autor weiter. Deren Forderungen können dadurch geschwächt werden.

In der „Studie zum Bienensterben – das Bayer-Insektizid sei nicht alleinige Ursache [der CCD]“, veröffentlicht in der Bloomberg News, in einer zusammenfassende Analyse, heißt es: „Ein weit verbreitetes Insektizid, das von der Bayer AG entwickelt und zu den Todesfällen von Honigbienen führen soll, ist nicht die Hauptursache für diese Todesfälle”, sagten die Forscher von der University of Maryland. „Die Argumente der Umweltschützer, die versuchen, die Verwendung der Chemie zu verbieten, können somit widerlegt werden”.

Der Autor geht noch weiter. Es wird immer interessanter, wie die Befürworter von Pestiziden vorgehen, genauso müssen wir uns dieses mit dem genmanipulierten Saatgut vorstellen. Schlimm wird es, wenn diese Studien dann auch noch der Europäischen Kommission vorgelegt werden, wenn diese über eine Verlängerung des Moratoriums der Neonikotinoide abstimmen werden.

Der Autor berichtet ebenfalls in seinem Bericht, dass auch die Studie von Chensheng Lus Neonic in Frage gestellt gestellt wurde.  Die  umstrittene Forschung von Chensheng Lu, einem Umweltwissenschaftler der Harvard University, habe die Dosen von 10 bis 100-mal höher verwendet, wie sie in der realen Welt zu finden seien. Zusammengefasst bedeutet das, was der Autor schreibt, dass alle bisherigen Studien, die beweisen, dass der Einsatz von Pestiziden für das Bienensterben verantwortlich sind, widerlegt wurden.

Viele Umwelt- und Boulevard-Journalisten malten ein alarmierendes Bild auf der Basis der Lu-Forschung: „Die New Harvard Studie beweist, warum die Bienen alle verschwinden“. Das wären wieder typische Beispiele für Hunderte von Blog-Posts. Also, alles halb so schlimm, wenn es nach dem Autor ginge.

„Wenn die US-Regierung sich auf die Reduzierung von Neonics/Neonikotinoiden einigen würde, könne das geschehen, was in Europa geschah. In Europa wurden die Neonics/ Neonikotinoiden vor 15 Monaten nach einer wilden Lobby-Kampagne von Aktivisten verboten. So haben die Landwirte begonnen, sie durch ältere Pflanzenschutzmittel zu ersetzen, die bereits vor Jahren abgelaufen waren. Dieses verursachten nun einen  hohen Kollateralschaden. So ist das Ergebnis einer Panik-Lösung – ein offenes Moratorium für die Anwendung der Neonics – führte tatsächlich zu einem erhöhten Bienensterben.“ 

Wenn das stimmte, hätte man ja den Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben.

Die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Erzeugung des europäischen Verbots werden auch in den Fokus kommen, so der Autor, und das Bild wird hässlich sein. Neonics werden am häufigsten auf Raps verwendet, in Nordamerika als Canola bekannt. Ee wird in erster Linie verwendet, um Öl zu produzieren. Während die Rapsproduktion Rekordwerte in den Vereinigten Staaten und Westkanada erreichen, an Orten, wo die Zahlen der Bienenstöcke auf dem  Rekordniveau sind, leiden Europas Bauernhöfe.

RapsDie Zahlen, die Anfang des Monats von den europäischen landwirtschaftlichen Genossenschaften veröffentlicht wurden, zeigen, dass die regionale Rapsproduktion voraussichtlich um bis zu 7 Prozent in diesem Jahr fallen wird. „Die Situation ist sehr ernst, in Deutschland wird ein Rückgang von bis zu einer Million Tonnen im Rapsanbau geschätzt. Einige Länder seien besonders betroffen wie  Teile Großbritanniens, wo Produzenten 40 Prozent ihrer Produktion verloren“, sagte Arnaud Rousseau, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Ölsaaten.

Wie schon oben geschrieben, haben wir Netzfrauen bereits in diesem Beitrag Das Imperium schlägt zurück – Wen interessieren schon die Bienen? darüber berichtet und dies auch widerlegt.

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Menschheit würde verhungern, weil die schädlichsten der Neonics verboten wurden. Zumindest ist ein „Bauernsterben“ wohl unvermeidbar, wenn das so weiter geht  …ach nein, stimmt ja, es handelt sich um Raps für die Ölproduktion. Genauso sieht es aus, doch dann fragen wir uns, wenn Raps so viel wichtiger ist, warum weichen diese Pflanzen dem Mais? Ach ja, wegen der Biogasanlagen… wen interessieren da schon die Bienen?

