Tierquälerei: Hühner leiden für EDEKA

Tierquälerei: Und wieder macht EDEKA negative Schlagzeilen – diesmal geht es um die Marke „Unsere Heimat – echt & gut“! Diesmal EDEKA Südwest!

Das Deutsche Tierschutzbüro e. V. veröffentlichte jetzt ein Video mit erschreckenden Bildern.

Die Bilder wurden in 3 ganz zufällig ausgewählten baden-württembergischen Hühnerhöfen aufgenommen. In den Betrieben werden die Eier aus der regionaler Bodenhaltung produziert, und das für die Edeka-Eigenmarke „Unsere Heimat – echt & gut“.

Und wieder wird der Verbraucher getäuscht wie schon so oft in der Vergangenheit.

Erst September 2014 gab es den Gutfleisch-Skandal, da warf die Verbraucher-Zentrale Hamburg Edeka Nord Täuschungen im Lebensmittelbereich vor. Der NDR berichtete darüber, dass auf Gutfleisch-Produkten nach wie vor Etikettenschwindel betrieben wird.

Und jetzt der nächste Skandal … es sind wirklich grausame Bilder, da denkt man Bodenhaltung, das ist doch mittlerweile Ok, kontrolliert, und tausendmal besser als damals die Käfighaltung.

hühnerWie stellten wir uns das vor … die Hühner laufen frei auf dem Boden herum, pieken ihre Körnchen auf und legen ihre Eier, die dann eingesammelt werden, und sind glücklich.

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Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Ja sehr vertan … sprach der Hahn …

Denn Bodenhaltung sieht dort aber anders aus.

Die Hühner haben Gitter unter den Füßen und keinen Boden … sind eingezwängt und manchmal bleiben sie an den Rändern der Gitter hängen und sterben dort kläglich. Es sind traurige Bilder, die wir doch so nie wieder sehen wollten. Verendete Hühner liegen rum, alles sieht sehr unsauber und dreckig und alt aus. Aus solch einem Stall möchte niemand etwas essen. Hier das Video:

Achtung: Die Bilder sind nichts für schwache Nerven!

Laut Deutschem Tierschutzbüro e. V. teilte Edeka am 30.  03. 2015 mit, dass die Eier aus dem Sortiment genommen wurden.  Doch wurden sie das wirklich? Unsere Netzfrau Mara hat es überprüft und wurde fündig. 

Und sollten Eier entfernt worden sein, so hilft es den Hühner wenig … die Zustände in den Stallungen werden dadurch ja nicht verbessert.

Auf ihrer Internetseite teilte Edeka Unsere Heimat – echt & gutdann am 30. 03. 2015 folgendes mit:

Gestern wurde Videomaterial im Internet veröffentlicht, das Aufnahmen aus drei Betrieben zeigt, die Eier aus Bodenhaltung auch an die regionale Eigenmarke „Unsere Heimat- echt & gut“ liefern und in denen die Haltung der Tiere von den Urhebern der Videos kritisch bewertet wird.

Nochmals stellen wir ausdrücklich fest, dass wir größten Wert auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und unserer teilweise darüber hinaus gehenden eigenen Qualitätsstandards legen. Außerdem haben Tierwohl und Tierschutz sowie dessen kontinuierliche Weiterentwicklung für uns höchste Priorität und sind deshalb wichtiger Bestandteil, auch der regionalen Eigenmarke „Unsere Heimat – echt & gut“.

Mittlerweile liegen uns die Stellungnahmen aller drei Betriebe vor.

Darin distanzieren sich die Produzenten nachdrücklich von den Vorwürfen. Die Tiere zeigten in den Aufnahmen vielmehr arttypisches Verhalten, das auftritt, wenn Fremde nachts in die Ställe eindringen. Die Ställe würden täglich zwei- bis viermal durch die Halter kontrolliert. Bei sämtlichen Überprüfungen durch die staatlichen Veterinärskontrollen, den KAT (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e. V. ) und den neutralen Prüf- und Zertifizierungsdienstleistern im Rahmen des Qualitätszeichens Baden-Württemberg (QZBW) habe es demnach keine Beanstandungen gegeben.

Wir haben den Vorgang zum Anlass genommen, ihn von Frau Dr. Cornelie Jäger, Landestierschutzbeauftrage des Landes Baden-Württemberg, bewerten zu lassen.

