Immer noch schmutzige Schokolade – 216 Millionen Schokohasen betroffen ?!

Ostern 2015: Schokolade – 216 Millionen Schokohasen fordern höhere Kakaopreise für die Bauern in Westafrika.

Immer noch gehören Hungerlöhne, ausbeuterische Kinderarbeit und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen zum Alltag der Kakaobauern. Auf den Kakaoplantagen werden Kinder ausgebeutet, um Millionen Osterhasen billig herzustellen, aber dann teuer zu verkaufen.

Zu Ostern locken viele bunt verpackte Schokohasen zu einer wahren Nasch-Orgie. Ob Schokohasen für rund 6 Euro pro 100 Gramm bis zu einem 100-Gramm-Preis von 50 Cent. Seit Wochen gibt es eine regelrechte Schokohasen-Schwemme. In Deutschland werden laut Presse rund 120 Millionen Hasen verzehrt. Insgesamt seien 216 Millionen Schokohasen produziert worden. Über den Geschmack lässt sich streiten, denn nicht alle Schokohasen sind gleich gut, sie unterscheiden sich zum Beispiel im Kakaogehalt.

Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste verdient nur 0,50 US Dollar am Tag

Weltweit wurden 2014 etwa vier Millionen Tonnen Kakao produziert. Nachhaltig erzeugter Kakao macht nur weniger als fünf Prozent aus. Die Mehrheit der Kakaobauern lebt in bitterer Armut und eine Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste z. B. verdient nur 0,50 US Dollar am Tag!

Und das, wo 70 Prozent der Weltkakaoernte aus Westafrika stammen, vor allem von der Elfenbeinküste und aus Ghana. Dort arbeiten immer noch etwa zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen, davon mehr als 500 000 unter menschenunwürdigen Bedingungen – sie müssen mit gefährlichen Maschinen und Chemikalien hantieren, schwere Säcke tragen und können nicht oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen. Das muss man sich mal vorstellen … wirklich unfassbar.

Wie oft müssen wir über diese schrecklichen Zustände berichten? Sind wir Menschen wirklich so egoistisch, dass wir nicht hinterfragen, welchen „blutigen“ Weg diese Osterhasen hinter sich haben, bis sie endlich in den Osterkörben landen?

Seitdem bekannt wurde, dass Kindersklaverei zum Alltag auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste gehört, kämpfen die großen Schokoladenhersteller, u. a. Nestlé, um das Vertrauen der Verbraucher: Sie versprechen Schulen, medizinische Versorgung und Bildungsprogramme. So soll das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit wir Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können. So wirbt auch Nestlé damit, dass sie Farmern beibringen, nachhaltigen Kakao ohne Kinderarbeit anzubauen. Doch die Realität ist erschreckend.

Verletzung durch eine Machete

Verletzung durch eine Machete

Im Juli 2013 stellt die BBC fest, das Kinder wie Erwachsene Macheten benutzen müssen, das führt zu schrecklichen Verletzungen an den Kinderbeinen.

Außerdem müssen die Kinder während der Ernte stundenlang arbeiten, oft sogar ohne Bezahlung.

Erklären Sie das bitte Ihrem Kind, würde es sich wirklich noch so über den „süßen“ Osterhasen freuen?

Evelyn Bahn von der INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair sagt:

„Die freiwilligen Nachhaltigkeitsinitiativen vieler Schokoladenunternehmen zielen in erster Linie auf Produktivitätssteigerungen und Qualitätsverbesserung im Kakaoanbau ab. Das allein ist aber nicht ausreichend, um die Kakaobauern dauerhaft aus Hunger und Armut zu befreien“. „Die Schokoladenindustrie muss sich der Diskussion stellen, welcher Kakaopreis den Bauern in Westafrika ein existenzsicherndes Einkommen ermöglicht und diesen dann auch zahlen. Niemand kann mehr leugnen, dass der derzeitige Preis zu niedrig ist.“

Bahn sieht die Schokoladenindustrie in der Verantwortung, etwas an der Einkommenssituation der Kakaobauern zu ändern. Auch das kürzlich veröffentliche Cocoa-Barometer sieht Handlungsbedarf auf Seite der Schokoladenindustrie: Schokoladenproduzenten wie Nestlé, Mars, Ferrero und Mondelez, Kakao-Verarbeiter wie Barry Callebaut und Cargill und wenige Einzelhandelsunternehmen kontrollieren 80 Prozent der Segmente in der Wertschöpfungskette.