Interessant, was wir nun als nächstes erfahren. Der Autor schreibt, dass die Landwirte in der EU-Genossenschaft die EU-Kommission aufgefordert haben, eine sozioökonomische Folgenabschätzung unter Abwägung der Höhe des Schadens einzuleiten.

Alle Augen sind nun nach Washington gerichtet, das sich mit den schädlichen Folgen des europäischen Moratoriums beschäftigen werden muss, so der Autor. Aktivisten versuchten, politischen Druck in den Vereinigten Staaten auszuüben, obwohl es einen Anstieg der Bienen gebe und nicht einen Anstieg des Bienensterbens – in den USA und in Europa. Im vergangenen September hat eine Koalition von Umweltgruppen als Co-Autor mit einem Brief, von 60 Demokraten im Kongress unterzeichnet, die EPA gedrängt, die Nutzung von Neonicotinoiden zu beschränken. Zitiert wurde das Forschungsergebnis von Chensheng Lu, mit dem Hinweis auf das Bienensterben und dass die Bestäuber einen alarmierenden Rückgang erlitten.hätten.

Was ist als nächstes dran? Das Weiße Haus, die Pollinator (Bestäuber) Task Force wird seine Bewertung über die Gesundheit der Bienen verkünden.

Wir können nur hoffen, dass das Weiße Haus nicht die neue Studie der USDA-ARS verwendet, denn wie der Autor Jon Entine, Geschäftsführender Direktor der Genetic Literacy Project  und Senior Fellow am World Food Center Institut für Ernährungs- und Landwirtschaftskompetenz, University of California-Davis, schreibt, sei die Studie von Chensheng Lu nun widerlegt. 

Die Pestizid-Industrie arbeitet hart gegen ein Verbot in Nordamerika, wo Neonics mehr als 80 Prozent des Umsatzes aller Saatgutbehandlungen ausmachen. 2011 gab es sieben Neonicotinoide von verschiedenen Firmen auf dem Markt.
Die Hauptentwickler des Pestizids sind Syngenta und Bayer CropScience. Sie haben eine Lobby-Kampagne gegen Kontrollen finanziert. Die Studie der Bundesregierung im vergangenen Jahr ergab, dass bei 70 Prozent der toten Bienen, die während der Mais- und Sojapflanzperioden 2012 und 2013 gesammelt wurden, Neonicotinoid-Rückstände vorhanden waren.
In dieser Woche schlägt Ontario neue Regeln vor, die die Anzahl der Hektar mit Neonicotinoid behandeltem Mais- und Sojasamen auf 80 Prozent bis 2017 reduzieren soll. Aber sind 80 Prozent genug und wird 2017 zu spät sein?

Der Autor Entine kritisierte bereits im Forbes die Studie von Saralini im Mai 2013. Saralini ist ein Kritiker des Monsanto-Roundup und von GVO. Dazu unser Beitrag: Das tägliche Gift Pestizide – “Mord auf Raten” – doch Brüssel erkennt die neue Studie nicht an!

Vielleicht sollte der Autor Entine bei uns lesen, denn in Deutschland wurde am 11. 3. 2015 das Urteil des Landgerichts Düsseldorf verkündet, dass der BUND wieder ohne Einschränkung sagen darf, dass zwei von Bayer hergestellte Pestizidprodukte für Bienen gefährlich sind und dass es sich bei dem darauf abgebildeten Logo mit dem Aufdruck „nicht bienengefährlich” um eine Irreführung von Verbrauchern handelt. Lesen Sie dazu: Bienen gewinnen gegen Chemieriesen

Wir möchten auch auf einen Beitrag hinweisen, der ebenfalls diese Woche veröffentlicht wurde. Auch der Norden Amerikas macht sich Sorgen, denn auch hier ist ein noch nie da gewesenes Bienensterben zu verzeichnen.
Einer der wichtigsten Faktoren soll, bei dem Bienensterben stark im Verdacht, die Verwendung von Pestiziden – die Behandlung mit Neonicotinoid für Mais- und Sojasamen sein. 

Ontario bezieht sich auf das Pestizid-Teil-Verbot der EU. Sie schreiben, dass die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit festgestellt hatte, dass Neonicotinoide ein hohes Risiko für Bienen darstelle. Und dass die von der Industrie finanzierten Studien fehlerhaft seien und Datenlücken aufweisen würden.