Frau Dr. Cornelie Jäger, Landestierschutzbeauftrage des Landes Baden-Württemberg, erläutert in dem Statement auf der Internetseite EDEKA Handelsgesellschaft Südwest mbH: „Unsere Heimat – echt & gut“ folgendes:

Frau Dr. Cornelie Jäger: „Es ist zutreffend, dass es dem Normalverhalten von Hühnern entspricht, nachts bevorzugt erhöhte Schlafplätze aufzusuchen (sog. Aufbaumen), weshalb es dann stets zu einer sehr ungleichmäßigen Verteilung der Hühner im Stall kommt und sowohl der Boden wie auch niedrig angebrachte Sitzmöglichkeiten nicht genutzt werden, während die oberen Stangen und Aufenthaltsbereiche besonders begehrt sind.“

Weiter teilt Frau Dr. Jäger mit: „Es ist außerdem richtig, dass Hühner – anders als Puten – vor fremden Personen (in diesem Fall mit zusätzlicher Lichtquelle) und bei unerwarteten Störungen flatternd fliehen, wodurch es noch mehr zu Gedränge kommt, manchmal auch Panik inklusive Erdrückungen von Tieren entsteht. Aus diesen Gründen kann aus den gezeigten Bildern kein Rückschluss auf die tatsächliche Belegdichte im Stall gezogen werden.“

Und Unsere Heimat – echt & gut schreibt weiter:

Auch liegen nach Information der Lieferanten anders als dargestellt wird, bislang keine Anzeigen gegen die Betriebe vor.

Trotzdem nehmen wir jeden Hinweis ernst und werden die Berichte zum Anlass nehmen, die Betriebe kurzfristig einer erneuten Überprüfung durch Tierschutzbeauftragte zu unterziehen.

Weiterhin gilt, dass die Betriebe allen Interessierten anbieten, sich mit einem Besuch vor Ort einen eigenen Eindruck von der Eier-Produktion zu machen.

Gutfleisch – Gute Qualität, gute Haltung?

Bereits letztes Jahr wurde in Schleswig-Holstein & Baden-Württemberg unhaltbare Zustände in Schweinehöfen entdeckt. Dort wird u. a. für Gutfleisch produziert, einer regionale Edeka-Marke im Norden & Südwesten.

50 Millionen Eintagsküken landen in Deutschland jährlich auf dem Müll und männliche Küken dürfen laut einem Gerichtsurteil in den Schredder

Zig-Millionen männliche Küken werden in Brüterei-Unternehmen oft vergast und geschreddert. Nordrhein-Westfalen verbot als erstes Bundesland überhaupt die massenhafte Tötung männlicher Küken 2013 per Erlass.

Wie das Verwaltungsgericht Minden Anfang Februar entschied, ist ein Erlass des Umweltministeriums von Nordrhein-Westfalen, das die Tötung männlicher Küken für Eier-Erzeugung untersagt hatte, nicht rechtmäßig. Elf Brüterei-Unternehmen klagten dagegen.

Den Richtern zufolge bedürfe es für ein Verbot einer Ermächtigungsgrundlage, die es „bisher im geltenden Tierschutzgesetz nicht gibt“. Hier steht, dass Tiere nur mit vernünftigem Grund getötet werden dürfen. Das Gericht sah ihn in der wirtschaftlichen Alternativlosigkeit des Verfahrens. Für die Ei-Erzeugung gezüchtete Hühnerrassen setzten wenig Fleisch an. Daher sind männliche Tiere als Speise-Hühner kaum geeignet. Berufung wurde zugelassen. Ohnehin sitzt der Großteil der deutschen Brütereien in Niedersachsen, wo der Agrarminister von den Grünen bisher die Praxis der Kükentötung nicht verbieten ließ. Quelle

Die Eierindustrie unterscheidet bei Hühnern zwischen zwei verschiedenen Nutzungsarten: Sogenannte „Legehennen“, bei denen weibliche Hühner auf eine hohe Legeleistung gezüchtet werden und sogenannte „Masthühner“, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Tiere darauf gezüchtet werden, einen möglichst ausgebildeten Brustmuskel zu entwickeln. Doch die „Legehennen“ und „Masthühner“ sind nicht die einzigen, die in der Eierindustrie leiden: Auch die kleinen Brüder der „Legehennen“, die männlichen Küken, fallen der brutalen Eierproduktion zum Opfer. Da sie weder Eier legen können noch eine rentable Brustmuskulatur ausbilden, sind sie für die Industrie „unwirtschaftlich“.

Jedes Jahr werden in Deutschland für die Produktion von Eiern – auch für Bio-Eier – daher rund 50 Millionen männliche Küken in den Brütereien routinemäßig vergast oder lebendig geschreddert. Diese Zahl errechnet sich aus der Anzahl der jährlich in Deutschland gehaltenen Legehennen und der biologischen Regel, dass über einen längeren Zeitraum etwa gleich viele weibliche wie männliche Nachkommen schlüpfen. [Mehr zum Thema: Das Ei – Kennzeichnungsschwindel und 50 Millionen Eintagsküken landen in Deutschland jährlich auf dem Müll]

Edeka-Werbewelt steht in krassem, teilweise erschütterndem Widerspruch zu Bildern, die Tierschützer heimlich in Bauernhöfen gedreht haben und nicht das erste Mal.

Ja, was soll der Verbraucher nun davon halten … unser Vertrauen ist noch tiefer erschüttert.

Netzfrau Mo Scheer

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