Damit stehen 5,5 Millionen Kakaobauern nur wenigen Großkonzernen gegenüber. „Die Konzerne dürfen diese Marktmacht nicht weiter zu Lasten der Produzenten ausnutzen“, erklärt Bahn. „Die Schokoladenindustrie muss endlich die Stellschrauben setzen, damit der Kakaopreis steigt“, so Bahn weiter. Das könne gegebenenfalls auch heißen, dass im kommenden Jahr der Schokohase teurer wird.

Make Chocolate Fair!

Diese Kampagne ist erfolgreich dabei, den öffentlichen Druck auf die Schokoladenindustrie zu erhöhen. Die Aktivisten der Kampagne sind in fünfzehn deutschen Städten aktiv gegen die Missstände im Kakaoanbau und sammeln Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie.

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Klick auf das Bild und unterzeichne

„Jeder kann mit seiner Unterschrift deutlich machen, dass wir es satt haben, Schokolade zu essen, in der Hunger, Armut und ausbeuterische Kinderarbeit stecken“, sagt Bahn. Außerdem empfiehlt sie, beim Befüllen der Osternester auf faire und nachhaltig zertifizierte Schokolade zu achten.

Die Petition wurde bereits von mehr als 71 000 Menschen unterzeichnet und soll Ende 2015 an Vertreter der Schokoladenindustrie in Brüssel überreicht werden.

Make Chocolate Fair ist eine europäische Kampagne von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen.

INKOTA übernimmt die Koordination der Kampagne in Deutschland.

Bis 2015 sollen im Rahmen der Kampagne 100 000 Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie gesammelt werden. Wir Netzfrauen helfen auch dabei! Sie auch?

Quelle

Schokolade schmeckt anscheinend gerade zu Ostern besonders! Den meisten unter uns ist gar nicht bewusst, dass die Schokolade in der hübschen Osterverpackung viel teurer ist als die Standard-Verpackungen.

Unglaubliche 677% schlägt Mars auf die M&Ms, die in einem Plastik Osterhasen verpackt sind. In dieser Verpackung kosten 100g M&M: 7,77€. Die normal Verpackten M&Ms kosten pro 100g 1,00€! Das nur mal nebenbei … Wiso ZDF hat einen tollen Bericht dazu gebracht.

Sehen Sie selbst, welche Preissteigerungen da so versteckt sind:

Auch Nestlé ist wieder mit am Start

Über Nestlé haben wir bereits viel geschrieben. Nestlé interessiert sich schon lange nicht mehr nur für Kaffee, Babygläschen, Eiscreme und Katzenfutter. [Siehe: Alles Nestlé, oder was? Von der Muttermilch bis zur Brustvergrößerung] Auch Nestlé ist an der Ausbeutung von etwa 2 Millionen Kindern in Westafrika, die auf Kakaoplantagen arbeiten, beteiligt. [Siehe dazu: Nestlé – Kinderarbeit in Afrika: Blutige Schokolade]

Nestlé schreibt: Osterzeit ist Schokoladenzeit! Deshalb dürfen die Artikel von Nestlé im Osternest nicht fehlen. Ab März sind die Osterprodukte der begehrten Marken Smarties, After Eight und Kit Kat im Handel zu finden. Eltern und Großeltern bereiten ihren Kindern und Enkeln zu Ostern gern eine süße Freude.

Nestlé wurde wegen erzwungener Kinderarbeit angeklagt.

Das Unternehmen wurde wegen Kinderhandel, Folterung und erzwungener Kinderarbeit betreffend Kultivierung und Ernte von Kakaobohnen, die die Firmen (Nestlé S. A, Nestlé U.S.A., Archer Daniels Midland Co., Cargill Incorporated Company, Cargill Cocoa und West Africa S.A) aus Afrika importieren, beschuldigt. Der Sachverhalt betrifft Kinder aus Mali, die im Alter von 12-14 Jahren in die Elfenbeinküste verschleppt wurden und dort bis zu 14 Stunden täglich, ohne Lohn, ohne ausreichende Ernährung, ohne Schlaf und häufig unter physischer Gewalt arbeiten mussten. 