Doch die Pestizid-Industrie arbeitet hart gegen ein Verbot in Nordamerika, wo Neonics mehr als 80 Prozent Umsatz aller Saatgutbehandlungen ausmache. Ab 2011 waren sieben Neonicotinoide von verschiedenen Firmen auf dem Markt. Die Hauptentwickler der Pestizide seien Syngenta und Bayer CropScience. Sie finanzierten haben eine Lobby-Kampagne gegen die Kontrollen . Ontario erwägt eine Reduzierung der Neonicotinoide. Quelle  In Ontario starben 37 Millionen Bienen nur Wochen nach dem Anbau von GMO-Getreide. Imker Dave Schuit, der in Elmwood Honig produziert, verlor damit rund 600 Bienenstöcke auf einen Schlag. Lesen Sie dazu: Auf Honig kann man verzichten – auf Bestäubung nicht! 37 Million Bees Found Dead In Ontario, Canada After Planting Large GMO Corn Field

Es ist Zeit, den Bienenmord zu beenden! Es ist Zeit für ein Verbot der Pestizide! Jetzt!

Da wir Netzfrauen keine Bienen-Experten sind, haben wir uns Hilfe geholt. Unter anderem das Bündnis zum Schutz der Bienen www.mellifera.de/neonics. Wir werden auch fachmännisch von der Imkerei Ahrens aus Müden unterstützt.

Nun nimmt der Imker Klaus Ahrens am „O2-MeinBusiness“-Voting teil und hofft, ein Werbebudget von 20 000 Euro zu gewinnen. Das Geld soll für den Schutz der Bienen eingesetzt werden. Denn, wenn Sie den Beirag bis hierher gelesen haben, werden Sie feststellen, dass auf uns noch eine Menge Arbeit wartet, um die Bienen vor den großen Chemiekonzernen zu schützen. Sie können hier O2-Voting für Klaus bis Montag abstimmen.

„Das Geld könnte ich gut gebrauchen, um den Bienenschutz zu bewerben und den Lehrbienenstand besser bekannt zu machen“, sagt der Imker, der derzeit auch an einer neuen Homepage arbeitet. „Auf dieser Adresse sollen die Besucher alles über Bienen finden“, sagt Ahrens, „ich will auf die Probleme dieser Tiere aufmerksam machen“.

Sterben die Bienen, stirbt der Mensch. Ohne Bienen wäre das Nahrungsangebot für uns Menschen zumindest sehr stark reduziert. Das Aussterben aller Insekten wäre das Todesurteil für die meisten Lebewesen auf diesem Planeten. Zahlreiche Studien haben einen so überzeugenden Zusammenhang zwischen  Neonicotinoiden und dem Bienensterben hergestellt, dass in Europa gehandelt wurde.

Die Industrie wird aber sicher alles daran setzen, das Neonic-Verbot auszuhebeln bzw. eine Ausweitung auf weitere offensichtlich giftige Mittel zu verhindern.

In Europa klagen die Agrarchemie-Konzerne BASF, Bayer und Syngenta gegen die EU-Kommission, um das vorläufige EU-Verbot der drei neonicotinoide Wirkstoffe Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam zu Fall zu bringen.

Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass ihnen das nicht gelingt. Hochgiftige Pestizide und genmanipulierte Lebensmittel sind eine große Gefahr für Bienen, Mensch und Natur.

Mehr Informationen  Bienensterben – Lebensmittelversorgung bedroht

Netzfrau Doro Schreier

11 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. vielen dank für den interessanten bericht und die erwähnung meines votings
    vielleicht kann ich den wettbewerb jetzt gewinnen wäre schön dann können wir von unserer seite
    noch besser unterstützen liebe grüsse klaus

  2. Die Welt besteht nur noch aus Verbrechern !
    Um des Mammonwillen setzen sie das natürliche ökologische Gleichgewicht auf,s Spiel.

  3. Ich bin selber in Sorge um unsere Bienen, aber auch um alle anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Was sind Pestizide im Gegensatz zu Aluminium, Strontium, Barium, Titanium und vieles mehr, was täglich durch Flugzeuge versprüht wird. Sogenannte Chemtrails und H.A.A.R.P die der Klimaerwärmung entgegenwirken sollen, was natürlich eine Lüge ist. Monsanto forscht jetzt an aluminiumresistentem Mais !!
    Wie können wir resistent werden gegen Aluminium und radioaktives Barium ?
    Am 25. April findet in Bern eine Demo statt und ich bitte auch im Namen der Bienchen darum, dass dieses Verbrechen an der ganzen Natur aufhört. Vielleicht kann Herr Obama sagen, was wir dagegen tun können :)

  4. Petition gegen das Bienensterben und wir brauchen Fernsehdocoumentationen um noch mehr Bevölkerung wach zu rütteln.
    Auch den einfachen Menschen muss veranschaulicht werden, das das Bienensterben auch ihren Tod zur Folge hat.

  5. Hallo und guten Tag,
    sicher ist das Sterben der Zuchtbienen ein Drama und ich möchte es nicht herunterspielen!
    Neben den weltweit 11 Honigbienenarten jedoch, gibt es darüber hinaus allein in Deutschland 564 solitär lebende Wild-Bienen-Arten! In der Schweiz wurden bislang 617 Arten, in Österreich 690 Arten festgestellt. Weltweit sind mehr als 17.000 Arten beschrieben worden! Von all diesen Arten ist nur eine einzige in der heimischen Fauna als Honig- und Wachslieferantin bekannt: die Honigbiene (Apis mellifera), eine der wenigen Bienenarten, die vom Menschen seit langem genutzt wird.

    Dagegen sind die weitaus meisten Bienenarten, zu denen u. a. die Sand-, Mauer-, Woll- oder Pelzbienen und nicht zuletzt die Hummeln (mit ebenfalls ca. 650 (Arten) gehören, wildlebend.

    »Bienen«, dieser Begriff bezieht sich also nicht nur auf die eine Art, die Honigbiene!
    Obwohl vielen Menschen der Begriff »Wildbienen« nicht mehr so fremd ist, wird die landläufige Vorstellung von Bienen immer noch von der Honigbiene, der „Nutzbiene“ schlechthin, derart bestimmt, daß es vielen Menschen schwer fällt, außer dieser Hausbiene des Imkers auch noch andere Insekten als Bienen zu Bienen zu bezeichnen.
    Diese, in ihrer Anzahl weit über die der Honigbiene hinausgehenden, bestäubenden Insekten wie auch die unzähligen Schmetterlinge, sind Wirt mehr Bestäuber, die ebenfälls durch Pestiziede bedroht sind. Es wäre daher sinnvoll, ja NOTwenden, von „bedrohten bestäubenden Insekten“ im Zusammenhang mit der Pestizidvergiftung zu sprechen.

    Vielen Dank, im Namen der genannten bestäubenden Insekten :-)

    Herzliche Grüße

    Helmut Hechtbauer

  6. Danke für den ausführlichen Artikel! Gott sei Dank sind die Menschen für solche Themen schon sensibilsiert und erkennen die Gefahr bzw. das Problem. Man muss seinen Unmut aber auch öffentlich zum Ausdruck bringen, denn daheim sitzen und vor sich hin zu jammern bringt gar nichts. Schön, dass es auch immer wieder kleine Siege gibt, beim Kampf gegen die Ungerechtigkeit der Konzerne. Bayer z.B. hat erst kürzlich einen Rechtsstreit verloren, wonach sie dem BUND verbieten wollten, Bayer Pestizide als „gefährlich für Bienen“ zu bezeichnen http://www.biokontakte.com/artikel/ein-kleiner-sieg-fuer-die-bienen Ein Schritt in die richtige Richtung…

    • Ist sogar schon in den Medien 2.5.2015 – Bayer verliert Prozess, neonikotinoidhaltige und thiaclopridhaltige Pestizide schädigen nachweislich Bienen und andere Wildtiere. Diese Produkte wurden bislang in der Beschreibung als „ungiftig“ für Bienen deklariert. http://www.focus.de/…/pflanzenschutzmittel-vergiften…

  7. Wieso denn verbieten? Verbote bringen doch nichts!
    Wir könnten aber eine Umweltabgabe von 3.000 Euro pro Liter einführen!
    Damit haben wir nichts verboten, sondern die Pestizidversäucher bezahlen damit eigentlich nur die Schäden an der Umwelt! So einfach wäre das!

  8. Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss vergiftet, das letzte Tier getötet ist,erst dann werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann!
    Das ist meine Mitteilung an die Hersteller und Benutzer von diesen Giften.
    Warum sitzen in der Politik weltweit nur Marionetten der Industrie und keine Menschen mit gesundem Menschenverstand?Netzfrauen kämpft weiter für alle Bienen Tiere die genauso dieses Futter fressen müssen und auch wir Menschen die diese Nahrungsmittel konsumieren .Danke christl

  9. Hier übrigens ganz aktuelle News aus der Wissenschaft:
    In der jüngsten Fachpublikationen in Nature (Vol 521, 7. Mai 2015, doi: 10.1038), sagen eine britische Studie über Honigbienen und Erdhummeln (http://www.nature.com/nature/journal/v521/n7550/full/nature14414.html) sowie eine schwedische Studie (http://www.nature.com/nature/journal/v521/n7550/full/nature14420.html) über Wildbienen, dass der Beitrag von Pestiziden zum globalen Bienensterben bisher unterschätzt wurde. Neonikotinoidhaltige und Thiaclopridhaltige Pestizide schädigen nachweislich Populationen und einzeln lebende Arten.

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