  • Insbesondere von der Elfenbeinküste und aus anderen westafrikanischen Ländern sind ernsthafte Vorwürfe über ausbeuterische Kinderarbeit bekannt und in einer Studie des International Institute for Tropical Agriculture (IITA) belegt worden. Quelle

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Warum schalten die Netzfrauen Werbung?

Weltweit wurden 2014 von den etwa vier Millionen Tonnen produziertem Kakao weniger als fünf Prozent nachhaltig produziert. Somit können wir davon ausgehen, dass auch Ferrero an der „schmutzigen“ Schokolade beteiligt ist. Auch Haselnüsse spielen in der Ferrero-Produktion eine zentrale Rolle. Ferrero ist der weltgrößte Abnehmer von Haselnüssen und verarbeitet jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen. Doch haben Sie schon einmal hinterfragt, woher diese stammen? Woher kommt der Kakao, der schließlich in jeder Schokolade steckt?

Nach eigenen Angaben bezieht Ferrero wie fast alle Unternehmen seinen Kakao vor allem von der Elfenbeinküste und aus Ghana. An der Elfenbeinküste gehört jedoch Kinderarbeit zur Tagesordnung.

Wie uns Ferrero bestätigte – werden Sie dafür sorgen, dass die Kakao-Bauern fair bezahlt werden. Laut Ferrero ist es schwer, die Lieferkette transparent zu halten. Lesen Sie dazu: Kinder(alb)traum Ferrero

Schmutzige Schokolade II

Drei Jahre nach seiner Recherche reiste Journalist Mistrati 2012 noch einmal nach Afrika, um die Aussagen der Industrie an Ort und Stelle auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Es sind nicht nur die Bilder, auch die präsentierten Zahlen, die ein düsteres Bild von der Lage der Kakaobauern und ihrer Kinder zeichnen. Beispiel Umsatz: 134 Milliarden Euro, sagt Mistrati, habe die Schokoladenindustrie weltweit 2012 erwirtschaftet. Nach deren eigenen Angaben ausgegebenes Geld für Kinderschutzprojekte in der Elfenbeinküste: 388 000 Euro.

Zum Osterfest sind auch wir, die Verbraucher, gefragt. Sollten Sie nicht ganz auf Schokohasen verzichten wollen, so füllen Sie bitte die Osternester mit als fair und nachhaltig zertifizierter Schokolade. Oder machen Sie Ihre Schokolade selber: Schokolade selber machen – Das vermutlich kürzeste Schokoladenrezept der Welt

Netzfrauen  Doro Schreier und Mo Scheer

Geiz ist NICHT geil – Wie an europäischen Lebensmitteln die Welt verhungert

Schweine für den Müllcontainer- Warum ist das Fleisch so billig und woher kommt es?

Das bittere Geschäft mit den Orangen

Bangladesch: Nähen bis in den Tod – Keine Entschädigung für Näherinnen

Wir haben es satt: Lebensmittel-Lügen der Lebensmittelindustrie

Mogelpackungen – “Schmutzige” Schokolade incl.- Nestlé hat Patent auf Kakao!

TTIP: Wollen wir Europäer das? – Hormonfleisch – Geklonte Tiere – Gen-Lebensmittel – Chlorhühner – Aufgeweichte Kennzeichnungspflicht?

Kampf der Giganten – Wenige Konzerne beherrschen die weltweite Lebensmittelproduktion

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. wer unrecht schafft und zulässt, baucht sich nicht zu wundern, wenn er selbst oder gar seine schwächsten familienmitglieder beispielsweise im supermarkt überfallen werden – er macht sich sogar mitschuldig am raubüberfall/einbruch auf seine angehörigen/eigentum – wir alle sind selber schuld, weil wir nichts gegen die ungerechtigkeit unternehmen – in der ehem.DDR wurde niemals eine oma wegen ihrer geldbörse erschlagen – die BRD ist die strafe für die undankbaren ossis

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